Die vorliegende Diplomarbeit definiert die Ansätze für eine kindgerechte Gestaltung von Essenssituationen, indem sie sich nach den physiologischen und sozialen Bedürfnissen von Schulkindern richtet. Dabei ist es das allgemeine Ziel, die Gesundheit und die Ernährungskompetenz der Zielgruppe zu fördern. Mein Ziel ist es, mir mehr Wissen zum Thema kindgerechte und ausgewogene Ernährung anzueignen. Es ist mir wichtig, in meiner Praxis Essenssituationen zu optimieren und kindgerecht zu gestalten. Was brauchen Kinder für eine ausgewogene Ernährung? Wie lassen sich Essenssituationen in einer Tagesstruktur kindgerecht und lustvoll gestalten? Wie können Essenssituationen als Lernmomente partizipativ genutzt werden?
Bei Bedarf verbringen Kindergartenschülerinnen und -schüler sowie Primarschülerinnen und -schüler freie Zeit in der schulergänzenden Betreuung. Während dieser Zeit erhalten die betreuten Kinder in der Schule Frühstück, Mittagessen und je nach Anmeldung auch eine Zwischenmahlzeit. Zudem ist die Ausweitung des Verpflegungsangebotes auf die Sekundarschulen in Planung. Deshalb ist die Relevanz der Ernährungsgestaltung im schulergänzenden Kontext ein aktuelles Thema.
Mit dem Thema Ernährung und Essen beschäftigen sich nicht nur die Betreuungspersonen in den schulergänzenden Tagesstrukturen. Vielmehr befassen sich die damit beauftragten Mitarbeitenden in sämtlichen sozialen Institutionen fast täglich mit der Umsetzung und der Gestaltung der Essenssituationen. Denn das Thema Ernährung ist in allen Bereichen der sozialpädagogischen Arbeit zu finden. Dabei reichen diese von Einrichtungen für die Aufnahme von Flüchtlingen und die Suchtkrankenhilfe über den Strafvollzug und Kindertagesstätten bis hin zu Schlafstellen für Obdachlose und Altersheime. Hier gilt es täglich Fragen nach der Essensversorgung und deren Umsetzung zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ausgangslage und Eingrenzung
1.2 Motivation
1.3 Zielsetzung und Leitfragen
1.4 Datenschutz und Sprachgebrauch
1.5 Beschreibung des Vorgehens
2. Ernährungslehre
2.1 Definition
2.1.1 Definition der Ernährung
2.1.2 Definition der Ernährungslehre
2.2 Ernährung von Kindern
2.2.1 Schweizer Ernährungsscheibe
2.2.2 Können Kinder vegetarisch ernährt werden?
2.2.3 Spass und Genuss
2.2.4 Kindergerechte Ernährungslehre und die Zahngesundheit
2.3 Vorbildfunktion der Bezugspersonen
2.4 Gesundes Körpergewicht – die Energiebilanz
2.5 Bewegung
2.6 Sozialpädagogisches Fazit
3. Partizipation
3.1 Definition der Partizipation
3.2 Stufenmodell der Partizipation
3.3 Sozialpädagogisches Fazit
4. Erlebnisküche als methodischer Ansatz
4.1 Definition und Entstehung der Erlebnisküche
4.2 Erlebnispädagogik – Erlebnisküche
4.3 Grundhaltung in der Erlebnisküche
4.3.1 Selbstwirksamkeitserfahrung
4.3.2 Alltägliche Handlung
4.3.3 Esskultur
4.3.4 Das Erlebnis in der Küche
4.4 Sinneserfahrung
4.5 Erlebnis und Ernährung als Thema in der sozialpädagogischen Einrichtung
4.6 Sozialpädagogisches Fazit
5. Praxisteil
5.1 Vorgehen
5.2 Institution /Rahmenvorgaben
5.2.1 Verknüpfung mit der Theorie
5.2.2 Abgeleitete Handlungsvorschläge
5.3 Haltung des sozialpädagogischen Teams
5.3.2 Abgeleitete Handlungsvorschläge
5.4 Methodik
5.5 Gruppengeschehen
6. Sozialpädagogischer Auftrag und Transfer
6.1 Evaluation und Austausch
7. Antwort auf die Leitfragen
7.1 Zielsetzung
7.2 Leitfragen
8. Fazit und Reflexion
9. Persönlicher Lernprozess
10. Schlusswort
11. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Ansätze für eine kindgerechte Gestaltung von Essenssituationen in schulergänzenden Betreuungseinrichtungen zu entwickeln, um die Gesundheit und Ernährungskompetenz der Kinder zu fördern und sie partizipativ in den Prozess einzubeziehen.
- Ernährungslehre: Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung für Kinder
- Partizipation: Bedeutung von Mitbestimmung bei Mahlzeiten
- Erlebnisküche: Methodischer Ansatz zur Förderung der Erlebnisorientierung
- Praxistransfer: Konkrete Handlungsvorschläge für den Betreuungsalltag
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Es ertönt ein tiefer Gong aus einer goldglänzenden Klangschale. 32 Kinder laufen durch einen grossen, loftartigen Raum und suchen ihren Platz. Es herrscht ein Lautstärkepegel, der nicht zu überhören ist, als die sozialpädagogische Mitarbeiterin durch den Raum ruft: „Setzt euch bitte hin, das Essen wird kalt!“ Einige Kindergartenkinder spielen jedoch weiter, bis die Praktikantin die Kleinen nach dem Händewaschen zu Tisch bittet. Lena, 12 Jahre alt, schreit nach einem kurzen Blick auf die Menütafel: „Was, schon wieder Broccoli? Das esse ich sicher nicht!“ Andere Kinder lachen und schliessen sich Lenas Protest an. Obwohl dies der ganz normale Alltag in einer schulergänzenden Tagesstruktur ist, stellte diese Situation in meiner sozialpädagogischen Einrichtung eine grosse Herausforderung für mich dar. Deshalb beschäftige ich mich in dieser Arbeit mit der Gestaltung und Optimierung von Essenssituationen in schulergänzenden Betreuungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die täglichen Herausforderungen bei Essenssituationen in der schulergänzenden Betreuung und leitet die Forschungsfrage sowie das Vorgehen ab.
2. Ernährungslehre: Vermittelt grundlegendes Fachwissen zu Nahrung und Gesundheit unter Berücksichtigung spezifischer kindgerechter Ernährungsempfehlungen.
3. Partizipation: Erläutert die Bedeutung der Mitbestimmung und Teilhabe für die Entwicklung von Selbstwirksamkeit und Lebenskompetenz.
4. Erlebnisküche als methodischer Ansatz: Führt die Erlebnisküche als Methode ein, um den Alltag durch erlebnisorientierte Gestaltung der Mahlzeiten zur Lerngelegenheit zu machen.
5. Praxisteil: Verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit konkreten Fallbeispielen aus der Betreuung und leitet handlungspraktische Maßnahmen ab.
6. Sozialpädagogischer Auftrag und Transfer: Reflektiert die gesellschaftliche Aufgabe der Sozialpädagogik im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung und den Bedarf an weiteren Entwicklungsschritten.
7. Antwort auf die Leitfragen: Evaluierte die Zielsetzungen und beantwortet die zu Beginn der Arbeit aufgestellten Forschungsfragen.
8. Fazit und Reflexion: Zieht ein persönliches Fazit zur Arbeit und reflektiert den Prozess der Entwicklung der Handlungsvorschläge.
9. Persönlicher Lernprozess: Beschreibt die persönliche Entwicklung der Autorin während der Erstellung der Diplomarbeit.
10. Schlusswort: Danksagung und abschließende Zusammenfassung der Erfahrungen.
Schlüsselwörter
Ernährung, Erlebnisküche, Partizipation, Sozialpädagogik, Essenssituationen, Selbstwirksamkeit, Kindgerechte Ernährung, Schulergänzende Betreuung, Mahlzeiten, Gesundheitsförderung, Ernährungskonzept, Vorbildfunktion, Alltagspädagogik, Esskultur, Gemeinschaftsverpflegung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der kindgerechten Gestaltung und Optimierung von Essenssituationen für Schulkinder in der schulergänzenden Tagesbetreuung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen der Ernährungslehre, Konzepten der Partizipation und der Einführung des methodischen Ansatzes der „Erlebnisküche“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, wie Mahlzeiten in Tagesstrukturen partizipativ und lustvoll gestaltet werden können, um die Ernährungskompetenz und Teilhabe der Kinder zu fördern.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?
Es wird eine Verknüpfung von pädagogischer Theorie (Erlebnispädagogik/Ernährungslehre) mit der konkreten sozialpädagogischen Praxis durch Fallbeispiele gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen ausführlichen Praxisteil mit Fallbeispielen sowie die Reflexion der pädagogischen Haltung und Umsetzung.
Welche Schlagwörter zeichnen die Arbeit aus?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Partizipation, Erlebnisküche, Sozialpädagogik, Essensgestaltung und Selbstwirksamkeit.
Wie spielt das Fallbeispiel "Carl" in die Arbeit hinein?
Carl dient als konkretes Beispiel für ein Kind mit schwierigem Essverhalten, an dem die Autorin praxisnah aufzeigt, wie pädagogische Interventionen die Situation verbessern können.
Welche Rolle spielt die "Erlebnisküche" konkret?
Die Erlebnisküche dient dazu, das Alltägliche der Mahlzeit in ein besonderes, partizipatives Ereignis zu verwandeln, das Neugier weckt und eigenständiges Handeln fördert.
- Arbeit zitieren
- Claudia Cindrik (Autor:in), 2023, Kindgerechte Gestaltung von Essenssituationen in sozialen Einrichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1401050