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Sprache, Denken, Aphasien. Was die Sprache von AphasikInnern über Sprachverarbeitung und -struktur im Gehirn aussagen kann

Title: Sprache, Denken, Aphasien. Was die Sprache von AphasikInnern über Sprachverarbeitung und -struktur im Gehirn aussagen kann

Seminar Paper , 2023 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ronja Uhlmann (Author)

Speech Science / Linguistics
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Summary Excerpt Details

In unserem Alltag drücken wir unsere Gedanken ganz selbstverständlich durch unsere Sprache aus. Meist sind wir uns dieses automatisierten Prozesses nicht bewusst. Als SprachwissenschaftlerInnen stellen wir uns aber die Frage, wie genau dieses „Übersetzen“ von Gedanken in Sprache funktioniert. Daher soll in dieser Arbeit zunächst erläutert werden, wie Sprache im Gehirn funktioniert. Hierbei ist das Forschungsfeld der Neurolinguistik relevant, in das im ersten Kapitel eine kurze Einführung mit den wichtigsten wissenschaftlichen Positionen und zu den neurologischen Grundlagen von Sprache gegeben wird. Das zweite Kapitel beschäftigt sich anhand von abstrakten Sprachmodellen damit, wie der Prozess vom Denken zur Sprache abläuft, wobei die Linguistik mit den Neurowissenschaften in Verbindung gebracht wird. Dies schafft eine Grundlage für die darauffolgenden Kapitel.

Doch was passiert nun, wenn die Übersetzungsleistung des Denkens in Sprache nicht mehr funktioniert? Aphasie-PatientInnen stehen genau vor diesem Problem. Ihr Denken und ihr Verstand funktionieren problemlos, doch sie können sich sprachlich nicht mehr ausdrücken. Das dritte Kapitel beschäftigt sich daher genauer mit verschiedenen Arten von Aphasie, wobei die Broca- und Wernicke-Aphasie aufgrund ihrer Häufigkeit im Fokus stehen. Dabei sollen zunächst in Kapitel 3.1 genauer definiert werden, was unter einer Aphasie zu verstehen ist und in Kapitel 3.2 aphasische Störungen auf neurologischer Ebene erklärt werden. Anschließend werden in Kapitel 3.3 die jeweiligen Syndrome anhand von Sprachbeispielen veranschaulicht und in Kapitel 3.4 eine Einteilung von Aphasie-Arten vorgenommen. Durch die „fehlerhafte“ Sprache und die zugrunde liegenden Verletzungen im Gehirn von AphasikerInnen lassen sich Rückschlüsse auf die Struktur von Sprache und ihre Verarbeitung ziehen. Welche Implikationen die Betrachtung von aphasischen Sprachbildern für die neurologische Verarbeitung von Sprache zulassen, erklärt zum Abschluss das Kapitel 3.5.

Derartige linguistisch fundierte Analysen der Sprache von AphasikerInnen ist in der bisherigen Fachliteratur kaum und besonders kaum auf Deutsch zu finden. Daher möchte die vorliegende Arbeit die hier bestehende Forschungslücke versuchsweise füllen. Betrachtet wird vor allem gesprochene Spontansprache und Sprachproduktion, wobei die Beispiele aus dem Deutschen und Englischen stammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Sprache, Denken und Aphasien

1. Kurze Einführung in die Neurolinguistik

1.1 Sprache im Gehirn: Lokalisationismus vs. Konnektionismus

1.2 Neurologische Grundlagen von Sprache: Aktuelle Forschung

1.3 Zwischenfazit

2. Vom Denken zur Sprache: Ein abstraktes Modell

3. Gestörter Zusammenhang von Sprache und Denken: Aphasien und was sie über die Sprachverarbeitung und -struktur aussagen können

3.1 Definition von „Aphasie“

3.2 Aphasische Störungen auf neurologischer Ebene

3.3 Syndrome von „Aphasie“ im Allgemeinen

3.4 Einteilung und Arten von Aphasien

3.5 Aphasien und Sprache im Gehirn

Fazit

Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen menschlicher Sprache und Denken, wobei der Fokus auf Aphasie-Patienten liegt, deren Fähigkeit zur sprachlichen Ausdrucksweise gestört ist, obwohl ihr Denken und Verstand weitgehend intakt bleiben. Ziel ist es, in einer linguistisch fundierten Analyse zu klären, welche Rückschlüsse die fehlerhafte Sprachproduktion bei Aphasikerinnen auf die neuronale Struktur und Verarbeitung von Sprache im Gehirn zulassen.

  • Grundlagen der Neurolinguistik (Lokalisationismus vs. Konnektionismus)
  • Abstrakte Sprachmodelle und der Prozess vom Denken zur Sprache
  • Pathologische Sprachverarbeitung bei Aphasien (Broca- und Wernicke-Aphasie)
  • Analyse der Aphasie-Symptome auf verschiedenen Sprachebenen (Phonologie, Morphologie, Syntax)
  • Implikationen der Aphasieforschung für das Verständnis der Sprachstruktur im Gehirn

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition von „Aphasie“

Der Begriff Aphasie geht auf den Arzt Paul Broca zurück. (Ingram 2007 41) Lutz (2011) liefert die folgende Definition für eine Aphasie:

„Aphasie ist eine erworbene Störung der Sprache in allen Modalitäten nach vollzogenem Spracherwerb infolge einer umschriebenen Hirnschädigung.“ (Lutz 2011, 25)

Es handelt sich hierbei also um eine Sprachstörung und nicht um eine Sprechstörung, wo lediglich die motorische Steuerung des Sprechapparats (z.B. bei einer Dysarthrie) betroffen ist. (Baumgärtner/Staiger 2022, 52)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Neurolinguistik ein, stellt die Forschungsfrage zur Übersetzung von Gedanken in Sprache und umreißt die Struktur der Arbeit sowie die Zielsetzung der Aphasie-Untersuchung.

Sprache, Denken und Aphasien: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Einführung in die Neurolinguistik, behandelt Modelle der Sprachverarbeitung und die neurologischen Grundlagen im gesunden Gehirn.

1. Kurze Einführung in die Neurolinguistik: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Positionen zum Lokalisationismus versus Konnektionismus und die Rolle des Gehirns für die Sprachverankerung.

1.1 Sprache im Gehirn: Lokalisationismus vs. Konnektionismus: Hier werden die zwei zentralen Schulen der Neurolinguistik gegenübergestellt, die entweder spezifische Sprachzentren lokalisieren oder eine holistische Verteilung im Gehirn annehmen.

1.2 Neurologische Grundlagen von Sprache: Aktuelle Forschung: Dieses Kapitel beleuchtet moderne wissenschaftliche Ansätze, einschließlich der „Theorie der verkörperten Kognition“ und der Dominanz der linken Gehirnhälfte.

1.3 Zwischenfazit: Die Erkenntnisse aus dem ersten Kapitel werden zusammengefasst und bilden die Grundlage für die weiterführende Betrachtung der Schnittstelle zwischen linguistischen und neurowissenschaftlichen Modellen.

2. Vom Denken zur Sprache: Ein abstraktes Modell: Hier wird der Prozess von der abstrakten Gedankenbildung bis zur sprachlichen Artikulation theoretisch modelliert und mit den linguistischen Grundlagen verknüpft.

3. Gestörter Zusammenhang von Sprache und Denken: Aphasien und was sie über die Sprachverarbeitung und -struktur aussagen können: In diesem Kapitel wird der Fokus auf Aphasie-Patienten gelegt und analysiert, wie deren krankheitsbedingte Sprachstörungen wertvolle Einblicke in die normale Sprachverarbeitung bieten.

3.1 Definition von „Aphasie“: Dieses Kapitel definiert Aphasie präzise als erworbene Sprachstörung und differenziert sie von reinen Sprechstörungen.

3.2 Aphasische Störungen auf neurologischer Ebene: Hier werden die biologisch-physiologischen Prozesse bei Hirnläsionen untersucht und wie diese die Informationsweiterleitung im Gehirn beeinträchtigen.

3.3 Syndrome von „Aphasie“ im Allgemeinen: Dieses Kapitel klassifiziert aphasische Symptome nach verschiedenen Sprachebenen wie Phonologie, Morphologie, Lexikon, Semantik und Syntax.

3.4 Einteilung und Arten von Aphasien: Diese Sektion bietet eine Übersicht über die klinische Klassifizierung verschiedener Aphasie-Typen, insbesondere der Broca- und Wernicke-Aphasie.

3.5 Aphasien und Sprache im Gehirn: Das letzte inhaltliche Kapitel synthetisiert die Erkenntnisse darüber, was Aphasie-Fallbeispiele über die neuronale Organisation und die sprachspezifische Aufgabenverteilung der Gehirnhälften aussagen.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung der linguistischen Aphasieforschung für das Verständnis der Sprachverarbeitung und deutet an, wie dieses Wissen zukünftig die Sprachtherapie verbessern kann.

Quellen: Dieses Kapitel listet die verwendete Fachliteratur auf, die als Basis für die linguistischen und medizinischen Argumentationen diente.

Abbildungen: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Grafiken und Abbildungen dokumentiert sowie deren Quellen und Seitenangaben aufgeführt.

Schlüsselwörter

Neurolinguistik, Aphasie, Sprachverarbeitung, Broca-Aphasie, Wernicke-Aphasie, Sprachstruktur, Gehirn, Hemisphärenspezialisierung, Agrammatismus, Paraphasie, Sprachmodell, Form-Inhalt-Störung, Kognition, mentale Lexik, Neurolinguistische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der menschlichen Gedankenwelt und der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit, wobei der Fokus auf Menschen mit Aphasie liegt, die trotz intaktem Denken unter Sprachstörungen leiden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die neurolinguistischen Grundlagen der Sprachverarbeitung, die neurologische Erklärung von Aphasie, die Klassifizierung von Aphasie-Syndromen (insb. Broca und Wernicke) sowie die Analyse sprachlicher Symptome auf verschiedenen Ebenen wie Morphologie und Syntax.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, mittels linguistischer Analyse von Aphasie-Fallbeispielen Rückschlüsse darauf zu ziehen, wie Sprechen im Gehirn organisiert ist und welche neuronalen Abläufe bei einer Sprachstörung im Detail beeinträchtigt sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine synthetische Analyse vorgenommen, bei der neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit linguistischen Modellen der Sprachverarbeitung kombiniert werden, um die Sprachproduktion bei Aphasikern zu untersuchen.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Aphasie, der neurologischen Erfassung der Störungen, der detaillierten Beschreibung der Broca- und Wernicke-Aphasie anhand konkreter Sprachbeispiele sowie der Analyse der zugrunde liegenden Sprachstrukturen und mentaler Netzwerke im Gehirn.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Neurolinguistik, Aphasie, Sprachverarbeitung, Broca-Aphasie, Wernicke-Aphasie, Agrammatismus, Sprachstruktur und der Zusammenhang von Denken und Sprache.

Was unterscheidet eine Aphasie konkret von einer reinen Sprechstörung?

Während eine Sprechstörung lediglich die motorische Artikulation (z.B. Dysarthrie) betrifft, ist die Aphasie eine übergeordnete Störung des sprachlichen Systems in allen Modalitäten, bei der der Zugriff auf das mentale Sprachprogramm gestört ist.

Welche besonderen Symptome treten laut der Autorin bei der Broca-Aphasie auf?

Die Broca-Aphasie zeichnet sich vor allem durch einen „Telegranmstil“, ein mühsames Sprechen in kurzen Sätzen, den Mangel an Funktionswörtern und bei vielen Patienten durch einen deutlichen Agrammatismus aus.

Wie unterscheidet sich die Wernicke-Aphasie in der Sprachproduktion von der Broca-Aphasie?

Im Gegensatz zur meist stockenden Broca-Aphasie zeichnet sich die Wernicke-Aphasie durch einen flüssigen, oft überschießenden Sprachfluss („Logorrhö“) aus, wobei jedoch der Inhalt durch Fehler in der Semantik und durch Neologismen oft unverständlich bleibt.

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Details

Title
Sprache, Denken, Aphasien. Was die Sprache von AphasikInnern über Sprachverarbeitung und -struktur im Gehirn aussagen kann
College
University of Innsbruck  (Institut für Sprachwissenschaft)
Course
SE Sprache und Denken
Grade
1,0
Author
Ronja Uhlmann (Author)
Publication Year
2023
Pages
38
Catalog Number
V1397092
ISBN (PDF)
9783346940964
ISBN (Book)
9783346940971
Language
German
Tags
Aphasie Sprachwissenschaft Linguistik Sprache und Denken Sprachverarbeitung Sprache im Gehirn Sprachstruktur pathologische Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ronja Uhlmann (Author), 2023, Sprache, Denken, Aphasien. Was die Sprache von AphasikInnern über Sprachverarbeitung und -struktur im Gehirn aussagen kann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1397092
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