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Amerikanische Kriegspropaganda unter George W. Bush

Entsprechen ausgewählte Reden des ehemaligen Präsidenten in Bezug auf den Irak und Iran (Stand: 2007) den zehn klassischen Prinzipien Lord Ponsonbys?

Title: Amerikanische Kriegspropaganda unter George W. Bush

Term Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Peter Seiffert (Author)

Politics - Region: USA
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Wie Arthur Lord Ponsonby in seinem Buch "Falsehood in Wartime" zeigte, spielte Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg eine entscheidende Rolle. Anne Morelli ("Die Prinzipien der Kriegspropaganda", Springe 2004) wendete die dort aufgestellten zehn klassischen Prinzipien später auf den Zweiten Weltkrieg an und tangiert in der aktualisierten Ausgabe ihres Buches teilweise auch den zweiten Irakkrieg ab 2003.

Die vorliegende Arbeit verfolgt diesen Ansatz weiter und untersucht, inwieweit sich in ausgewählten Reden des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush in Bezug auf den Irak Elemente der Prinzipien nachweisen lassen. In einem zweiten Teil wird die Untersuchung auch auf Textpassagen ausgeweitet, die sich mit dem Iran beschäftigen. Berücksichtigt wurden öffentliche Äußerungen bis zum Frühjahr 2007.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda

2.1 Wir wollen keinen Krieg

2.2 Das feindliche Lager trägt die alleinige Schuld am Krieg

2.3 Der Feind hat dämonische Züge

2.4 Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele

2.5 Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten, unsere Fehler geschehen versehentlich

2.6 Der Feind verwendet unerlaubte Waffen

2.7 Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm

2.8 Unsere Sache wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt

2.9 Unsere Mission ist heilig

2.10 Wer uns in Zweifel zieht, ist ein Verräter

3 Iran und Kriegspropaganda

4 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der zehn klassischen Prinzipien der Kriegspropaganda, wie sie von Anne Morelli und Lord Ponsonby definiert wurden, auf die Rhetorik der US-Regierung unter Präsident George W. Bush im Kontext des Irakkrieges sowie die Übertragbarkeit dieser Mechanismen auf die politische Kommunikation gegenüber dem Iran.

  • Analyse der US-Kriegsrhetorik anhand der zehn Prinzipien der Kriegspropaganda
  • Untersuchung von Primärquellen wie Reden von George W. Bush
  • Vergleich der Legitimationsstrategien im Irak- und Iran-Kontext
  • Reflexion über die Rolle der Medien und die öffentliche Meinungsbildung
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der asymmetrischen Kriegsführung

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Feind hat dämonische Züge

Ponsonby weist nach, dass der ursprünglich als Freund titulierte deutsche Kaiser mit Beginn des Ersten Weltkrieges dämonisiert wurde. Weil eine Nation aus vielen Millionen Einwohnern bestehe, mit denen sich die eigenen Soldaten oder die eigene Öffentlichkeit identifizieren könnten, sei es nötig, alles Böse auf einen Schurken, einen geistesgestörten, grausamen Feind zu projizieren. „Damit besteht das Ziel des Krieges darin, dieses Monster gefangen zu nehmen, was wiederum die sofortige Rückkehr von Moral und Zivilisation nach sich ziehen würde“, schreibt Morelli. Sie vermutet, dass Menschen eine klare Unterteilung in Gut und Böse brauchten und sich dabei auch nicht daran störten, dass der Feind früher einmal ein gern gesehener, im Falle Husseins sogar unterstützter Gast gewesen sei.

Es ist offensichtlich, dass genau diese Strategie auch im Falle des Irakkrieges verfolgt wurde. Zwar muss einschränkend gesagt werden, dass dies in diesem Zusammenhang angebrachter gewesen zu sein scheint, als es beispielsweise bei einer demokratisch gewählten Regierung der Fall gewesen wäre. Nichtsdestotrotz ist die Verkürzung der von Saddam Hussein geführten Staatsspitze auf den Diktator selbst eines der zentralen Merkmale der Reden Bushs, die den Irak zum Thema haben. So wird sein Name allein in der Rede vom 28. Januar 2003 annähernd 20 mal genannt, damals übrigens noch vollständig und nicht, wie später üblich, schlagwortartig als „Saddam“. Diesem Mann jedenfalls, erklärte der US-Präsident, müsse Einhalt geboten werden: „A brutal dictator, with a history of reckless aggression, with ties to terrorism, with a great potential wealth, will not be permitted to dominate a vital region and threaten the United States.”

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert den theoretischen Bezugsrahmen, insbesondere die Arbeit von Anne Morelli und Lord Ponsonby, und stellt die Forschungsfrage bezüglich der Anwendbarkeit von Kriegspropaganda auf aktuelle asymmetrische Konflikte.

2 Die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die zehn von Morelli und Ponsonby aufgestellten Prinzipien und prüft deren praktische Anwendung anhand von Reden und Handlungen der Bush-Administration im Irakkrieg.

3 Iran und Kriegspropaganda: Hier wird untersucht, ob sich rhetorische Elemente und Legitimationsmuster der US-Politik gegenüber dem Irak auch in der Kommunikation bezüglich des Iran nachweisen lassen.

4 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten Propaganda-Prinzipien signifikant in der Rhetorik der US-Regierung präsent sind und fordert eine kritischere Mediennutzung durch den Konsumenten.

Schlüsselwörter

Kriegspropaganda, George W. Bush, Irakkrieg, Morelli, Ponsonby, Iran, Asymmetrische Kriege, Medienmanipulation, Politische Rhetorik, Feindbildkonstruktion, Öffentlichkeitsarbeit, Terrorismusbekämpfung, Massenvernichtungswaffen, Demokratieförderung, Kriegslegitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen und Prinzipien, mit denen politische Entscheidungsträger – hier insbesondere die US-Regierung unter Bush – Kriege legitimieren und die öffentliche Meinung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda, die Fallstudie des Irakkrieges sowie die Beobachtung ähnlicher rhetorischer Muster im Umgang mit dem Iran.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass sich klassische Kriegspropaganda-Muster, wie sie aus dem 20. Jahrhundert bekannt sind, in zeitgenössischen asymmetrischen Konflikten widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine qualitative Analyse von Primärquellen durch, insbesondere von offiziellen Reden des US-Präsidenten, und vergleicht diese mit den theoretischen Modellen von Morelli und Ponsonby.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der zehn Prinzipien anhand von Beispielen aus dem Irakkrieg sowie eine anschließende Übertragung dieser Erkenntnisse auf die politische Kommunikation gegenüber dem Iran.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kriegspropaganda, Feindbildkonstruktion, asymmetrische Kriege, politische Rhetorik und kritische Medienanalyse definiert.

Warum wird der Iran in diesem Zusammenhang analysiert?

Der Iran dient als Beispiel, um aufzuzeigen, dass die identifizierten Propaganda-Mechanismen der US-Politik keine Einzelfälle sind, sondern systemische Züge aufweisen, die auf andere geopolitische Konfliktzonen übertragbar sind.

Welche Rolle spielt die Person Saddam Hussein in der Argumentation?

Die Person Saddam Hussein dient gemäß des dritten Prinzips ("Der Feind hat dämonische Züge") als Projektionsfläche für alles Böse, um den Krieg als notwendigen Akt der Zivilisation und Moral darzustellen.

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Details

Title
Amerikanische Kriegspropaganda unter George W. Bush
Subtitle
Entsprechen ausgewählte Reden des ehemaligen Präsidenten in Bezug auf den Irak und Iran (Stand: 2007) den zehn klassischen Prinzipien Lord Ponsonbys?
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft )
Course
"Medien und Krieg"
Grade
1.0
Author
Peter Seiffert (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V139613
ISBN (eBook)
9783640494453
ISBN (Book)
9783640494521
Language
German
Tags
Irak Iran USA Propaganda Irakkrieg Bush Amerika Krieg Ponsonby
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Seiffert (Author), 2007, Amerikanische Kriegspropaganda unter George W. Bush, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139613
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