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Francisco de Goyas "Maja Desnuda" und "Maja Vestida". Verbindungen zu Velàzquez und Godoy

Title: Francisco de Goyas "Maja Desnuda" und "Maja Vestida". Verbindungen zu Velàzquez und Godoy

Term Paper , 2021 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Art - History of Art
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Gemälden Maja Desnuda und Maja Vestida von Francisco de Goya. Sicher ist einzig, dass sich die Bilder zunächst im Besitz Manuel Godoys befanden. Manuel Godoy war ein aristokratischer Emporkömmling und seine Karriere erreichte 1792 ihren Höhepunkt als er zum ersten Minister des spanischen Königs Carlos IV. ernannt wurde. Nur sechs Jahre später musste er allerdings zurücktreten, da die Gerüchte über sein Verhältnis mit der Königin eine öffentliche Anstellung bei Hofe und insbesondere beim König unmöglich machten. Doch die Aufgabe seines offiziellen königlichen Amtes hinderte Godoy nicht daran, weiterhin als Vertrauter und Ratgeber der Königsfamilie zu fungieren. 1797 arrangierte das Königshaus die Heirat Godoys mit María Teresa de Borbón y Vallabriga – besser bekannt als Gräfin von Chinchón – der Cousine Carlos‘ IV. Die Ehe mit María Teresa hielt Godoy allerdings nicht davon ab, seine Affäre mit Pepita Tudó fortzuführen, die er nach dem Tod María Teresas auch heiratete. Ebenso wird Godoy eine Liaison mit der Herzogin von Alba nachgesagt, von der er Velázquez’ Venus mit Spiegel und andere Bilder für das Venuskabinett in seiner Residenz erhielt.

Um Godoys Venuskabinett ranken sich viele Legenden, insbesondere aber um Goyas nackte und bekleidete Maja. Im Zentrum steht dabei die Frage, nach welchem Vorbild die Bilder entstanden sein könnten. Nicht wenige wollen in den Majas die Herzogin von Alba erkennen. Einige sind überzeugt, es sei dagegen Pepita Tudó dargestellt. Manch einer will in der Dargestellten sogar María Teresa, die erste Frau Godoys sehen, trotz ihrer eigentlich blonden Haare. Es gibt jedoch eine weitere Möglichkeit, nämlich dass Goya nicht einfach nur das bloße Abbild einer existierenden Person malte, sondern die Maja Desnuda und die Maja Vestida aus einer Art Wettstreit Goyas mit dem von ihm so bewunderten Diego Velázquez hervorgingen, als Antwort auf dessen Venus mit Spiegel.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Francisco de Goya – Maja Desnuda & Maja Vestida. Ein Wettstreit mit Velázquez?

2.1 Maja Desnuda & Maja Vestida

2.1.1 Bildbeschreibung

2.1.2 Interpretation

2.1.3 Datierung

2.2 Velázquez Venus mit Spiegel und ein mögliches Pendant

2.3 Goyas Maja Vestida und Maja Desnuda als Antwort auf Velázquez Venus mit Spiegel?

2.3.1 Goyas Krankheit und ein veränderter Stil

2.3.2 Goya und die Herzogin von Alba

2.3.3 Velázquez – Goyas großes Vorbild

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die berühmten Gemälde „Maja Desnuda“ und „Maja Vestida“ von Francisco de Goya als bewusste künstlerische Antwort auf Diego Velázquez’ „Venus mit Spiegel“ entstanden sind und welche kunsthistorischen Einflüsse sowie persönlichen Umstände Godoys und Goyas diesen Prozess maßgeblich prägten.

  • Analyse der formalen und inhaltlichen Merkmale der Majas
  • Untersuchung von Provenienz und Inspiration durch Velázquez
  • Bedeutung der künstlerischen Veränderungen Goyas nach seiner Erkrankung
  • Rolle von Gönnern und Bezugspersonen wie der Herzogin von Alba
  • Kontextualisierung innerhalb der Zensur durch die spanische Inquisition

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Bildbeschreibung

Die Maja Desnuda (siehe Anhang Abb. 1) erscheint zunächst wie das Bild einer nackten Venus, gebettet auf Kissen, einem Laken und darunter in samtigem grün-blau ein Diwan. Bei genauerem Betrachten stößt man auf den Blick der Dame, ein wenig schüchtern, aber doch herausfordernd und nicht ganz gleich dem einer göttlichen Venus. Offen präsentiert sie dem Betrachtenden ihren Körper, die Hände in antiker Ariadne-Manier hinter dem Kopf verschränkt. Goya verzichtet aber auf eine antik-göttliche Idealisierung. So ist die auf der senkreckten Mittelachse platzierte Scham behaart. Ein leichter Flaum zieht sich bis zum Bauchnabel. Die Brüste der Maja widersetzten sich der Schwerkraft und schielen in unterschiedliche Richtungen. Die Darstellung des Körpers der Frau folgt somit nicht dem zu dieser Zeit geltendem Idealismus. In Goyas Farbpalette dominieren zurückhaltende Farben wie Grau, Braun und Blau. Der Pinselstrich ist fein, gibt Proportionen, Licht, Schatten und die Spitzenborten der Kissen in zarten Farben äußerst detailreich und genau wieder.

Der Körper der Maja Vestida (siehe Anhang Abb. 2) posiert in genau derselben Manier wie die Maja Desnuda vor dem Betrachtenden, zwar in ein Gewand gehüllt, aber nicht weniger schamlos als die nackte Genossin, eher das Gegenteil ist der Fall. Sie blickt dem Betrachter herausfordernd entgegen. Ihre Kleidung verhüllt weniger als sie offenbart, sehr deutlich zeichnet sich unter dem Stoff der Körper ab. Das teilweise durchsichtig erscheinende Gewand, die Fältelung um die Scham und ebenso die Schattierung betonen intime Körperpartien, leiten den Blick des Betrachtenden und lassen ihn zum Voyeur werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik und die rätselhafte Provenienz der beiden Majas sowie in die Hypothese eines künstlerischen Wettstreits mit Velázquez ein.

2 Francisco de Goya – Maja Desnuda & Maja Vestida. Ein Wettstreit mit Velázquez?: Dieses Hauptkapitel analysiert die physische Erscheinung der Bilder, ihre kunsthistorische Datierung und hinterfragt kritisch die Provenienz sowie die theoretische Inspiration durch die Werke von Velázquez und dessen Umfeld.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Theorie eines Wettstreits plausibel bleibt, betont jedoch die künstlerische Eigenständigkeit und Modernität Goyas trotz des Fehlens abschließender historischer Beweise.

Schlüsselwörter

Francisco de Goya, Maja Desnuda, Maja Vestida, Diego Velázquez, Venus mit Spiegel, spanische Kunstgeschichte, Manuel Godoy, Herzogin von Alba, Malstil, Inquisition, Bildinterpretation, Aktmalerei, Kunstmarkt, Provenienzforschung, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den beiden weltweit bekannten Gemälden von Francisco de Goya, der „Maja Desnuda“ und der „Maja Vestida“, und ihrem kontroversen kunsthistorischen Kontext.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Neben der deskriptiven Analyse der beiden Bilder liegt der Fokus auf der Provenienz der Gemälde, den Einflüssen durch den Maler Diego Velázquez und der sozialen Bedeutung der Werke in der damaligen Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel der Arbeit ist es zu prüfen, inwieweit Goya mit seinen Majas ein bewusstes Gegenstück zu Velázquez’ „Venus mit Spiegel“ geschaffen hat, um seine eigene künstlerische Modernität zu beweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine formale Werkanalyse, den Vergleich mit historischen Quellen und Inventarlisten sowie die Auswertung kunsthistorischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die genaue Bildbeschreibung, die historische Einordnung der Entstehungszeit, die Untersuchung des möglichen Vorbildes von Velázquez und die persönliche Beziehung Goyas zum Hause Alba.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem künstlerische Radikalität, profaner Akt, inquisitorische Zensur und der Vergleich von Malstilen des späten 18. Jahrhunderts.

Welche Rolle spielt die Herzogin von Alba für die These des Autors?

Die Herzogin von Alba wird als mögliche Vermittlerin von Kunstwerken und als entscheidende Figur in Goyas Umfeld diskutiert, was seine Kenntnis der Sammlung des Hauses Alba und damit das Wissen über Velázquez’ Venus stützt.

Warum konnte Goya der Inquisition entgehen?

Laut Fazit konnte Goya einer Verurteilung entgehen, da er in seinen Werken und Antworten eine bewusste Uneindeutigkeit bewahrte, die keine direkte Zuordnung der dargestellten Personen oder Absichten zuließ.

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Details

Title
Francisco de Goyas "Maja Desnuda" und "Maja Vestida". Verbindungen zu Velàzquez und Godoy
College
University of Münster  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Proseminar
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
19
Catalog Number
V1402211
ISBN (PDF)
9783346950918
ISBN (Book)
9783346950925
Language
German
Tags
Goya Maja Desnuda Maja Vestida Velàzquez Godoy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Francisco de Goyas "Maja Desnuda" und "Maja Vestida". Verbindungen zu Velàzquez und Godoy, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1402211
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