Die Großwohnsiedlung Marzahn war eines der größten Bauvorhaben der ehemaligen DDR. Fertig gestellt wurde sie Ende der 80’er Jahre in Stadtrandlage Ost-Berlins und bildete nach Abschluss des Bauvorhabens einen neuen eigenen Stadtbezirk. Bis heute ist sie in Verbindung mit Hellersdorf die größte zusammenhängende Plattenbausiedlung Europas (Schwenk, 2002, S.301). Sozioökonomische Disparitäten kommen aufgrund der vorliegenden Monostrukturen besonders zum Tragen und erfordern planerische Maßnahmen.
Ziel der Arbeit ist es, einen umfassenden Überblick über die Stadtteilentwicklung der Großwohnsiedlung Marzahn-Hellersdorf zu geben. Die Rahmenbedingungen und Erfordernisse des weiteren Stadtumbaus werden beleuchtet sowie aktuelle Probleme und Maßnahmen der Quartiersaufwertung benannt (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, 2007, S.4).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangssituation
2.1 Soziodemographische Entwicklung
2.2 Städtebauliche Situation
2.3 Schwerpunktbereiche
3. Leitbild
4. Maßnahmen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen umfassenden Überblick über die Stadtteilentwicklung der Großwohnsiedlung Marzahn-Hellersdorf zu geben, wobei die aktuellen Rahmenbedingungen, Problemlagen sowie die durch den Stadtumbau initiierten Maßnahmen zur Quartiersaufwertung analysiert werden.
- Soziodemographische Veränderungen und Bevölkerungsentwicklung
- Städtebauliche Rahmenbedingungen und Bestandsentwicklung
- Strategien des Stadtumbaus und Rückbaumaßnahmen
- Aufwertung der sozialen Infrastruktur und Quartiersmanagement
Auszug aus dem Buch
2.1 Soziodemographische Entwicklung
Besonders soziodemographische Veränderungen in der Großwohnsiedlung Marzahn-Hellersdorf werfen Handlungsfelder für entsprechende Maßnahmen auf. Im folgendem werden einzelne Prozesse sowie Indikatoren der Bevölkerungsentwicklung dargestellt.
Die Gesamtbevölkerung des Stadtbezirks Marzahn-Hellersdorf betrug im Jahre 2006 247.127 Einwohner. Davon beherbergte allein die Großwohnsiedlung Marzahn 98.096 Einwohner. Von 1995 bis 2005 verzeichnete die Großwohnsiedlung Marzahn eine Abwanderung von 38.114 Personen, dies entspricht einem Bevölkerungsverlust von 27,9%. In den letzten Jahren hat sich der Bevölkerungsrückgang jedoch stark abgeschwächt (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, 2007, S.37).
Prägend für die Großwohnsiedlung Marzahn-Hellersdorf ist der Prozess des Durchalterns als demographischer „Normalisierungsprozess“. Viele der heutigen Bewohner sind bis zur Wende, kurz nach Fertigstellung der Wohnungen eingezogen und bis heute in ihrer Wohnung verblieben. Verstärkt wird dieser Prozess durch die Abwanderung der Kinder. Sie sind entweder ausgezogen, oder werden es in den nächsten Jahren tun. Die Anzahl der 6 bis 18- Jährigen (siehe untere Abbildung) ist im Vergleich von 2000 zu 2005 um ein Drittel zurück gegangen. Der Anteil der Senioren liegt zwar noch unter dem Berliner Durchschnitt, wird aber in den nächsten Jahren steigen. Zudem wird das momentan leicht positive Bevölkerungswachstum durch die Kumulation von Sterbefällen abreißen. Der Prozess des Durchalterns ist in älteren, zuerst bezogenen Quartieren zum Teil schon abgeschlossen und setzt sich in einer Wellenbewegung durch die einzelnen Quartiere der Großwohnsiedlung fort (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, 2007, S.36).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Entstehung der Großwohnsiedlung Marzahn als bedeutendes Bauvorhaben der DDR und benennt das Ziel der Arbeit, die aktuelle Stadtteilentwicklung und notwendige planerische Maßnahmen zu untersuchen.
2. Ausgangssituation: Dieses Kapitel analysiert die soziodemographische Entwicklung, die städtebauliche Situation sowie spezifische Schwerpunktbereiche innerhalb des Siedlungsgebiets.
3. Leitbild: Hier werden die im integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (INSEK) verankerten Ziele dargestellt, die den Handlungsrahmen für die zukünftige Aufwertung und Umgestaltung bilden.
4. Maßnahmen: Dieses Kapitel erläutert konkrete Schritte zur Bestandsreduzierung, zum Ausbau der sozialen Infrastruktur und zur Steigerung der Wohnqualität durch Quartiersmanagement.
5. Fazit: Das Fazit bewertet den bisherigen Strukturwandel und reflektiert kritisch, ob die eingeleiteten Maßnahmen langfristig zu einer positiven Entwicklung beitragen können.
Schlüsselwörter
Großwohnsiedlung, Marzahn-Hellersdorf, Stadtumbau, Stadtentwicklung, Soziodemographie, Durchaltern, Plattenbau, Rückbaumaßnahmen, Quartiersmanagement, Infrastruktur, Wohnumfeld, soziale Disparitäten, Stadtteilentwicklungskonzept, Berlin, Migration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der städtebaulichen und demographischen Entwicklung der Großwohnsiedlung Marzahn-Hellersdorf nach der Wende.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der demographische Wandel, die städtebauliche Situation, der Rückbau von Wohnungen und die Aufwertung der sozialen Infrastruktur.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Stadtumbauprozess zu geben und die planerischen Rahmenbedingungen sowie konkrete Maßnahmen zur Quartiersaufwertung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse stadtplanerischer Dokumente, statistischer Daten und Fachliteratur zur Berliner Stadtentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsanalyse (Ausgangssituation), die Erläuterung des Leitbildes für den Stadtumbau und die Darstellung konkreter Maßnahmenpakete.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den prägenden Begriffen zählen Stadtumbau, Großwohnsiedlung, Durchaltern der Bevölkerung, Quartiersmanagement und Wohnraumentwicklung.
Warum ist das Quartier Marzahn-Nord für die Untersuchung besonders relevant?
Marzahn-Nord dient als exemplarischer Schwerpunktbereich, da es aufgrund seiner städtebaulichen und sozioökonomischen Problemlagen als erstes Gebiet in das Förderprogramm Stadtumbau-Ost aufgenommen wurde.
Wie wirkt sich der Prozess des „Durchalterns“ auf die Siedlung aus?
Dieser Prozess führt zu einer Haushaltsverkleinerung und einer Verschiebung der Altersstruktur, was den Anpassungsdruck auf die soziale Infrastruktur und die Wohnraumkonzepte erhöht.
- Quote paper
- Kay Renner (Author), 2009, Großwohnsiedlungen in Ostberlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139607