Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Normbegründung beim ethischen Relativismus

Kleine Analyse des "Unzulänglichkeits-Einwandes" von Günther Patzig gegen den ethischen Relativismus

Title: Normbegründung beim ethischen Relativismus

Examination Thesis , 2003 , 13 Pages , Grade: 5.75

Autor:in: Michael Eugster (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der aktuellen Diskussion um den ethischen Relativismus herrscht viel Missverständnis
bezüglich der Gültigkeit und Begründung moralischer Normen. In dieser Arbeit soll einer der
Einwände gegen den ethischen Relativismus genauer untersucht werden. Ich werde den
„Unzulänglichkeits-Einwand“ von Günther Patzig behandeln, den er im Aufsatz „Relativismus
und Objektivität moralischer Normen“ gegen den ethischen Relativismus vorbringt. Dieser
Einwand besagt, dass die ethischen Relativisten es versäumen zu zeigen, wie sich verschiedene
moralische Normen (objektiv) begründen lassen. Ich werde im folgenden die Stichhaltigkeit
dieses „Unzulänglichkeits-Einwandes“ überprüfen und zeigen, dass es sich nicht um einen
gerechtfertigten Einwand gegen den ethischen Relativismus handelt, denn einerseits sind die
jeweiligen moralischen Normen im ethischen Relativismus klar begründet, andererseits greift der
Einwand die Theorie auf einer falschen Ebene an und damit ins Leere.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Skizze des ethischen Relativismus nach Richard Brandt

3. Kleine Analyse von Günther Patzigs „Unzulänglichkeits-Einwand“

3.1 Der „Unzulänglichkeits-Einwand“ gegen den ethischen Relativismus

3.2 Überprüfung der Stichhaltigkeit des „Unzulänglichkeits-Einwandes“

4. Abschliessende Bemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Stichhaltigkeit des sogenannten „Unzulänglichkeits-Einwandes“ von Günther Patzig gegenüber dem ethischen Relativismus. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Einwand auf einem grundlegenden Missverständnis der metaethischen Position des ethischen Relativismus beruht und somit nicht gegen diesen ins Feld geführt werden kann.

  • Grundlagen des ethischen Relativismus nach Richard Brandt
  • Analyse der Thesen des ethischen Relativismus
  • Darstellung und kritische Hinterfragung des „Unzulänglichkeits-Einwandes“ von Günther Patzig
  • Differenzierung zwischen metaethischen Theorien und ethischen Begründungsansätzen
  • Untersuchung der Rolle der Enkulturation bei der Normbegründung

Auszug aus dem Buch

3.1 Der „Unzulänglichkeits-Einwand“ gegen den ethischen Relativismus

In seinem Aufsatz über „Relativismus und Objektivität moralischer Normen“ geht Patzig von der Frage nach der Möglichkeit einer objektiven Begründung moralischer Normen aus. Er sieht es als offenkundig an, dass die durch Erziehung und Ausbildung verinnerlichten moralischen Konventionen („man erlebt sie als Stimme des Gewissens“³) nicht per se begründet sind, da sie nicht diesen präskriptiven Charakter haben, den wir mit moralischen Normen im Normalfall verbinden. Es sei dies ersichtlich aus dem alltäglichen Verhalten von Personen, die sowohl unbegründet geglaubten moralischen Regeln Folge leisten können, als auch gegen begründet geglaubte verstossen. Unser menschliches Verlangen treibt uns aber, eine eineindeutige Grundlage unserer gesellschaftlichen Ordnung aufzufinden, um in sämtlichen Lebenslagen unbezweifelbare Wahrheiten zur Verfügung zu haben. Durch die verschiedenen Resultate solcher Untersuchungen entstand allerdings Uneinigkeit über die Möglichkeit einer objektiven Begründung moralischer Normen, die Patzig nun aus dem Wege räumen will.

Patzig will zuerst zeigen, dass die Argumente gegen die Möglichkeit einer vernünftigen Begründung moralischer Normen nicht stichhaltig genug sind, um den Anspruch auf Objektivität moralischer Normen zu widerlegen. Die moralischen Urteile bestehen für ihn aus drei Komponenten:

I. Derjenige, der ein moralisches Urteil äussert, drückt seine persönliche Abneigung gegen gewisse Verhaltensweisen aus.

II. Derjenige, der ein moralisches Urteil äussert, weist implizit darauf hin, dass diese Ablehnung in der Gesellschaft, in der er lebt, verbreitet ist.

III. Derjenige, der ein moralisches Urteil äussert, gibt zu erkennen, dass ihm eine solche Ablehnung begründbar scheint, so dass jede völlig rationale Person in Kenntnis aller Umstände zu der gleichen Ablehnung kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Skizzierung der Argumentationsstruktur zur kritischen Prüfung des Unzulänglichkeits-Einwandes.

2. Skizze des ethischen Relativismus nach Richard Brandt: Erläuterung der drei Thesen des ethischen Relativismus, insbesondere der kulturellen Differenz und der relativen Wahrheitsbehauptung.

3. Kleine Analyse von Günther Patzigs „Unzulänglichkeits-Einwand“: Darstellung von Patzigs Kritik am Relativismus und die systematische Einordnung seiner Argumentation.

3.1 Der „Unzulänglichkeits-Einwand“ gegen den ethischen Relativismus: Detaillierte Betrachtung der von Patzig identifizierten Komponenten moralischer Urteile.

3.2 Überprüfung der Stichhaltigkeit des „Unzulänglichkeits-Einwandes“: Nachweis, dass der Einwand den Relativismus aufgrund eines Missverständnisses der metaethischen Ebene nicht trifft.

4. Abschliessende Bemerkungen: Fazit zur Unstichhaltigkeit des Einwandes und Ausblick auf weiterführende Fragen zur Begründungsmethodik.

Schlüsselwörter

Ethischer Relativismus, Normbegründung, Unzulänglichkeits-Einwand, Günther Patzig, Richard Brandt, Metaethik, Moralische Normen, Enkulturation, Kulturelle Differenz, Objektivität, Werturteil, Wahrheitswert, Moralische Axiome, Handlungsanleitung, Begründbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den sogenannten „Unzulänglichkeits-Einwand“ des Philosophen Günther Patzig gegen die Theorie des ethischen Relativismus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die metaethischen Grundlagen des ethischen Relativismus, das Problem der objektiven Normbegründung sowie die Rolle von Erziehung und Enkulturation für moralische Überzeugungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Patzigs Einwand auf einem grundlegenden Missverständnis beruht und den ethischen Relativismus daher inhaltlich nicht widerlegen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die auf der kritischen Interpretation und Auseinandersetzung mit den Texten von Richard Brandt und Günther Patzig basiert.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei Thesen Brandts und die anschließende, detaillierte Widerlegung der Argumentation Patzigs durch den Autor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie ethischer Relativismus, Normbegründung, metaethische Theorie und Enkulturation maßgeblich bestimmt.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung von Patzig vom Relativismus?

Patzig verlangt eine universelle, trans-kulturelle Begründbarkeit moralischer Normen, während der ethische Relativismus Moral als abhängig von kulturellen Kontexten und spezifischen Enkulturationsprozessen betrachtet.

Was versteht die Arbeit unter dem „Enkulturation-Prozess“?

Damit ist der Prozess gemeint, durch den Individuen innerhalb einer Kultur durch Erziehung und gesellschaftliche Konventionen moralische Überzeugungen verinnerlichen.

Warum hält der Autor den Einwand von Patzig für „doppelt unzulänglich“?

Weil der Einwand erstens den Geltungsbereich des ethischen Relativismus verfehlt und zweitens den Relativismus fälschlicherweise als eine einfache ethische Theorie statt als metaethische Reflexion missversteht.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Normbegründung beim ethischen Relativismus
Subtitle
Kleine Analyse des "Unzulänglichkeits-Einwandes" von Günther Patzig gegen den ethischen Relativismus
College
University of Zurich
Grade
5.75
Author
Michael Eugster (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V139687
ISBN (eBook)
9783640485789
ISBN (Book)
9783640485475
Language
German
Tags
Normen ethischer Relativismus Relativismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Eugster (Author), 2003, Normbegründung beim ethischen Relativismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139687
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint