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Die Rechtsstaatlichkeit Israels und ultra-orthodoxe Glaubensgemeinschaften

Titel: Die Rechtsstaatlichkeit Israels und ultra-orthodoxe Glaubensgemeinschaften

Hausarbeit , 2023 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Udo Goldstein (Autor:in)

Soziologie - Religion
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der darauffolgenden Arbeit wird die Analyse der Ultra-orthodoxen Gruppe schwerpunktmäßig bei den Charedim liegen, die durch ihre extremen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Aussagen geprägt sind, in welchem Umfang die Gruppe versucht, politisch Einfluss zu nehmen. Im weiteren Verlauf wird die höchst umstrittene geplante Justizreform der Knesset im Zusammenhang mit den Einschränkungen des Obersten Gerichtshofes (OG) als höchste Instanz der Judikative dargestellt.

Die Geschichte des Staates Israel "Eretz Israel" ist die biblische Bezeichnung für den Staat der Juden und Hebräer und ist untrennbar mit seiner jüdischen Geschichte, seiner Religion und den damit verbundenen Reflexionen des Judentums bis weit zurück ins frühe Mittelalter bis hin zur Shoah verbunden. In einem kursiven Überblick wird die Geschichte Israels dargestellt. Daran aufbauend das politische System Israels und ihre Verknüpfungen und Aufgaben. Durch die historisch (politisch) bedingte geografische Lage des Staates nach der Teilung der Palästinensergebiete 1948 durch die UNO kommen den unmittelbaren und mittelbaren Nachbarstaaten eine hohe politische Wichtigkeit zu. Die außenpolitische Verknüpfung des Staates Israel mit seinen unmittelbaren Nachbarn und die Einbettung im internationalen Kontext, insbesondere in Bezug auf die USA als Schutzmacht der EU und weiteren westlichen Staaten werden im darauffolgenden Abschnitt beschrieben. Im Anschluss daran die religiösen Grundlagen des Judentums in seiner Entstehung in Form der Tora und der Halacha. Durch die Trennung der religiösen jüdischen Glaubensrichtungen zwischen den säkularen, orthodoxen und Ultra-orthodoxen Juden gibt es in der israelischen Gesellschaft erhebliche Meinungsunterschiede in Bezug auf die Bedeutung des Staates Israel selbst und deren Daseinsberechtigung, und die Interpretationen des jüdischen Glaubens in Form der Thora und der Halacha in seinen biblischen Auslegungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Die historische Entstehung des Staates Israel

2.1 Das politische System des Staates Israel und sein Aufbau

2.2 Israels Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten

3. Der jüdische Glaube und die religiösen Gruppen in Israel

3.1 Die Tora und Halacha als Grundlage des jüdischen Glaubens

3.2 Die Ultra-orthodoxen Charedim

4. Der Oberste Gerichtshof und die Causa der Justizreform

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Spannungsfelder zwischen religiös motivierten gesellschaftlichen Forderungen und den demokratischen Prinzipien des Staates Israel. Zentral ist hierbei die Fragestellung, inwiefern die ultra-orthodoxen Glaubensgemeinschaften durch ihre spezifische Weltanschauung und ihren politischen Einfluss die Rechtsstaatlichkeit und die demokratische Struktur Israels langfristig gefährden könnten.

  • Historische und politische Genese des Staates Israel.
  • Religiöse Grundlagen des Judentums (Tora und Halacha).
  • Soziopolitischer Einfluss der ultra-orthodoxen Charedim auf die israelische Gesellschaft.
  • Analyse der geplanten Justizreform und deren Auswirkungen auf das Prinzip der Gewaltenteilung.
  • Herausforderungen für das demokratische Selbstverständnis Israels im Spannungsfeld zwischen religiösem Traditionalismus und Säkularisierung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Ultra-orthodoxen Charedim

In Israel wird seit den 2000er-Jahren innerhalb der unterschiedlichen religiösen Gruppen verstärkt die Frage diskutiert, in welcher Form die Identität des israelischen Staates in Verbindung mit dem jüdischen Glauben zu betrachten ist. Die Identität kennzeichnet das Wesen der Gemeinschaft in seinen Einstellungen und seinen Identifikationen. Die Gruppen der säkularen und des religiösen Zionismus, die israelischen Araber und die Orthodoxen und Ultra-orthodoxen Juden streiten über die Frage, welche Bedeutung Israel als jüdischer Staat hat. Und damit implizit um die Fragestellung, wie eine gesellschaftliche Ordnung in Zukunft aussehen könnte. Wobei die Charedim innerhalb der Ultra-orthodoxen Juden eine exklusive Rolle einnehmen: Da sie den Staat Israel als eine Bedrohung ihrer Identität ansehen und sie glauben, dass nur der Messias einen Judenstaat errichten kann. (Lintl:5) Der Staat Israel wird aufgrund einer sehr hohen Geburtsrate bei den Ultra-orthodoxen in Zukunft eine verstärkte Diskussion mit diesen Gruppen haben. So ist der Geburtenanteil an der israelischen Bevölkerung disproportional von vier Prozent im Jahr 1980 auf zwölf Prozent aktuell gestiegen und soll prognostiziert in 2040 vermutlich bei mehr als 20 Prozent liegen. (ebd.:6) So liegt die Geburtsrate bei den Ultra-orthodoxen bei 7,2 Kindern pro Familie, bei den Orthodoxen bei 4 Kindern und traditionellen Jüdinnen bei 2,5 Kindern. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 3,1 Kindern je Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische, religiöse und politische Komplexität der Identität Israels ein und benennt die kritische Rolle der Ultra-orthodoxen im Kontext der demokratischen Stabilität.

2. Die historische Entstehung des Staates Israel: Dieses Kapitel skizziert die biblischen Ursprünge sowie die moderne zionistische Gründung Israels und die damit verbundenen geopolitischen Herausforderungen.

2.1 Das politische System des Staates Israel und sein Aufbau: Hier wird der Aufbau des israelischen Parlaments, die Rolle der Grundgesetze und die Bedeutung der Exekutive sowie die Parteienlandschaft näher beleuchtet.

2.2 Israels Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten: Dieser Abschnitt beschreibt die außenpolitische Ausrichtung Israels, insbesondere das Verhältnis zu den USA als Schutzmacht und die Spannung zur arabischen Welt.

3. Der jüdische Glaube und die religiösen Gruppen in Israel: Dieses Kapitel erläutert die Pluralität jüdischer Glaubensrichtungen und deren unterschiedliche Auffassungen von Staatlichkeit und Religion.

3.1 Die Tora und Halacha als Grundlage des jüdischen Glaubens: Hier werden die religiösen Texte und Gesetze als identitätsstiftende Elemente für das Judentum und deren Auslegungstraditionen behandelt.

3.2 Die Ultra-orthodoxen Charedim: Dieses Kapitel analysiert das charedemische Milieu, dessen Ablehnung des säkularen Staates und das gesellschaftliche Konfliktpotenzial durch demografische Entwicklungen und Wertekämpfe.

4. Der Oberste Gerichtshof und die Causa der Justizreform: Dieser Teil untersucht die drohende Machtbeschneidung der Judikative durch die Regierung und die daraus resultierende Gefahr für die Gewaltenteilung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die politischen Scheidepunkte Israels in Bezug auf die demokratische Zukunft des Landes.

Schlüsselwörter

Israel, Charedim, Ultra-orthodoxie, Rechtsstaatlichkeit, Tora, Halacha, Justizreform, Oberster Gerichtshof, Zionismus, Demokratie, Gewaltenteilung, Identitätskonflikt, Säkularisierung, Religionspolitik, Nahostkonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen den religiösen Anforderungen ultra-orthodoxer Gruppen und dem demokratischen, rechtsstaatlichen Charakter des Staates Israel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die wichtigsten Themenfelder sind die historische Entwicklung Israels, die religiösen Grundlagen des Judentums, der soziopolitische Einfluss der ultra-orthodoxen Charedim und die aktuelle Debatte um die Justizreform.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Analyse, ob der politische und gesellschaftliche Einfluss ultra-orthodoxer Gruppen die Rechtsstaatlichkeit und die demokratische Grundordnung Israels nachhaltig schwächen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, ergänzt durch relevante Quellenstudien und Umfragedaten zu soziologischen Entwicklungen in der israelischen Gesellschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Systemstruktur, die internationalen Außenbeziehungen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Tora und Halacha sowie eine vertiefende Untersuchung über die Rolle und den Einfluss der Charedim.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Neben Israel und Ultra-orthodoxie sind Begriffe wie Rechtsstaatlichkeit, Justizreform, Gewaltenteilung und der innerjüdische Kulturkampf für diese wissenschaftliche Ausarbeitung prägend.

Warum wird der Einfluss der Charedim als so bedeutend für das politische System eingestuft?

Der Einfluss wird vor allem aufgrund ihrer demografischen Zunahme, ihrer starren Orientierung an religiösen Gesetzen statt staatlicher Moderation und ihrer Rolle in Regierungskoalitionen als kritisch für liberale Staatsvorstellungen angesehen.

Welche Rolle spielt der Oberste Gerichtshof im aktuellen Konflikt?

Der Oberste Gerichtshof gilt als das Kernorgan zur Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien; die geplante Reform der Regierung soll dessen Macht massiv einschränken, wogegen die aktuelle Protestbewegung demonstriert, da dies eine Gefahr für die Demokratie darstellt.

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Details

Titel
Die Rechtsstaatlichkeit Israels und ultra-orthodoxe Glaubensgemeinschaften
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Udo Goldstein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1401606
ISBN (PDF)
9783346949387
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Israel, Jüdischer Glaube, Orthodoxie Justizreform Politisches System Israel Charedim Israel und seine Nachbarn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Udo Goldstein (Autor:in), 2023, Die Rechtsstaatlichkeit Israels und ultra-orthodoxe Glaubensgemeinschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1401606
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Leseprobe aus  19  Seiten
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