Unternehmen streben nach Erfolg. Die Faktoren, die diesen Erfolg beeinflussen sind sehr vielschichtig und oft nur schwer erklärbar. Ein innovatives Produkt oder eine Dienstleistung, eine konsistente Strategie, eine ausreichende Ausstattung mit Kapital und die vorhandenen Humanressourcen sind nur einige Faktoren, die den Erfolg eines Unternehmens beeinflussen. Die folgende Arbeit wird sich mit einem dieser Faktoren intensiv beschäftigen: dem Manager.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Einfluss von Managern auf den Unternehmenserfolg
2.1 Modellübersicht
2.2 Daten und empirische Herangehensweise
2.3 Modellspezifikation
2.4 Ergebnisse und deren Robustheit
3. Weiterführende Untersuchungen zum Einfluss von Managern
3.1 Heterogenität der Manager
3.2 Übergreifende Muster im Managementstil
3.3 Problematische Interpretation von managerfixen Effekten
3.4 Einfluss von Schulbildung und Geburtsjahr
4. Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Studie von Bertrand und Schoar, inwieweit Top-Manager einen messbaren Einfluss auf die Unternehmenspolitik und den Unternehmenserfolg ausüben. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, ob sich die Unternehmensperformance durch spezifische, managerfixe Effekte (MFE) erklären lässt und wie heterogen diese Einflüsse innerhalb der Führungsebene ausgeprägt sind.
- Empirische Analyse des Einflusses von Top-Managern auf Firmenpolitiken.
- Differenzierung zwischen unternehmensfixen und managerfixen Effekten.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Managementstil, Unternehmenserfolg und Governance.
- Analyse der Auswirkungen von Managercharakteristika wie Ausbildung und Alter auf Investitionsentscheidungen.
Auszug aus dem Buch
2. Der Einfluss von Managern auf den Unternehmenserfolg
Man unterscheidet generell zwischen zwei Modellen, die eine Unternehmung beschreiben.
Zum einen gibt es das Neoklassische Modell. Hier bleibt das Innenleben des Unternehmens unberücksichtigt. Es werden eine Produktionsfunktion und der Gewinnmaximierungsgedanke unterstellt. Der Manager führt das Unternehmen und tritt als ein Substitut auf, das keinerlei Auswirkungen auf das operative Geschäft der Unternehmung hat. Wenn folglich die Produktionsbedingungen, Technologien und Inputfaktoren in zwei zu vergleichenden Unternehmen jeweils gleich sind, kann das Managementteam zwischen diesen beliebig ausgetauscht werden und es werden sich keine Änderungen in der Performance ergeben.
Das Prinzipal-Agenten-Modell hingegen gewährt den Managern Entscheidungsfreiheit, um ihre Ziele zu erreichen. Jedoch bleibt auch hier die Heterogenität der Manager unbeachtet. Um die Variation im Unternehmensgeschehen zu erklären, kommen der Unternehmung in dieser Theorie differenzierte Möglichkeiten zu, das Führungsverhalten des Managers einzugrenzen. Der Aufsichtsrat hat zum Beispiel zahlreiche Möglichkeiten, restriktiv auf das operative Handeln eines Vorstandes Einfluss zu nehmen.
Zusammenfassend können, wie bereits angedeutet, keine zufrieden stellenden Aussagen über die Einflüsse unterschiedlicher Charaktere von Managern getroffen werden. Man müsste dazu individuelle Präferenzen, Risikoneigungen, unternehmerischen Fähigkeiten und das eigene Urteilsvermögen berücksichtigen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, schlagen Bertrand und Schoar eine Erweiterung der oben beschriebenen Modelle vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vielschichtigen Faktoren des Unternehmenserfolgs und führt die zentrale Rolle des Managers sowie die methodische Grundlage der Arbeit ein.
2. Der Einfluss von Managern auf den Unternehmenserfolg: Dieses Kapitel stellt theoretische Modelle vor und erläutert die Datengrundlage sowie die empirische Regressionsspezifikation, um den Einfluss von Managern messbar zu machen.
3. Weiterführende Untersuchungen zum Einfluss von Managern: Hier wird die Heterogenität unter Führungskräften analysiert, übergreifende Verhaltensmuster identifiziert und die Rolle von Ausbildung und Alter der Manager betrachtet.
4. Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung kritisch und diskutiert methodische Herausforderungen sowie Grenzen der Kausalitätsannahme.
Schlüsselwörter
Organisationsökonomie, Unternehmenserfolg, Top-Manager, managerfixe Effekte, Unternehmensergebnisse, Investitionspolitik, Finanzpolitik, Managementstil, Corporate Governance, Regressionsanalyse, Unternehmensperformance, Führungskräfte, Humanressourcen, MBA-Einfluss, empirische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung, ob und wie Top-Manager die Strategie und den Erfolg von Unternehmen maßgeblich beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Identifikation von managerfixen Effekten, der Zusammenhang zwischen Managementstilen und Firmenkennzahlen sowie der Einfluss soziodemografischer Faktoren auf das Führungsverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob ein Manager durch seine persönlichen Charakteristika einen signifikanten Beitrag zur Gestaltung der Unternehmenspolitik und Performance leisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden ökonometrische Regressionsanalysen verwendet, die auf großen Datensätzen wie dem "Forbes 800" basieren, um fixe Effekte von Managern und Unternehmen zu isolieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst den Modellaufbau, die Datenbeschreibung, die statistische Schätzung von Managereffekten sowie die detaillierte Analyse von Verhaltensunterschieden und deren Interpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Organisationsökonomie, managerfixe Effekte, Unternehmensperformance und empirische Analyse beschreiben.
Wie gehen die Autoren mit dem Problem der Interpretation um?
Die Arbeit diskutiert ausführlich, dass statistische Korrelationen nicht automatisch kausal interpretierbar sind und warnt vor Fehlinterpretationen aufgrund selektiver Effekte.
Welchen Einfluss haben Alter und Ausbildung eines Managers?
Die Analyse zeigt, dass jüngere Manager und solche mit MBA-Abschluss tendenziell risikofreudiger investieren, während ältere Führungskräfte eher konservative Finanzstrategien verfolgen.
- Arbeit zitieren
- Moritz Weiher (Autor:in), 2009, Einfluss von Managern auf den Unternehmenserfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140081