Diese Seminararbeit wird einen kurzen Ausblick geben, ob und inwiefern das künftige Bewirtschaften von Biogasanlagen sinnvoll ist. Des Weiteren wird das Problem, das durch die fortlaufende Gesetzesanpassung auftrat und ob Biogasanlagen, im Rahmen des Klimawandels, zukünftig nicht mehr benötigt werden, in den folgenden Kapiteln veranschaulicht und durch mögliche Lösungsansätze erläutert. Und abschließend im Fazit kommentiert.
Deutschland steht kurz vor dem Erreichen eines großen Meilensteins in der Energieversorgung. Die Kohle wird in naher Zukunft als Hauptstromlieferant durch die erneuerbaren Energien abgelöst. Durch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 nahm die Produktion von Energie durch Sonne, Wasser und Biomasse eine sehr positive Entwicklung und kann bis heute wachsende Marktanteile aufzeigen. Parallel dazu wurde das neue Gesetz stetig weiterentwickelt, um sich neuen Klima-, Wirtschafts- und eventuell auch Ethikzielen, wie den Atomausstieg, anzupassen. Diese Gesetzesanpassungen geschahen nicht immer im Einverständnis aller Branchen innerhalb der erneuerbaren Energien. Zuletzt traf es die Biogasbranche, die mittlerweile Umdenken gezwungen ist. Obwohl ihr Gut, das Biogas, doch scheinbar ein wertvoller und effizienter Energieträger ist. Beispielsweise können mit dem Ernteertrag von nur einem Hektar Mais ca. sechs deutsche Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Insgesamt sind es sogar schon ungefähr 9 Millionen Haushalte, die mit dem Strom von Biogasanlagen jährlich versorgt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz
3 Stromherkunft in Deutschland und Anteil von Biogas
4 Zukunftsperspektiven für Biogasanlagen
4.1 Flexibilisierung von Biogasanlagen
4.2 Einspeisung von Biomethan
5 Fazit
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Zukunftsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen angesichts sich wandelnder gesetzlicher Rahmenbedingungen im Kontext der Energiewende in Deutschland zu analysieren.
- Entwicklung und Bedeutung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
- Aktueller Stellenwert von Biogas in der deutschen Stromversorgung
- Herausforderungen durch die Umstellung auf Direktvermarktung
- Potenziale durch Flexibilisierung des Anlagenbetriebs
- Optionen für die Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz
Auszug aus dem Buch
4.1 Flexibilisierung von Biogasanlagen
Eine Biogasanlage flexibel zu betreiben bedeutet, nur dann Strom zu produzieren, wenn er benötigt wird. Die Stromerzeugung aus Sonne und Wind wird dennoch fortlaufend kostengünstiger und in Zukunft weiterhin mehr Anteile der Stromerzeugung übernehmen. Zeitgleich bedeutet das aber auch, dass viel Strom vorhanden sein wird, wenn das Wetter entsprechend entwickelt und es dadurch windig und/oder sonnig ist. Im Umkehrschluss heißt es dann aber auch, dass wenn es windstill ist und/oder die Sonne nicht scheint, ein Defizit in der Stromerzeugung vorhanden sein wird. Dieses Defizit kann unter anderem von flexibel betriebenen Biogasanlagen ausgeglichen werden. Zu Zeitpunkten in den ein Stromdefizit herrscht, meistens am Morgen und am Abend eines Tages, wird ein höherer Stromverkaufspreis für die Anlagenbetreiber erwartet, den die Branche für sich nutzen will.
Der Grundgedanke der Flexibilisierung von Biogasanlagen liegt nun darin, nicht wie bisher rund um die Uhr Strom zu erzeugen. Biogas soll künftig gesammelt, und erst dann mit mehr Motorleistung verstromt und eingespeist werden, wenn zum Beispiel aufgrund Wetterpässen ein Stromdefizit im Netz herrscht. Somit wird versucht, einen besseren, höheren Verkaufspreis als bei der permanenten Einspeisung zu erzielen. Um nach diesem Prinzip arbeiten zu können, also Strom flexibel erzeugen und einzuspeisen, müssen Anlagenbetreiber ihre Biogasanlagen deutlich Um- bzw. Aufrüsten. Im Zuge der Aufrüstung muss ein zusätzlicher Gasspeicher installiert werden, denn die Gasproduktion wird weiterhin über 24 Stunden am Tag fortlaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Arbeit beleuchtet die Rolle von Biogasanlagen im Rahmen der Energiewende und stellt sich der Frage, ob sie weiterhin ein notwendiger Energielieferant oder ein Auslaufmodell sind.
2 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz: Das Kapitel erläutert die Entstehung und stetige Weiterentwicklung des EEG seit dem Jahr 2000 als zentrales Steuerungsinstrument der deutschen Energiepolitik.
3 Stromherkunft in Deutschland und Anteil von Biogas: Hier wird der aktuelle Energiemix in Deutschland analysiert und aufgezeigt, welchen Beitrag die Biogasbranche zur Stromversorgung leistet.
4 Zukunftsperspektiven für Biogasanlagen: Dieses Hauptkapitel diskutiert notwendige Anpassungsstrategien für Anlagenbetreiber, um in einem wettbewerbsorientierten Markt bestehen zu können.
4.1 Flexibilisierung von Biogasanlagen: Der Fokus liegt hierbei auf der bedarfsorientierten Stromproduktion als Reaktion auf fluktuierende Einspeisung aus Wind- und Solarkraft.
4.2 Einspeisung von Biomethan: Dies beschreibt die Aufbereitung des Biogases zu Biomethan, um dieses in das bestehende Erdgasnetz einspeisen zu können.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass Biogasanlagen aufgrund ihrer Vielseitigkeit ein hohes Potenzial für die zukünftige Energieversorgung besitzen, sofern die politischen Rahmenbedingungen dies ermöglichen.
6 Zusammenfassung: Die Kernaussage wird wiederholt, dass Biogasanlagen keinesfalls als Auslaufmodell gelten, wenn Branche und Politik ihre Strategien effizient miteinander verknüpfen.
Schlüsselwörter
Biogasanlagen, Energiewende, Erneuerbare-Energien-Gesetz, Stromerzeugung, Flexibilisierung, Biomethan, Direktvermarktung, EEG 2017, Energieversorgung, Klimawandel, Gasspeicher, Netzstabilität, Erneuerbare Energien, Biomasse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Biogasanlagen innerhalb der deutschen Energiewende und diskutiert, ob die Technologie zukunftsfähig ist oder ob sie aufgrund veränderter gesetzlicher Anforderungen an Bedeutung verliert.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Die zentralen Felder sind die Rolle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der Beitrag von Biogas zum Energiemix sowie technische und ökonomische Strategien zur Zukunftsfähigkeit durch Flexibilisierung und Biomethan-Einspeisung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob und inwiefern der künftige Betrieb von Biogasanlagen mit Blick auf die fortlaufenden gesetzlichen Anpassungen wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich sowie ökologisch notwendig ist.
Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?
Es handelt sich um eine Seminararbeit, die auf einer Literatur- und Datenanalyse basiert, wobei aktuelle Statistiken (z.B. vom Statistischen Bundesamt) und Gesetzestexte ausgewertet wurden.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen des EEG, eine Betrachtung des aktuellen Biogasanteils an der Stromerzeugung sowie die Vorstellung technischer Lösungsansätze wie Flexibilisierungsmaßnahmen und die Biomethan-Einspeisung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind EEG, Biogas, Energiewende, Flexibilisierung, Direktvermarktung, Biomethan, erneuerbare Energien und Wirtschaftlichkeit.
Warum ist die Flexibilisierung für Biogasanlagenbetreiber so wichtig?
Da Wind- und Solarenergie stark schwanken, müssen Biogasanlagen ihre Produktion anpassen. Durch eine flexible Fahrweise können sie Strom zu Spitzenzeiten anbieten, wenn das Netz Defizite aufweist, und so höhere Erlöse erzielen.
Welche Vorteile bietet die Einspeisung von Biomethan?
Biomethan kann in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist und transportiert werden, was eine größere räumliche und zeitliche Unabhängigkeit zwischen der Energieerzeugung und dem tatsächlichen Verbrauch ermöglicht.
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- Friedrich Strampe (Author), 2018, Die Zukunft der Biogasanlagen in Deutschland. Wichtiger Teil der Energiewende oder Auslaufmodell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1400005