Die Auswirkungen der Internalisierung auf KMU


Hausarbeit, 2008

35 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielstellung

2 Die Bedeutung der Internationalisierung von im Ausland tätigen KMU

3 Die besonderen Erfolgsfaktoren von KMU

4 Mögliche Barrieren bei der Internationalisierung

5 Die Planung der Internationalisierung von KMU

6 Internationalisierung als strategischer Prozess

7 Fallstudie über die Auswirkungen der Internationalisierung auf die deutsche Bierbrauwirtschaft

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Exporte der Industrieunternehmen 2004

Abbildung 2: Unternehmensinterne Hindernisse für die Internationalisierung

Abbildung 3: Wichtigkeit verschiedener Planungsmaßnahmen in Zusammenhang mit der Internationalisierung

Abbildung 4: Phasen der Internationalisierung

Abbildung 5: Entscheidungsrelevante Faktoren für die Internationalisierung

Abbildung 6: Realstrategien auf Basis der Clusteranalyse

Abbildung 7: Entwicklung des ProrKopfrVerbrauchs und des Gesamtbierausstoßes

1 Einleitung und Zielstellung

Wenn wir von Internationalisierung sprechen, dann betrifft das weitestgehend alle am Wirtschaftsprozess beteiligten Akteure. Auch oder gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen sich dieser Herausforderung stellen, möchte man in einem immer dynamischer werdenden Wettbewerbsumfeld konkurrenzfähig bleiben. Eine einheitliche Linie bei der genauen Abgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen in der Literatur fehlt. Im Rahmen der Beschäftigung mit KMU hat die Europäische Kommission eine Definition herausgegeben, wonach Unternehmen dieser Kategorie einen Umsatz von 10 -250 Mio. € aufweisen und zwischen 10 und 250 Mitarbeitern beschäftigen.[1]

Im Rahmen dieser Arbeit möchten wir uns aber nicht auf diese relativ enge Definition beschränken, da diese im Internationalisierungsprozess keine klare Grenze für grundlegend unterschiedliche Strategien oder Bedingungen darstellen kann. Deshalb wird ebenfalls der Mittelstand mit betrachtet werden, da er vor den gleichen Herausforderungen steht und in Hinsicht der Kapital- und Besitzverhältnisse der Struktur von KMU sehr ähnlich ist.

Was versteht man überhaupt unter Internationalisierung? In diesem Zusammenhang steht auch immer die Abgrenzung von dem Begriff der Globalisierung. Von Globalisierung bzw. einem Trend zur Globalisierung der Wirtschaft spricht man häufig in Bezug auf die Angleichung von Märkten. Hier führen politische Einflussgrößen, wie der Abbau von Handelshemmnissen, technologische Treiber, wie die allgemeine Beschleunigung durch technologische Innovationen und ökonomische Determinanten, wie die steigende Bedeutung von Größendegressionseffekten, zu einem länderübergreifenden, nahezu weltweiten Zusammenwachsen der Märkte.[2] Im Zuge dieser steigenden makroökonomischen Verflechtungen ist Internationalisierung dann vor allem auf die einzelwirtschaftliche Perspektive gerichtet. Internationalisierung hat dann Auswirkungen auf KMU und Mittelstand, wenn das Geschäft im Heimatmarkt durch ausländische Unternehmen bedroht wird oder wenn aufgrund von stagnierenden, regionalen Märkten einzelne (weitere) Länder für das eigene Marktengagement gewählt werden. Dies gilt sowohl für den Absatzmarkt als auch für die beschaffungsorientierte Seite.

Diese Arbeit befasst sich daher mit der Fragestellung, welche grundlegenden Bedingungen für Unternehmen im Zeitalter der fortschreitenden Internationalisierung vorherrschen. Darauf aufbauend soll dargestellt werden, wie im Zuge eigener Internationalisierungsaktivitäten strategisch darauf reagiert werden kann und welche notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen in KMU und mittelständisch geprägten Unternehmen dafür Vorrausetzung sind. Anhand einer Fallstudie sollen schließlich die besonderen Bedingungen in der deutschen Brauwirtschaft und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für eine verstärkte internationale Ausrichtung dargestellt werden.

2 Die Bedeutung der Internationalisierung von im Ausland tätigen KMU

Das Engagement deutscher KMU und Mittelständler im Ausland ist zweifellos fortgeschrittener als mancher anzunehmen wagt. Diese Tatsache stützt zudem auch die Studie von Bamberger/Wrona[3], welcher zufolge ein beachtlicher Anteil von mehr als dreiviertel der befragten Unternehmen in irgendeiner Weise auf dem ausländischen Markt tätig ist. Bamberger und Wrona weisen darauf hin, dass zwischen der Internationalisierung von KMU und Mittelständler und der Globalisierung ein positiver Zusammenhang besteht. Dies wird besonders deutlich in den globalen Branchen international aktiven KMU und mittelständischen Unternehmen wie z.B. der Maschinenbau oder zahlreiche Hoch- technologiebereiche. Hier ist der Internationalisierungsgrad sehr hoch und die jeweiligen Unternehmen verstehen die Globalisierung eher als Chance. Jedoch ist das noch nicht überall so, denn noch immer fühlen sich, meist Kleinstunternehmen in lokal bedeutsamen oder regulierten Märkten, nicht von der Globalisierung betroffen. Nichtsdestotrotz sehen sich mittelständische Unternehmen in den letzten Jahrzehnten verstärkt auf ihren heimischen Märkten mit Wettbewerbern aus neuen Industrie- und Schwellenländern in und außerhalb der EU sowie Mittel- und Osteuropa konfrontiert.

Je nach Branche ist dies mal mehr oder mal weniger zu beobachten. So sind die industriellen Massengüter und einfache Investitionsgüter stark betroffen. Bspw. der hohe Internationalisierungsgrad der Textilindustrie, welche bereits in den sechziger Jahren einsetzte. Seit Mitte der achtziger Jahre steht ebenfalls die Zulieferindustrie unter dem Anpassungsdruck des internationalen Wettbewerbs.[4]

Die Erkenntnisse aus der Internationalisierung von Großunternehmen lassen nicht zwangsläufig auf mittelständische Unternehmen schließen, denn fehlende Auslandserfahrungen, Unkenntnisse in der jeweiligen Landessprache und die Kosten der Auslandsmarktbearbeitung stellen große Schwierigkeiten dar.[5] Doch im Gegensatz zur Massenfertigung von Großunternehmen verwenden mittlere Unternehmen individualisierte Herstellungsverfahren. Die Mitarbeiter sind im allgemeinen Generalisten mit „Allroundwissen“.[6] Sie haben damit ebenfalls die Voraussetzung, mit ihren spezialisierten Produkten sowohl auf dem nationalen, als auch auf globaler Ebene in Märkten und Nischen erfolgreich zu sein.

Bezüglich der internationalen Aktivitäten von KMU und mittelständische Unternehmen ist zu sagen, dass mittlere Unternehmen stärker im Ausland tätig sind als kleine, was auf die folgend, häufig in der Literatur geäußerte Annahme zurückführen ist: mit zunehmender Größe sind Unternehmen eher in der Lage am Internationalisierungsprozess teilzunehmen sowie Produktionsstätten im Ausland aufzubauen. So konnte nachgewiesen werden, das Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten ein höheres Engagement im Ausland zeigen. Lediglich 3,4% der KMU mit bis zu 49 Mitarbeiter erreichten im Ausland eine Tochtergesellschaft, jedoch bereits 60% der Unternehmen ab 500 Mitarbeiter solche besaßen. Zudem weisen Unternehmen mit zunehmender Beschäftigungszahl steigende Exportquoten auf. Warenexporte sind in der Regel der erste Schritt im Internationalisierungsprozess. Die Bedeutung des Exports wird ersichtlich, weil gerade einmal nur 8% der deutschen Unternehmen kein Warenexport betreibt. Circa ein Viertel dagegen aber mindestens die Hälfte ihrer Produktion exportiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Exporte der Industrieunternehmen 2004 (vgl. http://www.munichrbusinessrschool.de)

3 Die besonderen Erfolgsfaktoren von KMU

Um den Erfolg am Markt zu garantieren, muss ein Unternehmen neben dem unternehmerischen Umfeld auch seine eigenen Stärken und Schwächen kennen. Diese sollten in der Folge mit denen der Wettbewerber verglichen werden um die eigene Ausgangssituation genau zu analysieren. Auf diese Weise können spezielle, auf das Unternehmen zugeschnittene, Strategien ausgearbeitet werden. Ein Unternehmen kann demzufolge seine Stärken in den Geschäftsbereichen nutzen und erweitern, die eine große Bedeutung für den Kunden haben. Nach Weber liegt der Erfolg mittelständischer Unternehmen in der Verfolgung einer konzentrierten Differenzierungsstrategie.[7] Diese Unternehmen richten ihre Geschäftstätigkeit auf Teilmarktsegmente aus, in denen sie sich auf ein qualitativ hochwertiges Leistungsspektrum konzentrieren. Die angestrebte Zielgruppe ist daher eher klein, da sie spezialisierte Produkte und Dienstleistungen anbieten. Der Wettbewerbsvorteil resultiert aus einer weltweiten Reputation für Qualität und durch die Konzentration auf Kundenbedürfnisse erreichen sie ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit.

Weitere Erfolgsfaktoren ergeben sich aus dem Ressourcenpotenzial eines Unternehmens, die auch „weiche Faktoren“ genannt werden. Zu diesen Faktoren gehören die Person des Unternehmens, die spezifische Unternehmenskultur sowie eine flexible Organisationsstruktur. Im Gegensatz zu den „weichen Faktoren“, werden nach Weber’s Meinung die „harten Faktoren“, wie der Marktanteil, in den meisten Fällen überbewertet. Um die hohe Marktspezialisierung zu bewältigen, ist es notwendig sich ein geeignetes Fach-, Kunden-, und Marktwissen anzueignen. So sichern sich Unternehmen eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, da sie gezielt auf Marktgegebenheiten und Problemstellungen der Kunden reagieren können. Das spezifische Erlernen von Know-how basiert auf jahrelangen Auseinandersetzungen mit Kundenproblemen und fachbezogenen Neuheiten und Wissen. Da die Erfolgsfaktoren von der Natur ihrer Branche und ihrem Umfeld bestimmt werden, variieren diese von Unternehmen zu Unternehmen. Daher gibt es auch hier keine allgemeingültige Aufzählung von Erfolgsfaktoren bei der Internationalisierung mittelständischer Unternehmen.[8] In der Literatur werden jedoch noch häufig Erfolgsfaktoren wie u.a. die direkte Auslandsmarktbearbeitung sowie der Einsatz qualifizierter Mitarbeiter genannt.

[...]


[1] Vgl. Europäische Kommission. Die Aktivitäten der Europäischen Union im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) - Bericht des KMUrBeauftragten. Luxemburg 2005. S. 6

[2] Vgl. Horsch. KMU im globalen Wettbewerb. HOCHSCHULVERBUND DISTANCE LEARNING. Studienbrief 2-039-0009. Brandenburg 2003. S. 8

[3] Vgl. Macharzina; Oesterle. Handbuch Internationales Management (StudieBamberger/Wrona). Wiesbaden 2002. S. 723.

[4] Vgl. Fieten; Friedrich; Lageman. Globalisierung der Märkte - Herausforderung und Optionen für KMU. Stuttgart 1997. S. 22.

[5] Vgl. Fieten; Friedrich; Lageman. Globalisierung der Märkte - Herausforderung und Optionen für KMU. Stuttgart 1997. S. 27.

[6] Vgl. Dierkes. Internationales Marktengagement: Eine theoretische und empirische Betrachtung am Beispiel brandenburgischer mittelständischer Unternehmen in Polen. Frankfurt 1999. S. 105

[7] Vgl. Weber. Internationalisierungsstrategien mittelständischer Unternehmen. Wiesbaden 1997. S. 135 ff.

[8] Vgl. Gutmann; Kabst. Internationalisierung im Mittelstand r Chancen - Risiken - Erfolgsfaktoren. Wiesbaden 2000. S.227

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen der Internalisierung auf KMU
Hochschule
Fachhochschule Lausitz
Veranstaltung
Internationales Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
35
Katalognummer
V139638
ISBN (eBook)
9783640496518
ISBN (Buch)
9783640496631
Dateigröße
777 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationales Management, Globalisierung, Internalisierung, Mittelstand, KMU, Klein-und Mittelständische Unternehmen, Erfolgsfaktoren
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt Sven Kadlec (Autor), 2008, Die Auswirkungen der Internalisierung auf KMU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139638

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