In dieser Arbeit werden die einzelnen Besteuerungsobjekte bewertet, umsatzsteuerliche Probleme thematisiert und für diese mithilfe von Literatur und Rechtsprechung Lösungsansätze erarbeitet. Aufgrund der umfangreichen Rechtsprechung um den Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielerberatern wird dieses Thema intensiv behandelt.
Aufgrund der anhaltenden Beliebtheit des Volkssports Nummer 1 steigt auch stetig das Interesse von Sponsoren an der Vermarktung der Vereine und der Spieler sowie das Interesse der TV-Sender an den Übertragungsrechten. Dadurch wurde der Fußball über die Jahre immer weiter kommerzialisiert. Das Ergebnis dieser Entwicklung sind die hohen Geldbeträge, welche im professionellen Fußball derzeit gezahlt werden. Der rasante Anstieg der Geldbeträge rund um den Fußball ruft zwangsläufig die Aufmerksamkeit der Finanzämter auf den Plan.
In einem ersten Schritt werden die drei Protagonisten, Vereine, Spieler und Vermittler auf ihre Unternehmereigenschaft hin überprüft. Steuerbare Umsätze nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 S. 1 UStG setzen unter anderem das Tätigwerden eines Unternehmers im Rahmen seines Unternehmens voraus, daher ist es von zentraler Bedeutung für den weiteren Verlauf der Arbeit, ob es sich jeweils um einen Unternehmer handelt oder nicht.
Im Folgekapitel geht es um die Beziehungen der Beteiligten zueinander. Man spricht auch vom „Magischen Dreieck im Profifußball“ zwischen Spielern, Vereinen und Beratern. Hier wird auch auf die Vertragstypen im Zivilrecht eingegangen und jeweils bestimmt, in welchem Maße die Beziehung für die Umsatzsteuer interessant ist.
In Kapitel 4 wird zunächst das Prinzip der Allphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug beschrieben, dies gilt seit 1968 in Deutschland. Es handelt sich hierbei um das seither geltende System für die umsatzsteuerliche Behandlung von Unternehmern. Dieses System wird im Anschluss auf verschiedene Sachverhalte im Fußball Business projiziert und das Prüfschema angewandt. Jede Prüfung endet mit einer Einschätzung, welche Konsequenzen sich aus dem Sachverhalt hinsichtlich der Gegenüberstellung von Umsatzsteuer- und Vorsteuerbeträgen ergeben. Anhand von Gesetzen und Rechtsprechungen wird bei Bedarf auch speziell auf Besonderheiten eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unternehmereigenschaft
2.1 Spieler
2.2 Vermittler
2.3 Vereine
2.3.1 Nichtunternehmerischer Bereich
2.3.2 Unternehmerischer Bereich
3 Beziehungen der Beteiligten
3.1 Spieler und Vereine
3.2 Spieler und Vermittler
3.3 Verein und Verein
3.4 Vermittler und Vereine
4 Besteuerung von
4.1 Spielertransfers
4.1.1 Dauerhafter Transfer
4.1.2 Leihtransfer
4.2 Eintrittskarten
4.3 Verkauf von Speisen
4.4 Spielervermittlerhonorar
4.4.1 Vermittlungsleistung
4.4.2 Vermittlungs- und Beratungsleistung
5 Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielervermittlern
5.1 Rechtsentwicklung
5.2 Sachverhalt
5.3 Handlungsempfehlung
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die umsatzsteuerliche Behandlung von Fußballspielern, Vermittlern und Profi-Fußballvereinen in Deutschland, um einen Überblick über relevante Sachverhalte zu geben und steuerliche Lösungsansätze zu erarbeiten.
- Analyse der Unternehmereigenschaft der Akteure
- Untersuchung des "Magischen Dreiecks" im Profifußball
- Prüfung steuerbarer Umsätze bei Transfers, Eintrittskarten und Spielervermittlung
- Bewertung des Vorsteuerabzugs aus Vermittlerhonoraren anhand der Rechtsprechung
Auszug aus dem Buch
3.1 Spieler und Vereine
Zwischen Fußballspielern und Vereinen besteht ein Dienstverhältnis gem. § 611 Abs. 1 BGB. Bereits in Abschnitt 2.1 wurde die Arbeitnehmereigenschaft von Fußballspielern anhand der Bestimmungen des § 1 Abs. 1 S. 1 LStDV und § 1 Abs. 2 LStDV erläutert. Dazu deklariert der DFB die Spieler ebenfalls als typische Arbeitnehmer der Vereine. Es besteht keine Besonderheit zu anderen Arbeitnehmern. Ebenso wie bei anderen Arbeitnehmern können zwischen Club und Spieler auch individuelle vertragliche Vereinbarungen wie leistungsorientierte Boni oder Staffelungen getroffen werden.
Die Folge ist, dass sich aus der Vertragsbeziehung zwischen Spielern und Vereinen hinsichtlich des reinen Arbeitslohns keine umsatzsteuerlichen Sachverhalte ergeben. Der Arbeitslohn ist umsatzsteuerlich nicht steuerbar, da Fußballspieler keine Unternehmer sind und somit dieses Tatbestandsmerkmal des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG verneint werden muss. Die Spieler erzielen durch den Arbeitslohn Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 Abs. 1 EStG. Für die Vereine stellen die Gehaltszahlungen Betriebsausgaben in der tatsächlich geleisteten Höhe dar, ungeachtet der Bezeichnung für die Vergütung. Es ist also unbedeutend, ob es Gehalt, Vergütung, Verdienst oder anders genannt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Kommerzialisierung des Fußballs und definiert das Ziel der Arbeit, die umsatzsteuerliche Behandlung der Akteure zu beleuchten.
2 Unternehmereigenschaft: In diesem Kapitel wird chronologisch geprüft, ob Spieler, Vermittler und Vereine unter den Unternehmerbegriff des Umsatzsteuergesetzes fallen.
3 Beziehungen der Beteiligten: Es werden die vertraglichen Beziehungen innerhalb des sogenannten "Magischen Dreiecks" zwischen Spielern, Vereinen und Beratern analysiert.
4 Besteuerung von: Das Kapitel wendet das Prüfschema der Allphasen-Netto-Umsatzsteuer auf praxisrelevante Sachverhalte wie Spielertransfers, Ticketverkäufe und Vermittlerhonorare an.
5 Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielervermittlern: Hier werden die relevanten Gerichtsurteile zur Frage des Vorsteuerabzugs aus Vermittlerrechnungen chronologisch aufgearbeitet.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen hinsichtlich der steuerlichen Behandlung im Profifußball.
Schlüsselwörter
Profifußball, Umsatzsteuer, Unternehmer, Vorsteuerabzug, Spielertransfers, Spielervermittler, Spielerberater, Magisches Dreieck, Dienstverhältnis, Steuerpflicht, Steuerbarkeit, Entgelt, Betriebsprüfung, Maklervertrag, Allphasen-Netto-Umsatzsteuer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die umsatzsteuerliche Einordnung der Akteure im deutschen Profifußball und erörtert komplexe Fragestellungen beim Vorsteuerabzug.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung der Unternehmereigenschaft, den Vertragsbeziehungen der Beteiligten und der korrekten steuerlichen Behandlung von Transfer- und Vermittlungsgeschäften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über relevante umsatzsteuerliche Sachverhalte im Profifußball zu bieten und für steuerliche Probleme der Branche Lösungsansätze aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechtliche Analyse unter Heranziehung von Gesetzestexten, Umsatzsteuer-Anwendungserlassen (UStAE) und aktueller Rechtsprechung des BFH durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Unternehmereigenschaft, die Analyse der Vertragsbeziehungen und die Anwendung des Prüfschemas auf Transfers, Ticketing und Vermittlerprovisionen, ergänzt durch die Analyse der Gerichtsurteile zum Vorsteuerabzug.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Unternehmer, Vorsteuerabzug, Spielertransfers, Vermittler, Magisches Dreieck und steuerbare sonstige Leistungen.
Warum ist die Bestimmung der Unternehmereigenschaft so wichtig?
Sie ist die grundlegende Tatbestandsvoraussetzung dafür, dass Umsätze überhaupt steuerbar sind und dass ein Recht auf Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann.
Welche steuerliche Folge hat die sogenannte „Doppelvertretung“ von Vermittlern?
Sie führt regelmäßig zu Streitigkeiten vor den Finanzbehörden und Gerichten, da die Finanzverwaltung ein Leistungsverhältnis zwischen Spieler und Vermittler wittert, was den Vorsteuerabzug für den Verein gefährdet.
Warum ist ein Spielertransfer steuerlich kein "Kauf"?
Da es sich bei Spielern um Menschen und damit nicht um Sachen im Sinne des § 90 BGB handelt, fehlt es an dem für einen Kauf notwendigen Gegenstand, weshalb es sich um eine sonstige Leistung handelt.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Die umsatzsteuerliche Behandlung von Spielern, Vermittlern und Vereinen im Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1401759