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Der Konflikt in Darfur

Erklärungsansätze für seine Entstehung und sein Andauern bis heute

Title: Der Konflikt in Darfur

Term Paper , 2009 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Denise Roellig (Author)

Sociology - War and Peace, Military
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Im Laufe des Jahres 2003 wurde das Interesse der Weltöffentlichkeit erst sehr langsam, dann jedoch immer stärker auf eine Region gelenkt, die bis dahin in der westlichen Welt weitgehend unbekannt gewesen war: Darfur im Westen des Sudans, dem größten Flächenstaat Afrikas. Dort eskalierte damals gewaltsam ein schon länger schwelender Konflikt, dessen Parteien zunächst nicht ganz einfach auszumachen schienen. Im Frühjahr 2009 erließ schließlich der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen den amtierenden sudanesischen Präsidenten Omar Hassan Ahmad al-Bashir wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Rahmen eben dieses Konflikts.
Bereits diese Eckdaten könnten eine Reihe von Fragen auslösen: Handelt es sich in Darfur um ‚typische Stammeskonflikte’, wie sie auf dem afrikanischen Kontinent häufig vorzukommen scheinen? Geht es um knapper werdende Ressourcen? Was hat der Islam, und was die sudanesische Regierung damit zu tun? Warum wird gerade der sudanesische Regierungschef mit einer Anklage belangt, während Andere unberührt - teils im Verborgenen, teils auch von den Medien noch wesentlich detaillierter dokumentiert als die Darfur-Krise - weiter entweder das eigene Volk drangsalieren oder anderswo Kriege anzetteln? Worin besteht die Rolle des Westens? Diese und viele weitere Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit diskutiert und von verschiedenen Seiten beleuchtet werden.
Vor allem aber sollen die Argumente untersucht werden, mit denen sowohl die Entstehung als auch das Fortdauern des Konflikts in Darfur erklärt werden. Des Weiteren werden die Fragen aufgeworfen und erörtert, ob der Konflikt von der Weltöffentlichkeit insgesamt zu viel oder zu wenig oder eventuell auch die falsche Aufmerksamkeit erhält und ob eine Einmischung des Westens sinnvoll, not- oder gar überfällig oder im Gegenteil vielleicht sogar der Situation gänzlich abträglich ist?

Excerpt


Struktur der Arbeit

1. EINLEITUNG

2. DIE REGION DARFUR: NATURRAUM, WIRTSCHAFT, INFRASTRUKTUR, BEVÖLKERUNG

3. VERLAUF DES KONFLIKTS SEIT 2003

3.1. DER ANFANG – WER GEGEN WEN?

3.2. WAFFENSTILLSTANDSVERHANDLUNGEN, FRIEDENSTRUPPEN UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

4. ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DEN KONFLIKT

4.1. EIN ZENTRUM-PERIPHERIE-KONFLIKT MIT SUGGERIERTER ETHNISIERUNG

4.2. DARFUR ALS DER ERSTE KLIMAKRIEG

4.3. DER INSZENIERTE KONFLIKT

5. FAZIT

Zielsetzung und Forschungsfokus

Die vorliegende Arbeit untersucht den bewaffneten Konflikt in Darfur, indem sie verschiedene Erklärungsansätze für dessen Entstehung und Andauern analysiert. Ziel ist es, die Komplexität des Krisengeschehens aus westlicher Perspektive zu beleuchten, die Argumentationslinien namhafter Autoren gegenüberzustellen und kritisch zu hinterfragen, welche Rolle Ressourcenknappheit, politische Machtinteressen und ethnische Instrumentalisierung spielen.

  • Analyse der historischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Region Darfur.
  • Darstellung des Konfliktverlaufs seit 2003 unter Berücksichtigung der involvierten Akteure und Friedensbemühungen.
  • Diskussion theoretischer Erklärungsmodelle (Zentrum-Peripherie-Konflikt, Klimakrieg-These und politisch-ökonomische Instrumentalisierung).
  • Kritische Reflexion der Rolle internationaler Akteure und der Berichterstattung über das Ausmaß der Krise.

Auszug aus dem Buch

4.2. Darfur als der erste Klimakrieg

Der in Essen und Witten/ Herdecke tätige Sozialpsychologe Harald Welzer nennt in seinem 2008 erschienenen Buch Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird den Darfur Konflikt „der erste Klimakrieg“. (ebd.: 94) Er beruft sich dabei auf folgende ökologische Veränderungen im Sudan allgemein und Darfur im Besonderen: Im Nordsudan hat sich in den letzten 40 Jahren die Wüste um 100 km in Richtung Süden ausgebreitet. Gründe dafür seien unter anderem eine Verminderung der Regenfälle und die Unfruchtbarkeit des Landes durch falsche Nutzung. Seit der Unabhängigkeit des Sudans sind 40 Prozent seines Waldes zerstört worden mit einem momentanen weiteren Rückgang von jährlich 1,3 Prozent. Der für den Sudan prognostizierte Temperaturanstieg von 0,5 Grad bis 2030 und 1,5 Grad bis 2060 hätte einen Rückgang der Getreideernten um 70 Prozent zur Folge. Des Weiteren leben aufgrund des langjährigen Bürgerkrieges zurzeit etwa fünf Millionen Vertriebene im Land – meist in Lagern quasi ohne Infrastruktur, die von internationalen Hilfsorganisationen notdürftig versorgt werden und in deren Umkreis von jeweils mehreren Kilometern es oft kein Holz mehr gibt, da die Bewohner dieses zum Kochen nutzen. (ebd.: 23f.)

Dass Klimaveränderungen eine Ursache des Konflikts bilden, gilt laut Welzer (ebd.: 24) als sicher. Bislang sei man eher von indirekten Auswirkungen ausgegangen, doch Welzer hält sie für wesentlich brisanter und spricht von einem „direkten Zusammenhang“ (ebd.: 25). Er stützt sich in seinen Ausführungen mehrfach direkt auf Prunier, der, wie bereits erwähnt, in seinem Buch die ökologischen Bedingungen Darfurs und die daraus resultierenden Auseinandersetzungen zwischen sesshaften ‚afrikanischen’ Bauern und viehzüchtenden ‚arabischen’ Nomaden ebenfalls geschildert hat.

Kapitelzusammenfassungen

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Darfur-Krise ein, umreißt die Komplexität des Konflikts seit 2003 und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Fokus vor.

2. DIE REGION DARFUR: NATURRAUM, WIRTSCHAFT, INFRASTRUKTUR, BEVÖLKERUNG: Dieses Kapitel liefert essenzielle Hintergrunddaten zu Geographie, Ökonomie und demographischer Zusammensetzung, um die strukturelle Marginalisierung der Region zu verdeutlichen.

3. VERLAUF DES KONFLIKTS SEIT 2003: Der Abschnitt gibt einen neutralen Überblick über die Eskalation des Konflikts, die Akteure, Friedensversuche und die Rolle internationaler Missionen bis 2009.

4. ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DEN KONFLIKT: Hier werden drei zentrale Thesen analysiert: der Zentrum-Peripherie-Konflikt, die Klimakrieg-These und die Perspektive des inszenierten Konflikts durch externe oder machtpolitische Interessen.

5. FAZIT: Das Fazit führt die verschiedenen Standpunkte zusammen, betont das komplexe Zusammenspiel von ökologischen und ökonomischen Faktoren und mahnt zu einer kritischen Reflexion der Informationslage.

Schlüsselwörter

Darfur, Sudan, Konfliktanalyse, Ressourcenknappheit, Klimawandel, Zentrum-Peripherie-Konflikt, Dschandschawid, Humanitäre Krise, Politische Ökonomie, Internationale Beziehungen, Friedenstruppen, Marginalisierung, Ethnische Instrumentalisierung, Internationale Strafgerichtshof, Flucht und Vertreibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und das Andauern des Konflikts in Darfur durch den Vergleich unterschiedlicher wissenschaftlicher Erklärungsansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernpunkten gehören ökologische Veränderungen, sozioökonomische Faktoren, die Marginalisierung durch das sudanesische Regime sowie die Rolle internationaler Akteure.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, das komplexe Ursachengefüge des Konflikts transparent zu machen, ohne sich auf eine einzelne Deutung zu beschränken, sondern unterschiedliche Expertenperspektiven kritisch gegenüberzustellen.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zur Anwendung?

Es werden drei Hauptthesen diskutiert: der Zentrum-Peripherie-Konflikt, die Klimakrieg-These und der Ansatz des „inszenierten“ Konflikts, der machtpolitische und wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund rückt.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Region, einen chronologischen Abriss des Konfliktgeschehens und eine detaillierte Diskussion der Erklärungsmodelle.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ressourcenkonflikt, Marginalisierung, politökonomische Interessen und die Rolle von Klimafaktoren in bewaffneten Konflikten.

Welche Rolle spielt das Erdöl bei der Analyse des Konflikts?

Erdöl wird insbesondere in den Erklärungsmodellen der Autoren Kröpelin und Engdahl als zentraler Faktor identifiziert, der sowohl Begehrlichkeiten internationaler Mächte als auch die Machtstrategien der Regierung beeinflusst.

Wie bewerten die verschiedenen Autoren das Ausmaß der Gewalt?

Während einige Autoren von einem Genozid und Hunderttausenden Opfern ausgehen, hinterfragen andere wie Kröpelin die offiziellen Statistiken und die Berichterstattung, wobei sie auf einen Mangel an belegten Daten verweisen.

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Details

Title
Der Konflikt in Darfur
Subtitle
Erklärungsansätze für seine Entstehung und sein Andauern bis heute
College
University of Osnabrück  (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien)
Grade
1,0
Author
Denise Roellig (Author)
Publication Year
2009
Pages
38
Catalog Number
V139888
ISBN (eBook)
9783640500680
ISBN (Book)
9783640500550
Language
German
Tags
Darfur Sudan Konflikt Umweltflucht Klimawandel Erklärungsansätze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Denise Roellig (Author), 2009, Der Konflikt in Darfur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139888
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