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Die Rolle der Scham in sozialen Ordnungen. Eine interdisziplinäre Analyse

Title: Die Rolle der Scham in sozialen Ordnungen. Eine interdisziplinäre Analyse

Bachelor Thesis , 2021 , 49 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Diese Untersuchung zielt darauf ab, die tiefgreifende Beziehung und Wechselwirkung zwischen Scham und sozialen Ordnungen aufzudecken, um ein besseres Verständnis für die Gründe der gesellschaftlichen Stabilität zu gewinnen.

In dieser Arbeit wird die Rolle von Scham im Kontext sozialer Ordnungen und ihrer Stabilität untersucht. Durch den Einbezug verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, darunter Soziologie, Erziehungswissenschaft und Psychologie, wird der Einfluss von Scham auf die Struktur und das Funktionieren von Gesellschaften erörtert. Dabei wird argumentiert, dass Emotionen, und insbesondere die Scham, sowohl durch soziale Ordnungen erzeugt werden als auch dazu beitragen, diese zu stabilisieren. Anhand des autobiografischen Werks "Rückkehr nach Reims" von Didier Eribon wird die Bedeutung von Scham im Kontext von Bildungsaufsteigern und sozialer Mobilität analysiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodisches Vorgehen

3. Soziale Ordnungen

3.1. Entstehung und Reproduktion sozialer Ordnungen:

3.2. Emotionen und soziale Ordnungen

4. Scham

4.1. Ursprung der Scham

4.1.1. Physiologischer Ursprung

4.1.2. Intersubjektive Erklärungsansätze

4.1.3. Psychoanalytischer Zugang: Protoscham und Projektion

4.2. Scham und Gesellschaft

4.2.1. Scham und soziale Ordnungen

4.2.2. Scham im Wandel der Gesellschaften

4.2.3. Scham und Moral

4.2.4. Scham und Normen

4.2.5. Der Blick des anderen: Das Verhältnis von Scham und Individuum

4.2.6. Scham im Kontext moderner Subjektkonzeption

4.2.7. Scham und Pädagogik

4.2.8. Scham und Macht

4.2.9. Soziale Scham

4.3. Funktionen der Scham

4.3.1. Signalfunktion

4.3.2. Disziplinierung

4.3.3. Kontrolle und Konformität

5. Herrschaft und Gewalt

5.1. Gewalt

5.2. Symbolische Gewalt

6. Die Bedeutung der Scham für Bildungsaufsteiger*innen: Didier Eribons Rückkehr nach Reims

6.1. Gesellschaftliche Voraussetzungen: Herkunftsmilieu

6.2. Schamanlässe

6.2.1. Leben im falschen Viertel

6.2.2. Abweichung von konservativen Normen

6.2.3. Angst vor Entdeckung

6.3. Scham und soziale Mobilität

7. Fazit

8. Literatur

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Scham als soziale Emotion für die Entstehung und Stabilisierung sozialer Ordnungen und Herrschaftsverhältnisse. Es wird analysiert, wie Schamgefühle menschliches Verhalten regulieren, soziale Normen fixieren und zu symbolischer Gewalt beitragen, wobei autobiografische Einblicke aus Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“ zur Veranschaulichung dienen.

  • Die Funktion von Emotionen in der Konstituierung sozialer Ordnungen.
  • Die psychologischen und soziologischen Ursprünge und Mechanismen der Scham.
  • Die Rolle der Scham als Instrument der Disziplinierung und sozialen Kontrolle.
  • Der Zusammenhang zwischen Scham, persönlichem Scheitern und gesellschaftlicher Machtausübung.
  • Die Bedeutung der Scham für Bildungsaufsteiger und soziale Mobilität.

Auszug aus dem Buch

4.2.5. Der Blick des anderen: Das Verhältnis von Scham und Individuum

Schäfer und Thompson konstatieren aus einer bildungsphilosophischen Perspektive, dass sich das Erleben von Scham in der Wahrnehmung eines Selbstverlustes äußert. Jedes Individuum hat ein von sich entworfenes Selbstbild, das in einer beschämenden Situation scheitert. In diesen Situationen wird der Unterschied zwischen dem, was das Individuum gerne wäre, und dem, was es ist, deutlich. Diese Diskrepanz zwischen Selbstanspruch und tatsächlicher Aktion in einer Situation kann sich in verschiedenen Momenten zeigen und unterschiedliche Bezüge haben, zum Beispiel das Aussehen, Konventionen oder auch moralische Imperative.

Das Gefühl des Verlustes des Selbstbildes wird von anderen geteilt und gewinnt so an Bedeutung und Verbindlichkeit. Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass beschämende Situationen auch dann so wahrgenommen werden, wenn keine andere Person anwesend ist. Die Möglichkeit, von Dritten in dieser Situation gesehen werden zu können, reicht hier schon aus. Individuen verfügen über ein Verhältnis zu sich selbst, das über ein Ideal vermittelt wird und dem sie sich entsprechend verhalten wollen. Dies bildet den Bewertungsrahmen der Individuen für sich selbst. Wie sich eine Person sieht, ist also auch davon abhängig, welche Differenz es zwischen dem aktuellen Zustand und vorgestellter Verfassung gibt und bildet den Rahmen, in dem sich Personen verändern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Emotionen für soziale Ordnungen und die These, dass Scham als Analyseinstrument für Herrschaftsverhältnisse dienen kann.

2. Methodisches Vorgehen: Erläuterung der interdisziplinären Literaturanalyse, die soziologische, psychologische und autobiografische Quellen einbezieht.

3. Soziale Ordnungen: Theoretische Auseinandersetzung mit der Entstehung und Reproduktion sozialer Systeme durch Institutionen, Normen und kognitive Strukturen.

4. Scham: Tiefgehende Analyse der Ursprünge, Funktionen und gesellschaftlichen Bedingtheiten der Scham.

5. Herrschaft und Gewalt: Untersuchung der Verbindung von Scham, Disziplinierung und symbolischer Gewalt in modernen Staaten.

6. Die Bedeutung der Scham für Bildungsaufsteiger*innen: Didier Eribons Rückkehr nach Reims: Praktische Anwendung der Schamtheorie auf die autobiografische Analyse von Klassenaufstieg und Identitätskonflikten.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur konstitutiven Bedeutung der Scham für die Aufrechterhaltung sozialer Hierarchien.

8. Literatur: Verzeichnis, das sämtliche verwendeten wissenschaftlichen und literarischen Quellen auflistet.

Schlüsselwörter

Scham, soziale Ordnung, symbolische Gewalt, Herrschaftsverhältnisse, Emotionssoziologie, Selbstbild, Disziplinierung, Normen, soziale Mobilität, Bildungsaufstieg, Subjektivierung, Klassengesellschaft, Macht, Konformität, Didier Eribon.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle die Emotion Scham bei der Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Ordnungen in modernen Gesellschaften spielt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre wissenschaftliche Literaturanalyse, die zusätzlich durch eine autoanalytische Perspektive anhand von Didier Eribons Werk ergänzt wird.

Warum wird Scham als Instrument der Macht betrachtet?

Scham wirkt als interner Kontrollmechanismus, der Individuen zur Konformität drängt und so bestehende Hierarchien stabilisiert, ohne physische Gewalt anwenden zu müssen.

Welche Rolle spielen Normen für das Schamempfinden?

Scham entsteht, wenn ein Individuum gegen gesellschaftlich anerkannte Normen verstößt, was als Verfehlung gegenüber einem idealisierten Selbstbild wahrgenommen wird.

Was bedeutet der Begriff „symbolische Gewalt“ im Kontext der Scham?

Symbolische Gewalt beschreibt versteckte Machtausübung durch kulturelle Selbstverständlichkeiten, die Individuen dazu bringt, gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse unbewusst zu verinnerlichen.

Welche Kernpunkte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch die Themenkomplexe Sozialstruktur, moralische Subjektivierung, pädagogische Implikationen der Beschämung und die Verbindung von Emotion und Macht definiert.

Wie unterscheidet sich die Scham bei Bildungsaufsteigern?

Bildungsaufsteiger erleben spezifische „Herkunftsscham“, da sie zwischen ihrem ursprünglichen Herkunftsmilieu und dem neu erworbenen sozialen Code navigieren müssen.

Was meint Didier Eribon mit dem „sozialen Schrank“?

Eribon nutzt dieses Bild, um die unterdrückten Gefühle und die ständige Kontrolle des eigenen Verhaltens zu beschreiben, die mit dem Verbergen der sozialen Herkunft in einem akademischen Umfeld einhergehen.

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Details

Title
Die Rolle der Scham in sozialen Ordnungen. Eine interdisziplinäre Analyse
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
49
Catalog Number
V1399129
ISBN (PDF)
9783346946782
ISBN (Book)
9783346946799
Language
German
Tags
Scham Soziale Ordnung Didier Eribon Bildungsaufsteiger Emotionssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Die Rolle der Scham in sozialen Ordnungen. Eine interdisziplinäre Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1399129
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