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Interkulturelle Kompetenz in pädagogischen Handlungsfeldern

Title: Interkulturelle Kompetenz in pädagogischen Handlungsfeldern

Term Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadine Deiters (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Im Berufsleben eines Pädagogen sind zunehmend auch interkulturelle Schlüsselkompetenzen vonnöten – sei es in der Beratung von Migranten oder in anderen sozialpädagogischen Bereichen. In vielen Arbeitsbereichen eines Pädagogen sind interkulturelle Schlüsselkompetenzen unumgänglich und Grundvoraussetzung für jede weitere Arbeit. Auch die stetig wachsende Debatte um die interkulturelle Öffnung der psychosozialen Versorgungseinrichtungen erzwingt von uns zwangsläufig eine Auseinandersetzung mit diesem Thema. Aufgrund der zunehmenden Wichtigkeit dieses Themas, sehe ich mich auch dazu veranlasst, mich im Rahmen dieser Hausarbeit mit dem Thema interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Öffnung auseinanderzusetzen.
Um das weitere Verständnis für die Thematik zu erleichtern, werde ich zunächst die elementaren Begriffe, die im Zusammenhang zur Debatte um die interkulturellen Schlüsselkompetenzen stehen, erläutern. In diesem Gefüge spielen vor allem Begriffe, wie Arbeitsmigrant, Flüchtling und Aussiedler, eine entscheidende Rolle. Auch den Begriff Migrant, der im Zusammenhang zu den anderen Begriffen steht, werde ich durch formelle und informelle Festlegungskriterien näher definieren. Im Anschluss daran stelle ich die drei zentralen Paradigmen der Migrantenberatung dar. Beginnen werde ich mit der sog. ‚Ausländerberatung’, dem Vorläufer der interkulturellen Beratung, die ich im Anschluss daran darstelle. Das dritte Paradigma der Migrantenberatung ist die interkulturelle Dimension pädagogischer Beratung, die vor allem durch die Weiterentwicklung der interkulturellen Beratung entstanden ist. Des Weiteren werde ich mich vor allem mit den interkulturellen Schlüsselkompetenzen eines Beraters in der Sozialen Arbeit auseinandersetzen, denn diese sind Grundvoraussetzung für einen gelungenen Hilfeprozess. Eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen ist im diesem Zusammenhang auch der Umgang mit Differenz. Daher werde ich zum Abschluss meiner Arbeit einige Strategien im Umgang mit Dieser darstellen. Eine der Strategien sieht eine Unterscheidung zwischen Differenzbeobachtung-, minimierung-, akzeptanz und maximierung vor. Eine weitere Strategie beschäftigt sich mit Anerkennung, Assimilation und Dekonstruktion der Anderen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

2.1 Aussiedler-Arbeitsmigrant-Flüchtling

2.2 Migrant

2.2.1 Formelle Festlegung

2.2.2 Informelle Festlegung

3. Beratung von Migranten – drei Paradigmen

3.1 Ausländerberatung

3.2. Interkulturelle Beratung

3.3 Interkulturelle Dimension pädagogischer Beratung

4. Interkulturelle Kompetenz

4.1 Schlüsselkompetenzen des Beraters

4.2 Der Umgang mit Differenz

4.2.1 Assimilation, Anerkennung und Dekonstruktion

4.2.2 Differenzbeobachtung, -minimierung, -akzeptanz und -maximierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung interkultureller Kompetenz im Kontext pädagogischer Handlungsfelder. Ziel ist es, die notwendigen Anforderungen an Berater zu definieren, den Umgang mit kultureller Differenz zu analysieren und Wege für eine interkulturelle Öffnung sozialpädagogischer Einrichtungen aufzuzeigen.

  • Grundlegende Begriffsbestimmungen von Migrationsformen (Aussiedler, Arbeitsmigranten, Flüchtlinge)
  • Analyse der Paradigmen in der Migrantenberatung von der Ausländerberatung bis zur interkulturellen Pädagogik
  • Diskussion interkultureller Schlüsselkompetenzen des Beraters auf Ich-, Wir- und Sachebene
  • Strategien für einen professionellen Umgang mit Differenz in der Sozialen Arbeit
  • Reflexion der Machtasymmetrien und Dominanzkulturen in Beratungssituationen

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Differenzbeobachtung, -minimierung, -akzeptanz und -maximierung

Entscheidend für den Umgang mit Differenz ist es in erster Linie vor allem diese nicht mehr als Aufforderung zur Anpassung und Integration zu sehen, sondern vielmehr sollte zunächst einmal die Angst vor der Differenz überwunden werden. Differenzangst entsteht vor allem dann, wenn die Existenz der Gesellschaft als bedroht angesehen wird. „Denn soziale Differenzen gelten gemeinhin nur solange als aushaltbar, […] solange sie in die gesellschaftliche Einheit noch integrierbar sind“ (Kleve 2003, S. 37). Sind die Differenzen nicht integrierbar, entsteht auf Seiten der Gesellschaft Angst und Abwehr gegen die Repräsentanten der Andersheit. Allein durch die Reflexion der Differenz ist es möglich Angst und Abwehr zu überwinden. Daher ist es unumgänglich eine Umdeutung der Differenz vorzunehmen. Dies vollzieht sich anhand von vier Strategien: Differenzbeobachtung, -minimierung, -akzeptanz, und –maximierung.

Im Umgang mit Differenz ist es zunächst einmal von großer Bedeutung diese als solche wahrzunehmen und zu beobachten. Differenz wird in Fachkreisen definiert als Synonym für den Unterschied zwischen Lebensnorm und Lebensrealität. Daher kann die Soziale Arbeit erst da ansetzen, wo Differenzen zu beobachten sind (vgl. Kleve 2003, S. 38f.).

Im Anschluss bieten sich drei Möglichkeiten der Differenzminimierung an: Angleichung der Lebensrealität an die Lebensnorm, Angleichung der Lebensnorm an die Lebensrealität und wechselseitige Angleichung. Im Zuge der ersten Strategie soll die Realität der Klienten so verändert werden, dass sie der gesellschaftlichen Norm entspricht. „Die Norm wird also nicht verändert, sie dient vielmehr als regulativ, um das Leben (normativ) zu transformieren“ (Kleve 2003, S. 40). Vorteilhaft an dieser Strategie ist vor allem, dass die Klienten finanzielle, pädagogische, medizinische und kulturelle Hilfsangebote erhalten, die es ihnen erlauben am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren. Kritisch wird dieser Ansatz aber vor allem gesehen, da er nutzlos ist, wenn die Normen von Gesellschaft und Klienten nicht miteinander übereinstimmen und wenn die Klienten eine Anpassung an das Gesellschaftssystem gar nicht wünschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz interkultureller Kompetenzen für pädagogische Fachkräfte und stellt das Forschungsinteresse an einer interkulturellen Öffnung psychosozialer Einrichtungen dar.

2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Aussiedler, Arbeitsmigrant und Flüchtling sowie die formellen und informellen Kriterien, die den Status eines Migranten bestimmen.

3. Beratung von Migranten – drei Paradigmen: Es werden die historische Entwicklung der Ausländerberatung, die interkulturelle Beratung und die interkulturelle Dimension pädagogischer Beratung als drei unterschiedliche Beratungsansätze gegenübergestellt.

4. Interkulturelle Kompetenz: Dieses Hauptkapitel expliziert die Anforderungen an Berater, unterteilt in Ich-, Wir- und Sachebene, und stellt verschiedene Strategien im Umgang mit Differenz vor.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer differenzakzeptierenden Haltung zusammen und betont die Notwendigkeit, interkulturelle Arbeit als fortlaufenden Prozess der Reflexion zu begreifen.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Sozialpädagogik, Migrantenberatung, Differenzakzeptanz, interkulturelle Öffnung, Identität, Soziale Arbeit, Integrationsprozess, Beratungssituation, Schlüsselkompetenzen, Migrationsgesellschaft, Reflexivität, Machtasymmetrien, Diversität, Beratungspraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und Umsetzung interkultureller Kompetenz im beruflichen Alltag von Pädagogen in der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Definition von Migrationsbegriffen, die Analyse verschiedener Paradigmen der Migrantenberatung sowie der professionelle Umgang mit kultureller Differenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie Berater durch den Erwerb spezifischer Schlüsselkompetenzen und eine differenzakzeptierende Haltung zu einer gelingenden interkulturellen Öffnung von Hilfeeinrichtungen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und kritische Reflexion bestehender Literatur und Fachdiskurse zur interkulturellen Pädagogik und Migrationsberatung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Analyse von Beratungsparadigmen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Anforderungsprofil für Berater und verschiedenen Differenzstrategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Interkulturelle Kompetenz", "Soziale Arbeit", "Differenzakzeptanz" und "interkulturelle Öffnung" geprägt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen formeller und informeller Festlegung bei Migranten relevant?

Sie verdeutlicht, dass neben rechtlichen Statusmerkmalen auch soziale Wahrnehmungen und habituelle Signale darüber entscheiden, wer als "Migrant" und damit als "Anderer" in der Gesellschaft markiert wird.

Welche Kritik übt die Autorin am Assimilationsansatz?

Die Autorin kritisiert den Assimilationsansatz als defizitorientiert und gewaltförmig, da er die Anpassung an gesellschaftliche Normen erzwingt und die individuelle Identität sowie Selbstbestimmung der Ratsuchenden untergräbt.

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Details

Title
Interkulturelle Kompetenz in pädagogischen Handlungsfeldern
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Nadine Deiters (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V139596
ISBN (eBook)
9783640494668
ISBN (Book)
9783640494866
Language
German
Tags
Interkulturelle Kompetenz Handlungsfeldern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Deiters (Author), 2008, Interkulturelle Kompetenz in pädagogischen Handlungsfeldern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139596
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