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Die Entwicklung der sowjetischen Außenpolitik zwischen 1985 und 1988 unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten

Title: Die Entwicklung der sowjetischen Außenpolitik zwischen 1985 und 1988 unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Helmig (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Für Russland stand am Ende das Scheitern des „Experiments Moderne“. Deutschland erlebte seine Wiedervereinigung und die Überwindung eines Anachronismus in Europa. Die zeitliche Nähe dieser Ereignisse und die Rolle der Sowjetunion als Schutzmacht ihres künstlichen Satelliten auf deutschen Boden legen nahe, dass beide Ereignisse eng zusammenhängen. Mit dem Auftreten Gorbatschows auf der Weltbühne veränderten sich die sozialistische Welt und die internationalen Beziehungen nachhaltig. Abzusehen war dies bei der Wahl Gorbatschows zum Generalsekretär der KPdSU am 11.03.1985 nicht, verfügte er doch noch nicht über ein in sich kongruentes Konzept einer neuen Politik. Vielmehr war er durch die vorgefundene Ausgangslage der SU, sowohl außen- als auch innenpolitisch gezwungen neue Wege zu gehen. Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, welchen neuen Weg Gorbatschow, unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten bis 1988, im Bereich der Außenpolitik ging. Hierbei soll im ersten Teil der Arbeit umfassend beschrieben werden, welche maßgeblichen innen- und außenpolitischen Entwicklungen das SU-Imperium bis zur Amtsübernahme Gorbatschows prägten, also welche Ausgangsbedingungen er vorfand und wie diese ggf. sein Handeln determinierten. Im zweiten Teil soll das Konzept der gorbatschowschen Außenpolitik sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf seine praktische Anwendung in der Außenpolitik der SU untersucht werden. Im dritten Teil der Arbeit soll umfassend auf Auswirkungen dieses Konzeptes auf die sowjetisch-deutschen Beziehungen in der Amtszeit Gorbatschows bis 1988 eingegangen werden Um den dringend benötigten Wandel in der Außenpolitik zu vollziehen, musste der Praxis im „Land der angewandten Säkularreligion“ parziell eine neue theoretische Konzeptbildung vorangehen. Gorbatschow und sein Equipe lösten sich von der bisherigen Theorie des leninistischen Klassenkampfschemas in den internationalen Beziehungen. Mit dem „Neuen politischen Denken“ bildete sich in der SU eine außenpolitische Denkschule heraus, welche die Interdependenz der Staatenwelt akzeptierte und sich zu westlichen Völkerrechtsregelungen bekannte. Hoffte Gorbatschow anfangs noch, dass das äußere Imperium auf eigenen Füßen stehen würde so zeigte sich schnell das die Abkehr von der breschnewschen Interventionsdoktrin hin zum Prinzip der freien Wahl als Katalysator für die Auflösungserscheinungen des Ostblockes wirkten.

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Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 FORSCHUNGS- UND LITERATURSTAND

1.2 METHODISCHES VORGEHEN

2 EIN SCHWERES ERBE –

2.1 PHASE DER STAGNATION

2.2 DER CHARAKTER SOWJETISCHER AUßENPOLITIK

2.3 EIN NEUER KALTER KRIEG UNTER BRESCHNEW

3 DER WANDEL DER SOWJETISCHEN AUßEN- UND SICHERHEITSPOLITIK

3.1 DAS „NEUE POLITISCHE DENKEN“

3.1.1 Ganzheitlichkeit der Welt

3.1.2 Das Ende der Breschnew-Doktrin und das Prinzip der freien Wahl

3.1.3 Das gemeinsame europäische Haus

4 DIE SOWJETISCHE DEUTSCHLANDPOLITIK BIS 1988

4.1 DAS VERHÄLTNIS ZUR DDR BIS 1985

4.2 DAS VERHÄLTNIS ZUR BRD BIS 1985

4.3 DIE BEZIEHUNGEN ZUR DDR VON 1985 BIS 1988

4.3.1 Gorbatschow und Honecker

4.3.2 Der Bruch des unwiderruflichen Bündnisses SU-DDR

4.4 DIE BEZIEHUNGEN ZUR BRD VON 1985 BIS 1988

4.4.1 Normalisierung und Wandel

4.4.2 Der Bruch des Eises

5 RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Transformation der sowjetischen Außenpolitik unter Michail Gorbatschow zwischen 1985 und 1988. Dabei wird analysiert, wie sich das Konzept des „Neuen politischen Denkens“ auf die Beziehungen zur DDR und zur BRD auswirkte und den Weg für den politischen Wandel in Europa ebnete.

  • Die „Phase der Stagnation“ als Ausgangsbedingung für Reformen.
  • Die theoretischen Grundlagen des „Neuen politischen Denkens“.
  • Der Wandel in den sowjetisch-deutschen Beziehungen zwischen Entideologisierung und Ökonomisierung.
  • Die wachsende Distanz zwischen der sowjetischen Führung und dem DDR-Regime.
  • Die schrittweise Normalisierung und Aufwertung des Verhältnisses zur BRD.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Ganzheitlichkeit der Welt

„Wir haben die Realität…den Kernpunkt erkannt: Die wachsende Abhängigkeit der Staaten in der Weltgemeinschaft.“27 Es bildet sich eine „ganzheitliche Welt heraus“28. Gorbatschow bezog sich in seinen Ausführungen auf „globale Probleme…die für die Geschicke der Zivilisation lebenswichtig werden“.29 Die Akzeptanz, das „jede Staatengruppe, jedes Land seine eigenen Interessen hat“30 bedeutet eine Abkehr von der rein bipolaren Weltsicht. Die Akzeptanz einer pluralistischen Staatenwelt, wie sie das universelle Völkerrecht vorsieht, ermöglichte der sowjetischen Außenpolitik einige Erfolge. Nach 1985 konnten diplomatische Beziehungen mit Israel, Ägypten, Chile und anderen Staaten reaktiviert werden. Ferner gelang nach dem Abzug aus Afghanistan im Frühjahr 1989 und der Beilegung von Grenzstreitigkeiten ein Ausgleich mit China sowie nach der Teilnahme der SU bei den olympischen Spielen 1988 in Seoul eine Annäherung an Südkorea.31 Mit seiner Außenpolitik schaffte es Gorbatschow vor allen gegenüber der westlichen Welt, insbesondere den USA, Glaubwürdigkeit zu vermitteln und so seine innenpolitischen Reformen durch außenpolitische Entspannung abzusichern. Die Abkehr von einem spezifisch sozialistischen Völkerrecht hatte jedoch auch weitreichende Auswirkungen auf das Einflussgebiet in Osteuropa.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Ausgangslage Gorbatschows und definiert das Ziel der Arbeit, den Wandel der Außenpolitik unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Staaten zu untersuchen.

2 EIN SCHWERES ERBE –: Dieses Kapitel analysiert die innenpolitische Stagnation und die imperialen Belastungen, die Gorbatschow bei seinem Amtsantritt 1985 vorfand.

3 DER WANDEL DER SOWJETISCHEN AUßEN- UND SICHERHEITSPOLITIK: Hier wird die Abkehr von der ideologischen Konfrontation hin zum „Neuen politischen Denken“ sowie dessen Kernelemente beschrieben.

4 DIE SOWJETISCHE DEUTSCHLANDPOLITIK BIS 1988: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die veränderten Beziehungen zu DDR und BRD, geprägt von ökonomischen Zwängen und diplomatischer Neuausrichtung.

5 RESÜMEE: Das Resümee fasst zusammen, wie das „Neue politische Denken“ den Zusammenbruch der alten Bündnissysteme begünstigte und die Grundlage für die spätere Wiedervereinigung schuf.

Schlüsselwörter

Gorbatschow, Sowjetunion, Außenpolitik, Neues politisches Denken, DDR, BRD, Deutschlandpolitik, Perestroika, Glasnost, Kalter Krieg, Entideologisierung, Wiedervereinigung, Breschnew-Doktrin, Weltmacht, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die grundlegende Neuausrichtung der sowjetischen Außenpolitik unter Michail Gorbatschow im Zeitraum von 1985 bis 1988.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der systemische Wandel des „Neuen politischen Denkens“, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die sich verändernden diplomatischen Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gorbatschows neue außenpolitische Doktrin die traditionellen Beziehungen zur DDR lockerte und gleichzeitig eine Annäherung an die BRD ermöglichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen, politischen Dokumenten, Erinnerungen von Diplomaten sowie einschlägiger Fachliteratur zur Transformationsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der „Phase der Stagnation“ unter Breschnew, dem ideologischen Umbruch im Politbüro und den spezifischen Entwicklungen in der Deutschlandpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gorbatschow, Neues politisches Denken, Deutschlandpolitik, Systemtransformation und Entideologisierung der internationalen Beziehungen.

Warum verhärtete sich das Verhältnis zwischen Gorbatschow und Honecker?

Die Distanz entstand, weil Gorbatschow Reformen forderte, während das DDR-Regime an alten Dogmen festhielt und die Stabilität des eigenen Systems durch die neue sowjetische Offenheit bedroht sah.

Welche Rolle spielte die BRD in Gorbatschows neuen Überlegungen?

Die BRD wurde zunehmend als unverzichtbarer wirtschaftlicher Partner und Schlüsselfigur für die Integration der Sowjetunion in die europäische Ordnung begriffen.

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Details

Title
Die Entwicklung der sowjetischen Außenpolitik zwischen 1985 und 1988 unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Die Russen als Verlierer des 20. Jahrhunderts oder was war der Sowjetsozialismus
Grade
1,3
Author
Thomas Helmig (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V140045
ISBN (eBook)
9783640480289
ISBN (Book)
9783640480340
Language
German
Tags
Kalter Krieg Außenpolitik Sowjetunion Gorbatschow Internationale Beziehungen Ost-West Konflikt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Helmig (Author), 2008, Die Entwicklung der sowjetischen Außenpolitik zwischen 1985 und 1988 unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zu den beiden deutschen Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140045
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