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Der Fall der parlamentarischen Monarchie zur Konstruktion eines real existierenden Anachronismus

Am Beispiel Spanien

Title: Der Fall der parlamentarischen Monarchie zur Konstruktion eines real existierenden Anachronismus

Term Paper , 2008 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuela Tennhardt (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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1 Einleitung
In der heutigen Zeit finden wir in der politischen Repräsentantenliga wider Erwarten Rudimente der Ideologie des „Absolutismus“, obwohl das Urmodel des absoluten Herrschers innerhalb von Europa eindeutig historisch zurückgedrängt wurde.
Obwohl der Absolutismus in Europa als ausgestorben gilt, wird die Symbolik des dem Absolutismus innewohnenden monarchischen Elements auch in modernen Demokratien nachgeahmt, deren Repräsentant ein gewählter Präsident ist und nicht ein erblich bestimmter Monarch. Die aktuelle Arbeit von Philipp Manow beschäftigt sich mit dem Nachleben des politischen, also ewigen Körpers des Königs in den modernen Demokratien. Der Begriff des politischen Körpers stammt aus der klassischen Doppelkörpertheorie des Historikers Ernst Kantorowicz.
Während Manow auf der Suche nach latenten monarchischen Elementen in demokratischen Republiken ist, konzentriert sich diese Arbeit auf noch existierende parlamentarische Monarchien, und die Elemente, die für ihre gesellschaftliche Akzeptanz unter den modernen Regierungssystemen entscheidend sind. Zu diesen wirklichkeitskonstruierenden Elementen zählen konkret eine stete Annäherung an den aktuellen Zeitgeist, das Bemühen um ein bürgernahes Image aber auch ein gleichzeitiges Erhalten des distanziert Elitären und ihnen traditionell innewohnenden Mystischen. Die traditionelle Komponente der mystischen Aura einer königlichen Dynastie wird durch moderne, zeitgemäße Aspekte erweitert. Zur Sicherung des Fortbestandes wird von den Medien eine vom klassischen Hollywoodkino geprägte Symbolsprache und Magie im Monarchiekontext genutzt und neu erweckt. Jenes Hollywoodkino, das mit eindeutigen Hang zu Geschichten mit Happy End, zu einer Schmiede moderner Märchen geworden ist. Den Monarchien Europas ist es gelungen, Hollywood im Geschichten erzählen und Träume verkaufen Konkurrenz zu machen, ob bewusst oder zufällig, sind sie zum Stoff aus dem Träume gemacht werden geworden. An ihrer Spitze stehen charismatische Persönlichkeiten, die in den Medien bestehen und dem jeweiligen Zeitgeist der Gesellschaft Gesichter verleihen. In diesem Sinne sind ihre politischen Funktionen in den quasi-politischen und psychologischen Schlüsselrollen zu sehen, so René Häusler. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Staatenwelt in der historischen Entwicklung

2.1 Das monarchische Prinzip

2.2 Etablierung des demokratischen Prinzips

2.3 Die Monarchie in der heutigen Staatenwelt

3 Die europäischen Monarchien - real existierender Anachronismus eines demokratischen Modells?

4 Charisma statt Gottesgnadentum – Akzeptanz eines überkommenen Modells durch charismatische Persönlichkeiten

5 Der Monarch im Konstrukt der aktuellen parlamentarischen Monarchie am Beispiel Spaniens

5.1 Die Medienmonarchen: „König des Volkes“ Juan Carlos I. und „Bürgerprinz“ Felipe

5.2 „Blaues Blut“ ist keine Bedingung: Heirat mit Bürgerlichen – ein neuer Märchenstoff?

5.2.1 Die Hochzeit des Thronfolgers mit einer bürgerlichen Journalistin

5.2.2 Zustimmung zur Hochzeit in der öffentlichen Meinung?

5.3 Zukünftige bürgerliche Monarchen - Überwindung traditioneller Konventionen?

5.3.1 Bürgerliche als Königinnen und die zukünftige halbbürgerliche Generation

5.3.2 Das Protokoll – der Öffentlichkeit verschlossene Mystik?

5.4 Ein starker Präsident - noch lange kein Monarch

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie existierende europäische Monarchien trotz ihrer Herkunft als vordemokratische Institutionen in modernen demokratischen Regierungssystemen fortbestehen können. Dabei wird analysiert, welche mechanismen – insbesondere die Konstruktion eines "magischen" und charismatischen Images in den Medien – zur gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen und wie das spanische Königshaus beispielhaft eine Modernisierung durch Bürgernähe bei gleichzeitigem Erhalt einer mystischen Aura vollzieht.

  • Historische Transformation von Monarchien zur parlamentarischen Regierungsform.
  • Die psychologische Funktion der Monarchie als "Ersatz Gottes" und Stabilitätsanker.
  • Einfluss der Medien und Marketingstrategien auf das Image moderner Königshäuser.
  • Bedeutung von Liebesheiraten zwischen Adel und Bürgertum für den Erhalt der Akzeptanz.

Auszug aus dem Buch

Die Medienmonarchen: „König des Volkes“ Juan Carlos I. und „Bürgerprinz“ Felipe

Die Monarchen von heute pflegen einen bewussten Umgang mit den Medien, wodurch das Volk die Möglichkeit hat aktiv am beruflichen und privaten Leben der Könige teilzunehmen. Das ist das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses in der Beziehung zwischen Medien und Monarchen. Die Verbindung kann als schwierig bezeichnet werden und wird von der Frage getragen: „Wer profitiert von wem?“.

Nach dem Niedergang der „Traumfabrik Hollywood“ als beliebte Spekulationsobjekt stürzte sich die Boulevardpresse auf die Königshäuser, was für die Beziehung zwischen Monarchie und Medien nicht förderlich war. Spekulationen über Schwangerschaften, Krankheiten und anzügliche Fotos waren die Folge. Das abschreckendste Beispiel der „Medienhetze“ war die Jagd auf Diana Spencer, die weltweit meist fotografierteste Frau und erste Medienprinzessin war. Sie verkörperte eine Mischung aus Royalty, Glanz und Natürlichkeit, die dem englischen Königshaus einen Schuss an Glamour verlieh. Sie war die Verkörperung gewöhnlicher menschlicher Herzlichkeit und ungewöhnlich aristokratischer Entrücktheit. Sie versöhnte „Dolce Vita“ und Arbeitsleben, Macht und Ohnmacht, Reich und Arm.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie monarchische Symbolik in modernen Demokratien überlebt, und etabliert den Begriff der politischen Anatomie nach Kantorowicz und Manow.

2 Staatenwelt in der historischen Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert die Zurückdrängung des absolutistischen Gottesgnadentums zugunsten der Volkssouveränität und die Herausbildung der konstitutionellen bzw. parlamentarischen Monarchie.

3 Die europäischen Monarchien - real existierender Anachronismus eines demokratischen Modells?: Es wird untersucht, warum die Monarchie trotz ihrer Rolle als "dignified part" in einem effizienten demokratischen System fortbestehen konnte.

4 Charisma statt Gottesgnadentum – Akzeptanz eines überkommenen Modells durch charismatische Persönlichkeiten: Das Kapitel analysiert, wie das mittelalterliche Gottesgnadentum in der säkularisierten Moderne durch charismatische Ausstrahlung ersetzt wurde.

5 Der Monarch im Konstrukt der aktuellen parlamentarischen Monarchie am Beispiel Spaniens: Eine detaillierte Fallstudie über die Modernisierungsstrategien des spanischen Königshauses, insbesondere durch Medienarbeit und die Öffnung für bürgerliche Partner.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Monarchie durch ihre Wandlungsfähigkeit und die geschickte Verknüpfung von Tradition und Bürgernähe eine zukunftsfähige, wenn auch anachronistische Institution bleibt.

Schlüsselwörter

Monarchie, Parlamentarismus, Absolutismus, Gottesgnadentum, Charisma, Volkssouveränität, Medien, Symbolik, Identifikation, Modernisierung, Spanien, Juan Carlos I., Letizia Ortiz, Tradition, Mythos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum und wie Monarchien als Staatsform in europäischen Demokratien überlebt haben, obwohl sie theoretisch als "Auslaufmodell" gelten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen der Wandel der Monarchie vom Absolutismus zur parlamentarischen Demokratie, die psychologische Bedeutung von Mythen und Charisma sowie die strategische Mediennutzung durch Königshäuser.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es wird erforscht, durch welche Mechanismen – insbesondere die "Konstruktion einer realen Wirklichkeit" – Monarchien gesellschaftliche Akzeptanz sichern, statt durch den Demokratisierungsprozess vollständig verdrängt zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und soziologische Analyse, unter Einbeziehung von Theorien wie der "Doppelkörpertheorie" (Kantorowicz) sowie Ansätzen von Max Weber und modernen Medientheorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die historische Entwicklung der Staatenwelt, die psychologische Schlüsselrolle des Königs und eine detaillierte Fallstudie zur spanischen Monarchie unter Juan Carlos I. und Felipe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem zentralen Begriff der "parlamentarischen Monarchie" stehen Begriffe wie "Charisma", "Medienmonarchen", "Mythos", "Volkssouveränität" und "Modernisierung" im Zentrum.

Warum ist das Beispiel Spaniens so bedeutsam für die Untersuchung?

Spanien dient als ideales Beispiel für eine "neu konstruierte" Monarchie, die nach der Franco-Diktatur durch den bewussten Umgang des Königs mit den Medien und der Verfassung ein hohes Maß an Stabilität und Sympathie beim Volk erreichte.

Welche Rolle spielen "bürgerliche Hochzeiten" für den Fortbestand des Adels?

Die Heirat mit Bürgerlichen dient als Modernisierungsinstrument; sie macht die Monarchie für die breite Bevölkerung greifbar, "normalisiert" das Königshaus und verbindet dynastische Tradition mit aktuellen Lebensrealitäten.

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Details

Title
Der Fall der parlamentarischen Monarchie zur Konstruktion eines real existierenden Anachronismus
Subtitle
Am Beispiel Spanien
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Konstruktion moderner gesellschaftlicher Wirklichkeiten
Grade
1,0
Author
Manuela Tennhardt (Author)
Publication Year
2008
Pages
32
Catalog Number
V139616
ISBN (eBook)
9783640497911
ISBN (Book)
9783640498246
Language
German
Tags
Fall Monarchie Konstruktion Anachronismus Beispiel Spanien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Tennhardt (Author), 2008, Der Fall der parlamentarischen Monarchie zur Konstruktion eines real existierenden Anachronismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139616
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