Es gibt einen festen Plan, nachdem seit Jahren biblische Geschichten in einer bestimmten Abfolge im Rahmen der „Kinderkirche“ behandelt werden. An diese Abfolge habe auch ich mich mit meiner Einheit zu halten, weshalb mir das Thema „Zachäus“ vorgegeben ist. In der Methodenwahl bin ich allerdings völlig frei.Ich habe den Anspruch, eine konstruktivistische Didaktik anzuwenden.In Palästina werden zur Zeit des Neuen Testamentes die Zölle eines Bezirks Markt-zölle, Grenzzölle - verpachtet. Vermutlich an denjenigen, der am meisten bietet. Pächter beschäftigen Unterpächter, die einen bestimmten Betrag abzuliefern haben, den Zoll jedoch in die eigene Tasche stecken. Feste Tarife verhindern nicht, dass dieses System zum Betrug verleitet. Und so finden sich Zöllner, was ihr Ansehen betrifft, auf einer Ebene mit Räubern und Dieben wieder. Zachäus ist einer von ihnen. Er hat vermutlich die Oberaufsicht über das Zollwesen der Region um Jericho. Er ist reich. Sein Vermögen häuft sich aus Betrug und Erpressung an. So etwas macht einen bei den Leuten nicht gerade beliebt. Eines Tages kommt Jesus nach Jericho, eine Stadt westlich des Jordans, manchmal auch als Palmenstadt bezeichnet. Ein idealer natürlicher Siedlungsort, weil er dank seiner ergiebigen Quellen über Jahrtausende eine Oase war. Wo Jesus auftaucht, ist tüchtig Betrieb. Den möchte man sehen. Da kommt schnell eine Menge zusammen, die einem die Sicht verstellen kann. Vor allem, wenn man klein ist. Und Zachäus ist nicht nur reich, sondern auch klein. Ziemlich klein. Aber eben auch neugierig. Und so steigt er auf einen Maulbeerbaum. Das ist ebenso pfiffig wie komisch. Aber es kann ja von Zeit zu Zeit ganz nützlich sein, Abstand zu gewinnen und den Überblick zu behalten. Freie Sicht also auf Jesus. Der entdeckt den Zöllner hoch oben in den Ästen und ruft hinauf: "Ich möchte bei dir bleiben, heute, in deinem Haus.“ Er lädt sich einfach selber ein. Zu Essen und Trinken, vielleicht auch in ein Bett. Was Zachäus hoch erfreut, stimmt die Umstehenden mürrisch: Bei einem Menschenquäler kehrt er ein, einem Steuereintreiber! Nicht nur die Schriftgelehrten empfinden dies als Provokation... Jesus erkennt im Verhalten des Mannes so etwas wie anfänglichen Glauben, eine verschämte Sehnsucht nach Umkehr und wahrem Leben, deutet die Stuttgarter Erklärungsbibel das Versprechen des Zöllners: Die Hälfte seines Besitzes will er den Armen geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungs- und Sachanalyse
2.1. Die Gruppe
2.2. Leiter und Gruppe:
2.3. Gruppe in der Gemeinde:
2.4. Fachwissenschaftliche Diskussion:
2.5. Kinder und Thema / Text
2.6. Leiter und Thema / Text
3. Intentionen / Ziele
3.1. Globalziel (Gleichsam Ziel aller Einheiten in der „Kinderkirche“):
3.2. 3.2 Ziele der Stundeneinheit „Zachäus“:
4. Methodische Planung des Unterrichtsprozesses
4.1. Beginn:
4.2. Hauptphase:
Reaktion der Kinder: Die Kinder sind ruhig und konzentriert.
4.3. Abschluss / Zusammenfassung / Ergebnissicherung:
4.4. Mögliche Planungsalternativen:
5. Requisiten / Materialien
6. Schematische Ablaufplanung
7. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die didaktische Aufbereitung der biblischen Erzählung von Zachäus (Lukas 19, 1-10) für eine altersgemischte Gruppe im Rahmen der „Kinderkirche“. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie durch die Methode des Rollenspiels ein ganzheitliches Verständnis biblischer Inhalte auf kognitiver, emotionaler und handlungsorientierter Ebene bei Kindern im Alter von zweieinhalb bis sechs Jahren gefördert werden kann.
- Didaktische Vermittlung biblischer Texte in einer „Kinderkirche“.
- Methodische Umsetzung durch erlebnisorientiertes Rollenspiel.
- Förderung der Identifikation mit Außenseitern anhand der Zachäusgeschichte.
- Integration von christlicher Ethik und Gemeinschaftserfahrungen in den kindlichen Alltag.
- Reflexion eines konstruktivistisch-didaktischen Lehransatzes.
Auszug aus dem Buch
2.4. Fachwissenschaftliche Diskussion:
In Palästina werden zur Zeit des Neuen Testamentes die Zölle eines Bezirks Marktzölle, Grenzzölle - verpachtet. Vermutlich an denjenigen, der am meisten bietet. Pächter beschäftigen Unterpächter, die einen bestimmten Betrag abzuliefern haben, den Zoll jedoch in die eigene Tasche stecken. Feste Tarife verhindern nicht, dass dieses System zum Betrug verleitet. Und so finden sich Zöllner, was ihr Ansehen betrifft, auf einer Ebene mit Räubern und Dieben wieder. Zachäus ist einer von ihnen. Er hat vermutlich die Oberaufsicht über das Zollwesen der Region um Jericho. Er ist reich. Sein Vermögen häuft sich aus Betrug und Erpressung an. So etwas macht einen bei den Leuten nicht gerade beliebt. Eines Tages kommt Jesus nach Jericho, eine Stadt westlich des Jordans, manchmal auch als Palmenstadt bezeichnet. Ein idealer natürlicher Siedlungsort, weil er dank seiner ergiebigen Quellen über Jahrtausende eine Oase war. Wo Jesus auftaucht, ist tüchtig Betrieb. Den möchte man sehen. Da kommt schnell eine Menge zusammen, die einem die Sicht verstellen kann. Vor allem, wenn man klein ist. Und Zachäus ist nicht nur reich, sondern auch klein. Ziemlich klein. Aber eben auch neugierig. Und so steigt er auf einen Maulbeerbaum. Das ist ebenso pfiffig wie komisch. Aber es kann ja von Zeit zu Zeit ganz nützlich sein, Abstand zu gewinnen und den Überblick zu behalten. Freie Sicht also auf Jesus.
Der entdeckt den Zöllner hoch oben in den Ästen und ruft hinauf: "Ich möchte bei dir bleiben, heute, in deinem Haus.“ Er lädt sich einfach selber ein. Zu Essen und Trinken, vielleicht auch in ein Bett. Was Zachäus hoch erfreut, stimmt die Umstehenden mürrisch: Bei einem Menschenquäler kehrt er ein, einem Steuereintreiber! Nicht nur die Schriftgelehrten empfinden dies als Provokation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Einheit in den bestehenden Plan der „Kinderkirche“ ein und erläutert den konstruktivistisch-didaktischen Anspruch des Autors.
2. Bedingungs- und Sachanalyse: Dieses Kapitel analysiert die Zusammensetzung der Kindergruppe, den gemeindlichen Kontext und den fachwissenschaftlichen Hintergrund der Zachäus-Perikope.
3. Intentionen / Ziele: Hier werden die übergeordneten Globalziele der „Kinderkirche“ sowie die spezifischen kognitiven und emotionalen Lernziele für die Einheit „Zachäus“ definiert.
4. Methodische Planung des Unterrichtsprozesses: Dieser Abschnitt beschreibt den konkreten Ablauf der Einheit, unterteilt in Beginn, Hauptphase mit Rollenspiel sowie den Abschluss.
5. Requisiten / Materialien: Eine Auflistung der benötigten Gegenstände für das Rollenspiel, wie Kostüme und Bühnenrequisiten.
6. Schematische Ablaufplanung: Hinweis darauf, dass keine separate Übersicht erforderlich ist, da das Rollenspiel als alleinige Methode fungiert.
7. Reflexion: Eine kritische Auseinandersetzung mit der gewählten Methode und dem Erreichen der gesetzten Lernziele im Nachgespräch mit den Mentorinnen.
Schlüsselwörter
Zachäus, Kinderkirche, Religionspädagogik, Rollenspiel, Bibeldidaktik, Konstruktivismus, Gemeinde, Außenseiter, Jesus, Glaubensvermittlung, Frühpädagogik, christliche Ethik, kindgerechte Vermittlung, Gemeindepädagogik, soziale Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen didaktischen Entwurf für eine Einheit der „Kinderkirche“ zum Thema der biblischen Erzählung von Zachäus dar, konzipiert für eine altersgemischte Gruppe von Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die religionspädagogische Vermittlung biblischer Geschichten, die Gestaltung von Gemeindearbeit für Kinder und die Anwendung konstruktivistischer Didaktik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Kindern durch ein Rollenspiel eine ganzheitliche Erfahrung zu ermöglichen, in der sie Jesus als jemanden kennenlernen, der sich gerade den Außenseitern der Gesellschaft zuwendet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt die Methode des erlebnisorientierten Rollenspiels, um den Kindern die biblische Erzählung zugänglich zu machen und einen Transfer zur eigenen Lebenswelt zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit, von der Ankunft der Kinder über den Rollenspielverlauf bis hin zur Ergebnissicherung und anschließenden Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zachäus, Kinderkirche, Rollenspiel, Religionspädagogik, Außenseiterintegration und konstruktivistische Didaktik geprägt.
Warum wurde explizit die Methode des Rollenspiels gewählt?
Der Autor wählte das Rollenspiel, da es eine nachhaltige und anschauliche Möglichkeit bietet, die komplexen ethischen Aspekte der Geschichte emotional und handlungsorientiert zu vermitteln.
Wie reagierten die Kinder während der Hauptphase auf das Rollenspiel?
Die Kinder zeigten sich während des Rollenspiels sehr aufmerksam, ruhig und konzentriert, insbesondere in den Szenen, in denen Jesus mit Zachäus interagiert.
Wie wurde die Reflexion der Einheit sichergestellt?
Der Autor führte ein detailliertes Nachgespräch mit zwei Mentorinnen und einer Pfarrerin durch, um die Wirksamkeit der didaktischen Methode kritisch zu evaluieren.
Was ist das Ergebnis der Reflexion?
Das Ergebnis der Reflexion fiel sehr positiv aus, da die Methode als geeignet erachtet wurde, die angestrebten Lernziele auf kognitiver, emotionaler und Handlungsebene zu erreichen.
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- Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author), 2005, Didaktischer Entwurf einer Einheit zum Thema „Zachäus“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139723