Diese Arbeit ist eine Vortragsverschriftlichung aus dem obligatorischen Grundkurs II. in der Fachdidaktik Geschichte. Es geht um den Einsatz und die Möglichkeiten von Bildern im Geschichtsunterricht. Anfangs werden die verschiedenen Bildarten erläutert und anhand von Beispielen belegt. Dabei werden unterschieden: Ereignisbild, Fotografie, Historienbild und Plakat. Bei der Bearbeitung wurde sich vorwiegend an Pandel/Schneider: Handbuch Medien im Geschichtsunterricht orientiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Bildarten
1.1 Das Ereignisbild
1.2 Die Fotografie
1.3 Das Historienbild
1.4 Das Plakat
2. Methodische Möglichkeiten beim Einsatz von Bildern
2.1 Das Dreistufen-Modell von Panofsky
2.2 Methodische Prinzipien
3. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den differenzierten Umgang mit verschiedenen Bildarten im Geschichtsunterricht zu beleuchten und methodische Ansätze für deren didaktische Erschließung aufzuzeigen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Schüler zur kritischen Reflexion über Bildmedien als historische Quellen befähigt werden können, um eine rein illustrative Verwendung zu überwinden.
- Klassifizierung historisch relevanter Bildmedien wie Ereignisbilder, Fotografie, Historienbilder und Plakate.
- Anwendung des dreistufigen Analysemodells nach Erwin Panofsky für die historische Interpretation.
- Methodische Prinzipien der Bilddidaktik, insbesondere Wiederholung und Doppelung von Bildmaterial.
- Herausforderungen bei der Vermittlung von Bildkompetenz und kritischem Sehvermögen im Unterricht.
Auszug aus dem Buch
1.2. Die Fotografie
Durch eine stetige Verbesserung in der Technik, beispielsweise durch die Herstellung lichtempfindlicherer Platten und Filme und die Tatsache, dass jetzt auch außerhalb des Ateliers gearbeitet werden konnte wurde die Fotografie zum wichtigsten Bilddokument der Zeitgeschichte. Allerdings sind Fotografien eine Quelle, die einen sehr kritischen Umgang, durch Bildfälschung von einfacher Retusche bis hin zur Herstellung neuer Bilder durch die digitale Bildverarbeitung, verlangt. Denn nicht nur nach der Entstehung eines Bildes kann dieses verfälscht oder verändert werden, auch direkt im Prozess der Entstehung gibt es zahlreiche subjektive Faktoren, die die Wirkung eines Fotos beeinflussen können. Da wären die Auswahl des festgehaltenen Augenblickes und des Standortes und die damit geschaffene Perspektive sowie der entstehende Bildausschnitt. Endlich, bestimmen auch Verlage, Redaktionen und manchmal auch Politiker, welche Aufnahmen der Öffentlichkeit gezeigt werden und welche nicht. Ein Beispiel für die Wirkung subjektiver Faktoren bei der Bildentstehung wären die Fotografien des Kniefalls von dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt im Jahre 1970 vor dem Mahnmahl des ehemaligen Warschauer Ghettos.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bildarten: Dieses Kapitel definiert und analysiert verschiedene visuelle Quellen, darunter Ereignisbilder, Fotografien, Historienbilder und Plakate, hinsichtlich ihrer historischen Bedeutung und ihres Aussagewertes.
2. Methodische Möglichkeiten beim Einsatz von Bildern: Hier werden didaktische Werkzeuge vorgestellt, wie das Dreistufen-Modell von Panofsky zur Bildinterpretation sowie die methodischen Prinzipien der Wiederholung und Doppelung.
3. Schluss: Das Fazit betont die Notwendigkeit, Schülern von Beginn an eine fundierte Bildkompetenz zu vermitteln, um den kritischen Umgang mit Bildern jenseits der bloßen Illustration zu stärken.
Schlüsselwörter
Bildarten, Geschichtsunterricht, Ereignisbild, Fotografie, Historienbild, Plakat, Panofsky, Bildinterpretation, Bildkompetenz, Bilddidaktik, historische Quellen, Bildanalyse, Quellenkritik, didaktische Methode, historisches Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem didaktisch fundierten Einsatz von Bildmedien im Geschichtsunterricht und der Notwendigkeit, Bilder als historische Quellen kritisch zu erschließen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung verschiedener Bildmedien, die Vermittlung analytischer Methoden und die Förderung der Bildkompetenz bei Lernenden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch methodisch geleitete Analyse den kritischen Umgang mit Bildern erlernen können, anstatt sie nur als Dekoration zu betrachten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die kunsthistorische Methodik von Erwin Panofsky, adaptiert für den geschichtsdidaktischen Kontext durch Autoren wie Bergmann und Schneider.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung spezifischer Bildgattungen und die Erläuterung konkreter methodischer Verfahren wie der vorikonografischen Beschreibung und der systematischen Bilderschließung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildkompetenz, Bildanalyse, Quellenkritik, Ereignisbild, historische Sinnstiftung und methodische Prinzipien im Unterricht.
Wie unterscheidet sich ein Ereignisbild von einem Historienbild?
Ein Ereignisbild steht in zeitlicher Nähe zum dargestellten Geschehen und ist oft unmittelbar davon geprägt, während das Historienbild einen größeren zeitlichen Abstand einnimmt und zur Sinnstiftung oder Exempelbildung dient.
Warum ist das Prinzip der „Doppelung“ im Unterricht sinnvoll?
Die Doppelung, also das Zeigen unterschiedlicher Darstellungen desselben Ereignisses, zwingt Schüler dazu, subjektive Faktoren der Bildentstehung zu hinterfragen und die Perspektivität von Quellen zu erkennen.
Was besagt das Dreistufen-Modell nach Panofsky?
Es gliedert die Interpretation in die vorikonografische Beschreibung, die ikonografische Analyse und die ikonologische Interpretation, um vom ersten Eindruck zur tiefgründigen Deutung zu gelangen.
Warum ist die Fotografie kritisch zu betrachten?
Obwohl sie als wichtiges Bilddokument gilt, unterliegt sie bereits bei der Entstehung durch Perspektivwahl und später durch Retusche oder selektive Auswahl einer hohen Subjektivität.
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- Anke Schulz (Author), 2007, Bilder im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139941