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"Vom Fels zum Meer". Mittelalterrezeption im historistischen Burgenbau. Die Burg Hohenzollern

Title: "Vom Fels zum Meer". Mittelalterrezeption im historistischen Burgenbau. Die Burg Hohenzollern

Term Paper , 2023 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lukas Funke (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Mächtige Burgen, die auf Bergspornen thronen, die Landschaft beherrschen und von Rittern und Adeligen bewohnt und umkämpft werden. Dieses Bild prägt bis heute die mehrheitsfähige Wahrnehmung der Epoche des Mittelalters. Dabei gewann das heutige Bild dieser Epoche erst in der Mittelalterrezeption des 19. Jahrhunderts seine bekannten Konturen und auch das Bauwerk der Burg erhielt nach Zeiten geringem Interesses in Wiedererrichtungen und historistischen Neubauten zunehmende Intensität.

Exemplarisch soll diese Entwicklung am Bauprojekt der preußischen Hohenzollern zur Wiedererrichtung ihrer Stammburg betrachtet werden. Einer Dynastie, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Nationalstaatsbildung und ihrer aktiven Anteilnahme an der Bildung von Nationalmythen eine Verdichtung dieser Phänomene ermöglichte. Welche Ambitionen verbanden die hohenzollerischen Erbauer vor diesem Hintergrund nun mit der Wiedererrichtung der Stammburg Hohenzollern und inwiefern lagen Vorstellungen über die Epoche des Mittelalters dieser Entwicklung eines historistischen Burgenbaus zugrunde?

Mit dieser rezeptionsgeschichtlichen Fragestellung können die kunstgeschichtlichen und literaturwissenschaftlichen Aspekte des Themengebietes nur peripher in den Blick der Ausarbeitung geraten. Die Quellengrundlage bildet vornehmlich die Veröffentlichung des hohenzollerischen Haushistorikers Rudolf Maria von Stillfried-Alcantara zur Geschichte und Einweihung der Burg, an deren symbolischer Formulierung er selbst einen wesentlichen Anteil hatte, sowie eine private Korrespondenz des Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit dem Fürsten von Hohenzollern-Hechingen in einer frühen Phase der Idee zur Wiedererrichtung.

Den Beginn bildet dabei die Einordnung in Bezug auf die historischen Grundlagen und Formen der beginnenden facettenreichen Mittelalterrezeption. Sodann werden der historistische Burgenbau und seine allgemeine Symbolik im 19. Jahrhundert zur Einordnung des darauffolgenden Beispiels der Burg Hohenzollern skizziert. Diesen Kapiteln folgt die Betrachtung der Burg in ihrer Verbindung zu der territorial getrennten preußischen Dynastie, die Analyse von ersten Wiedererrichtungsansätzen, veränderten Ausgangsbedingungen seit der Mitte des Jahrhunderts und der letztendlichen öffentlichen Einweihung im Zentrum der Reichsgründungsepoche. In den abschließenden Bemerkungen werden zuletzt Entwicklungslinien in der Mittelalterrezeption aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Beginn des 19. Jahrhunderts und die Bedeutung für die Mittelalterrezeption

2.1. Voraussetzungen in Politik und Gesellschaft

2.2. Der Einfluss des Mittelalters im Geschichtsbewusstsein

3. Die Burg in der Mittelalterrezeption des 19. Jahrhunderts

4. Die Wiedererrichtung der Burg Hohenzollern

4.1. Preußen, Hohenzollern und die Burg – Ansätze der Annäherung

4.2. Symbolische Aufladung und Funktionalisierung der Burg

4.3. Die Einweihung der Burg 1867 und ihre Funktion

4.3.1. Das Bild der Feierlichkeiten in einem Reiseführer

4.3.2. Die symbolische Herrschaftsvermittlung am Hohenzollern

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionen, die der Burg Hohenzollern im Kontext der historistischen Mittelalterrezeption des 19. Jahrhunderts zukamen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Wiedererrichtung der Stammburg als architektonisches Projekt der preußischen Hohenzollern zur Konstruktion von Identität, Herrschaftslegitimation und zur Etablierung nationaler Mythen eingesetzt wurde.

  • Die Entwicklung der Mittelalterrezeption und ihre Bedeutung im 19. Jahrhundert.
  • Die Rolle der Burg als historistischer Bautypus und politisches Symbol.
  • Die dynastische und realpolitische Instrumentalisierung der Burg Hohenzollern.
  • Der Einfluss spezifischer Akteure wie Friedrich Wilhelm IV. und Rudolf von Stillfried-Alcantara auf die Gestaltung und Bedeutungszuschreibung des Bauwerks.

Auszug aus dem Buch

4.2. Symbolische Aufladung und Funktionalisierung der Burg

Zwischen der beschriebenen rudimentären Errichtung der Burg Hohenzollern als künstliche Ruine bis 1827 und dem Beginn der zweiten vollumfänglich historistischen Errichtung der Burg liegen über zwanzig Jahre. Diese Tatsache sowie die sichtbaren Differenzen in der Herangehensweise und der Stringenz der Durchführung, stellen die Frage nach den Gründen des Wandels.

Zentrale Bedeutung fällt dabei der Begegnung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit dem preußischen Rittergutsbesitzer, Juristen und Laien-Historiker Rudolf von Stillfried-Rattonitz, seit 1861 Stillfried-Alcantara, zu. Seine Schrift zur Burg von Schweinhaus erregte die Aufmerksamkeit des Prinzen und im Jahre 1833 folgte die Anstellung als Kammerherr, was den Beginn einer Laufbahn am preußischen Hof darstellte, welche ihn bis zum Wirklichen Geheimen Rat 1856 und Träger des höchsten preußischen Ordens, des Schwarzen Adlerordens, bringen sollte. Stillfried-Alcantara war ebenso wie Friedrich Wilhelm IV. architektonisch und historisch interessiert, sodass er über ein Empfehlungsschreiben die Möglichkeit erhielt, ab 1835 die Archive der süddeutschen Hohenzollern zu nutzen. Im darauffolgenden Jahr gelang ihm damit auch der Nachweis einer genealogischen Verbindung der preußischen Hohenzollern zu den Burggrafen von Nürnberg und damit zu den schwäbischen Hohenzollern. Den Abschluss stellte am Ende die Veröffentlichung der Monumenta Zollerana, einer Quellenedition zur hohenzollerischen Geschichte, dar, welche schon mit ihrem Titel eine Anlehnung an die geschichtsträchtige Monumenta Germaniae suchte. Mit den Darstellungen in diesen Werken offenbarte Stillfried-Alcantara eine Auffassung von Geschichte,

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der historistischen Burgenrezeption am Beispiel der Burg Hohenzollern unter Berücksichtigung der rezeptionsgeschichtlichen Fragestellung.

2. Der Beginn des 19. Jahrhunderts und die Bedeutung für die Mittelalterrezeption: Analyse der politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sowie des Wandels im Geschichtsbewusstsein an der Wende zum 19. Jahrhundert.

2.1. Voraussetzungen in Politik und Gesellschaft: Überblick über die realpolitischen Ereignisse der Jahrhundertwende und deren Einfluss auf das Identitätsverständnis der Zeit.

2.2. Der Einfluss des Mittelalters im Geschichtsbewusstsein: Erörterung der zwiespältigen Rezeption des Mittelalters und der Rolle des Bürgertums bei der Formulierung eines positiven Mittelalterbildes.

3. Die Burg in der Mittelalterrezeption des 19. Jahrhunderts: Untersuchung der Burg als architektonische Verkörperung und Sinnbild der Epoche des Mittelalters im Historismus.

4. Die Wiedererrichtung der Burg Hohenzollern: Darstellung des konkreten Bauprojekts der preußischen Hohenzollern und dessen historischer Einbettung.

4.1. Preußen, Hohenzollern und die Burg – Ansätze der Annäherung: Analyse der anfänglichen Bemühungen um eine Annäherung zwischen den hohenzollerischen Linien und der Bedeutung der Burg dabei.

4.2. Symbolische Aufladung und Funktionalisierung der Burg: Untersuchung der maßgeblichen Akteure und der Gründe für den Wandel in der Ausgestaltung des Bauprojekts.

4.3. Die Einweihung der Burg 1867 und ihre Funktion: Betrachtung der symbolisch-rituellen Bedeutung der Einweihungsfeier in der Reichsgründungsepoche.

4.3.1. Das Bild der Feierlichkeiten in einem Reiseführer: Analyse der Berichterstattung und der politischen Intentionen im Werk von Stillfried-Alcantara.

4.3.2. Die symbolische Herrschaftsvermittlung am Hohenzollern: Untersuchung der öffentlichen Funktion der Burg als Instrument der Herrschaftslegitimation.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Dynamik der Funktionszuschreibung der Burg und deren Einordnung in die Rezeptionsgeschichte.

Schlüsselwörter

Mittelalterrezeption, Historismus, Burg Hohenzollern, Preußen, Dynastie, Wiedererrichtung, Symbolik, Herrschaftslegitimation, Nationalstaat, Geschichtsbewusstsein, Nationalmythen, Stillfried-Alcantara, Friedrich Wilhelm IV., Burgenbau, Rezeptionskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Rezeption des Mittelalters im 19. Jahrhundert am Beispiel des historistischen Wiederaufbaus der Burg Hohenzollern durch die preußische Dynastie.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des historischen Burgenbaus, die symbolische Bedeutung von Architektur im Historismus sowie die politische Funktionalisierung dynastischer Stammburgen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifischen Funktionen herauszuarbeiten, die der Burg Hohenzollern im Kontext der Mittelalterrezeption ihrer Erbauer zugeschrieben wurden, und ihre Rolle bei der Konstruktion politischer Identitäten zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine rezeptionsgeschichtliche Analyse, wobei insbesondere private und öffentliche Dokumente, zeitgenössische Reiseführer sowie kunsthistorische Standardwerke ausgewertet werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Entschlüsselung der symbolischen Aufladung der Burg und der Rolle der maßgeblichen Akteure bei der Konstruktion narrativer Verbindungen zur Hohenzollern-Dynastie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mittelalterrezeption, Historismus, Herrschaftslegitimation und dynastische Symbolik charakterisiert.

Wie spielt die Märzrevolution eine Rolle für den Wiederaufbau?

Die Märzrevolution führte zum Machtverlust der süddeutschen Fürstenhäuser und zur Herrschaftsübernahme durch die preußischen Hohenzollern, was die politische Bedeutung der Burg als Identitätsobjekt und Symbol für die Einigung unter preußischer Führung grundlegend veränderte.

Welche Bedeutung kommt Rudolf von Stillfried-Alcantara zu?

Stillfried-Alcantara fungierte als zentraler Akteur an der Schnittstelle zwischen fürstlichem Interesse und kunsthistorischer Aufarbeitung; er verlieh dem Projekt durch genealogische Forschungen und publizistische Arbeit eine wirkmächtige, politisch instrumentalisierbare Bedeutung.

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Details

Title
"Vom Fels zum Meer". Mittelalterrezeption im historistischen Burgenbau. Die Burg Hohenzollern
College
University of Bamberg  (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)
Course
Das Rittertum im Mittelalter – zwischen Funktion und Mythos
Grade
1,0
Author
Lukas Funke (Author)
Publication Year
2023
Pages
19
Catalog Number
V1399357
ISBN (PDF)
9783346946188
ISBN (Book)
9783346946195
Language
German
Tags
Historismus Burg Hohenzollern Friedrich Wilhelm 3. Rezeptionsgeschichte Mittelalterrezeption 19. Jahrhundert Preußen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Funke (Author), 2023, "Vom Fels zum Meer". Mittelalterrezeption im historistischen Burgenbau. Die Burg Hohenzollern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1399357
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