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Von Pseudo-Dionysius bis Lyotard. Die Evolution des Erhabenen in der Philosophiegeschichte

Titel: Von Pseudo-Dionysius bis Lyotard. Die Evolution des Erhabenen in der Philosophiegeschichte

Hausarbeit , 2020 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julian Eberle (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Hausarbeit wird Jean-François Lyotards’ Analyse des Erhabenen erörtert und in einen historischen Kontext gestellt. Von den Konzeptionen Pseudo-Dionysius Areopagitas über Kant bis Lyotard wird die Entwicklung dieser ästhetischen Kategorie nachvollzogen und untersucht, wie sich in ihr einschlägige Erfahrungen des jeweiligen philosophischen Zeitgeistes niederschlagen.

Das Erhabene, so wie es im Zuge der Postmoderne erneut Einzug in die philosophische Ästhetik erhält, ist im Wesentlichen eine Erfindung und Erfahrung des 18. Jahrhunderts, in deren Auseinandersetzung sich zwei Themen finden, die bestimmend waren für diese Zeit.
Zum einen bezieht eine philosophische Analyse des Erhabenen die Introspektion der eigenen psychischen Vorgänge und Affektströme mit ein. Zum anderen berührt sich das Gefühl des Erhabenen spätestens seit Kant mit der philosophischen Affirmation moralischer Freiheit.
Die Erkundung beider Themen führte dann jedoch mehr zutage, als man sich zu Beginn vielleicht erhofft hatte. Am Grunde der psychischen Wirkung fand man die amoralische Natur des Gefühls und die auf moralische Freiheit abzweckende Kritik der Aufklärung erkannte in philosophischen Strömungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts ihre eigenen Grenzen.
Innerhalb dieser Ambivalenz, zwischen einem Aufschwung hoher Geistesstimmung und dem Zurückschrecken vor den eigenen ungeahnten Abgründen, formulieren sich die philosophischen Theorien des Erhabenen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

Negative Theologie bei Pseudo Dionysius

Kant – Das Erhabene als Stimmung der Kritik

Lyotard und die Renaissance des Erhabenen

Der Verrat der Bilder

Eine neue Ästhetik

Denaturierte Ästhetik

Das Erhabene als Widerstreit

Der Brückenschlag des Enthusiasmus

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und philosophischen Verlauf des Begriffs des Erhabenen bei Pseudo-Dionysius Areopagita, Immanuel Kant und Jean-François Lyotard, um aufzuzeigen, wie Lyotard das Erhabene als zentralen Bestandteil seiner Philosophie etabliert und dabei eine spezifische Ästhetik des Widerstreits sowie die Problematik des Nicht-Darstellbaren in den Fokus rückt.

  • Vergleichende Analyse der Konzeption des Erhabenen in Theologie, Kritizismus und Postmoderne.
  • Untersuchung der Rolle der Einbildungskraft und der Vernunft bei der Erfahrung des Erhabenen.
  • Analyse des Werks von Rene Magritte ("La trahison des images") als visuelle Manifestation ästhetischer Probleme.
  • Erörterung des Begriffs des "Widerstreits" als fundamentales philosophisches Strukturmerkmal.
  • Thematisierung der Grenzen menschlicher Erkenntnis und der Darstellung des Unaussprechlichen.

Auszug aus dem Buch

Lyotard und die Renaissance des Erhabenen

Jean-François Lyotard wurde der breiteren Öffentlichkeit durch seine Schrift La Condition postmoderne aus dem Jahr 1979 bekannt gemacht, die gewissermaßen der Initialtext der philosophischen Postmoderne-Diskussion war. Seine philosophischen Konzepte erfahren ihre vollständige Entfaltung allerdings erst 4 Jahre später in seinem 1983 erschienenen Buch Le Differend. Der darin ausgearbeitete Begriff des Widerstreits wird dann auch bei seinen Gedanken zu Kants Kritik der Urteilskraft, und seinen Überlegungen zu dem darin enthaltenen Begriff des Erhabenen, von zentraler Bedeutung sein.

Seine enorme theoretische Aufwertung erfährt das Erhabene also erst in der Spätphase von Lyotards Denken. Das Erhabene wird für ihn vor allem in seiner Auseinandersetzung mit der Kunst der Avantgarde, namentlich der Barnett Newmans, zu einer zentralen ästhetischen Kategorie. Zwar wäre es unerlässlich für eine umfassende Erörterung dieses Geschehens auch den massiven Einfluss Adornos auf Lyotards Rezeption des Erhabenen geltend zu machen, aber für den Zweck dieser Arbeit ist eine Beschränkung auf die Schriften Lyotards, und dabei besonders diejenigen, die seine Untersuchung des Erhabenen im Zusammenhang mit seinen Überlegungen zum kritischen Gesamtprojekt Kants behandeln, durchaus angemessen. Im Zusammenhang seiner Beschäftigung mit dem Erhabenen im Kontext der modernen und avantgardistischen Kunst will ich im Folgenden eine kurze Darstellung seiner Grundgedanken bezüglich des Erhabenen geben. Dies wird anhand einer kurzen themageleiteten Analyse des Bildes la trahison des images von Rene Magritte tun.

Zusammenfassung der Kapitel

Negative Theologie bei Pseudo Dionysius: Dieses Kapitel arbeitet die apophatische Tradition heraus, die das Göttliche prinzipiell dem Zugriff des begreifenden Denkens entzieht und so eine erste ontologische Distanz markiert.

Kant – Das Erhabene als Stimmung der Kritik: Hier wird dargelegt, wie Kant in seiner Kritik der Urteilskraft das Erhabene von der ästhetischen Lust am Schönen abgrenzt und als einen Grenzfall der Einbildungskraft bestimmt.

Lyotard und die Renaissance des Erhabenen: In diesem Kapitel wird Lyotards postmoderne Lesart des Erhabenen eingeführt, die den Fokus auf die Unzulänglichkeit der Darstellung und die Offenlegung von Differenzen legt.

Der Verrat der Bilder: Anhand einer Analyse von Magrittes Gemälde verdeutlicht der Autor die Kluft zwischen visueller Repräsentation und diskursiver Sprache.

Eine neue Ästhetik: Dieses Kapitel vertieft Lyotards Verständnis einer Reflexion, die nicht mehr als Erkenntnisinstrument, sondern als Instrument zur Erfassung der "Präsenz des Unaussprechlichen" dient.

Denaturierte Ästhetik: Der Text erörtert hierbei die tautologisch-ästhetische Natur des Gefühls, welches sich seiner eigenen Bestimmbarkeit durch Konzepte entzieht.

Das Erhabene als Widerstreit: Hier wird der Widerstreit als fundamentaler Konflikt zwischen inkommensurablen Diskursarten und dem Anspruch auf Totalität definiert.

Der Brückenschlag des Enthusiasmus: Das letzte inhaltliche Kapitel verknüpft das Erhabene mit geschichtsphilosophischen Überlegungen, in denen das Scheitern bei der Darstellung der Vernunftidee als essenziell für die Erhaltung der Differenz begriffen wird.

Schlüsselwörter

Erhabenes, Lyotard, Kant, Pseudo-Dionysius, Widerstreit, Ästhetik, Kritik der Urteilskraft, Einbildungskraft, Vernunft, Darstellung, Nicht-Darstellbares, Postmoderne, Apophatik, Ontologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Entwicklung und Bedeutung des Begriffs des Erhabenen. Ausgehend von der negativen Theologie über Kants Kritizismus hin zur postmodernen Philosophie nach Jean-François Lyotard wird aufgezeigt, wie sich das Konzept wandelt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentral sind die theoretischen Schnittstellen zwischen Ästhetik, Theologie und Erkenntnistheorie. Insbesondere die Frage, wie das Denken mit dem konfrontiert wird, was sich einer begrifflichen Darstellung entzieht, bildet den roten Faden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Lyotards Konzept des Erhabenen als zentralen Bestandteil seiner Philosophie zu verstehen und nachzuweisen, wie dieses Konzept dazu dient, das "Unvorstellbare" oder "Nicht-Darstellbare" als notwendiges Moment im Denken zu erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparative und philologische Methode. Sie analysiert primäre Texte der Philosophiegeschichte (Kant, Lyotard, Pseudo-Dionysius) und korreliert diese mit sekunderliterarischen Einordnungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Hinführung (Pseudo-Dionysius, Kant) bis hin zu Lyotards spezifischer Le-Differend-Thematik, inklusive einer ästhetischen Analyse am Beispiel von Rene Magritte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Abhandlung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Widerstreit, die Apophatik, die Einbildungskraft, die Unvorstellbarkeit, der Grenzfall des Urteils und die Differenz.

Wie unterscheidet sich Lyotards Sicht auf das Erhabene von Kants ursprünglicher Interpretation?

Während Kant das Erhabene noch in eine transzendentale Systematik integriert, um die Einheit der Urteilskraft zu wahren, nutzt Lyotard das Erhabene, um eben diese Systematik aufzubrechen und die Unüberbrückbarkeit von Differenzen und das Scheitern der Darstellung zu betonen.

Warum wird im Text auf Rene Magrittes "Der Verrat der Bilder" Bezug genommen?

Magrittes Werk dient als anschauliches Fallbeispiel, um die Problematik zu verdeutlichen, dass Sprache und bildliche Repräsentation die Wirklichkeit nicht vollständig erfassen können – ein zentraler Punkt in Lyotards Philosophie des Widerstreits.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von Pseudo-Dionysius bis Lyotard. Die Evolution des Erhabenen in der Philosophiegeschichte
Hochschule
Universität Augsburg  (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Hauptseminar: Das Schöne und das Erhabene als Lebensform
Note
1,3
Autor
Julian Eberle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V1399638
ISBN (PDF)
9783346946997
ISBN (Buch)
9783346947000
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lyotard Pseudo-Dionysius Kant Erhabene Ästhetik Widerstreit Philosophie Areopagita
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Eberle (Autor:in), 2020, Von Pseudo-Dionysius bis Lyotard. Die Evolution des Erhabenen in der Philosophiegeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1399638
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Leseprobe aus  28  Seiten
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