Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF

Einfluss des Russischen auf den Erwerb des Deutschen am Beispiel eines Deutschkurses für Spätaussiedler aus Russland

Titel: Einfluss des Russischen auf den Erwerb des Deutschen am Beispiel eines Deutschkurses für Spätaussiedler aus Russland

Bachelorarbeit , 2008 , 40 Seiten , Note: 1.8

Autor:in: Liubov Aleynikova (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Problem des Einflusses der Muttersprache auf den Erwerb der Fremdsprache ist eine der zentralen Fragen in DaF, Linguistik, Psycholinguistik und Soziolinguistik. Beim Erlernen einer Fremdsprache stellt sich die Frage, inwiefern die Muttersprache den Einfluss auf den Lernprozess in der Fremdsprache hat. Da es viele verschiedene Sprachfamilien existieren, ist es zu vermuten, dass manche Sprachen das Erlernen von anderen Sprachen vereinfachen oder erschweren. Aufgrund lexikalischer, grammatikalischer und phonlogischer Verwandtschaft von bestimmten Sprachen könnte man sagen, dass innerhalb einer Sprachfamilie der Aneignungsprozess leichter verläuft, als die Aneignung der Sprache aus einer anderen Sprachfamilie. Ein Sprachlerner versucht intuitiv und unbewusst die Strukturen und Verfahren aus der Muttersprache auf die Fremdsprache anzuwenden, weil er glaubt, dass diese gleich funktionieren und gleich strukturiert sind.

Diese Ähnlichkeiten von Sprachen können sich jedoch nicht nur positiv auf den Fremdsprachenerwerb auswirken und das Aneignen dieser Sprache erleichtern, sondern können auch negative Auswirkungen haben. Neben weiteren Faktoren übt die Muttersprache eines Lerners einen entscheidenden Einfluss auf den Erwerb von Fremdsprachen aus. Auf verschiedenen Ebenen werden die Elemente transferiert, die sich in der Zielsprache vor- oder nachteilig auswirken können, was ich in dieser Arbeit darstellen möchte.

Nach einem kurzen Überblick der Ziele und Verfahren, die ich in meiner Bachelorarbeit anwende gehe ich kurz auf die Geschichte der Spätaussiedler an. Das Kapitel 1 stellt die historische Hintergründe der Aussiedlung und die Schwierigkeiten, die damit eng verbunden sind.
Im nächsten Kapitel werden die wichtigsten Hypothesen in der Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung dargestellt. Die Menschen lernen nicht immer nur eine Sprache, sondern oft zwei, drei oder mehr. Wie verlaufen die Erwerbsprozesse der Fremdsprache? Verlaufen sie ähnlich zum Erstsprachenerwerb oder entstehen ganz andere Gesetzmäßigkeiten? Das versuche ich in diesem Kapitel zu erläutern.

Kapitel 3, das sich der Interferenz beim DaF Lernen widmet, stellt den Themenschwerpunkt dieser Arbeit dar. In der Sprachwissenschaft gilt Interferenz als Hauptproblem der sprachlichen Kontakte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ziele,Verfahren

1. Geschichte der Spätaussiedler aus Osteuropa

1.1. Historische Hintergründe der Aussiedlung

1.2. Schwierigkeiten der Spätaussiedler

2. Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung

2.1. Die Kontrastivhypothese

3. Interferenz beim DaF- Lernen

3.1. Interlinguale Interferenz

3.2. Intralinguale Interferenz

4. Beispiele von Interferenzfehlern russischer Deutschlerner aus dem Russischen

4.1. Darstellung von interferenzfälligen Bereichen

4.2. Übersicht der häufigsten Fehler

4.2.1. Lexik

4.2.2. Orthographie

4.2.3. Grammatik

4.2.3.1.Substantive

4.2.3.2. Adjektive

4.2.3.3. Numerale

4.2.3.4. Verb

4.2.3.5. Präpositionen

4.2.3.6. Negation

5. Vorschläge zur Fehlertherapie

5.1. Vorschläge für einen effektiven Unterricht für Spätaussiedler

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der russischen Muttersprache auf den Erwerb der deutschen Sprache, insbesondere im Kontext von Integrationskursen für Spätaussiedler aus Russland, um durch eine Fehleranalyse methodische Ansätze für einen effektiveren Sprachunterricht abzuleiten.

  • Historischer Hintergrund und Problemlage von Spätaussiedlern
  • Theoretische Grundlagen des Fremd- und Zweitsprachenerwerbs
  • Analyse der interlingualen und intralingualen Interferenz
  • Empirische Darstellung häufiger Fehler in Lexik, Orthographie und Grammatik
  • Didaktische Konzepte zur Fehlertherapie und proaktiven Unterrichtsgestaltung

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Lexik

Die Muttersprache ist beim Erwerb jeder weiteren Sprache präsent und verhält sich nicht passiv, sondern mischt sich hinein, was oft zu falschen Äußerungen führen kann. Am stärksten scheint das lexikalische System von dieser Erscheinung betroffen zu sein.

Das passiert deswegen, dass die Lexik ein offenes System darstellt. Nicht jedem Fremdsprachenlerner ist es bekannt, dass zwischen den Sprachen so große Unterschiede auftreten können. Es ist falsch zu vermuten, dass zum Beispiel ein Wort der Muttersprache genau einem Wort in der Fremdsprache entspricht, dass Wortverbindungen wörtlich in die Fremdsprache übersetzt werden können oder dass auch die Wortbildung nach gleichen Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Das kann zu den hartnäckigen Fehlern führen. Aber nicht nur Unterschiede können den negativen Transfer fördern. Auch können Wörter zweier Sprachen ähnlich klingen und bedeutungsmäßig nichts zu tun haben. Diese Fehler werden als falsche Freunde bezeichnet, die ich später in diesem Kapitel beschreiben werde.

Im Vergleich zu grammatischen Fehlern, die von den Deutschlernern gemacht werden rufen die Fehler in Bereich der Lexik in meisten Fällen große Missverständnisse hervor. Wobei die grammatischen Fehler sind einfacher aus dem Kontext und Situation zu verstehen. De hemmende Einwirkung der Muttersprache äußert sich ebenfalls weniger beim Aneignen der Wörter als Lauten als beim Erfassen ihrer Bedeutungen. Es ist sehr wichtig für den Lehrer zu wissen in welchen Beziehungen die Begriffsysteme zweier Sprachen zueinander stehen. Die Bedeutungskongruenz zwischen Muttersprache und Fremdsprache besteht darin, dass der Bedeutungsumfang eines Wortes größer oder kleiner als der des entsprechenden Wortes einer anderen Sprache ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die zentrale Fragestellung des Einflusses der Muttersprache auf den Fremdsprachenerwerb sowie Überblick über die Struktur der Bachelorarbeit.

Ziele,Verfahren: Darlegung der Relevanz der deutschen Sprache für die Integration von Spätaussiedlern und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Fehleranalyse.

1. Geschichte der Spätaussiedler aus Osteuropa: Historischer Rückblick auf die Ursprünge der wolgadeutschen Siedlungen und die soziopolitische Situation der Aussiedler vor und nach der Einwanderung.

2. Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung: Theoretische Einordnung der wichtigsten Hypothesen wie Kontrastiv-, Identitäts- und Interlanguage-Hypothese zum Verständnis von Spracherwerbsprozessen.

3. Interferenz beim DaF- Lernen: Differenzierung zwischen interlingualer und intralingualer Interferenz als wesentliche Ursachen für Lernschwierigkeiten beim Deutsch als Fremdsprache.

4. Beispiele von Interferenzfehlern russischer Deutschlerner aus dem Russischen: Konkrete Analyse typischer Fehlerquellen in den Bereichen Lexik, Orthographie und Grammatik sowie deren Ursachen.

5. Vorschläge zur Fehlertherapie: Präsentation didaktischer Strategien und Empfehlungen für eine effektive, lernerorientierte Gestaltung des Deutschunterrichts für Spätaussiedler.

Zusammenfassung: Fazit der Arbeit mit der Bestätigung, dass die Berücksichtigung der Muttersprache eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg im Fremdsprachenunterricht darstellt.

Schlüsselwörter

Spätaussiedler, Deutsch als Fremdsprache, Muttersprache, Interferenz, Zweitspracherwerb, Kontrastivhypothese, Interlanguage, Fehleranalyse, Sprachintegration, Interlinguale Interferenz, Intralinguale Interferenz, Lexik, Grammatik, Fehlertherapie, Fremdsprachendidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Muttersprache Russisch beim Erlernen des Deutschen auf den Lernprozess auswirkt, insbesondere bei Spätaussiedlern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Fremdsprachenerwerbsforschung, der Identifizierung von Interferenzfehlern in verschiedenen linguistischen Bereichen und didaktischen Ansätzen zu deren Korrektur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Einfluss der Muttersprache auf den Zweitspracherwerb zu analysieren, um Lehrkräften fundierte Erkenntnisse für die effektive Gestaltung von Integrationskursen zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung der linguistischen Hypothesen sowie eine Fehleranalyse basierend auf ihren praktischen Erfahrungen in Integrationskursen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse interferenzanfälliger Sprachbereiche, der Klassifizierung häufiger Fehlerarten und der Ableitung therapeutischer Maßnahmen für den Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Spätaussiedler, Interferenz, DaF, Fehleranalyse, Kontrastive Linguistik und Integrationskurs.

Warum ist die Analyse von "falschen Freunden" für Lerner so wichtig?

Da Wörter ähnlich klingen können, aber unterschiedliche Bedeutungen haben, führen sie zu hartnäckigen Verständnisfehlern, die im Unterricht explizit thematisiert werden müssen.

Warum wird der Artikelgebrauch als solch großes Problem identifiziert?

Da das Russische keine Artikel besitzt, stellt dieses grammatikalische System den Lerner vor eine völlig neue Herausforderung, die oft zu fehlerhaften Setzungen oder dem Auslassen von Artikeln führt.

Welche Rolle spielt die Muttersprache laut der Autorin im modernen Unterricht?

Die Autorin plädiert dafür, die Muttersprache nicht zu verbannen, sondern sie gezielt als Ressource für das Verständnis der Zielsprache und die proaktive Fehlertherapie zu nutzen.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einfluss des Russischen auf den Erwerb des Deutschen am Beispiel eines Deutschkurses für Spätaussiedler aus Russland
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1.8
Autor
Liubov Aleynikova (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
40
Katalognummer
V140190
ISBN (eBook)
9783640497263
ISBN (Buch)
9783640497010
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss Russischen Erwerb Deutschen Beispiel Deutschkurses Spätaussiedler Russland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Liubov Aleynikova (Autor:in), 2008, Einfluss des Russischen auf den Erwerb des Deutschen am Beispiel eines Deutschkurses für Spätaussiedler aus Russland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140190
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  40  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum