Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Partherfeldzüge für das Kaisertum des Septimius Severus. Um knapp in die drei Hauptquellen zur severischen Zeit – Cassius Dio, Herodian und die Historia Augusta – einzuführend, beginnt die Arbeit mit einem Quellenüberblick (Kapitel 1). In Kapitel 2 und 3 wird zunächst der Verlauf der beiden Partherfeldzüge kurz vorgestellt und die Frage nach den Gründen für die Invasionen gestellt. Im Anschluss daran werden die Maßnahmen diskutiert, die Severus in Folge der beiden Partherfeldzüge getroffen hat. Da aus den Quellen nicht genau hervorgeht, welche Maßnahme zu welchem Zeitpunkt getroffen wurde, werden die Maßnahmen des Ersten und des zweiten Feldzuges in diesem Kapitel gemeinsam diskutiert. Im letzten Kapitel vor dem Fazit wird dann die Frage nach der Bedeutung der Partherfeldzüge gestellt. Diese wird in drei Dimensionen analysiert: politisch-militärischen Dimension, der propagandistischen Dimension und der machtpolitischen Dimension. Als Standardwerk über das Kaisertum des Septimius Severus gilt Anthony Birleys 1971 erschienene Monographie „Septimius Severus. The African Emperor“, welches bereits im Titel Bezug auf Severus‘ Herkunft als erster aus Afrika stammenden Kaiser nimmt. Die deutschsprachige Biographie „Septimius Severus“ Biographie aus der Feder von Jörg Spielvogel erschien im Jahr 2006.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Quellenüberblick
2. Der Erste Partherfeldzug
2.1 Verlauf
2.2 Gründe
3. Der Zweite Partherfeldzug
3.1 Verlauf
3.2 Gründe
4. Die Neuordnung Nordmesopotamiens durch Septimius Severus
5. Die Bedeutung der Partherfeldzüge des Septimius Severus
5.1 Die politisch-militärische Dimension
5.2 Die propagandistische Dimension
5.3 Die machtpolitische Dimension
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Partherfeldzüge von Septimius Severus und analysiert dabei deren Rolle für die Etablierung seiner Person als Alleinherrscher sowie für die Festigung seiner Dynastie im römischen Kaiserreich.
- Analyse des Verlaufs und der Hintergründe beider Partherfeldzüge.
- Untersuchung der römischen Neuordnung Nordmesopotamiens.
- Bewertung der politisch-militärischen, propagandistischen und machtpolitischen Bedeutung der Kriege.
- Kritische Auseinandersetzung mit den drei Hauptquellen: Cassius Dio, Herodian und Historia Augusta.
- Einfluss der Feldzüge auf die Stabilität der severischen Dynastie und das Verhältnis zum Militär.
Auszug aus dem Buch
5.2 Die propagandistische Dimension
Im Zuge des Ersten Partherkriegs nahm Septimius Severus die Titel Arabicus und Adiabenicus an. Mit dem Titel ‚Arabicus‘ wird dabei wohl der Sieg über die Bewohner Hatras gefeiert. Dass Severus keinen Siegertitel in Bezug auf die Osrhoene annahm ist nicht weiter verwunderlich, so kann die Osrhoene doch seit den 160ern als römischer Klientelstaat charakterisiert werden. Zusätzlich ließ er sich als propagator imperii, als Mehrer des Reiches feiern, und nahm die imperatorischen Akklamationen V, VI, VII an. Auch die Kaiserfamilie erufhr im Kontext der Partherkriege eine deutliche Aufwertung. Julia Domna erhielt am 14. April 195 den Titel mater castrorum, Mutter der Heerlager.
Einen vom Senat angebotenen Triumph, lehnte Severus nach dem ersten Partherfeldzug ab. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Severus den Sieg im Bürgerkrieg gegen Niger zelebriert. Die Historia Augusta beschreibt es wie folgt: „Dafür wurde ihm nach seiner Rückkehr der Triumph bewilligt, und er wurde als Arabicus, Adiabenicus und Parthicus bezeichnet. Doch den Triumph lehnte er ab, damit es nicht so aussähe, als triumphiere er anläßlich des im Bürgerkrieg errungenen Sieges.“ Den Titel ‚Parthersieger‘ lehnte er ab, um das Großreich im Osten nicht zu provozieren. Auf Münzen taucht der Titel allerdings trotzdem auf.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Ausgangslage des Kaisers Septimius Severus, die Problematik der Quellenlage und der Aufbau der Untersuchung.
1. Quellenüberblick: Kritische Vorstellung der drei Hauptquellen (Cassius Dio, Herodian, Historia Augusta) und deren Zuverlässigkeit für die severische Zeit.
2. Der Erste Partherfeldzug: Darstellung des Verlaufs der Kämpfe ab 195 n. Chr. und Analyse der Gründe für das Eingreifen gegen Osrhoene und Adiabene.
3. Der Zweite Partherfeldzug: Analyse der direkten Konfrontation mit dem Partherreich 197 n. Chr. einschließlich der Eroberung Ktesiphons und der Belagerung Hatras.
4. Die Neuordnung Nordmesopotamiens durch Septimius Severus: Untersuchung der administrativen Eingliederung der Region in das Römische Reich und der Etablierung neuer Provinzen.
5. Die Bedeutung der Partherfeldzüge des Septimius Severus: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich militärischer Notwendigkeit, propagandistischer Selbstdarstellung und machtpolitischem Gewinn für Kaiser und Elite.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Partherfeldzüge als unverzichtbares Mittel zur Machtstabilisierung und Dynastiegründung von Septimius Severus.
Schlüsselwörter
Septimius Severus, Partherfeldzüge, Römische Geschichte, Mesopotamien, Propaganda, Kaiserherrschaft, Severische Dynastie, Cassius Dio, Herodian, Historia Augusta, Osrhoene, Adiabene, Heer, Machtpolitik, Nisibis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Partherfeldzüge des römischen Kaisers Septimius Severus und deren weitreichende Bedeutung für sein Kaisertum in den 190er Jahren n. Chr.
Welches wissenschaftliche Ziel verfolgt der Autor?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Septimius Severus die militärischen Erfolge im Osten nutzte, um seine Legitimität zu festigen und seine Familie als dauerhafte Dynastie zu etablieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf das militärische Vorgehen, die administrativen Maßnahmen in Nordmesopotamien, die propagandistische Ausschlachtung der Siege und die machtpolitischen Vorteile für den römischen Reichsadel und das Heer.
Welche Quellen werden für diese Untersuchung herangezogen?
Die Arbeit stützt sich primär auf die zeitgenössischen bzw. nahestehenden Historiker Cassius Dio und Herodian sowie die Kaiserviten der Historia Augusta.
Wie werden die Partherfeldzüge bewertet?
Der Autor argumentiert, dass sie neben militärischen Notwendigkeiten vor allem als notwendiges Werkzeug der Innen- und Außenpolitik dienten, um Ruhm zu mehren und politische Gegner im Inneren zu überschatten.
Welche moderne Methode der Geschichtsschreibung findet Anwendung?
Der Autor führt eine Quellenkritik durch, vergleicht divergierende Darstellungen der antiken Historiker und wertet darüber hinaus epigraphische Zeugnisse zur stützenden Argumentation aus.
Welche Rolle spielt die Stadt Nisibis in der Arbeit?
Nisibis wird als strategischer Knotenpunkt und neues Verwaltungszentrum der Provinz Mesopotamia hervorgehoben, dessen administrativer Status und Verwaltung durch Ritter intensiv diskutiert werden.
Wie wird der Kontrast zur Darstellung von Trajan (dem optimus princeps) erörtert?
Der Autor zeigt auf, wie Septimius Severus durch das Datum seiner Ehrungen und die Annahme der Titel bewusst den Vergleich mit Trajan suchte, um Kontinuität und Überlegenheit zu suggerieren.
Warum wird der "Septimius-Severus-Bogen" als Beispiel angeführt?
Der Bogen wird als Paradebeispiel für die bewusste Inszenierung der severischen Propaganda analysiert, da er die Siege nicht nur zur Ehre des Kaisers, sondern auch zur Legitimation seines Sohnes als Nachfolger nutzte.
Welche Rolle spielt das Heer laut der Arbeit?
Das Heer wird als eine der Hauptprofiteure der Feldzüge identifiziert; die Feldzüge dienten dazu, die besonders wichtige Bindung zwischen dem Kaiser und den Legionen durch militärische Erfolge und Beute zu festigen.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Die Bedeutung der Partherfeldzüge für das Kaisertum des Septimius Severus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1396891