Die Arbeit stellt den aktuellen Stand der theoretischen und empirischen Erfolgsfaktorenforschung von Bankfusionen dar und untersucht, ob die in der empirischen Kapitalmarktforschung häufig zitierten Erfolgsfaktoren für europäische Bankfusionen auch tatsächlich zu einer langfristigen Unternehmenswertsteigerung führen. Die Untersuchung wird anhand von drei ausgewählten Fällen von Fusionen im europäischen Bankensektor durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Fusionen im europäischen Bankensektor
2.1. Definition und Unterscheidungsmerkmale von Fusionen
2.2. Ursachen der Konsolidierung im europäischen Bankensektor
2.3. Fusionsmotive der Unternehmen
3. Die Erfolgsfaktoren von Fusionen im europäischen Bankensektor
3.1. Theoretische Konzepte zu den Erfolgsfaktoren einer Bankenfusion
3.2. Empirische Kapitalmarktforschung und Erfolgsmessung bei Bankfusionen
3.3. Ergebnisse der empirischen Kapitalmarktforschung in Bezug auf Erfolgsfaktoren bei Bankenfusionen
4. Methodik und Datenauswahl
4.1. Hypothese der Untersuchung
4.2. Kriterien zur Auswahl der Erfolgsfaktoren
4.3. Auswahl und Messung der Erfolgsfaktoren
4.4. Bewertung der Erfolgsfaktoren
5. Analyse der ausgewählten Fälle
5.1. Fall I: Die Übernahme der Bank Austria AG durch die HypoVereinsbank AG
5.1.1. Analyse der Erfolgsfaktoren der Fusion
5.1.1.1. Die übernehmende Bank: die HypoVereinsbank AG
5.1.1.2. Die Zielunternehmung: Bank Austria AG
5.1.1.3. Das fusionierte Unternehmen
5.1.2. Längerfristige Wertentwicklung: HypoVereinsbank AG & Bank Autria AG
5.1.2.1. Entwicklung der HVB-Aktie im Vergleich zum Markt - relative Betrachtung
5.1.2.2. Entwicklung der Marktkapitalisierung - absolute Betrachtung
5.1.2.3. Marktwert zu Buchwert (Market-to-Book-Ratio)
5.1.3. Zusammenfassung
5.2. Fall II: Deutsche Bank AG – Bankers Trust New York Corp
5.2.1. Analyse der Erfolgsfaktoren der Fusion
5.2.1.1. Die übernehmende Bank: die Deutsche Bank AG
5.2.1.2. Die Zielunternehmung: Bankers Trust New York Corp
5.2.1.3. Das fusionierte Unternehmen
5.2.2. Längerfristige Wertentwicklung: Deutsche Bank AG & Bankers Trust
5.2.2.1. Entwicklung der DB-Aktie im Vergleich zum Markt - relative Betrachtung
5.2.2.2. Entwicklung der Marktkapitalisierung - absolute Betrachtung
5.2.2.3. Marktwert zu Buchwert (Market-to-Book-Ratio)
5.2.3. Zusammenfassung
5.3. Fall III: UBS AG – PaineWebber Group Inc
5.3.1. Analyse der Erfolgsfaktoren der Fusion
5.3.1.1. Die übernehmende Bank: UBS AG
5.3.1.2. Die Zielunternehmung: PaineWebber Group Inc
5.3.1.3. Das fusionierte Unternehmen
5.3.2. Längerfristige Wertentwicklung: UBS AG & Paine Webber Group Inc
5.3.2.1. Entwicklung der UBS-Aktie im Vergleich zum Markt - relative Betrachtung
5.3.2.2. Entwicklung der Marktkapitalisierung - absolute Betrachtung
5.3.2.3. Marktwert zu Buchwert (Market-to-Book-Ratio)
5.3.3. Zusammenfassung
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den aktuellen Stand der theoretischen und empirischen Forschung zu Erfolgsfaktoren bei europäischen Bankenfusionen. Ziel ist es, zu untersuchen, ob die in der empirischen Kapitalmarktforschung häufig genannten Erfolgsfaktoren tatsächlich zu einer langfristigen Wertschöpfung führen. Dies wird anhand dreier konkreter Transaktionen im europäischen Bankensektor überprüft.
- Analyse der Konsolidierungswelle im europäischen Bankensektor und deren Ursachen
- Systematisierung theoretischer und empirischer Erfolgsfaktoren
- Untersuchung von Fallstudien (HypoVereinsbank/Bank Austria, Deutsche Bank/Bankers Trust, UBS/PaineWebber)
- Evaluation des langfristigen Erfolgs durch Kapitalmarktindikatoren wie Aktienkursentwicklung und Marktkapitalisierung
Auszug aus dem Buch
1.1. Einführung
In den 90er Jahren kam es zu einer zunehmenden Konzentration im Bankensektor. Aufgrund von Deregulierungen und technologischen Innovationen begann eine wahre Konsolidierungswelle im Bankensektor, die zunächst am stärksten in den USA zu spüren wahr und erst später nach Europa überschwappte. Von 1990 bis 1999 stieg das Transaktionsvolumen von Fusionen zwischen europäischen Banken um jährlich durchschnittlich 23,2%. Die meisten Fusionen in Europa fanden auf nationaler Ebene statt, obwohl man, nicht zuletzt aufgrund der EWU und der Einführung des Euros, eine Vielzahl von grenzüberschreitenden Transaktionen erwartet hatte. Es fanden jedoch weitaus mehr Fusionen zwischen Banken und Versicherungen zu sog. „Allfinanz“-Konzernen statt wie dies für den gleichen Zeitraum in den USA der Fall war (z.B. die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz Gruppe). Viele Banken versuchten, aufgrund des Rückgangs des klassischen Bankgeschäfts der Kreditvergabe in neue Geschäftsfelder zu diversifizieren und höhere Provisionseinkommen zu erzielen. Europäische Kredit- oder Universalbanken schlossen sich z.B. mit Investmentbanken zusammen, um ihr nichtzinsabhängiges Geschäft auszubauen.
Ein weiterer wichtiger Grund für die fortschreitende Konsolidierung im europäischen Bankensektor ist die starke Fragmentierung und die Überkapazität in vielen europäischen Ländern. Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, versuchten viele Banken mit Hilfe von Fusionen eine „kritische Masse“ zu erreichen um gegenüber der Konkurrenz gut positioniert zu sein. Das Erreichen einer bestimmten Größe ist jedoch kein Garant für den Erfolg. Trotz der ansteigenden Anzahl von Fusionen im europäischen Bankensektor sind weniger als die Hälfte der abgeschlossenen Transaktionen erfolgreich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darlegung der zunehmenden Konsolidierung im Bankensektor und Einführung in die Fragestellung zur Erfolgsfaktorenforschung.
2. Fusionen im europäischen Bankensektor: Definition, Motive und Ursachen für die Konsolidierung sowie Unterscheidungsmerkmale von Fusionsarten.
3. Die Erfolgsfaktoren von Fusionen im europäischen Bankensektor: Zusammenfassung theoretischer Konzepte und empirischer Ergebnisse hinsichtlich der Erfolgsmessung von Bankenfusionen.
4. Methodik und Datenauswahl: Erläuterung des Untersuchungsansatzes und der Kriterien zur Messung der zwanzig definierten Erfolgsfaktoren.
5. Analyse der ausgewählten Fälle: Detaillierte Untersuchung von drei spezifischen Bankenfusionen auf Basis der theoretisch erarbeiteten Erfolgsfaktoren und Kapitalmarktdaten.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse aus den drei Fallstudien und kritische Würdigung der Aussagekraft der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Bankfusionen, Erfolgsfaktoren, Konsolidierung, europäischer Bankensektor, Wertschöpfung, Kapitalmarktforschung, Shareholder-Value, Akquisitionen, Produktfokussierung, Diversifikation, Marktkapitalisierung, Synergiepotentiale, Bank Austria, HypoVereinsbank, Deutsche Bank, Bankers Trust, UBS, PaineWebber.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren für den Erfolg von Fusionen im europäischen Bankensektor verantwortlich sind und ob diese Faktoren tatsächlich zu einer langfristigen Wertsteigerung führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Ursachen der Konsolidierung im europäischen Bankensektor, die theoretische Definition von Erfolgsfaktoren sowie die empirische Überprüfung dieser Faktoren anhand von Kapitalmarktdaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu prüfen, ob die in der Fachliteratur häufig zitierten Erfolgsfaktoren für Bankenfusionen eine langfristige Wertschöpfung für die Aktionäre garantieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit kombiniert einen Literaturüberblick zur Erfolgsfaktorenforschung mit einer empirischen Fallstudienanalyse, bei der drei Transaktionen anhand von zwanzig definierten Erfolgsfaktoren und Kapitalmarktkennzahlen bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Herleitung der Erfolgsfaktoren und die detaillierte Analyse der Fusionen zwischen HypoVereinsbank/Bank Austria, Deutsche Bank/Bankers Trust sowie UBS/PaineWebber.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Bankfusionen, Erfolgsfaktoren, Konsolidierung, Shareholder-Value, Marktkapitalisierung und Synergiepotentiale.
Wie wurde der Erfolg der untersuchten Fusionen gemessen?
Der Erfolg wurde anhand von drei Kriterien gemessen: der Marktkapitalisierung nach der Fusion, der Aktienkursentwicklung im Vergleich zu Branchenindizes und der Entwicklung des Verhältnisses von Markt- zu Buchwert.
Welche Erkenntnisse liefert die Untersuchung zum Fall HypoVereinsbank und Bank Austria?
Die Fusion erfüllte weniger als die Hälfte der untersuchten Erfolgsfaktoren; die langfristige Entwicklung am Kapitalmarkt und die negative Aktienkursperformance deuteten auf eine aus Investorensicht wenig wertschöpfende Transaktion hin.
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- Kathrin Bösecke (Autor), 2003, Erfolgsfaktoren von Fusionen im Europäischen Bankensektor, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140005