„Zum Bürokraten gemacht oder geboren?“, um dieses Thema zu beleuchten wollen wir erst einmal genauer definieren was ein Bürokrat ist. Dazu geben wir eine kurze Einleitung in den Bürokratiebegriff und die Weberschen Bürokratie Grundsätze. Zu beleuchten ist auch die Rolle und die Rollererwartung die zum Bürokraten gehört. Dieses wird hier durch eine Umfrage ergänzt, welche das Bild des Bürokraten innerhalb der Bevölkerung zeichnet. Zum Ende des ersten Abschnitts gehen wir auf typische Klischees und Vorurteile gegenüber Bürokraten bzw. Beamten ein und wollen klären ob diese der Realität entsprechen. Ein Bild des typischen Bürokraten lässt sich objektiv anhand der Erfordernisse für den Eintritt in die Beamtenlaufbahn und der Beweggründe der Bewerber kennzeichnen. Verschiedene Sozialisationsinstanzen prägen den Bürokraten, diese werden im Verlauf diese Abschnitts aufgezeigt. Zu guter letzt wollen wir Möglichkeiten darstellen, um mit bürokratischen Verhaltensmustern zu brechen, um Verwaltungshandeln effizienter und effektiver und die Verwaltung grundsätzlich menschlicher zu gestalten. Dabei gehen wir insbesondere auf das Modell des New Public Management (NPM) und neue Möglichkeiten in der Personalentwicklung ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Die Rolle des Bürokraten
4. Erfordernisse für den Eintritt in die Beamtenlaufbahn
5. Gründe für den Eintritt in den öffentlichen Dienst
6. Bürokratische Sozialisation
7. Verbesserungsmöglichkeiten
7.1 New Public Management
7.2 Personalmanagement
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologischen und strukturellen Hintergründe des Bürokratiebegriffs sowie die Rollenerwartungen an den modernen Beamten, um zu klären, inwiefern das negative öffentliche Bild der Realität entspricht und durch welche Reformansätze eine effizientere Verwaltung gestaltet werden kann.
- Analyse des Weberschen Idealtypus der Bürokratie und des Rollenverständnisses.
- Empirische Einordnung des Beamtenbildes durch Bevölkerungsumfragen und Fakten-Checks.
- Untersuchung der Sozialisationsprozesse in öffentlichen Organisationen.
- Evaluierung von Reformmodellen wie dem New Public Management zur Steigerung der Verwaltungseffizienz.
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Bürokraten
Oberflächlich betrachtet ist der Bürokrat die Negativdefinition des Beamten. In der Sozialwissenschaft betrachtet man, den Bürokraten als die Berufsrolle der ordnungsgemäßen Verwaltung. Der Bürokrat Arbeiten unter anderem in staatlichen Organisationen und ist dort im Allgemeinen damit beschäftigt Entscheidungen der Regierung umzusetzen. Bestimmte Verhaltensweisen werden durch Sozialisationsprozesse erlernt, indem jeweils verschiedene Rollen anhaftende Erwartungen von dem Individuum konkretisiert werden. „Soziale Rollen sind Bündel von Erwartungen, die sich in einer gegebenen Gesellschaft an das Verhalten der Träger von Positionen knüpfen.“ (Dahrendorf) „Der wichtigste Mechanismus, durch den die Menschen Werte zum Ausdruck bringen und verbildlichen, ist die soziale Rolle.“ (Fichter) Jedes Gesellschaftsmitglied hat mit verschiedenen Positionen eine Vielzahl sozialer Rollen zu spielen. Dabei kann es zu Rollenkonflikten kommen wenn unterschiedliche Rollen verschiedene Ziele haben. Die Berufsrolle des Beamten teilt sich in mehrere Rollensegmente, der Beamte ist Vorgesetzter und Untergebener zu gleich. Und er ist auch Bürger und Kollege.
Es werden verschiedene Erwartungen, Rollenerwartungen an diese Segmente gestellt, die leider nicht immer erfüllt werden können, wenn Ziele der Rollensegmente kollidieren. Der Beamte ist in erster Linie damit beschäftigt Entscheidungen der Regierung umzusetzen, somit in erster Linie seinem Dienstherrn gegenüber verpflichtet als Untergebener.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung nach der Entstehung des Bürokratenbildes und führt in die methodische Vorgehensweise sowie die behandelten Reformmodelle ein.
2. Definition: Dieses Kapitel erläutert den etymologischen Ursprung des Begriffs Bürokratie und stellt Max Webers Herrschaftsmodell sowie die Grundsätze des Verwaltungshandelns dar.
3. Die Rolle des Bürokraten: Hier wird der Beamte als Träger verschiedener sozialer Rollen betrachtet und die damit verbundenen, teils kollidierenden Erwartungen an den Verwaltungsmitarbeiter analysiert.
4. Erfordernisse für den Eintritt in die Beamtenlaufbahn: Der Abschnitt befasst sich mit den notwendigen sozialen und fachlichen Kompetenzen, die ein Bewerber für den öffentlichen Dienst mitbringen muss.
5. Gründe für den Eintritt in den öffentlichen Dienst: Dieses Kapitel vergleicht das negative öffentliche Ansehen von Beamten mit den realen Bedingungen wie sozialen Privilegien und der Motivation der Bewerber.
6. Bürokratische Sozialisation: Es wird untersucht, wie Verwaltungskulturen ihre Mitglieder prägen und welche Auswirkungen diese Sozialisation auf Verhaltensweisen wie Eigeninitiative oder Starrheit hat.
7. Verbesserungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel erörtert Reformansätze wie das New Public Management, um Verwaltungshandeln effizienter, bürgerorientierter und menschlicher zu gestalten.
7.1 New Public Management: Die Erläuterung der betriebswirtschaftlichen Steuerungselemente und der Umstellung von Input- auf Outputorientierung in der öffentlichen Verwaltung.
7.2 Personalmanagement: Dieser Teil beleuchtet Strategien der Personalentwicklung, darunter leistungsorientierte Besoldung und Personalrotation, zur Stärkung der Eigenverantwortung.
Schlüsselwörter
Bürokratie, Verwaltungshandeln, Max Weber, Beamte, Rollenerwartung, Sozialisation, New Public Management, Public Choice Theorie, Outputorientierung, Aufgabenkritik, Personalmanagement, Selbstverantwortung, Kundenorientierung, Effizienz, Kernkompetenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Rollenbild des Bürokraten und der Frage, wie dieses durch Verwaltungskulturen geformt wird und ob es der Realität entspricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Definition der Bürokratie, das Rollenverständnis von Beamten, Eintrittsvoraussetzungen, Sozialisationsprozesse und moderne Reformstrategien ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das oft negative Bild des Bürokraten kritisch zu hinterfragen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Verwaltung effizienter gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturanalyse der soziologischen Grundlagen und einer kleinen empirischen Umfrage zur Wahrnehmung des Bürokratenbegriffs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung bürokratischer Persönlichkeiten sowie die Implementierung des New Public Management zur Modernisierung der Verwaltung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Bürokratie, Beamtenlaufbahn, Rollenkonflikte, New Public Management und Personalentwicklung.
Wie wirkt sich das Modell des New Public Management auf den Beamten aus?
Es verschiebt die Orientierung von starrer Gesetzestreue hin zu mehr Eigenverantwortung, Ergebnisorientierung und einem partnerschaftlichen Verständnis gegenüber dem Bürger.
Warum wird Personalrotation als wichtiges Instrument genannt?
Die Rotation soll verkrustete Strukturen aufbrechen, Korruption vorbeugen und die Motivation durch neue Aufgabenbereiche steigern.
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- Dennis Künicke (Author), Ricarda Behling (Author), 2008, Als Bürokrat geboren oder dazu gemacht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139789