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Eine Annäherung an die Systemtheorie nach Luhmann unter besonderer Berücksichtigung des Rechtssystems

Title: Eine Annäherung an die Systemtheorie nach Luhmann unter besonderer Berücksichtigung des Rechtssystems

Seminar Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Ökonom Alexander Gary (Author)

Business economics - Law
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Was versteht man unter Systemtheorie, wie kommen Systeme zustande und welche Bedeutung hat das Rechtssystem – auch im Verhältnis zu anderen sozialen Systemen? Diese Fragestellungen sollen in der vorliegenden Arbeit näher behandelt werden und dabei auf die Ausführungen von Luhmann zurückgegriffen werden.

Einführend ist zu sagen, dass für Luhmann Systeme real in der Wirklichkeit existieren. Sein Ziel ist die „Analyse [dieser realen] Systeme in der wirklichen Welt.“ Nun könnten Fachfremde gutgläubig behaupten, dass dann die Darstellung einer Theorie der Systeme keine großen Hindernisse aufwerfen dürfte. Die Realität stellt sich allerdings etwas anders dar, nachdem man die Literatur zu diesem Themengebiet gesichtet hat und vor allem auf die theoretisch fundierten Ausführungen Luhmanns aufmerksam geworden ist. Der Verfasser der Arbeit hat sich deshalb entschieden einen pragmatischen Ansatz in der vorliegenden Arbeit zu verwenden. Anhand von ausgewählten Beispielen (insbesondere grafischen Darstellungen) soll immer wieder versucht werden, schwierige Begriffe in ein verständliches Licht zu rücken. Aufgrund dessen wird versucht, an den Stellen wo es möglich ist, die „Dinge“ so einfach wie möglich darzustellen. Ebenfalls konzentriert sich der Verfasser der Arbeit auf die Erklärung der wesentlichen Grundbegriffe der Luhmannschen Systemtheorie. Erwähnt sei hier noch, dass Luhmann zur Darstellung seiner Theorie auf Grundlagen anderer Fachgebiete zurückgreift, insbesondere auf die biologische Wissenschaft. Dabei stützt er sich auf Autoren wie Parsons, Maturana, Varela und natürlich Darwin. Aus den oben genannten Gründen wird allerdings auf eine genauere Darstellung der Ausführungen der einzelnen Wissenschaftler verzichtet.

Die Arbeit gliedert sich im Wesentlichen, neben der Einführung und dem Fazit, in drei Hauptkapitel. Dabei soll das folgende zweite Kapitel ein grundlegendes Verständnis der Systemtheorie nach Luhmann schaffen. Anschließend werden im dritten Kapitel die einzelnen Teilsysteme bzw. Funktionssysteme der Gesellschaft dargestellt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Rechtssystem und ausgewählten Inhalten zum Aufbau und der Kopplung dieses Systems mit anderen Systemen. Eine Abrundung der Arbeit folgt im Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die grundlegenden Fragestellungen

2. Die Grundlagen der Systemtheorie nach Luhmann

3. Die Funktionssysteme der Gesellschaft

4. Das Rechtssystem als Funktionssystem der Gesellschaft

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine grundlegende Annäherung an die Luhmannsche Systemtheorie zu leisten, wobei ein besonderer Fokus auf das Rechtssystem und dessen Kopplung mit anderen Funktionssystemen der Gesellschaft gelegt wird. Dabei soll anhand eines pragmatischen Ansatzes und ausgewählter Beispiele ein Verständnis für die Funktionsweise sozialer Systeme und deren Komplexitätsreduktion vermittelt werden.

  • Grundlagen der Systemtheorie nach Niklas Luhmann
  • Definition und Funktion sozialer Systeme
  • Das Rechtssystem als autopoietisches System
  • Strukturelle Kopplung von Funktionssystemen (Recht, Politik, Wirtschaft)
  • Komplexitätsreduktion durch Beobachtung und Kommunikation

Auszug aus dem Buch

Die strukturelle Kopplung von Systemen

Das Gehirn als biologisches bzw. lebendes System produziert Zellen und neuronale Verknüpfungen, allerdings denkt es nicht selber. Dafür ist das psychische System bzw. das Bewusstsein verantwortlich. Die beiden Systeme sind füreinander Umwelt und operieren in absoluter Autopoiesis. Der Begriff der strukturellen Kopplung bezeichnet dabei nur ein bestimmtes Abhängigkeitsverhältnis. Ein psychisches System kann ohne Gehirnaktivitäten seine Autopoiesis (die Fortführung weiterer Gedanken) nicht weiterführen. Ebenfalls kann ein soziales System ohne ein biologisches und psychisches System keine Kommunikation fortsetzen. Im Rahmen der strukturellen Kopplung von psychischen und biologischen Systemen (wie hier Bewusstsein und Gehirn) spricht Luhmann auch von Interpenetration. Diese liegt vor, wenn beide Systeme wechselseitig auf die Strukturbildung des anderen Systems Einfluss nehmen. Ebenfalls lässt sich dies bei sozialen Systemen und psychischen Systemen beobachten. Ein soziales System kann ohne Bewusstsein nicht kommunizieren. Allerdings gilt auch hier, dass beide Systeme selbstreferentiell-geschlossen operieren. Ein anschauliches Bsp. hierzu liefern Kneer/Nassehi: In einem sozialen System bspw. einem Seminar kann über Max Weber kommuniziert bzw. diskutiert werden. Dabei ist aber nicht zwangsläufig jeder Teilnehmer mit seinen Gedanken (psychischen System) auf die Kommunikation im Seminar konzentriert, vielmehr können seine Gedanken abschweifen und über ein kommendes Fußballspiel nachdenken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die grundlegenden Fragestellungen: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, eine verständliche Annäherung an die komplexe Systemtheorie Luhmanns mit Fokus auf das Rechtssystem zu bieten.

2. Die Grundlagen der Systemtheorie nach Luhmann: Das Kapitel führt zentrale Konzepte wie Autopoiesis, Kommunikation als Letztelement und die Unterscheidung von System und Umwelt ein.

3. Die Funktionssysteme der Gesellschaft: Hier wird aufgezeigt, wie die Gesellschaft in Teilsysteme unterteilt ist, die durch spezifische Codes ihre Selbsterhaltung sichern.

4. Das Rechtssystem als Funktionssystem der Gesellschaft: Dieses Kapitel behandelt das Rechtssystem als selbstreferentielles System, das durch Recht oder Unrecht kommuniziert und strukturell mit Politik und Wirtschaft gekoppelt ist.

5. Fazit: Das Fazit reflektiert den Nutzen der Systemtheorie zur Komplexitätsreduktion, kritisiert jedoch die hohe Abstraktion und die Vernachlässigung des Individuums.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Rechtssystem, Autopoiesis, Soziale Systeme, Kommunikation, Strukturelle Kopplung, Komplexitätsreduktion, Funktionssysteme, Konstruktivismus, Beobachtung, Erwartungssicherheit, Sinn, Rechtsakt, Legitimation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine grundlegende Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann, mit einem spezifischen Schwerpunkt auf der Analyse des Rechtssystems.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die systemtheoretischen Grundlagen der Gesellschaft, den Begriff der Autopoiesis, die Rolle der Kommunikation als soziales Element sowie die Interaktion zwischen verschiedenen Funktionssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die hochkomplexe Systemtheorie Luhmanns durch einen pragmatischen Ansatz und anschauliche Beispiele für den Leser zugänglicher zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Darstellung und Literaturanalyse der Luhmannschen Theorie, ergänzt durch grafische Modelle zur Veranschaulichung der theoretischen Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Theoriegerüsts, die Differenzierung der Funktionssysteme der Gesellschaft und eine detaillierte Untersuchung des Rechtssystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Autopoiesis, Kommunikation, strukturelle Kopplung, Funktionssysteme und Komplexitätsreduktion stehen im Zentrum der inhaltlichen Betrachtung.

Warum betrachtet der Autor das Rechtssystem als „Immunsystem der Gesellschaft“?

Der Vergleich verdeutlicht, dass das Rechtssystem Konflikte intern verarbeitet und durch Regeln (Antikörper) Stabilität schafft, ohne dabei Kenntnis über die externe Umwelt zu besitzen.

Wie unterscheidet sich die „normative Geschlossenheit“ von der „kognitiven Offenheit“ des Rechtssystems?

Das System ist normativ geschlossen, da es Recht und Unrecht nur intern bestimmen kann, ist aber kognitiv offen, weil es auf Veränderungen in der Umwelt (z.B. neue Gesetze) reagieren muss, um seine Funktion zu erfüllen.

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Details

Title
Eine Annäherung an die Systemtheorie nach Luhmann unter besonderer Berücksichtigung des Rechtssystems
College
University of Kassel  (Wirtschaftsrecht)
Course
Rechtstheorie (Master)
Grade
1,3
Author
Diplom Ökonom Alexander Gary (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V139549
ISBN (eBook)
9783640490295
ISBN (Book)
9783640490516
Language
German
Tags
Systemtheorie Rechtstheorie Rechtssystem soziale Systeme Gesellschaftssysteme Luhmann System und Umwelt Autopoiesis Funktionssysteme der Gesellschaft Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Ökonom Alexander Gary (Author), 2009, Eine Annäherung an die Systemtheorie nach Luhmann unter besonderer Berücksichtigung des Rechtssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139549
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