Die Meisterhäuser stehen in lockerem Kiefernbestand bei je 20 Metern Abstand voneinander auf glatter Rasenfläche. Die Hausreihe wird am Gropiushaus durch den Garagenbau und der Gartenmauer von der Straße abgegrenzt. Die weißen Fassaden der vier Meisterhäuser betonen die kubischen Formen aus denen sie konzipiert sind und stehen im Kontrast zur schattigen Umgebung des Kiefernwäldchens.
Der äußere Eindruck der Häuser, dem Gropiushaus eingeschlossen, wird von asymmetrischen Fassadenelementen und kubischen Bauteilen bestimmt. Die Häuser sind aus stereometrischen Grundkörpern zusammengefügt, die scharfkantig sind, sich überlagern und durchdringen. Den Doppelhäusern liegt ein einheitlicher Typ zugrunde , das Gropiushaus nimmt von den vier Gebäuden eine Sonderstellung ein. Es ist in zwei Baukörper gegliedert. Einem Quader, der das Erd- und Sockelgeschoß darstellt und einem L-förmigen Baukörper als Obergeschoß. Teile des L-förmigen Obergeschoß-Baukörpers liegen auf dem Erdgeschoßquader auf, andere kragen vor, so wie an der Südwestseite des Hauses. Die dunklen Fensterflächen der groß dimensionierten Fenster und die schwarz lackierten Türen stellen Akzente zu den glatt verputzten weißen Fassaden her. Die Flachdächer unterstützen die Wirkung der geometrischen Formen der einzelnen Bauteile und sind gleichzeitig Erkennungszeichen Moderner Architektur. Die flachen Dächer geben dem Gebäude horizontale Linien. Bei der Proportionierung des Gebäudes herrscht eine horizontale Gelagertheit vor, die Treppenhausfenster setzen vertikale Akzente. Die Flachdächer, die Sockelzonen, die in Schwarz farblich abgehoben sind, die überdimensional langen Fenster, die in die Länge gezogenen Fenster des Souterrian, die scheibenartigen Balkone, die in Dunkel abgesetzten Dachabschlüsse, die filigranen Geländer der Dachterrasse, das Vorkragen des L-förmigen Baukörpers, das Vordach vor dem Eingang im Norden, was ebenfalls als Flachdach umgesetzt wurde, ergeben horizontale Linien. Das Treppenhausfenster, das dem Bau eines der wenigen vertikale Akzente setzt, ist als Metall-Glas-Scheibe reliefartig aufgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Das BAUHAUS. Eine Skizze
2 Die Meisterhäuser in Dessau.
2.1 „Die Meisterhäuser waren nicht nur ein Experiment auf der Suche nach neuen Wohnbauten für eine neue Lebensweise, sondern auch Künstlerhäuser.“
2.2 Das Gropiushaus. Eine Baubeschreibung
2.3 Das Gropiushaus. Eine Detailbeschreibung
3 Das Neue Bauen und das Neue Wohnen.
3.1 Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit. „Moderne Architektur und Wohngestaltung ermöglichen ein besseres Leben.“
3.2 Das Neue Bauen und das Neue Wohnen – eine Umsetzung dieser Zielsetzung in den Meisterhäusern?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Meisterhäuser in Dessau als architektonische Umsetzung der Bauhaus-Ideen. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Gebäude als Modell für das "Neue Bauen" und das "Neue Wohnen" fungierten, wobei insbesondere die funktionale Gestaltung, die Verbindung von Leben und Arbeiten sowie die ästhetische Formensprache im Fokus der Betrachtung stehen.
- Entwicklung und Zielsetzung des Bauhauses
- Architektonische Analyse der Meisterhäuser und des Gropiushauses
- Prinzipien des "Neuen Bauens" und funktionaler Wohnraumgestaltung
- Standardisierung und Rationalisierung im Wohnalltag
- Historische Rezeption und bauliche Veränderungen der Meisterhäuser
Auszug aus dem Buch
Das Gropiushaus. Eine Baubeschreibung
Die Meisterhäuser stehen in lockerem Kiefernbestand bei je 20 Metern Abstand voneinander auf glatter Rasenfläche. Die Hausreihe wird am Gropiushaus durch den Garagenbau und der Gartenmauer von der Straße abgegrenzt. Die weißen Fassaden der vier Meisterhäuser betonen die kubischen Formen aus denen sie konzipiert sind und stehen im Kontrast zur schattigen Umgebung des Kiefernwäldchens.
Der äußere Eindruck der Häuser, dem Gropiushaus eingeschlossen, wird von asymmetrischen Fassadenelementen und kubischen Bauteilen bestimmt. Die Häuser sind aus stereometrischen Grundkörpern zusammengefügt, die scharfkantig sind, sich überlagern und durchdringen. Den Doppelhäusern liegt ein einheitlicher Typ zugrunde, das Gropiushaus nimmt von den vier Gebäuden eine Sonderstellung ein. Es ist in zwei Baukörper gegliedert. Einem Quader, der das Erd- und Sockelgeschoß darstellt und einem L-förmigen Baukörper als Obergeschoß. Teile des L-förmigen Obergeschoß-Baukörpers liegen auf dem Erdgeschoßquader auf, andere kragen vor, so wie an der Südwestseite des Hauses. Die dunklen Fensterflächen der groß dimensionierten Fenster und die schwarz lackierten Türen stellen Akzente zu den glatt verputzten weißen Fassaden her. Die Flachdächer unterstützen die Wirkung der geometrischen Formen der einzelnen Bauteile und sind gleichzeitig Erkennungszeichen Moderner Architektur. Die flachen Dächer geben dem Gebäude horizontale Linien. Bei der Proportionierung des Gebäudes herrscht eine horizontale Gelagertheit vor, die Treppenhausfenster setzen vertikale Akzente.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das BAUHAUS. Eine Skizze: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Bauhauses 1919 unter Walter Gropius und beschreibt die Zielsetzung einer Verbindung von Kunst und Handwerk sowie die Entwicklung hin zum "Baukasten im Großen".
2 Die Meisterhäuser in Dessau.: Das Kapitel widmet sich der konkreten Projektbeschreibung der Meisterhäuser, ihrer Entstehung, der architektonischen Konzeption des Gropiushauses sowie der künstlerischen Gestaltung der Innenräume.
2.1 „Die Meisterhäuser waren nicht nur ein Experiment auf der Suche nach neuen Wohnbauten für eine neue Lebensweise, sondern auch Künstlerhäuser.“: Hier wird die Funktion der Häuser als Wohn- und Arbeitsort für bedeutende Bauhausmeister beleuchtet.
2.2 Das Gropiushaus. Eine Baubeschreibung: Eine detaillierte Betrachtung der äußeren Erscheinung, der geometrischen Formensprache und der Einbettung der Gebäude in die Umgebung.
2.3 Das Gropiushaus. Eine Detailbeschreibung: Dieses Kapitel analysiert spezifische Gestaltungselemente wie Fensteranordnungen, Lichtverhältnisse und die Auswirkungen der statischen Konstruktion auf die Dynamik des Gebäudes.
3 Das Neue Bauen und das Neue Wohnen.: Einführung in die theoretischen Grundlagen des "Neuen Bauens", bei dem die Form aus der Funktion erwächst und Lebensvorgänge durch Architektur rationalisiert werden sollen.
3.1 Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit. „Moderne Architektur und Wohngestaltung ermöglichen ein besseres Leben.“: Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Funktionalität und ästhetischem Anspruch sowie dem Ideal der Standardisierung.
3.2 Das Neue Bauen und das Neue Wohnen – eine Umsetzung dieser Zielsetzung in den Meisterhäusern?: Untersuchung der praktischen Anwendung des "Neuen Wohnens" durch Einbaumöbel, rationelle Grundrisse und die Rolle der Bauhauswerkstätten bei der Ausstattung.
Schlüsselwörter
Bauhaus, Walter Gropius, Meisterhäuser Dessau, Neues Bauen, Neues Wohnen, Funktionalismus, Gropiushaus, Standardisierung, Architekturgeschichte, Wohngestaltung, Moderne, Raumkonzept, Geometrie, Industriedesign, Bauhausmeister
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der architektonischen und sozialen Bedeutung der Meisterhäuser in Dessau als zentrales Beispiel der Bauhaus-Moderne.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, die architektonische Formensprache des "Neuen Bauens" und die Umsetzung funktionaler Wohnkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Status der Meisterhäuser als Demonstrationsobjekte für moderne Lebens- und Arbeitsweisen sowie deren architektonische Umsetzung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Analyse, gestützt auf zeitgenössische Quellen, architektonische Beschreibungen und Fachliteratur zum Bauhaus.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert das Gropiushaus, die ästhetischen Prinzipien des "Neuen Bauens" und die konkrete Ausgestaltung der Meisterhäuser im Sinne der Funktionalität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Bauhaus, Funktionalismus, Neues Bauen, Standardisierung und Wohnraumgestaltung stehen im Fokus.
Welche besondere Bedeutung kommt dem Gropiushaus zu?
Es nimmt innerhalb der Meisterhäuser eine Sonderstellung ein, da es als reines Wohnhaus für Walter Gropius konzipiert war und eine spezifische architektonische Gliederung aufweist.
Wie wurde das Ideal des "Neuen Wohnens" in den Meisterhäusern umgesetzt?
Dies erfolgte durch eine rationelle Organisation der Grundrisse, feste Einbauten wie Schränke und den Einsatz technischer Geräte zur Erleichterung der Hausarbeit.
Gab es im Laufe der Zeit bauliche Veränderungen an den Meisterhäusern?
Ja, ab 1933 kam es zu baulichen Veränderungen durch neue Bewohner, und nach dem Zweiten Weltkrieg führten Zerstörungen zu weiteren Eingriffen, bevor in den 90er Jahren mit der Wiederherstellung begonnen wurde.
Welche Rolle spielte die Farbe bei der Fassadengestaltung?
Weiß wurde als Ausdruck der "Farblosigkeit" und als Merkmal der modernen, funktionalen Architektur der 1920er Jahre bewusst eingesetzt.
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- Tina Pfab (Author), 2008, Die Meisterhäuser in Dessau - Das Gropiushaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140028