Bilder im Geschichtsunterricht

Verschriftlichung zum Vortrag


Referat (Ausarbeitung), 2007

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bildarten
1.1 Das Ereignisbild
1.2 Die Fotografie
1.3 Das Historienbild
1.4 Das Plakat

2. Methodische Möglichkeiten beim Einsatz von Bildern
2.1 Das Dreistufen-Modell von Panofsky
2.2 Methodische Prinzipien

3. Schluss

4. Literatur- und Abbildungsverzeichnis
4.1 Literaturverzeichnis
4.2 Abbildungsverzeichnis

1. Bildarten

Ein sachgerechter Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht sollte vor allen Dingen berücksichtigen, dass sich Bilder in ihren Entstehungs-bedingungen, ihrer Absicht, ihrer Wirkung und in den jeweiligen Präsentationsformen unterscheiden. Durch diese Unterschiede ergeben sich auch unterschiedliche Schwerpunkte der Fragestellung bei der Arbeit mit Bildern.

Auf einige Bildarten, die für den Geschichtsunterricht besonders wichtig sind, soll hier nun im Folgenden eingegangen werden. Die Karikatur soll hier nicht berücksichtigt werden, sie gehört jedoch mit zu den Bildarten.

1.1. Das Ereignisbild

Geschichtliche Ereignisse waren schon immer ein beliebtes Thema in der Kunst. Wenn das Bild in zeitlicher Nähe zu dem Ereignis steht, welches es abbildet, spricht man von einem Ereignisbild[1]. Der Künstler selbst war Zeitgenosse, in manchen Fällen sogar Zeuge des dargestellten Ereignisses. Auf teurerem Material, so wie zum Beispiel auf Ölgemälden oder auf Fresken[2] gab es fast immer einen Auftraggeber, der persönlich daran interessiert war das historische Ereignis festzuhalten[3].

Doch gerade bei solchen Auftragsarbeiten kam es schnell zu propagandistischer Überhöhung oder inhaltlicher Verfälschung des dargestellten Geschehnisses. Ein Beispiel für eine solche Überhöhung und Verklärung sind die Gemälde von Jacques Louis David, der die Vorgänge während der Französischen Revolution mit seinen Bildern begleitete. In seinem „Ballhausschwur“ von 1790, oder dem „Tod des Marat“ von 1793 kann man deutlich die Verklärung wahrnehmen.

Im „Ballhausschwur“ drückt der Wind, der in den Saal fährt und das hereinfallende Sonnenlicht eine erhebende Stimmung aus. Auch die Gruppe der drei Geistlichen im Vordergrund trägt zu diesem verklärten Bild des Ballhausschwures bei. Der Künstler reagierte damit unmittelbar auf die historischen Ereignisse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Viele Flugblätter, die seit dem 15. Jahrhundert aufkamen zählen ebenso zu den Ereignisbildern, wie die beliebten Bilderbogen seit dem 18. Jahrhundert. Der Kupfer- sowie der Stahlstich und der Holzstich und die Lithografie werden ebenfalls zu dieser Bildart gezählt.[4] Mit so genannten Einblattdrucken konnten die Schaffer meist sehr schnell auf historische Ereignisse reagieren, sie abbilden und kommentieren. Solche Einblattdrucke zeigen meist spektakuläre Ereignisse, wie zum Beispiel Naturerscheinungen, Missgeburten, Kriege und Revolutionen.[5] Ab 1830 kamen Bilder für illustrierte Zeitschriften in Mode. Sie dienten hier allerdings vorwiegend als Ergänzung und Veranschaulichung. Im aufkommenden 19. Jahrhundert wurden die Ereignisbilder zunehmend durch die Fotografie ersetzt.

1.2. Die Fotografie

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Durch eine stetige Verbesserung in der Technik, beispielsweise durch die Herstellung lichtempfindlicherer Platten und Filme und die Tatsache, dass jetzt auch außerhalb des Ateliers gearbeitet werden konnte wurde die Fotografie zum wichtigsten Bilddokument der Zeitgeschichte.[6] Allerdings sind Fotografien eine Quelle, die einen sehr kritischen Umgang, durch Bildfälschung von einfacher Retusche bis hin zur Herstellung neuer Bilder durch die digitale Bildverarbeitung, verlangt. Denn nicht nur nach der Entstehung eines Bildes kann dieses verfälscht oder verändert werden, auch direkt im Prozess der Entstehung gibt es zahlreiche subjektive Faktoren, die die Wirkung eines Fotos beeinflussen können. Da wären die Auswahl des festgehaltenen Augenblickes und des Standortes und die damit geschaffene Perspektive sowie der entstehende Bildausschnitt. Endlich, bestimmen auch Verlage, Redaktionen und manchmal auch Politiker, welche Aufnahmen der Öffentlichkeit gezeigt werden und welche nicht[7]. Ein Beispiel für die Wirkung subjektiver Faktoren bei der Bildentstehung wären die Fotografien des Kniefalls von dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt im Jahre 1970 vor dem Mahnmahl des ehemaligen Warschauer Ghettos.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im ersten Bild ist eine klare Einteilung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund gegeben. Die Geste des Kniens ist hier deutlich erkennbar, da die Füße Willy Brandts zusehen sind. Das Mahnmahl ist nicht im Bild, was auf eine stärkere Betonung der Person hindeutet. Hier wird Willy Brandt als Hauptperson besser in Szene gesetzt, als in Bild 2., in dem er auf einer breiten Stufe vor dem Mahnmahl kniet. Hierbei ist die Geste des Kniens allerdings nicht so eindeutig wie in Bild 1., es lässt sich lediglich erahnen, dass der Altbundeskanzler kniet, durch die Körpergröße. Dadurch, dass Brandt im Bild 2. nur im Halbprofil zusehen ist, ist sein Gesichtsausdruck nicht zu erkennen. Von dem Mahnmahl ist nur ein Ausschnitt zu erkennen und der sich davor befindliche Kranz. Außerdem sind im zweiten Bild die Reporter zu sehen, wohingegen im ersten Bild nicht alle Zuschauer Reporter sind. In Bild 2. wird also die Geste an sich, das Ereignis mehr betont, während die Betonung in Bild 1. deutlich auf der Hauptperson Willy Brandt liegt. Hieran kann man sehen, dass es wichtig ist aus welcher Perspektive ein Foto entsteht und worin seine Absicht liegen soll.

[...]


[1] Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München (Hg.): Geschichtsbilder: Historisches Lernen mit Bildern und Karikaturen, Handreichung für den Geschichtsunterricht am Gymnasium, Donauwörth 2001. S. 14

[2] Eine Freske ist eine auf frischem Kalkmörtel ausgeführte Malerei

[3] Ebda S. 14

[4] Ebda S. 14

[5] Ebda S. 14

[6] Ebda S. 14

[7] Ebda S. 15

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Bilder im Geschichtsunterricht
Untertitel
Verschriftlichung zum Vortrag
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut )
Veranstaltung
Grundkurs II. Medien der Geschichtsvermittlung
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V139941
ISBN (eBook)
9783640487080
Dateigröße
1540 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fachdidaktik Geschichte, Genres, Bilder Geschichtsunterricht, Umgang mit Bildern im Gecshichtsunterricht, Filmgenres, Fikmarten, Didaktik Geschichte
Arbeit zitieren
Anke Schulz (Autor), 2007, Bilder im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139941

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Titel: Bilder im Geschichtsunterricht



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