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Der ontologische Gottesbeweis im 'Proslogion' des Anselm von Canterbury und die Kritik an diesem

Title: Der ontologische Gottesbeweis im 'Proslogion' des Anselm von Canterbury und die Kritik an diesem

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lisa Hornung (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Das Proslogion ist 1077/78 das Ergebnis der Suche Anselms nach einem Begriff für das besondere Dasein Gottes. Es ist der Nachfolger des Monologion und baut in seiner Beweisführung auf die Erkenntnisse dieses ersten Werkes Anselms von Canterbury auf, worauf er auch selbst in der Vorrede des Proslogion hinweist.
Es demonstriert das wissenschaftliche Programm der Theologie: fides quaerens intellectum, der Glaube sucht den notwendigen Beweisgrund. Das gesamte Werk beschäftigt sich mit der Suche nach dem einen Argument, durch das die Existenz Gottes bewiesen werden soll...
Anselms Gottesbeweis muss in Verbindung mit dem augustinisch-neuplatonischen Denken begriffen werden. Der Glaube ist nicht ohne das Verstehen, das Verstehen ist nicht ohne die Vernunft. Er wollte mit seinem Beweis weder sich selbst, noch seine Gegner von der Existenz Gottes überzeugen, „[...] sondern er wollte lediglich die ihm auf Grund des Glaubens unerschütterlich feststehende Gewißheit, daß Gott existiert, auch auf dem Weg des philosophischen Arguments erreichen, um deutlich zu machen, daß zwischen Glauben und Erkennen kein Gegensatz besteht“. Dieses Vorhaben bedarf allerdings der Unabhängigkeit des philosophischen Beweises vom Gottesglauben. Anselm von Canterbury setzt in seiner Beweisführung jedoch solch einen Glauben voraus, um die Argumentation und somit auch Gott verstehen zu können...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Anselms Denken und die Problematik des ontologischen Gottesbeweises

2 Das Leben des Anselm von Canterbury – ein kurzer biografischer Einblick

3 Der Gottesbeweis im Proslogion II - IV

3.1 Allgemeines zum Werk und dessen Bedeutung

3.2 Der Kerngedanke des ontologischen Gottesbeweises

4 Die Kritik an Anselms Argumentationsführung im Proslogion zur Existenz Gottes

4.1 Zeitgenössische Kritik

4.2 Die Kritik im Laufe der Geschichte

4.3 Die heutige Bedeutung des ontologischen Gottesbeweises

5 Schluss: Fazit zum ontologischen Gottesbeweis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Theologie Anselms von Canterbury, insbesondere seinen im Werk Proslogion dargelegten Gottesbeweis. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich dabei mit der Absicht Anselms: Ging es ihm primär um einen logischen Beweis der Existenz Gottes oder vielmehr um eine methodische Unterstützung des Glaubens durch den Verstand?

  • Biografischer Kontext und Werdegang Anselms von Canterbury
  • Methodik der Theologie Anselms im Verhältnis zu Glaube und Vernunft
  • Analyse des Proslogion unter besonderer Berücksichtigung der Kapitel II-IV
  • Historische Rezeption und kritische Auseinandersetzung mit dem Gottesbeweis
  • Reflexion der heutigen Bedeutung des ontologischen Arguments

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Kerngedanke des ontologischen Gottesbeweises

Um überhaupt von Gott reden zu können, muss seine Existenz bewiesen werden. Das Dasein Gottes, des Herrn und Schöpfers der Welt vermittelt Anselm im II. Kapitel des Proslogion. Gott ist derjenige, „[...] über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann.“8

Der Gottesbeweis Anselms von Canterbury beginnt und endet auch mit einem Gebet an Gott, wodurch die Frage aufkommt, ob Anselm überhaupt einen rein logischen Gottesbeweis anführen wollte. Denn es wird dadurch nur noch deutlicher wie stark Glaube und Verstand bei Anselm zusammenhängen. „Herr, der du dem Glauben die Einsicht verleihst, verleih mir also, daß ich, soweit du es für nützlich erachtest, verstehe, daß du bist, wie wir glauben, und das bist, was wir glauben!“9 Anselm bittet Gott zu Beginn um die nötige Erkenntnis und das Verstehen für seine folgende Argumentation. Diese Argumentation endet im IV. Kapitel mit einer Art Dankgebet, durch welches Anselm abschließend nochmals zum Ausdruck bringen will, dass er nun nicht mehr nur an die wahrhafte Existenz Gottes glaube, sondern dass er sie mit dessen Hilfe rein durch den Verstand und die Vernunft bewiesen habe. „Dank dir, gütiger Herr, daß ich das, was ich früher auf Grund deiner Gabe glaubte, nun aufgrund deiner Erleuchtung derart verstehe, daß ich, wollte ich es nicht glauben, daß du existierst, nicht umhin könnte, es zu verstehen!“10

Die Kapitel II bis IV werden als ontologischer Gottesbeweis bezeichnet. Dieser dient in den folgenden Kapiteln dazu, die einzelnen Eigenschaften zu verstehen. Gott ist Gott. Gott ist das Größte, was gedacht werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Anselms Denken und die Problematik des ontologischen Gottesbeweises: Einführung in die komplexe Theologie Anselms und die Einbettung seiner Arbeit in den Übergang von der augustinischen Tradition zur beginnenden Scholastik.

2 Das Leben des Anselm von Canterbury – ein kurzer biografischer Einblick: Darstellung der prägenden Lebensstationen Anselms, von seiner Herkunft über seine Zeit im Kloster Bec bis hin zu seinem Wirken als Erzbischof von Canterbury.

3 Der Gottesbeweis im Proslogion II - IV: Analyse der zentralen Argumentation Anselms, die den Glauben als Ausgangspunkt für ein tieferes rationales Verständnis der Existenz Gottes nutzt.

4 Die Kritik an Anselms Argumentationsführung im Proslogion zur Existenz Gottes: Untersuchung der verschiedenen kritischen Perspektiven von Zeitgenossen bis hin zu modernen Philosophen, insbesondere bezüglich des Übergangs vom bloßen Begriff zur realen Existenz.

5 Schluss: Fazit zum ontologischen Gottesbeweis: Zusammenfassende Reflexion über die Intention des Autors und die Bedeutung des Arguments in der historischen und theologischen Debatte.

Schlüsselwörter

Anselm von Canterbury, Proslogion, Ontologischer Gottesbeweis, Glaube, Vernunft, Theologie, Scholastik, Gottesexistenz, Rationalität, Fides quaerens intellectum, Philosophiegeschichte, Immanuel Kant, René Descartes, Kirchenväter, Metaphysik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem berühmten Gottesbeweis Anselms von Canterbury aus seinem Werk Proslogion und untersucht, wie Anselm das Verhältnis von Glauben und Verstand definierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Biografie Anselms, die theologische Methodik der Zeit, die detaillierte Analyse des ontologischen Arguments sowie dessen kritische Aufnahme durch Philosophen und Theologen über Jahrhunderte hinweg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob Anselm tatsächlich einen rein logischen Gottesbeweis im modernen Sinne liefern wollte oder ob sein Anliegen in der Stärkung des Glaubens durch rationale Einsicht begründet lag.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine literatur- und quellenbasierte Analyse durchgeführt, wobei primäre Texte Anselms mit historisch-philosophischen Interpretationen und Gegenkritiken abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Kapitel II bis IV des Proslogion sowie der kritischen Auseinandersetzung mit diesen, angefangen bei Anselms Zeitgenossen Gaunilo bis hin zu Kant und anderen modernen Denkern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie ontologischer Gottesbeweis, Fides quaerens intellectum, Scholastik, Vernunft und Glaube beschreiben.

Inwieweit spielt die Biografie Anselms eine Rolle für sein Werk?

Seine Biografie verdeutlicht den Übergang von der augustinischen Tradition hin zur Scholastik, was maßgeblich sein Verständnis von dialogischem Lernen und die Entstehung seiner frühen Werke beeinflusste.

Wie unterscheidet sich Anselms Gottesbegriff von einer "bloßen Vorstellung"?

Anselm argumentiert, dass das Wesen "über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann" eine notwendige Existenz impliziert, da die Existenz in der Realität eine größere Vollkommenheit darstellt als das bloße Denken im Geist.

Warum wird der Gottesbeweis oft mit anderen Philosophen in Verbindung gebracht?

Weil Denker wie Descartes, Leibniz und Kant das Anselm'sche Argument über Jahrhunderte aufgegriffen, überarbeitet oder fundamental kritisiert haben, wodurch es zu einem festen Bestandteil der philosophischen Metaphysik wurde.

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Details

Title
Der ontologische Gottesbeweis im 'Proslogion' des Anselm von Canterbury und die Kritik an diesem
College
Free University of Berlin  (Evangelische Theologie m.d. Fachgebiet Religionsgeschichte)
Course
Theologische Quereinstiege für Neugierige
Grade
1,0
Author
Lisa Hornung (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V139848
ISBN (eBook)
9783640469338
ISBN (Book)
9783640469529
Language
German
Tags
Gottesbeweis Proslogion Anselm Canterbury Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Hornung (Author), 2009, Der ontologische Gottesbeweis im 'Proslogion' des Anselm von Canterbury und die Kritik an diesem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139848
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