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Pflegefamilien mit einem Pflegekind mit FASD (Fetales Alkoholsyndrom). Unterstützungsmöglichkeiten des Jugendamtes

Titel: Pflegefamilien mit einem Pflegekind mit FASD (Fetales Alkoholsyndrom). Unterstützungsmöglichkeiten des Jugendamtes

Abschlussarbeit , 2023 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Abschlussarbeit wird kurz erläutert, was FASD bedeutet, welche Hinweise es im Verhalten des Kindes oder auch durch bereits bestehende Diagnosen auf FASD gibt, was das Kind und die Pflegefamilie auf dem Weg zur Diagnose braucht und was die Diagnose für das Kind und die Familie sowie deren Lebensumfeld bedeutet. Folgend welche Interventionen und Unterstützungsmöglichkeiten es für eine gute Entwicklungschance des Kindes bedarf und welche Rolle die Haltung der Sozial:arbeiterin hat.

Jede Auswirkung des Ethanols (Alkohols) auf das Gehirn des Ungeborenen kann anders aussehen und somit sind die Schädigungen im Gehirn unterschiedlich. Durch das Ethanol entstehen überall Baustellen im Gehirn eines Ungeborenen, die Kinder und Jugendlichen kommen an dieser Stelle im Gehirn nicht weiter. Je nachdem, in welchem Bereich die Baustellen sind, sind die Störungen sichtbar. Somit ist die Auswirkung von FASD nicht generalisierbar. „Kennst Du EINEN, kennst Du EINEN.“

Der Umgang von Neurodiversität (dem Anderssein von Hirnfähigkeiten) ist derzeit noch unsensibel und nicht in der Kinder- und Jugendhilfe verankert. Dabei ist jedes 4. Kind in der Kinder- und Jugendhilfe betroffen. Ziel der Abschlussarbeit ist, Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe für Pflegekinder von 0 bis 12 Jahren einen Leitfaden und Handlungsempfehlungen vom Verdacht bis Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten geben. Des Weiteren soll die Arbeit den Fachkräften ermöglichen, die Betroffenen und die Pflegeeltern zu verstehen, die Pflegeeltern aus der teilweise vorhandenen Ohnmacht in die Handlungsfähigkeit zu begleiten sowie einen Handlungsplan über Leistungsansprüche und Entlastungsangebote zu erhalten.

Bei Aufnahme des Pflegekindes in die Familie liegt häufig keine Information über den Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft vor. Somit fehlt den Pflegeeltern die Möglichkeit, sich mit den Informationen über mögliche damit verbundene Einschränkungen und Schädigungen, die das Kind mitbringen könnte, auseinanderzusetzen. Welche Auswirkungen dies hat, soll aufgezeigt werden. Aufbauend auf die Belastungsfaktoren soll aufgezeigt werden, was Pflegeeltern benötigen um stabil und dauerhaft gut für das Pflegekind sorgen zu können sowie einen Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie sicherzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definitionen

1.1.Pflegekind

1.2.Pflegefamilie

1.3.Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD)

2. Hinweise auf FASD

3. Diagnostik

3.1.Leibliche Eltern

4. Unterstützungbedarf Pfegekind

4.1.Interventionsmöglichkeiten

4.1.1. Versorgungsamt

4.1.2. Leistungen des SGB V

4.1.2. Leistungen auf dem SGB VIII

4.1.3. Leistungen aus dem SGB IX

4.1.4. Leistungen aus dem SGB XI

4.1.5. Leistungen aus dem SGB XII

4.1.6. Ärzte

4.1.6.1. Medikantöse Behandlung

4.1.7. Pflegeeltern

4.2.Was ist im Umgang mit dem Pflegekind als Fachkraft zu beachten

5. Unterstützungsbedarf Pflegefamilie

5.1.Interventionsmöglichkeiten

5.1.1. Leistungen aus dem SGB XI

5.1.2. Finanzamt

5.1.3.Unabhängige Beratungsstellen

5.2.Was ist im Umgang mit der Pflegefamilie als Fachkraft zu beachten

6. Weitere Schritte im Blick behalten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere Sozialarbeiter:innen, einen fundierten Überblick über die spezifischen Bedarfe und notwendigen Interventionsmöglichkeiten bei Pflegekindern mit Fetaler Alkoholspektrumsstörung (FASD) sowie deren Pflegefamilien zu geben und konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis zu formulieren.

  • Grundlagen der FASD-Diagnostik und Erkennungsmerkmale im Alltag
  • Systemischer Unterstützungsbedarf von Kindern mit FASD
  • Sozialrechtliche Interventions- und Hilfsmöglichkeiten (SGB V, VIII, IX, XI, XII)
  • Die Rolle und Haltung der Fachkraft gegenüber Pflegefamilien und leiblichen Eltern
  • Herausforderungen in der Biografiearbeit und Stabilisierung von Pflegeverhältnissen

Auszug aus dem Buch

3. Diagnostik

Prof. Dr. Spohr schreibt, dass es nicht einfach ist die Diagnose zu stellen, mit folgeder Begründung: 1.Es gibt nicht das eine, die Diagnose beweisende Symptom. 2. Nur wenige Patienten haben ein Vollbild mit einer typischen kraniofazialen Fehlbildung, 70-80% der betroffenen Patienten haben keine oder nur diskrete Dysmorphiezeichen. 3. Es gbt kein eindeutiges und spezifisches neuropsychiatrisches Profil. 4. Komorbide Störungen sind oft verantwortlich für eine falsche Diagnose. 5.“Polydrug-abhängige“ Frauen sind oft auch alkoholabhängig, ohne dass dies zugegeben wird. 6.Alkohol ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu-Thema. 7.Ärzte verfügen oft noch nicht über genügend diagnostische Kenntnisse.“ (Spohr 2016, S.19)

Spohr zeigt weiter auf,„fehlen die typischen fazialen Dysmorphiezeichen, bleiben nur noch richtungsweisende Symptome wie zu kleiner Kopf (Mikrozephalus), Störungen der exekutiven Funktionen, mentale Retardierung und Wachstumsstörungen.(…) Begleitende Störungen wie organische Fehlbildungen, kognitive Einschränkungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörung, Bindungsstörung, emotionale Störungem, Substanzmittelgebrauch etc. können bei den betroffenen Kindern ganz im Vordergrund stehen und die ätiologische Diagnose maskieren.“ (Spohr 2016, S.19-20)

Die Diagnostik erfolgt im deutschsprachigen Raum nach der S3- Leitlinie zur ärztlichen Diagnostik einer fetalen Alkoholspektrumsstörung bei Kindern und Jugendlichen. Die S3-Leitlinie enthält die Überprüfung auf: Wachstrumsauffälligkeiten, Facile Auffälligkeiten (äußere Merkmale), ZNS-Auffälligkeiten (Neuropsychologie) sowie bestätigte oder nicht bestätigte Alkoholexposition.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Das Kapitel begründet die Relevanz der Arbeit durch die in der Praxis vorherrschende Unwissenheit über FASD und definiert den Fokus auf Pflegekinder im Alter von 0 bis 12 Jahren.

1. Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe "Pflegekind", "Pflegefamilie" und FASD rechtlich und fachlich eingeordnet.

2. Hinweise auf FASD: Dieses Kapitel identifiziert typische Warnsignale und Verhaltensauffälligkeiten, die in Akten oder bei der Beobachtung von Kindern als Hinweis auf FASD dienen können.

3. Diagnostik: Es wird dargelegt, warum die Diagnosestellung komplex ist, und die Rolle der leiblichen Eltern im diagnostischen Prozess wird kritisch reflektiert.

4. Unterstützungbedarf Pfegekind: Eine detaillierte Analyse der neurobiologischen Auswirkungen von FASD und der daraus folgenden Beeinträchtigungen im Alltag sowie die Darstellung von Interventionsmöglichkeiten.

5. Unterstützungsbedarf Pflegefamilie: Das Kapitel beleuchtet die psychosoziale Belastung der Pflegefamilien und zeigt Entlastungsoptionen sowie rechtliche Hilfeleistungen auf.

6. Weitere Schritte im Blick behalten: Ein Ausblick auf die notwendige Überleitung in die Erwachsenenhilfe und die statistisch belegten Risiken für Betroffene ab dem Jugendalter.

Schlüsselwörter

FASD, Pflegekinder, Jugendamt, Sozialarbeiter, SGB VIII, Diagnostik, Entwicklungsstörungen, Pflegefamilie, Erziehungshilfe, Neurodiversität, Interventionsmöglichkeiten, Kindeswohl, Bindungsstörung, Psychoedukation, Teilhabe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Pflegekindern mit Fetaler Alkoholspektrumsstörung (FASD) sowie deren Pflegefamilien durch Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Diagnostik, den entwicklungspsychologischen Auswirkungen von FASD, den sozialrechtlichen Leistungsansprüchen und dem Entlastungsbedarf für Pflegeeltern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erstellung einer Handlungsempfehlung für Fachkräfte, insbesondere für Sozialarbeiter:innen, um bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für betroffene Kinder und deren Familien zu initiieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?

Die Arbeit nutzt Literaturrecherche, die Auswertung von Fachvorträgen, gesetzliche Grundlagen (SGB) sowie Interviews mit Pflegeeltern und medizinischem Fachpersonal.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die spezifischen Bedarfe von Pflegekindern mit FASD, erforderliche diagnostische Prozesse und die Rolle der Pflegeeltern als Hauptbezugspersonen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind FASD, Jugendhilfe, Diagnostik, SGB-Leistungen, Entlastung von Pflegeeltern und systemische Kooperation.

Warum wird die Rolle der leiblichen Eltern gesondert betrachtet?

Die leibliche Mutter spielt bei der Diagnose eine Schlüsselrolle, und ihr oft defizitärer Umgang mit der Suchtthematik erfordert diplomatisches Vorgehen, um Hilfe für das Kind zu ermöglichen, ohne die Mutter zu stigmatisieren.

Welche Rolle spielt die Anpassung der Umwelt?

Da neurologische Schäden bei FASD bestehen bleiben, ist die Anpassung der Umweltanforderungen an das Kind – statt der reinen Wegtherapierung von Symptomen – für eine erfolgreiche Teilhabe entscheidend.

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Details

Titel
Pflegefamilien mit einem Pflegekind mit FASD (Fetales Alkoholsyndrom). Unterstützungsmöglichkeiten des Jugendamtes
Hochschule
Internationaler Bund - Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V.
Veranstaltung
Weiterbildung zur Fachkraft für FASD (Fetales Alkoholsyndrom)
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
33
Katalognummer
V1398638
ISBN (PDF)
9783346956927
ISBN (Buch)
9783346956934
Sprache
Deutsch
Schlagworte
FASD Pflegekind Unterstützungsmöglichkeiten Kinder- und Jugendhilfe Pflegefamilie Ratgeber
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Pflegefamilien mit einem Pflegekind mit FASD (Fetales Alkoholsyndrom). Unterstützungsmöglichkeiten des Jugendamtes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1398638
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Leseprobe aus  33  Seiten
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