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Das Leben ist schön von Roberto Benigni als Beispiel der Medialisierung des Holocaust im Bereich der Komödie

Titel: Das Leben ist schön von Roberto Benigni als Beispiel der Medialisierung des Holocaust im Bereich der Komödie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anke Schulz (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[…]“Humor (ist) als Annäherung an den Holocaust weniger verbraucht […] als Trauer und Empörung“[…]

Jeder Mensch nähert sich dem Thema „Holocaust“ anders. Die Bilder, die in der überwiegenden Mehrzahl der Köpfe beim Thema „Holocaust“ abgerufen werden, ähneln sich jedoch, zumindest in den Generationen der Nachgeborenen, da sie durch Medien wie Bilder, Filme und Fernsehen typisiert wurden. Das gewählte Zitat von Thomas Hammerschmidt zeigt die Position, die es in dieser Arbeit zu belegen und zu bekräftigen gilt. Am Beispiel der Komödie „Das Leben ist schön“ (1998) von und mit Roberto Benigni soll gezeigt werden, wie das Mittel der Komik in einem Film über den Holocaust eingesetzt wird. Dabei ist es zunächst wichtig das Medium „Film“ mit seinen unterschiedlichen Genres näher zu beleuchten, um dann speziell auf die Form der „KZ-Komödie“ bzw. „Holocaust-Komödie“ einzugehen. Der Film „Das Leben ist schön“ bot Stoff für Kontroversen und Diskussionen, unter dem Aspekt, ob man den Holocaust überhaupt darstellen sollte und könne und ob die Komödie nicht von vornherein völlig ungeeignet für ein solches Thema sei. Es wird gezeigt, wie Benigni mit dem Thema „Holocaust“ in seinem Film umgeht, was diesen Film einerseits so erfolgreich bei der jüdischen Bevölkerung machte, warum es andererseits zu solch massiven Abwehrhaltungen der nichtjüdischen Kritiker/Rezipienten kam. Um die didaktischen Aspekte bei einer Behandlung des Thema „Holocaust“ nicht außer Acht zu lassen, ist es wichtig auch einen Punkt dem Film im Geschichtsunterricht zu widmen. Es geht in dieser Arbeit nicht um die generelle Einordnung des Films inklusive aller seiner Genres und Ausprägungen, sondern um Filmgattungen, die sich mit der Geschichte, speziell der Judenverfolgung im Dritten Reich unter anderem beschäftigen und darum, welche Ausprägungsmuster, Merkmale und Motive von welcher Gattung wie aufgegriffen werden können. In dieser Arbeit soll die Auseinandersetzung des Themas „Holocaust“ im Film im Mittelpunkt stehen. Warum gerade Benignis „Das Leben ist schön“ ein interessanter Ansatz einer solchen Beschäftigung ist, wird im Folgenden geklärt werden, wenn es um die Rezeptionsgeschichte und die Merkmale des Filmes gehen wird. Den Abschluss bildet eine kurze Darstellung zum Thema der Medialisierung des Holocaust.





Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Film im Geschichtsunterricht. Einordnung, Merkmale, Besonderheiten

2.1. Filmgattungen

2.1.1. Das Filmdokument

2.1.2. Der Dokumentarfilm

2.1.3. Der Unterrichtsfilm

2.1.4. Der Spielfilm

2.1.5. Die „Holocaust“-Komödie

3. Das Thema „Holocaust“ in der Filmkomödie

4. „Das Leben ist schön“ – Abenteuerspielplatz KZ

4.1. Filmographisches

4.2. Handlung

4.3. Rezeptionsgeschichte

4.4. Überlegungen zum Film – Motive, Merkmale, Besonderheiten

5. Medialisierung des Holocaust

6. Fazit und Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert den Film „Das Leben ist schön“ (1998) von Roberto Benigni vor dem Hintergrund der Darstellung des Holocaust in der Filmkomödie. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie filmische Mittel der Komik genutzt werden können, um ein so singuläres und moralisch komplexes Geschehen wie den Holocaust zu thematisieren, ohne diesen zu trivialisieren, und welche Rolle das Medium Film als Quelle und Produzent von Geschichtsbewusstsein spielt.

  • Grundlagen des Films als Medium im Geschichtsunterricht und Klassifizierung der Filmgattungen.
  • Die moralische Problematik und das Dilemma der Darstellung des Holocaust durch das Genre der Komödie.
  • Analyse der narrativen und formalen Gestaltung von „Das Leben ist schön“ als Fabel und „Tragik“-Komödie.
  • Untersuchung der Rezeptionsgeschichte und der unterschiedlichen Wahrnehmung durch verschiedene Generationen.
  • Betrachtung der Medialisierung des Holocaust im kulturellen Gedächtnis durch filmische Narrationen.

Auszug aus dem Buch

4.2. Handlung

Der Film beginnt im Jahr 1939 in Italien und ist durch eine Zweiteilung geprägt. Es ist die Zeit des Faschismus, zu der es Guido (Roberto Benigni) und seinen Freund Feruccio (Sergio Bustric) von der ländlichen Toskana in die Stadt Arezzo drängt, wo Guido einen Buchladen eröffnen will. Auf der Reise in die Stadt lernt Guido durch einen Zufall die schöne Lehrerin Dora (Nicoletta Braschi) kennen und verliebt sich in sie. Seine „Prinzessin“, wie er sie seit ihrer ersten Begegnung liebevoll nennt, ist allerdings bereits vergeben an den faschistischen Bürokraten Rodolfo (Amerigo Fontani). Durch inszenierte „Zufälle“ kommt es zu mehreren Begegnungen zwischen Guido und Dora, bei denen sich auch Dora in Guido verliebt.

Guido arbeitet als Kellner in dem Hotel seines Onkels Eliseo (Giustino Durano). Dort trifft er auf den rätselfanatischen Doktor Lessing (Horst Buchholz). Noch bemerkt Guido nichts von den sich ausbreitenden Anzeichen des Faschismus und Antisemitismus. Durch Geschick und Phantasie kann Guido seine „Prinzessin“ von ihrer Verlobungsfeier mit Rodolfo entführen. Einige Jahre später haben Guido und Dora zusammen einen Sohn und sind glücklich. An dieser Stelle endet der erste Teil des Filmes mit einem geschickten Übergang. Der zweite Teil nun beginnt mit dem Jahre 1943. Guido hat inzwischen seinen heiß erwünschten Buchladen eröffnet. Doch die drohende Gefahr kommt immer näher und macht sich nun stärker bemerkbar als im ersten Teil des Filmes. An dem Geburtstag des Sohnes Giosué (Giorgio Cantarini) werden beide deportiert. Dora, die keine Jüdin ist, eilt ihrer Familie nach und steigt freiwillig in den Deportierzug. Im KZ angekommen, erzählt Guido seinem Sohn das alles nur ein Spiel sei, bei dem es einen Panzer, Giosué´s Lieblingsspielzeug, zu gewinnen gäbe. Indem man auf Marmelade verzichte, sich verstecke usw. könnte man Punkte für den Hauptpreis sammeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, wie der Holocaust mittels einer Komödie wie „Das Leben ist schön“ dargestellt werden kann, und erläutert die Relevanz des Mediums Film im historischen Kontext.

2. Der Film im Geschichtsunterricht. Einordnung, Merkmale, Besonderheiten: Dieses Kapitel definiert verschiedene Filmgattungen (Filmdokument, Dokumentarfilm, Unterrichtsfilm, Spielfilm) und diskutiert deren Eignung und Problematik als historische Quelle im Unterricht.

3. Das Thema „Holocaust“ in der Filmkomödie: Hier wird das moralische Dilemma erörtert, den Holocaust in fiktionalen Formen wie der Komödie zu verarbeiten, und der spezifische Mechanismus des Lachens als Überlebensstrategie der Opfer analysiert.

4. „Das Leben ist schön“ – Abenteuerspielplatz KZ: Dieses Kapitel analysiert Benignis Film im Detail: von den filmographischen Daten und der Handlung über die Rezeptionsgeschichte bis hin zu den zentralen Motiven und gestalterischen Besonderheiten.

5. Medialisierung des Holocaust: Der Abschnitt befasst sich mit der Entwicklung der Darstellung des Holocaust in Spielfilmen seit den 90er Jahren und dessen Verankerung im kulturellen Gedächtnis.

6. Fazit und Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Benigni durch die Kombination von Tragik und Komödie eine neue Form der Holocaust-Auseinandersetzung schafft, die das Absurde des Ereignisses durch den Überlebenswillen der Hauptfigur fokussiert.

Schlüsselwörter

Holocaust, Filmkomödie, Das Leben ist schön, Roberto Benigni, Geschichtsunterricht, Filmgattungen, Medialisierung, Shoah, historische Quelle, Überlebensstrategie, Fabel, Antisemitismus, Faschismus, Rezeptionsgeschichte, kulturelles Gedächtnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der filmischen Darstellung des Holocaust anhand des Beispiels der Komödie „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Medienkompetenz im Geschichtsunterricht, die Definition von Filmgattungen, die moralische Debatte über die Darstellbarkeit des Holocaust und die Funktion von Humor als Bewältigungsstrategie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Benigni das Mittel der Komik einsetzt, um die Shoah filmisch abzubilden, und zu prüfen, ob dieser Ansatz eine legitime Form der Auseinandersetzung mit der Geschichte darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und didaktische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie einer detaillierten Szenen- und Motivuntersuchung des genannten Spielfilms basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Mediums Film im Unterricht geklärt, gefolgt von einer intensiven Analyse der Handlung, der filmischen Motive und der Rezeptionsgeschichte von „Das Leben ist schön“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Holocaust-Komödie, Medialisierung, Authentizität, historische Faktizität, sowie die Begriffe Lachen und Überlebenswille als reflexive Figuren.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung des Films durch verschiedene Generationen?

Die Arbeit differenziert zwischen Zeitzeugen, die den Holocaust unmittelbar erlebt haben, und den nachfolgenden Generationen, deren Gedächtnis maßgeblich durch massenmediale Vermittlung geprägt ist und die eine andere Distanz zum Sujet aufweisen.

Warum spielt das Motiv der „Lüge“ im Film eine so zentrale Rolle?

Die Lüge fungiert im Film als notwendiges Mittel der Hauptfigur Guido, um die Unschuld seines Sohnes vor der grausamen Realität des Konzentrationslagers zu bewahren und den Überlebenswillen durch das Motiv des „Spielens“ aufrechtzuerhalten.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Leben ist schön von Roberto Benigni als Beispiel der Medialisierung des Holocaust im Bereich der Komödie
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut )
Veranstaltung
Hauptseminar: Das Dritte Reich und die Shoah
Note
2,0
Autor
Anke Schulz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V139936
ISBN (eBook)
9783640501120
ISBN (Buch)
9783640501076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Komödie und Holocaust Medialisierung des Holocaust; Roberto Benigni Das Leben ist schön Filme über den Holocaust Filme über die Shoah; Komödie und Shoaha; Umgang mit dem Holocaust
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anke Schulz (Autor:in), 2008, Das Leben ist schön von Roberto Benigni als Beispiel der Medialisierung des Holocaust im Bereich der Komödie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139936
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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