Die Hausarbeit befasst sich mit den Anfängen des Ordens vom Goldenen Vlies. Dabei werden die Protokollbücher der Ordensfest bis 1468 herangezogen. Ziel der Arbeit ist anhand der detailliert beschriebenen Tagesordnungspunkte in den Protokollbüchern den Nutzen des Ordens für die Herzöge Burgunds herauszufinden. Außerdem wurde auch versucht, anhand der Protokollbücher Werte und Auftreten von im 15 Jahrhundert zu erkennen. Die Ordensstatuten geben Aufschluss über das Idealbild eines Ritters zu der Zeit und zeigt, an welche Regeln sich die Mitglieder des Ordens halten mussten. Dafür wurden ein Teil des Protokollbuches übersetzt und eine Zusammenfassung dessen mit in die Arbeit integriert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Burgund im Spätmittelalter
3. Gründung und Beschreibung des Ordens vom Goldenen Vlies
3.1 Aufbau der Protokollbücher:
3.2 Aufbau eines Ordensfestes
4. Das Ordensfest 1468
4.1 Präsentation des Ordens:
4.2 Die Überprüfung des Lebenswandels beim Ordensfest 1468
5. Bedeutung des Ordens für den Ordenssouverän im Zusammenhang mit der Überprüfung des Lebenswandels
6.Fazit
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Literatur
8. Anhang:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht anhand des Protokolls vom Ordensfest 1468 die Funktion und Repräsentation des Ordens vom Goldenen Vlies. Dabei wird analysiert, welches Bild ein Ritter seinen Zeitgenossen vermitteln sollte und welchen politischen Nutzen der Ordenssouverän, insbesondere Karl der Kühne, aus der spezifischen Überprüfung des Lebenswandels der Mitglieder ziehen konnte.
- Historische Entwicklung von Burgund im Spätmittelalter
- Strukturelle Analyse der Protokollbücher und des Ablaufes eines Ordensfestes
- Methodik und Durchführung der Überprüfung des Lebenswandels
- Politische Instrumentalisierung des Ordens zur Machtstärkung und Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Überprüfung des Lebenswandels beim Ordensfest 1468
Am 10. Mai 1468 wurde beschlossen, dass der nächste Sitzungspunkt die Überprüfung des Lebenswandels sein soll. Daraufhin bat Thiébaut, Herr von Nachfeld, noch vor dem eigentlichen Beginn der Überprüfung darum, dass der Streit mit seinem Bruder Jean, welcher ebenfalls Mitglied des Ordens war, geschlichtet werden soll. Der Souverän forderte beide Parteien nach der achten Ordensstatute auf, weitere Handlungen gegeneinander zu unterlassen und vertagte die Streitigkeit auf einen späteren Zeitpunkt. Beide stimmten dem zu, woraufhin der Kanzler alle Mitglieder zu „Tugenden und guten Verhalten“ ermahnte. Es wurde beschlossen, dass die Überprüfung nach der Länge der Mitgliedschaft im Orden stattfinden soll. Das Jüngste Mitglied zuerst. Nachdem das beendet war, wurde Herr Adolph, Herzog von Geldern und Jülrich überprüft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Ritterorden ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zum Ordensfest 1468 sowie zum Nutzen für den Souverän.
2. Burgund im Spätmittelalter: Dieses Kapitel skizziert den Aufstieg und die politische Entwicklung Burgunds unter den Herzögen der Valois-Linie bis zu Karl dem Kühnen.
3. Gründung und Beschreibung des Ordens vom Goldenen Vlies: Hier werden die Entstehung, die Ziele sowie die interne Ämterstruktur des Ordens dargelegt.
3.1 Aufbau der Protokollbücher:: Der Abschnitt beschreibt die Entstehung der Protokollbücher und die Rolle des Sekretärs bei der Dokumentation.
3.2 Aufbau eines Ordensfestes: Dieser Teil erläutert die rituellen Elemente und die Bedeutung der öffentlichen Inszenierung während der Festlichkeiten.
4. Das Ordensfest 1468: Es folgt eine detaillierte Schilderung der Abläufe und der repräsentativen Umzüge des Ordensfestes 1468.
4.1 Präsentation des Ordens:: Hier wird die Vermittlung von Exklusivität und das Ideal des tugendhaften Ritters analysiert.
4.2 Die Überprüfung des Lebenswandels beim Ordensfest 1468: Dieser Abschnitt beschreibt den konkreten, belegbaren Prozess der individuellen Kritik und Aussprache unter den Ordensmitgliedern.
5. Bedeutung des Ordens für den Ordenssouverän im Zusammenhang mit der Überprüfung des Lebenswandels: Das Kapitel analysiert die politische Funktion des Ordens als Steuerungsinstrument des Souveräns und Mittel zur nationalen Identitätsbildung.
6.Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle des Ordens als politisches Instrument zur Machtausübung.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur.
8. Anhang:: Verzeichnis der Ordensmitglieder mit Hinweisen zur damaligen Sitzplatzordnung.
Schlüsselwörter
Orden vom Goldenen Vlies, Burgund, Karl der Kühne, Spätmittelalter, Ritterorden, Lebenswandel, Ordensfest 1468, Protokollbuch, Souveränität, Repräsentation, Politische Identität, Tugend, Exklusivität, Rittertum, Machtdemonstration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Funktion und Bedeutung des Ordens vom Goldenen Vlies unter den burgundischen Herzögen im Spätmittelalter, insbesondere fokussiert auf das Ordensfest 1468.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der historischen Einordnung Burgunds, dem rituellen Aufbau der Ordensfeste sowie der politischen Instrumentalisierung tugendhafter Lebensführung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen der Überprüfung des Lebenswandels für den Ordenssouverän aufzuzeigen und zu klären, welche Wirkung dieses ritterliche Selbstbild auf die Zeitgenossen hatte.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Der Autor führt eine quellenkritische Analyse der Protokollbücher des Ordens durch und stützt sich dabei auf etablierte zeithistorische Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Aufbau der Protokollbeschreibungen, die Abläufe der Ordensfeste sowie detaillierte Beispiele der Überprüfungspraxis beim Fest 1468.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Orden vom Goldenen Vlies, burgundische Machtpolitik, ritterliche Tugendhaftigkeit, Repräsentationsrituale und die politische Überprüfung des Lebenswandels.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Öffentlichkeit und Nichtöffentlichkeit eine so große Rolle?
Der bewusste Wechsel zwischen prunkvoller öffentlicher Inszenierung und geheimer Mitgliederversammlung verstärkte die Exklusivität und das Prestige des Ordens nach außen hin.
Welche Konsequenz konnte eine negative Überprüfung für ein Mitglied haben?
Dies reichte von der Aufforderung zur Besserung oder Buße bis hin zur öffentlichkeitswirksamen Inszenierung des Ausschlusses, was den gesellschaftlichen Ruf des Betroffenen ruinieren konnte.
Auf welche Weise nutzte Karl der Kühne den Orden zur Reichsvergrößerung?
Durch die ordensinterne Disziplinierung und Schlichtung von Streitfällen konnte er Einfluss auf Territorien nehmen, was beispielhaft zur Eingliederung von Gebieten wie dem Herzogtum Geldern führte.
- Arbeit zitieren
- Leonard Dürrwald (Autor:in), 2023, Der Orden vom Goldenen Vlies. Ritter im 15. Jahrhundert und Nutzen des Ordens für die Herzöge Burgunds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1399637