Phantastische Kinder- und Jugendliteratur... „phantastisch“ im Sinne von
„großartig“ oder „unwirklich“ ? So mag das Thema auf den ersten Blick
erscheinen. Sicherlich gibt es auch die „nur“ großartige Kinder- und
Jugendliteratur oder aber auch die „nur“ unwirkliche Kinder- und
Jugendliteratur. Im Folgenden aber soll der Begriff der phantastischen Kinderund
Jugendliteratur etwas weiter gefasst und betrachtet werden.
Im ersten Teil dieses Referats wurde realistische und die problemorientierte
KJL vorgestellt, dieser Teil nun soll den mindestens genauso wichtigen Teil der
phantastischen Literatur für Kinder im Sinne von „unwirklich“ abdecken.
An Aktualität hat diese Gattung sicherlich nicht verloren, gerade wenn man die
nicht enden wollende Begeisterung der Kinder, Jugendlichen UND
Erwachsenen beispielsweise für einen Jungen namens „Harry Potter“
betrachtet- tummeln sich doch die Bücher nun schon seit Wochen auf den
Bestseller- Listen. Doch gibt es noch ganz andere, nebenbei schon wesentlich
ältere Beispiele für phantastische Kinder- und Jugendliteratur. Ferner lässt sich
in der Fachliteratur eine ganze Bandbreite von Definitionen dieser Gattung
( oder auch „Nicht“- Gattung, wie sich bald herausstellen wird ) finden,
differieren doch Wissenschaftler in ihrer Merkmalsbeschreibung eindeutig
auseinander.
Gliederung
1. Einleitende Gedanken
2. Phantastische Kinder- und Jugendliteratur
3. Definition im engeren Sinn
3.1 Definition nach Klingberg und Meißner
3.2 Die surreal- komische Erzählung
3.3 Die phantastische Erzählung
4. Definition im weiteren Sinn
4.1 Definition nach Binder und Müller
4.2 Phantastische und realistische Welt bestehen nebeneinander
4.3 Geschichte spielt durchgehend in einer realistischen Welt
4.4 Geschichte spielt nur in einer phantastischen Welt
5. Phantastische KJL als Teil der Phantastik- Definition nach Haas
5.1 Der Begriff „Phantastik“
5.2 Welcher Ansatz ist sinnvoll?
5.3 Merkmale der Gattung „Phantastische Literatur“
6. Funktion der Phantastischen KJL ( nach Haas und Meißner )
7. Abschließende Gedanken
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Begriff der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur zu definieren, verschiedene wissenschaftliche Definitionsansätze zu analysieren und die didaktische sowie entwicklungspsychologische Funktion dieser Gattung herauszuarbeiten.
- Grundlegende Begriffsbestimmung der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur
- Vergleich unterschiedlicher Definitionsmodelle (Klingberg/Meißner, Binder/Müller, Haas)
- Differenzierung zwischen realistischer, surreal-komischer und phantastischer Erzählweise
- Untersuchung der psychologischen und pädagogischen Funktionen der Phantastik für das Kind
Auszug aus dem Buch
3.2 Die surreal- komische Erzählung
Diese Richtung gehört nach Meinung von Klingberg und Meißner nicht zur phantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Ein anderer Ausdruck dieses Genres wäre z.B. auch „Nonsensliteratur“.
Der Sachverhalt hier ist das Verkehrte, das Ver- rückte, das Antirealistische, das Tolle, das Unlogische. Alles verhält sich nach einem sogenannten „mundus inversus- Motiv“ ( auch engl.: „the world turned upside down“ ), also die verkehrte Welt. Die Erzählungen spielen in einer realen, vertrauten Welt des Lesers. Verwendete Motive hierbei sind z.B. sprechende Tiere, Miniaturmenschen, Geister, die als faszinierende komische Elemente in einer surrealen Welt wirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Gedanken: Einführung in das Thema und Erläuterung der Relevanz phantastischer Literatur für Kinder und Jugendliche im Kontext aktueller Bestseller.
2. Phantastische Kinder- und Jugendliteratur: Hinführung zur Problematik der Definition und Vorstellung der Begriffe „phantastische Abenteuergeschichte“ und „phantastische Erzählung“.
3. Definition im engeren Sinn: Vorstellung des Definitionsansatzes von Klingberg und Meißner, der eine strikte Trennung von realistischer und phantastischer Welt fordert.
4. Definition im weiteren Sinn: Erläuterung des Ansatzes von Binder und Müller, der den Gattungsbegriff durch die Integration von surreal-komischen und mythischen Erzählungen erweitert.
5. Phantastische KJL als Teil der Phantastik- Definition nach Haas: Darstellung des integrativen Ansatzes von Haas, der phantastische KJL als Teilbereich des übergeordneten Phänomens „Phantastik“ betrachtet.
6. Funktion der Phantastischen KJL ( nach Haas und Meißner ): Analyse des Nutzens der Gattung, insbesondere in Bezug auf Lesemotivation und die Unterstützung der kindlichen Entwicklungspsychologie.
7. Abschließende Gedanken: Plädoyer für den Erhalt und die Förderung der kindlichen Vorstellungskraft im Bildungskontext.
Schlüsselwörter
Phantastische Kinder- und Jugendliteratur, Phantastik, Definition, Kinderbuch, Didaktik, Entwicklungspsychologie, Phantasie, surreal-komische Erzählung, Literaturwissenschaft, Lesemotivation, KJL, Wunderbare, Wirklichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition und der pädagogischen Bedeutung phantastischer Kinder- und Jugendliteratur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition der Gattung, die Abgrenzung zu anderen literarischen Formen wie dem Märchen und die Analyse der Funktion für die kindliche Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Ordnung in die unterschiedlichen wissenschaftlichen Definitionsansätze zu bringen und deren Brauchbarkeit für die literaturdidaktische Praxis zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der verschiedene theoretische Ansätze (von Forschern wie Klingberg, Meißner, Binder, Müller und Haas) gegenübergestellt und kritisch gewürdigt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden drei zentrale Definitionsmodelle für phantastische Literatur analysiert sowie die daraus resultierenden Funktionen für die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern abgeleitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie phantastische Kinder- und Jugendliteratur, Gattung, Phantasie, Entwicklungspsychologie und didaktische Funktion.
Wie unterscheiden Klingberg und Meißner die surreal-komische Erzählung von der phantastischen Literatur?
Klingberg und Meißner ordnen die surreal-komische Erzählung – die von Motiven der „verkehrten Welt“ (mundus inversus) geprägt ist – nicht der phantastischen Literatur zu, da sie für sie eine eigenständige Kategorie bildet.
Welche Bedeutung hat das Motiv des „Umsteigepunktes“?
Der „Umsteigepunkt“ dient als strukturelles Merkmal, das den Übergang zwischen der realistischen Alltagswelt und der phantastischen Welt ermöglicht, wie es beispielsweise bei Harry Potter oder Alice im Wunderland der Fall ist.
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- Sigrid Opl (Author), 2002, Die Ganzschrift - der Kinderroman/ Phantastische Kinder- und Jugendliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13986