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Der List auf der Spur

Zum Listhandeln der Frauen in „Schampiflor“ und „Der Ritter mit den Nüssen“

Title: Der List auf der Spur

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Franziska Rosenmüller (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der Tatbestand zweier Mären
In den Versnovellen des späteren 13. und des 14. Jahrhunderts erscheint eine „Welt [...], in der neben den Rittern die Bürger, Kaufleute, Bauern, Schüler und Pfaffen, die listig-treulosen Ehefrauen samt ihren gewissenlosen Mägden, die Kupplerinnen und Dirnen auftreten und in trivialen Situationen und unbeschönigten Verhaltungsweisen vorgeführt werden [...]“ . In den Mären „Schampiflor“ und „Der Ritter mit den Nüssen“ werden vor allem diese „listig-treulosen Ehefrauen“ vorgeführt, in ihrer ganzen Durchtriebenheit und ihrem Einfallsreichtum, jeder noch so verfahrenen Situation zu entrinnen. Doch werden sie eigentlich wirklich „vorgeführt“ ? Oder stehen nicht viel eher diejenigen, auf deren Kosten die Treulosen davonkommen, am Ende peinlich berührt und in ihrer Ehre entblößt da, wie bei „Schampiflor“, oder ahnungslos gefoppt wie in „Der Ritter mit den Nüssen“? Wie schaffen es diese Frauen immer wieder, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Und sind sie wirklich so verdorben, wie es den Anschein hat? Schampiflor etwa ziert sich eine ganze Weile, ehe sie auf das ausgeklügelte Angebot der Kupplerin eingeht. Und „Der Ritter mit den Nüssen“ könnte doch seine Gattin einfach nur allzu sehr vernachlässigt haben?

Wir horen sagen mange wunder,
daz uf erden noch darunder
sich behutet nieman me
vor listiger vrouwen spe.

Hält das Märe „Schampiflor“ mit seiner Ankündigung, die beinahe einer Androhung gleichkommt, was es verspricht? Und wie ist es in „Der Ritter mit den Nüssen“ tatsächlich um die Listigkeit der Frau bestellt, an der gleich zu Anfang ein Exempel statuiert wird?

Man sol vrouwen sprechen guot;
er ist sælec swer daz tuot.
sumlich vrouwen kunnen vil.
Davon vernemet ein bispil,
wie ein ritter wart betrogen;
daz wil ich sagen ungelogen.

Es soll im Folgenden darum gehen, das Listhandeln der Frau exemplarisch am Beispiel des Märes „Schampiflor“ und des Märes „Der Ritter mit den Nüssen“ zu untersuchen, d.h. genauer an den Personen der Kupplerin und Schampiflor sowie der Frau des Ritters. Dabei wird auch auf die jeweilige Motivation des Handelns und die unterschiedlichen Konsequenzen für die Beteiligten Bezug genommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Tatbestand zweier Mären

2. Frauen im Märe: Listhandeln oder nur ein Missverständnis?

2.1 „Schampiflor“ und die Entdeckung der List

2.2 Die Kunst der List in „Der Ritter mit den Nüssen“

3. Abschließender Vergleich beider Mären

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des „Listhandelns“ von Frauen in ausgewählten mittelhochdeutschen Mären des 13. und 14. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf die Motivation und die kontextuellen Bedingungen ihres Handelns.

  • Analyse des Listhandelns im Märe „Schampiflor“
  • Untersuchung der rhetorischen und strategischen Kunst der List in „Der Ritter mit den Nüssen“
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ausprägungen von List in beiden Werken
  • Reflexion über Motivationen, Ziele und Konsequenzen weiblichen Handelns
  • Einordnung der Mären in den literarhistorischen Kontext des spätmittelalterlichen Versschwanks

Auszug aus dem Buch

2. Frauen im Märe: Listhandeln oder nur ein Missverständnis?

Was der Leser zuerst über Schampiflor zu hören bekommt, ist außerordentlich schmeichelhaft: sie ist hübsch, trägt schöne Kleider und ist die Frau eines ebenfalls sehr attraktiven, vermögenden Mannes, der gar „der schonte man den al paris ie gewan“ genannt wird. Vielleicht erweckt dieses beinahe schon mysteriöse Zusammenfallen so vieler vorteilhafter Umstände bei dem einen oder anderen bereits Misstrauen, wirft möglicherweise die Frage auf, weshalb sich eine Dame wie Schampiflor allein auf dem Beripont die Zeit vertreibt und nicht etwa in Begleitung ihres Mannes. Doch wird eine solche Fragestellung vom Märe nicht weiter verfolgt, ebensowenig wie vom ambitionierten Königssohn Rupart. Dieser lässt sich nicht von der Tatsache abhalten, dass Schampiflor sich in festen Händen befindet, ist er doch ohnehin auf „verholne minne“ aus. Die Verwicklung nimmt ihren Lauf und so kommt es zu einer ersten Begegnung zwischen der von Rupart beauftragten Kupplerin und Schampiflor. In diesem Märe ist das traditionelle Figurenensemble - Ehefrau-Ehemann-Nebenbuhler - durch Nebenfiguren erweitert, deren Funktion die von ‘Helfern’ [...] ist. Die ‘Helferin’ Ruparts ist hier also die Kupplerin, die auch sogleich sogleich ihren größten Trumpf ausspielt, indem sie „gemid und ture rißen und anders kleinotes genuc“ vor der noch ahnungslosen Schampiflor ausbreitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Tatbestand zweier Mären: Einleitung in die Thematik der listigen Frauenfiguren in den Versnovellen des 13. und 14. Jahrhunderts und Vorstellung der beiden primären Untersuchungsobjekte.

2. Frauen im Märe: Listhandeln oder nur ein Missverständnis?: Detaillierte Untersuchung des strategischen Verhaltens von Schampiflor und der Protagonistin in „Der Ritter mit den Nüssen“ im Kontext der Kuppler-Versuche.

2.1 „Schampiflor“ und die Entdeckung der List: Analyse der schrittweisen Entwicklung Schampiflors vom ahnungslosen Opfer zum bewussten Handeln mittels List.

2.2 Die Kunst der List in „Der Ritter mit den Nüssen“: Untersuchung der rhetorischen Überlegenheit der Frau bei der Verteidigung ihres Liebhabers vor ihrem Ehemann.

3. Abschließender Vergleich beider Mären: Zusammenfassende Gegenüberstellung der unterschiedlichen Formen und Intentionen des Listhandelns in den beiden Mären.

Schlüsselwörter

Mären, Listhandeln, Mittelhochdeutsche Literatur, Schampiflor, Der Ritter mit den Nüssen, Versnovelle, Mittelalter, Kupplerin, Ehebruch, Frauenbild, List, Erzählweise, Motivation, Soziale Normen, Narratologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das literarische Motiv der listigen Frau in zwei mittelhochdeutschen Mären des 13. und 14. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Darstellung von List, das soziale Gefüge zwischen Eheleuten und Kupplern sowie die rhetorische Strategie der betroffenen Frauenfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob das Handeln der Frauen als bewusste List oder situative Reaktion zu verstehen ist und welche Motivationen diesen Handlungen zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanent vorgeht und die Erzählweise der Versnovellen untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der beiden Mären „Schampiflor“ und „Der Ritter mit den Nüssen“ sowie einen abschließenden Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Mären, Listhandeln, Mittelhochdeutsche Literatur, Mittelalter, List und Erzählweise.

Inwiefern unterscheidet sich die List in den beiden untersuchten Mären?

Während in „Schampiflor“ das Handeln eher reaktiv und durch äußere Faktoren beeinflusst wirkt, zeigt „Der Ritter mit den Nüssen“ eine strategisch bewusste und sprachlich souveräne Art der List.

Welche Rolle spielt die Kupplerin in den Werken?

Die Kupplerin fungiert als Katalysator, die durch ihre Versuche, die Frauen zu verführen, die listigen Abwehrmechanismen der Protagonistinnen erst provoziert.

Gibt es ein einheitliches Frauenbild in diesen Mären?

Nein, die Arbeit zeigt auf, dass sich die Figuren durch unterschiedliche Motivationen und Grade der Selbstbestimmung innerhalb ihrer jeweiligen Handlungsspielräume auszeichnen.

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Details

Title
Der List auf der Spur
Subtitle
Zum Listhandeln der Frauen in „Schampiflor“ und „Der Ritter mit den Nüssen“
College
http://www.uni-jena.de/  (Germanistik)
Course
Mitteldeutsche Mären
Grade
1,3
Author
Franziska Rosenmüller (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V139832
ISBN (eBook)
9783640500918
ISBN (Book)
9783640500796
Language
German
Tags
List-Handeln Märe Mittelhochdeutsch Frauen Der Ritter mit den Nüssen Schampiflor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Rosenmüller (Author), 2007, Der List auf der Spur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139832
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