In der vorliegenden Hausarbeit werden die verschiedenen Akteure beleuchtet, die auf die Partei "Alternative für Deutschland" Einfluss nehmen.
So soll gezeigt werden, wie verschiedenste Institutionen und Einzelpersonen Einfluss auf die Parteienlandschaft in Deutschland nehmen.
2017 wurde die ,,Alternative für Deutschland‘‘ (AfD) bei der Bundestagswahl mit 12,9% der Stimmen die drittstärkste Kraft des Bundestages. Somit übertraf sie das bis dahin beste Ergebnis einer Rechtsaußenpartei seit dem Jahre 1969, wo die ,,Nationaldemokratische Partei Deutschlands‘‘ (NPD) 4,3 Prozent erzielte, um etwas weniger als das Dreifache. Die Gründe für dieses Ergebnis sind vielseitig, jedoch soll hier nicht dieser konkrete Wahlsieg erklärt werden. Es soll der Einfluss bestimmter Akteure beschrieben werden, die ein solches Ergebnis überhaupt erst ermöglichen.
Diese Arbeit soll das Phänomen ,,Neue Rechte‘‘ in Deutschland beschreiben und Ihre Akteure samt Mitteln zur Einflussnahme auf die ,,Alternative für Deutschland‘‘ in den Kontext setzen. Hierfür beabsichtige ich, die Entstehung der neuen Rechten und einige heute relevanten Akteure zu beschreiben. Bestehende Verbindungen neu rechter Akteure und Institutionen zur AfD sollen dabei benannt werden. Der Fokus hierbei liegt auf dem metapolitischen Einfluss, also der kulturellen Hegemonie die jene Akteure erreichen möchten.
Dies habe ich vor, da die vielen verschiedenen Teilnehmer am politischen Diskurs oft nicht direkt in ihrer Rolle als Einflussnehmer und Ideengeber bekannt sind. Der Anspruch dieser Arbeit ist nicht, den Einfluss zu messen, sondern lediglich die Verbindungen von Parteien zu außerparteilichen Akteuren zu beschreiben.
Neben Vereinen und publizistischen Organen werden auch Einzelpersonen und wichtige literarische Werke des neu rechten Feldes zur Verdeutlichung der Relevanz für die Parteienlandschaft in Deutschland genannt.
Zum Schluss wird ein Fazit über die Mittel der Einflussnahme der Akteure und Institutionen gezogen, das dem Leser einen groben Überblick über die Einflussnehmer der deutschen Parteilandschaft mit Fokus auf die Parteien im konservativen und rechten Spektrum verschafft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erklärung der Begriffe
2.1 Rechtsextremismus
2.2 Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus
2.3 Die ,,Neue Rechte‘‘
3. Die Entstehung der neuen Rechten
3.1 Armin Mohler und die ,,Konservative Revolution‘‘
3.2 Die französische ,,Nouvelle Droite‘‘
4. Das Handlungsfeld der neuen Rechten: Metapolitik
5. Neu rechte Einflussnehmer
5.1 Die AfD und Thilo Sarrazin – Einflussnahme durch Literatur
5.2 Die Identitäre Bewegung – Anspruch auf kulturelle Hegemonie
5.3 Neu rechte Zeitschriften
5.4 Das Institut für Staatspolitik und der Antaios Verlag
5.5 Götz Kubitschek und sein Einfluss auf die AfD
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss außerparteilicher „neurechter“ Akteure auf die politische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), wobei insbesondere die metapolitischen Strategien zur Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses im Fokus der Forschungsfrage stehen.
- Analyse der Begrifflichkeiten (Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Neue Rechte)
- Historische Herleitung der „Neuen Rechten“ und ihrer metapolitischen Ansätze
- Untersuchung von Schlüsselakteuren wie Verlagen, Zeitschriften und Gruppierungen
- Darstellung der Verbindungen zwischen neurechten Vordenkern und der AfD
Auszug aus dem Buch
4. Das Handlungsfeld der neuen Rechten: Metapolitik
Metapolitik ist nicht weniger als der Kampf um die kulturelle Hegemonie in der Gesellschaft. Es geht somit um einen vorpolitischen Raum, der essentiell für den politischen Diskurs und auch politische Entscheidungen ist. Ein großes Ziel der neuen Rechten ist es, diesen Raum mit neu rechten Themen zu besetzen (Flügel, 2022: 75ff.).
Für den Einfluss auf politische Parteien ist das Anwenden von Metapolitik daher unerlässlich. Neue Rechte betreiben diese metapolitische Arbeit durch Einbringen eigener Themen, Setzung eigener Begriffe und durch die Distanzierung von rechtsextremen Positionen (Flügel, 2022, 91f.).
Bei Metapolitik geht es dabei nicht unbedingt darum, am politischen Kurs aktiv teilzunehmen, sondern den Diskurs nach rechts zu verschieben (Flügel, 2022, 97).
Martin Sellner, der Chef der Identitären Bewegung Österreich, selber Akteur der neuen Rechten, definiert Metapolitik wie folgt: „Alle Metapolitik ist ganz wesentlich eine Arbeit mit Begriffen und Bildern. Ihr Ziel ist es, die kulturelle Hegemonie, welche die Grundüberzeugungen und Grundstimmungen in der Gesellschaft formt, zu beeinflussen. Das bedeutet vor allem, neue Begriffe und Bilder zu injizieren“ (Meiering, 2022: 2 zitiert nach Martin Sellner 2016: 189).
Einer dieser eigenen Begriffe ist die ,,Remigration‘‘, mit dem gefordert wird, illegal eingereiste Menschen zurückzuführen. Man könnte also auch von Abschiebungen sprechen, möchte dieses Thema aber mit einem eigenen Begriff besetzen (Remigration, o.D.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, indem sie das Erstarken der AfD und das Ziel der Arbeit, den neurechten Einfluss auf diese Partei zu beleuchten, vorstellt.
2. Erklärung der Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch eine Differenzierung von Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und der „Neuen Rechten“ geschaffen, um die Akteure präzise einordnen zu können.
3. Die Entstehung der neuen Rechten: Hier werden die historischen Ursprünge der Strömung, insbesondere der Einfluss von Armin Mohler und der „Konservativen Revolution“ sowie der französischen „Nouvelle Droite“, erarbeitet.
4. Das Handlungsfeld der neuen Rechten: Metapolitik: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Metapolitik als Werkzeug zur Erlangung kultureller Hegemonie und zur Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses.
5. Neu rechte Einflussnehmer: Das Hauptteilkapitel untersucht konkrete Akteure wie Thilo Sarrazin, die Identitäre Bewegung, Zeitschriften sowie das Institut für Staatspolitik und deren Verflechtungen mit der AfD.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und konstatiert, dass neurechte Akteure primär als Ideengeber agieren, die durch metapolitische Arbeit den politischen Diskurs nachhaltig beeinflussen.
7. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Neue Rechte, Metapolitik, AfD, kulturelle Hegemonie, Konservative Revolution, Rechtspopulismus, Identitäre Bewegung, Götz Kubitschek, Sezession, Institut für Staatspolitik, Remigration, Diskursverschiebung, Rechtsextremismus, Recht. Politik, Parteienlandschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der „Neuen Rechten“ auf die Alternative für Deutschland (AfD) und analysiert, wie außerparteiliche Akteure versuchen, den politischen Diskurs metapolitisch zu beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Hausarbeit?
Die zentralen Themen sind der theoretische Begriff der Metapolitik, die Historie der neurechten Strömung sowie die Rolle publizistischer Organe und aktivistischer Gruppen im Kontext der AfD.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verbindungen zwischen neurechten Vordenkern und politischen Parteien aufzuzeigen, ohne dabei primär den quantitativen Einfluss zu messen, sondern die metapolitische Vernetzung zu beschreiben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor wendet eine qualitative Analyse an, basierend auf Literaturstudien, der Auswertung publizistischer Werke und der Untersuchung von Strukturen und ideologischen Verflechtungen innerhalb des rechten Spektrums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische neurechte Einflussnehmer, beginnend bei Einzelautoren wie Thilo Sarrazin über Gruppierungen wie die Identitäre Bewegung bis hin zu Institutionen wie dem Institut für Staatspolitik.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlüsselwörter sind Neue Rechte, Metapolitik, Kulturelle Hegemonie, Identitäre Bewegung und AfD.
Welche Rolle spielt Götz Kubitschek bei dem untersuchten Einfluss?
Götz Kubitschek wird als zentraler Akteur und Ideengeber dargestellt, der über das Institut für Staatspolitik und die Zeitschrift „Sezession“ eine direkte Schnittstelle und einen erheblichen Einfluss auf den nationalkonservativen Flügel der AfD ausübt.
Warum wird „Remigration“ in der Arbeit als Beispiel für Metapolitik genannt?
Der Begriff dient als Beispiel dafür, wie die Neue Rechte durch die bewusste Einführung und Besetzung eigener Begriffe den Diskurs über Einwanderung und Abschiebungen zu ihren Gunsten verschieben möchte.
- Citar trabajo
- Max Fischer (Autor), 2023, Der Einfluss durch die "Neue Rechte" auf die Alternative für Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1399422