Geologie und Eiszeitformen auf Rügen. Entstehung der Insel und Vorkommen von Eiszeitformen in ihrer Region


Seminararbeit, 2007

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehung von Rügen

3 Regionale Verteilung von Eiszeitformen auf Rügen

4 Zusammenfassung

Literatur:

1 Einleitung

Rügen ist mit einer Fläche von 926 km² (Bütow & Lampe 1991:131) die größte sowie gleichzeitig auch die vielgestaltigste und geomorphologisch interessanteste Insel Deutschlands. Die höchste Erhebung auf Rügen ist der Piekberg (161m+NN), welcher sich auf der Halbinsel Jasmund befindet. Der nördlichste Punkt Rügens ist Gell-Ort und nicht, wie die meisten denken, Kap Arkona. Auf Rügen ergibt sich eine landschaftliche Großgliederung in den flach-wellig bis ebenen Teil, der als „Niederrügen“ bezeichnet wird und westlich der Linie Altenkirchen – Bergen – Putbus gelegen ist, sowie den sich östlich dieser Linie befindlichen Teil – „Hochrügen“, mit deutlich stärkerer Reliefenergie (Bütow & Lampe 1991:131). Laut Reinicke (2004:7) denkt ein Jeder bei der Erwähnung des Namens an weiße Kreidefelsen, Dünen wohin das Auge reicht, an endlos lange Sandstrände und im Gegensatz dazu an schmale, geröllreiche Strände vor lehmigen Steilufern. Genau diese Vielfalt der unterschiedlichsten Landschaftsformen auf diesem kleinen Raum, ist der Grund für die Beliebtheit der Insel bei den Touristen. Dabei ist Rügen mit seinen Stränden nicht nur im Sommer ein Besuchermagnet, sondern auch zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Rügens Küsten wirken an sich attraktiv, sowohl auf Besucher, als auch auf Einheimische. Es werden längst vergessene Triebe wieder neu geweckt – der angeborene Sammeltrieb unserer Vorfahren. Ein jeder Strandwanderer kann sich wohl kaum dem Bedürfnis entziehen am Boden nach etwas zu suchen. Gemäß Nestler (2002:5) besuchen jährlich Zehntausende Touristen aus Gebieten der ganzen Welt die Schreibkreide an den Steilufern von Jasmund und Wittow. Dort sammeln sie die Fossilien mit regem Interesse, die am Geröllstrand zu finden sind und nehmen sie als Souvenir mit nach Hause. Schnell wächst schließlich das Bedürfnis, die gesammelten Steine exakt zu benennen und ein neuer Amateurpaläontologe ist geboren.

Die Strände auf Rügen sind wie Geschichtsbücher und ein jeder Stein könnte eine endlos lange Geschichte erzählen. Aber nicht nur kleine Steine sind erdgeschichtliche Zeugen. Auch große Steine (Findlinge) oder sogar ganze Landschaftsflächen weisen auf Spuren der Geschichte, insbesondere der Eiszeit, hin. Und wenn man die Augen aufhält und aufpasst, kann man viele Überbleibsel der Eiszeit finden und genau mit diesem Thema beschäftigt sich diese Arbeit. Zu Beginn werde ich auf die Entstehung bzw. die Geologie Rügens eingehen. Danach werde ich einen Überblick über die regionale Verteilung der eiszeitlichen Formen auf Rügen geben und zum Schluss ein paar zusammenfassende Bemerkungen anführen.

2 Entstehung von Rügen

Die Entwicklung Rügens reicht noch bis in die Oberkreide, vor ca. 70 bis 80 Millionen Jahren, zurück (Ludewig 2007:o.S.). Zur damaligen Zeit war das, was heute Rügen ist, vom Weltmeer der Oberkreide bedeckt. Durch die Ablagerung von gefälltem Calcit sowie der Schalen von fossilen Kleinlebewesen, wie Coccolithen der Coccolithophoriden und den Schalen der Kammerlinge (Foraminifera), entstand in einer Meerestiefe von 200 – 400 m und über Jahrmillionen hinweg eine kalkhaltige Sedimentschicht mit einer Mächtigkeit von stellenweise 400 Metern (Ludewig 2007:o.S., IKZM-D 2003:o.S.). Gemäß Duphorn et al. (1995:178f.) erfolgte die Sedimentation in der „niederländisch-baltischen-Rinne“, eine Art „intercontinental seaway“ mit einer Breite von ca. 100 km zwischen Südschweden und dem Harz.

Am Ende der Kreidezeit, also ca. vor 65 Millionen Jahren, mit dem Beginn der Erdneuzeit, das Tertiär, zieht sich das Meer zunehmend zurück. Am Ende des Tertiärs kommt es im heutigen Skandinavischen Raum zu einer erheblichen Abkühlung und Gletscher sowie starke Niederschläge gehen einher. Diese Gletscher dringen über den Ostseeraum hinweg noch teilweise bis zu unseren Mittelgebirgen vor und hinterlassen gewaltige Ablagerungen. In der darauf folgenden Zeit (Pleistozän) gab es drei Kälteperioden (siehe Abbildung 1). Zum einem die Elster-, dann die Saale- und zuletzt die Weichseleiszeit, die immer wieder verschiedene Gletschervorstöße mit sich brachten (IKZM-D 2003:o.S.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eiszeiten und Warmzeiten

(Quelle: Bauer et al. 2002:178)

An den Steilufern von Wittow und Jasmund erkennt man deutlich, wie die Kreide aus einzelnen, gegeneinander verstellten Komplexen besteht (Nestler 2002:13). Nach Duphorn et al. (1995:175f.) ist der ständige Wechsel von mächtigen Kreide-Komplexen und zwischengeschalteten Pleistozän-Streifen, deren Lagerungsverhältnisse sichtbar gestört sind, das auffälligste Merkmal der beiden Küstenaufschlüsse. Die Ursachen für diese komplizierte Anordnung der Sedimente und Gesteine liegen darin, dass die Kreideablagerungen aus dem Unter-Maastricht eine erste Formgebung durch Fremdeinwirkung der alpidischen Gebirgsbildung erhielten. Die Kreide zerbrach in Schollen und wurde aufgeschoben. Gemäß Duphorn et al. (1995:176) und Katzung (2004:187f.) wurden dann durch eistektonische und glazialdynamische Vorgänge des vorrückenden Gletschers die Kreidekomplexe abgeschürft und in die Schichten des Pleistozäns eingeschuppt oder in einer schrägen Lage aneinander gestapelt. Somit waren die Gletscher mit an der vertikalen Verschiebung der Kreideschollen verantwortlich und mit dem Vorrücken des Eises, der verschiedenen Kaltzeiten, kam es zu neuen Ablagerungen von Geschiebemergel (IKZM-D 2003:o.S.). Das Ergebnis sind schließlich die bereits erwähnten, gegeneinander verstellten Kreidekomplexe (siehe Abbildung 2), mit den Geschiebemergeln M1 und M2, die jeweils einen Gletschervorschub verdeutlichen. Über das älteste Pleistozän (M1), dem jüngeren Pleistozän (M2) und der Kreide, liegt schließlich diskordant der mehr oder weniger horizontal liegende Geschiebemergel M3, dem jüngsten weichselzeitlichen Geschiebemergel (Nestler 2002:13-15, Duphorn et al. 1995:176f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Darstellung der Lagerungsverhältnisse der Kreide

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Geologie und Eiszeitformen auf Rügen. Entstehung der Insel und Vorkommen von Eiszeitformen in ihrer Region
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V139623
ISBN (eBook)
9783668013308
ISBN (Buch)
9783668013315
Dateigröße
760 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geologie, eiszeitformen, rügen, entstehung, insel, vorkommen, region
Arbeit zitieren
Andy Schober (Autor), 2007, Geologie und Eiszeitformen auf Rügen. Entstehung der Insel und Vorkommen von Eiszeitformen in ihrer Region, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139623

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