Ein tieferer Einblick in Machtprozesse, Machtungleichheit, Kapitalismus und wie Macht als eine selbstständige Sphäre neben dem Kapitalismus existieren, eigenen Richtlinien folgen und Verteilungsvorgänge verändern, aber auch den Kapitalismus in der einen oder anderen Art und Weise formen kann, soll im Folgenden gegeben werden.
Soziale Bewegungen haben in den letzten Jahrzehnten weltweit einen noch nie dagewesenen Aufschwung erfahren und haben nach dem Niedergang des realen Sozialismus mitunter zur Entstehung marxistischer Theorien und Imperialismus- und Kapitalismuskritik in politischen und wissenschaftlichen Debatten beigeführt. Weder der Kapitalismus als ökonomisches Steuerungs- und Organisationsmodell noch diverse Gesellschaftskonzepte, wie der neoliberale Kapitalismus und die soziale Marktwirtschaft, vermochten bisher, auf Konflikte, Ungerechtigkeiten, Instabilitäten, die sie selbst mitproduzieren, implizite Antworten zu liefern. Aus diesem Grund wird heute versucht, die Ursachen der zunehmenden globalen Krisen, Kriege, Konflikte, des wachsenden Wohlstandsgefälles, von Hunger und Armut, fortschreitender Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen, Massenarbeitslosigkeit und des internationalen Terrorismus analytisch zu erklären und Gegenstrategien zu erstellen. Es ist undenkbar, dass in marxistischen Abhandlungen die Machtfrage keine Rolle spielt, schließlich dreht sich die Geschichte des Marxismus um Klassenkämpfe und der Veränderung politischer und sozialer Kraftverhältnisse. Allerdings verhält sich die Frage, ob und inwiefern in klassischen und neueren Analysen der Macht im Kapitalismus ein Eigenleben zugestanden und als eine unabhängige Kategorie betrachtet werden kann. Für die Ausblendung der wichtigen Funktionen von Macht und Machtungleichheit für die erweiterte Reproduktion im heutigen Kapitalismus sind besondere Methoden ursprünglicher Akkumulation heranzuziehen, die im Folgenden vertieft werden. Der Kapitalismus ist eine nationale und globale Einheit, die sich zum einem aus Sektoren, die durchkapitalisiert sind, und zum anderen aus einem vielfältigen sozioökonomischen Umfeld, das noch nicht durchkapitalisiert ist, zusammensetzt und darauf wartet, kapitalisiert zu werden. Vor allem bei der Analyse globaler Verteilungskonflikte sind es nicht die Mechanismen der Kapitalakkumulation, sondern Macht- und Machtbeziehungen, die eine zentrale Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Macht
- Kapitalismus
- Macht und Machtungleichheit im Kapitalismus
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die komplexe Beziehung zwischen Macht und Kapitalismus. Sie beleuchtet, wie Macht im Kapitalismus funktioniert, welche Formen sie annimmt und wie sie die Prozesse der Kapitalakkumulation und die globale Ungleichheit beeinflusst.
- Definition und Analyse des Begriffs "Macht" in den Sozialwissenschaften
- Die Funktionsweise des Kapitalismus und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft
- Die Beziehung zwischen Macht und Kapitalismus, insbesondere im Kontext globaler Machtverhältnisse
- Die Rolle von Machtungleichheit und ihre Auswirkungen auf die Verteilung von Ressourcen und Wohlstand
- Die Bedeutung von Machtprozessen für die erweiterte Reproduktion des Kapitalismus
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit dar und erläutert die Relevanz des Themas im Hinblick auf aktuelle globale Herausforderungen wie Krisen, Konflikte und Ungleichheit. Sie zeigt, dass Macht im Kapitalismus eine entscheidende Rolle spielt und eine Analyse dieser Beziehung unerlässlich ist, um die Ursachen und Folgen der globalen Ungleichheit zu verstehen.
- Macht: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Analyse des Begriffs "Macht" in den Sozialwissenschaften. Es diskutiert verschiedene Definitionen und Theorien von Macht und untersucht die verschiedenen Ebenen und Dimensionen, auf denen Macht wirkt. Darüber hinaus werden verschiedene Formen der Machtausübung sowie die Institutionalisierung von Macht und Herrschaft behandelt.
- Kapitalismus: Dieses Kapitel beleuchtet die Funktionsweise des Kapitalismus und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft. Es beschreibt die historischen Wurzeln des Kapitalismus, seine zentralen Merkmale und seine verschiedenen Ausprägungen. Außerdem werden die Mechanismen der Kapitalakkumulation sowie die Rolle des Staates im Kapitalismus analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen Macht, Herrschaft, Kapitalismus, Machtungleichheit, globale Ungleichheit, Kapitalakkumulation, Klassenkampf und sozialer Wandel. Sie analysiert die Interaktion von Macht und Kapitalismus und untersucht, wie diese Kräfte die globalen Machtverhältnisse und die Verteilung von Ressourcen und Wohlstand beeinflussen.
Häufig gestellte Fragen
Wie hängen Macht und Kapitalismus zusammen?
Macht existiert als eigenständige Sphäre neben dem Kapitalismus und beeinflusst Verteilungsvorgänge sowie die Formierung ökonomischer Modelle.
Was versteht man unter Machtungleichheit?
Es beschreibt das Gefälle bei der Verfügung über Ressourcen und die Fähigkeit, soziale und politische Kraftverhältnisse zu beeinflussen.
Welche Rolle spielt die Macht in marxistischen Theorien?
In marxistischen Analysen ist die Machtfrage zentral für den Klassenkampf und die Veränderung der Produktionsverhältnisse.
Was bedeutet „ursprüngliche Akkumulation“?
Es beschreibt die historischen und fortlaufenden Prozesse, durch die Ressourcen gewaltsam oder machtpolitisch in das kapitalistische System integriert werden.
Warum scheitert der Neoliberalismus an globalen Krisen?
Die Arbeit argumentiert, dass rein ökonomische Modelle keine Antworten auf Ungerechtigkeiten und Instabilitäten liefern, die sie selbst mitproduzieren.
- Quote paper
- Andres Dittrich (Author), 2023, Macht und Machtungleichheit im Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1401340