Mit der Gesetzgebungsinitiative INSPIRE soll die europaweite Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Geobasis und Geofachdaten verbessert und damit eine Basis für die Harmonisierung und Vernetzung nationaler Geodateninfrastrukturen geschaffen werden. Der Themenbereich „Umwelt“ steht dabei im Vordergrund. Im Annex des Entwurfes der INSPIRE - Richtlinie werden deshalb neben Geobasisdaten eine Reihe von Umweltthemen aufgelistet, für die Geofachdaten bereitgestellt werden müssen. INSPIRE ist auf die 34 Themenfelder begrenzt, die in den drei Anhängen zur Richtlinie aufgeführt sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
2 Grundlagen und Stand der Forschung
3 INSPIRE
4 Umsetzung von INSPIRE in Deutschland
5 Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der INSPIRE-Richtlinie für die europaweite Harmonisierung und Nutzbarmachung von Geodaten darzustellen und die konkrete Umsetzung dieser europäischen Vorgaben in die föderale Struktur Deutschlands zu analysieren.
- Bedeutung von Geoinformationen als Wirtschaftsgut
- Herausforderungen in der aktuellen Geodateninfrastruktur (GDI)
- Ziele und inhaltliche Schwerpunkte der INSPIRE-Richtlinie
- Analyse des Umsetzungsstandes der INSPIRE-Richtlinie in den deutschen Bundesländern
- Rolle des Interministeriellen Ausschusses für Geoinformationswesen (IMAGI)
Auszug aus dem Buch
1 Einführung in die Thematik
Geoinformationen spielen in der heutigen Welt eine entscheidende gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle. Der Einsatz Geographischer Informationssysteme (GIS) ist in der Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung unabdingbar geworden. In den Bereichen Umwelt- und Katastrophenschutz, Agrar- und Verkehrswirtschaft sowie Raum- und Stadtplanung werden seit langer Zeit die Erkenntnisse aus der Erhebung und Verwertung von räumlichen Informationen genutzt. Diese stetig wachsende Nachfrage nach Geodaten fordert zunehmend Unternehmen, Geoinformationen weiter zu entwickeln und für eine ständige Aktualisierung zu sorgen. Sowohl in privatrechtlichen Unternehmen als auch in der öffentlichen Verwaltung werden diese Daten gepflegt, erfasst und bereitgestellt. Aber auch qualitativ hochwertige Geodaten nutzen wenig, wenn sie nicht gut dokumentiert und nach festgelegten Suchkriterien auffindbar sind. Für eine wirtschaftliche Nutzung sind nicht nur die Geodaten, sondern auch die beschreibenden Informationen der Daten von großer Wichtigkeit.
Um der immer größer werdenden Datenflut gerecht zu werden, ist es notwendig, geeignete Systeme und Anwendungen zu entwickeln, die diese verwalten können. Hierbei geht es nicht nur um ein strukturiertes Abspeichern, sondern viel mehr um die Erhöhung der Widerauffindbarkeit und Nutzbarkeit dieser Daten. Zu diesem Zweck müssen zu den Datensätzen Informationen erfasst werden, welche sie beschreiben. Diese Daten über Daten (Metadaten) gewannen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und sind heute im Bereich der Geowissenschaften ein fester Bestandteil der Aufgabe zur Beschreibung großer Datenmengen.
Mit dem Thema Umwelt - Metadaten und der Rolle internationaler Normierungsprozesse für Umweltinformationen beschäftigen sich seit Jahren Gremien, Fachexperten und Anwendungsentwickler von Umweltinformationssystemen. Im Zuge der INSPIRE - Richtlinie und der Entwicklung des ISO - Standards 19115 für Metadaten steht diese Thematik derzeit in der Diskussion.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel erläutert die wachsende gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Geoinformationen sowie die Notwendigkeit von Metadaten für die effiziente Datenverwaltung.
2 Grundlagen und Stand der Forschung: Hier werden Geodaten als Wirtschaftsgut definiert und die technischen sowie organisatorischen Probleme bei der Nutzung von Geodateninfrastrukturen (GDI) analysiert.
3 INSPIRE: Das Kapitel behandelt die Ziele, die Struktur und die thematischen Anhänge der europäischen INSPIRE-Richtlinie zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur.
4 Umsetzung von INSPIRE in Deutschland: Es wird der Stand der rechtlichen und organisatorischen Implementierung der Richtlinie in den Bundesländern sowie die Rolle des IMAGI erläutert.
5 Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Referenzen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
INSPIRE, Geodaten, Geodateninfrastruktur, GDI, Metadaten, Geoinformationen, Umweltinformationen, Harmonisierung, IMAGI, Raumdaten, GIS, Standardisierung, Geoportal, Datenaustausch, Interoperabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der INSPIRE-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft und deren Ziel, Geodaten für Behörden, Wirtschaft und Bürger europaweit unter einheitlichen Bedingungen nutzbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung von Geodaten für moderne Gesellschaften, die Notwendigkeit einer Geodateninfrastruktur (GDI) und die Herausforderungen bei deren technischer und rechtlicher Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Kontext der INSPIRE-Richtlinie aufzuzeigen und den Fortschritt der Umsetzung dieser Richtlinie innerhalb der föderalen Struktur Deutschlands kritisch zu betrachten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Strategiepapieren sowie offiziellen Dokumenten zur Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen von GDI, stellt die spezifischen Anforderungen der INSPIRE-Richtlinie dar und vergleicht den Umsetzungsstand der nationalen Rechtsetzung in den deutschen Bundesländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie INSPIRE, Geodateninfrastruktur, Metadaten, Interoperabilität und Harmonisierung geprägt.
Welche Rolle spielt das IMAGI bei der Umsetzung?
Das IMAGI (Interministerieller Ausschuss für Geoinformationswesen) koordiniert den Aufbau der GDI-DE und überwacht die Meilensteinpläne für die Einhaltung der INSPIRE-Vorgaben.
Warum ist die föderale Struktur in Deutschland eine Herausforderung für INSPIRE?
Aufgrund der föderalen Struktur liegt die Zuständigkeit für Geodaten bei verschiedenen Akteuren auf Bundes- und Landesebene, was die Vereinheitlichung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Datenhaltung erschwert.
Welche Rolle spielen die Anhänge der INSPIRE-Richtlinie?
Die Anhänge I bis III definieren die 34 thematischen Kategorien (z.B. Koordinatenreferenzsysteme, Umweltüberwachung, Bodennutzung), für die verbindliche Standards für Metadaten und Geodienste zu implementieren sind.
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- Master of Science in Geography Stefan Blanaru (Author), 2008, Die INSPIRE - Richtlinie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140068