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Albert Oehlen - Protagonist der ständigen Hinterfragung des Mediums Malerei

Title: Albert Oehlen - Protagonist der ständigen Hinterfragung des Mediums Malerei

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 14 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Tina Pfab (Author)

Art - Painting
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„Albert Oehlen ist eine Schlüsselfigur der Ende der 70er-Jahre wiederauflebenden und bis heute aktuellen Mediendiskussion.“ Die Frage, wie man heutzutage malen kann, hat er auf ganz eigene Art beantwortet. Sein Beitrag zur Kunst der 80er Jahre ist eine Malerei skurriler Inhalte und Pinselgestiken.
Aber Oehlen hat das Medium Malerei über die späten 70er und 80er Jahre hinaus in einem internationalen Kontext neu definiert. Sein Anliegen ist nicht die Verteidigung und Fortführung eines traditionellen Bereichs. Ihm geht es darum, das Tafelbild gegenüber den neuen Medien und auch gegenüber seiner eigenen Geschichte immer wieder zu hinterfragen. Mit inszeniertem Desinteresse an der Form der Darstellung, Bedeutungsverschiebungen und Witz kommentiert er die Wertvorstellungen und Ideologien innerhalb der Kunst und die Rolle des klassischen Bildbegriffs.
In den 80er Jahren realisiert Oehlen seine serielle „Malerei über Malerei“. Ihm gelingt es abstrakte und figurative Elemente so zu verbinden, dass sie entweder nebeneinander stehen oder sich durchdringen. Zwischen 1982 und 1984 entstehen die Spiegelbilder, denen echte Spiegel eingefügt sind. Dadurch sollen einerseits die Stereotype der Bildbetrachtung, andererseits die fiktiven Bildräume in Frage gestellt werden.
Das Gemälde wird bei Oehlen zu einem Feld, indem eine Verschiebung des Bildes stattfindet. Es wird dadurch die Möglichkeit gegeben, eine fortwährende Erweiterung und Bewegung auf der Bildoberfläche zu finden - allerdings nicht im Sinne semantischer Doppeldeutigkeit. Er sucht durch Strategien der Komplizierung von Malerei eine größtmögliche Offenheit seines Œuvres. Nichts soll auf Dauer fixiert bleiben.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Albert Oehlen. Ein Protagonist der permanenten Hinterfragung des Mediums Malerei

3 Oehlens Kunst in den 80er Jahren

3.1 Die 80er Jahre unter dem Motto: „Ich halte nichts sauber.“

3.2 Abstrakte und figurative Elemente in Oehlens Malerei

3.3 Oehlens Portraits

3.4 Spiegelbilder

4 Abschließende Worte zu Albert Oehlens künstlerischen Schaffens

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert das künstlerische Schaffen von Albert Oehlen in den 1980er Jahren mit dem Ziel, seine kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Malerei zu erörtern. Die Arbeit untersucht, wie Oehlen durch die Verbindung von abstrakten und figurativen Elementen sowie durch innovative Techniken wie den Einsatz von Spiegeln den klassischen Bildbegriff hinterfragt und eine „Postungegenständlichkeit“ etabliert.

  • Die bewusste Verunreinigung von Malerei und Motiv als künstlerische Strategie
  • Die Rolle der „Spiegelbilder“ in der Erweiterung des Bildraums
  • Das Spannungsfeld zwischen abstrakten und figurativen Elementen
  • Oehlens Selbstportraits als Prozess der Bewusstseinsschärfung
  • Die Reflexion der Malerei in den 1980er Jahren unter dem Paradigma des „Bad Painting“

Auszug aus dem Buch

3.1 Die 80er Jahre unter dem Motto: „Ich halte nichts sauber.“

Die Motivauswahl und die Maltechnik stehen bei A. Oehlen in seiner jungen Schaffenszeit unter dem Motto der Verunreinigung. Die Motivauswahl Oehlens im Gegensatz zur „Königsdisziplin der freien Kunst“ ist einen Spagat weit voneinander entfernt. Tizian malt die Reinheit der Danaë, malt mit Hingabe den Eros, das Göttliche. Oehlen malt sich in verschissener Unterhose, malt öde Zaunslatten statt einem verlockenden Ausblick auf die Venus, malt Kot statt Goldregen, Ameisen statt Allegorien. Tizian malt mit Hingabe „nahezu immateriell erscheinenden Dukatenglanz“, Oehlen malt mit schmutziger Palette und groben Pinselstrichen frei dem Motto „Ich halte nichts sauber.“ Einzige Gemeinsamkeit Oehlens zu Tizian soll die Technik Öl auf Leinwand sein. Wobei Oehlen nicht nur Öl auf die Leinwand, sondern noch zusätzlich Lack aufträgt, der gegenüber dem Öl eine andere Trockenzeit aufweist. Dass er sich damit seine Arbeit erschwert und dass dies im eigentlichen Sinne einen Produktionshemmer darstellt, ist Absicht. Verschiedene Aspekte der Bildentstehung, wie Farbtöne, Pinselarten oder Farbkonsistenzen, werden als „Hindernisse“ eingesetzt. Ziel dabei soll es sein, eine mögliche Spontaneität zu vereiteln. Oehlen geht es darum Fehlerquellen zu gewinnen, die ihm sein „Bad Painting“ ermöglichen. Es geht nicht darum schlecht zu malen, sondern absichtlich schlecht zu malen. Oehlen selbst beschreibt diese Manier wie folgt: „Ich wollte ja schlechte Malerei machen, Bad Painting, und habe teilweise auch sehr schnell gemalt, aber nur um von den daraus entstehenden Fehlern zu profitieren.“ Zudem arbeitet er gezielt an Bildstörungen, Banalisierungen und Übertreibungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das künstlerische Schaffen von Albert Oehlen in den 1980er Jahren und fokussiert dabei auf seine reflektierte Auseinandersetzung mit der Malerei.

2 Albert Oehlen. Ein Protagonist der permanenten Hinterfragung des Mediums Malerei: Dieses Kapitel definiert Oehlen als zentrale Figur der Mediendiskussion, die das Tafelbild gegenüber neuen Medien und der eigenen Geschichte hinterfragt.

3 Oehlens Kunst in den 80er Jahren: Das Hauptkapitel untersucht die Entwertung des Gegenstandes und das Streben nach Autonomie des Bildes frei von stilistischen oder ideologischen Zwängen.

3.1 Die 80er Jahre unter dem Motto: „Ich halte nichts sauber.“: Hier wird die „Bad Painting“-Strategie beleuchtet, bei der gezielte Fehler und „objektiver Schmutz“ zur Provokation und Hinterfragung der Kunsttradition eingesetzt werden.

3.2 Abstrakte und figurative Elemente in Oehlens Malerei: Dieses Kapitel thematisiert das Verschwimmen der Grenzen zwischen Abstraktion und Figuration, bei dem das Bild zur eigenständigen, materiellen Realität wird.

3.3 Oehlens Portraits: Die Analyse konzentriert sich auf Selbstportraits und Bildnisse anderer Figuren, in denen Oehlen durch die Integration echter Spiegel den Betrachter in das Werk einbezieht.

3.4 Spiegelbilder: Das Kapitel erläutert den Einsatz realer Spiegel als formales Mittel, um Bildräume zu erweitern und den Betrachter zum aktiven Teilnehmer zu machen.

4 Abschließende Worte zu Albert Oehlens künstlerischen Schaffens: Der Abschluss fasst die Entwicklung Oehlens über die 80er Jahre hinaus bis hin zur Arbeit mit digitalen Medien zusammen.

Schlüsselwörter

Albert Oehlen, Malerei, Bad Painting, Postungegenständlichkeit, Spiegelbilder, Kunstgeschichte, 80er Jahre, Bildraum, Zentralperspektive, Entwertung des Gegenstandes, künstlerische Strategie, Moderne, Selbstportrait, Medienreflexion, Bildästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem künstlerischen Schaffen von Albert Oehlen in den 1980er Jahren und seiner intensiven, kritischen Auseinandersetzung mit dem Medium Malerei.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte des „Bad Painting“, die Strategie der Bildverunreinigung, die Verschränkung von Abstraktion und Figuration sowie der gezielte Einsatz von Spiegeln im Bildraum.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Oehlens künstlerisches Anliegen – die ständige Hinterfragung des Mediums Malerei und die Befreiung des Bildes von ideologischen Festlegungen – nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit folgt einer kunsthistorischen Analyse, die ausgewählte Werkserien (wie die Spiegelbilder oder Portraits) theoretisch einordnet und durch Zitate des Künstlers sowie zeitgenössische Kunstkritik untermauert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Oehlens Motivwahl, seiner Technik der Bildstörung, der Auflösung von Perspektive sowie der funktionalen Rolle von eingearbeiteten Spiegeln in seinen Gemälden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem „Bad Painting“, „Entwertung des Gegenstandes“, „Postungegenständlichkeit“, „Spiegelbilder“ und „Medienreflexion“.

Warum verwendet Oehlen „schmutzige Palette“ und fehlerhafte Techniken?

Diese bewusste Entscheidung dient als „Produktionshemmer“, um Spontaneität zu unterbinden und durch gezielt erzeugte Fehler eine neue Form der künstlerischen Freiheit und Offenheit im Bild zu erreichen.

Welche Bedeutung haben die in die Bilder eingearbeiteten Spiegel?

Die Spiegel fungieren als reale, nicht-illusionistische Elemente, die den Bildraum physisch erweitern und den Betrachter zwangsläufig zum Teil des Werkes machen, wodurch das Bild zu einem sich ständig verändernden Feld wird.

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Details

Title
Albert Oehlen - Protagonist der ständigen Hinterfragung des Mediums Malerei
College
http://www.uni-jena.de/  (Kunsthistorisches Seminar und Kustodie)
Course
Die Kunst in den 80er Jahren
Grade
2,3
Author
Tina Pfab (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V140032
ISBN (eBook)
9783640502769
ISBN (Book)
9783640503070
Language
German
Tags
Oehlen 80er Jahre abstrakte figurative Elemente Portrait Spiegelbilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Pfab (Author), 2009, Albert Oehlen - Protagonist der ständigen Hinterfragung des Mediums Malerei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140032
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