In der vorliegenden Studie wird untersucht, inwieweit sich die Unterschiede in der Ausprägung der Achtsamkeit bei Studierenden des Zweifachbachelors der Universität Koblenz-Landau in deren sozialer Kompetenz widerspiegeln. Mit Hilfe der standardisierten Fragebögen FFA (= Freiburger Achtsamkeitsfragebogen - Kurzversion; Walach, 2004) und ISK-K (= Inventar sozialer Kompetenz – Kurzversion; Kanning, 2009) wurden die oben genannten Konstrukte erfasst. Mit der ersten Hypothese wurde die Vermutung überprüft, dass sich Studierende, die sich mit Achtsamkeit beschäftigen, hinsichtlich der sozialen Kompetenz signifikant von denen unterscheiden, die sich nicht oder wenig mit Achtsamkeit beschäftigen. Die Hypothese wurde mittels eines t-Tests für unabhängige Stichproben überprüft und führte zu einem signifikanten Ergebnis. Für eine weitere Hypothese wurde anhand eines Verhaltensexperimentes analysiert, inwieweit Unterschiede zwischen dem Achtsamkeitslevel der Versuchspersonen und deren Durchsetzungsfähigkeit bestehen. Der Chi-Quadrat-Test zeigte keine Signifikanz.
In der vorliegenden Arbeit wird das Thema ‚Achtsamkeit‘ in Zusammenhang mit der sozialen Kompetenz und den für die Arbeit relevanten Konstrukten Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstbild und Selbstreflexion untersucht. Die Selbstreflexion dient dazu, das Fremdbild mit dem Selbstbild abzugleichen. Dadurch erhält die Person die Möglichkeit durch neu erworbene Erkenntnisse sich persönlich weiterzuentwickeln (Ispaylar, 2015). Die Selbstreflexion kann dabei einen positiven Einfluss auf das Selbstbewusstsein haben (Ispaylar, 2015). Ein hoher Selbstwert wirkt sich positiv auf das Selbstvertrauen aus (Jünemann, 2015). Ebenso hat das Selbstvertrauen einen positiven Einfluss auf die Durchsetzungsfähigkeit (Ozsaker, 2013). Diese mündet darin, dass Personen mit einer hohen sozialen Kompetenz respektvoll Grenzen setzen und sowohl Wünsche als auch Forderungen ablehnen können (Güroff, 2016; Hinsch & Wittmann, 2010; Kanning, 2009; Psychologische Studierendenberatung, o. D.-a). In einer Studie von Pepping et al. (2013a) konnte gezeigt werden, dass die Achtsamkeit positiv mit dem Selbstwert zusammenhängt. Zudem konnten Riggio et al. (1990) darlegen, dass der Selbstwert mit der sozialen Kompetenz signifikant korreliert. Daher soll durch diese Arbeit geprüft werden, ob Unterschiede hinsichtlich einer achtsamen Haltung einen direkten Einfluss auf die soziale Kompetenz haben. [...]
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
1. Einführung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Konstrukte
2.1.1 Achtsamkeit
2.1.2 Soziale Kompetenz
2.1.3 Unterskalen der sozialen Kompetenz nach Kanning (2009)
2.1.3.1 Soziale Orientierung
2.1.3.2 Offensivität
2.1.3.3 Selbststeuerung
2.1.3.4 Reflexibilität
2.2 Verwandte Konstrukte
2.2.1 Selbstreflexion
2.2.2 Selbstbewusstsein
2.2.3 Selbstbild
2.2.4 Selbstwert
2.2.5 Selbstvertrauen
2.3 Zusammenhang zwischen den Konstrukten
2.4 Kurzzusammenfassung der Zusammenhänge zwischen der sozialen Kompetenz, der Achtsamkeit und der vorliegenden Forschungsarbeit
2.5 Hypothesen
3. Methode
3.1 Stichprobenbeschreibung
3.2 Material
3.3 Operationalisierung
3.4 Ablauf
4. Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.1.1 Univariate Statistik
4.1.2 Bivariate Statistik
4.2 Interferenzstatistik
5. Explorative Forschung
6. Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Kritische Reflexion der Untersuchung
6.2.1 Hauptgütekriterien
6.2.1.1 Objektivität
6.2.1.2 Reliabilität
6.2.1.3 Validität
6.2.2 Nebengütekriterien
6.2.2.1 Testfairness
6.2.2.2 Testökonomie
6.2.2.3 Nützlichkeit
6.2.2.4 Unverfälschbarkeit
6.2.2.5 Zumutbarkeit
6.2.2.6 Normierung
6.3 Anregungen für weitere Studien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und der sozialen Kompetenz bei Studierenden des Zweifachbachelors an der Universität Koblenz-Landau, wobei auch die Rolle der Konstrukte Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstbild und Selbstreflexion analysiert wird.
- Analyse des Einflusses von Achtsamkeit auf die soziale Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit.
- Untersuchung der psychologischen Konstrukte Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstreflexion im Kontext sozialer Interaktion.
- Empirische Überprüfung von Hypothesen mittels standardisierter Fragebögen (FFA und ISK-K).
- Explorative Analyse von Einflussfaktoren wie Alter und Geschlecht auf die untersuchten Variablen.
Auszug aus dem Buch
Achtsamkeit
Der Begriff der Achtsamkeit kann, je nachdem, in welchem Zusammenhang dieser verwendet wird, verschieden ausgelegt werden. In der vorliegenden Arbeit wird die klinische Definition des Begriffs herangezogen. Demnach ist Achtsamkeit eine Variante der erlernbaren und trainierbaren Fähigkeit der Aufmerksamkeitslenkung (Knuf & Hammer, 2013).
Dabei steht das bewusste, absichtsvolle und nichtwertende Erleben aktueller Augenblicke im Vordergrund (Heidenreich et al., 2006). Mit dem Erleben ist gemeint, dass „(…) alle Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen in (…)“ (Knuf & Hammer, 2013, S. 19) einem aktuellen Augenblick bewusst erfahren werden und sich demnach die Aufmerksamkeit nur auf diesen Prozess richtet. Weiterhin soll diese Art der Aufmerksamkeitslenkung wiederholt – und damit absichtsvoll – vorkommen.
Die wahrgenommenen Augenblicke werden in der Regel unbewusst in beispielsweise ‚gut‘ oder ‚schlecht‘ kategorisiert. Achtsamkeit soll jedoch eine nichtwertende Haltung fördern, um erfahrene Momente nicht direkt zu bewerten. Eine Person soll kurz innehalten und sich bewusst darüber werden, dass sie gerade automatisch kategorisiert, anstatt den Augenblick lediglich zu erfahren. Demnach soll Achtsamkeit die affektive Reaktivität verringern und so stressreduzierend wirken. Etwas weiter geht dabei die akzeptierende Haltung, bei welcher der Augenblick einfach so angenommen wird (Bishop et al., 2004; Güroff, 2016; Keng et al., 2011; Knuf & Hammer, 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Hinführung zum Thema Achtsamkeit im Zusammenhang mit der sozialen Kompetenz und Definition der relevanten psychologischen Konstrukte.
2. Theoretischer Hintergrund: Detaillierte theoretische Fundierung der Begriffe Achtsamkeit, soziale Kompetenz sowie verwandter Konzepte wie Selbstreflexion und Selbstwert.
3. Methode: Beschreibung der Stichprobe, des Designs der Onlinebefragung, der verwendeten Instrumente und der gewählten statistischen Verfahren.
4. Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Daten sowie der inferenzstatistischen Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5. Explorative Forschung: Vertiefende Korrelations- und Regressionsanalysen zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Achtsamkeit und sozialer Kompetenz.
6. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse und kritische Reflexion der Untersuchung unter Berücksichtigung der Gütekriterien sowie Ausblick auf zukünftige Studien.
Schlüsselwörter
Achtsamkeit, Soziale Kompetenz, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstreflexion, Selbstvertrauen, Durchsetzungsfähigkeit, Psychologie, Fragebogen, Korrelationsanalyse, SPSS, Stressreduktion, Soziale Interaktion, Lebenszufriedenheit, Forschungsstudie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der persönlichen Achtsamkeit und der Ausprägung sozialer Kompetenz bei Studierenden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Achtsamkeit, sozialen Kompetenz, Selbstreflexion, Selbstwertgefühl und die Frage, wie diese Faktoren in sozialen Situationen interagieren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird geprüft, inwieweit eine achtsame Haltung einen direkten Einfluss auf die soziale Kompetenz und die Durchsetzungsfähigkeit von Individuen hat.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Studie nutzt standardisierte Fragebögen (FFA, ISK-K) zur Datenerhebung und führt t-Tests, Chi-Quadrat-Tests, Korrelations- sowie Regressionsanalysen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konstrukte, die Beschreibung der methodischen Durchführung der Online-Befragung sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der statistischen Testergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Kombination von Achtsamkeitsforschung mit Konzepten der sozialen Kompetenz und Persönlichkeitspsychologie bei Studierenden charakterisiert.
Warum wurde eine Kurzversion des ISK-K für die Datenerhebung verwendet?
Die Kurzversion wurde aus ökonomischen Gründen gewählt, um die Länge des Fragebogens in einem akzeptablen Rahmen zu halten und die Abbruchquote der Teilnehmenden gering zu halten.
Welche Bedeutung kommt der Variablen 'Durchsetzungsfähigkeit' in der Studie zu?
Die Durchsetzungsfähigkeit dient als abhängige Variable, um zu testen, ob achtsamere Studierende eher respektvoll Forderungen ablehnen können, was als Indikator für soziale Kompetenz betrachtet wird.
Wie lautet das Fazit zur zweiten Hypothese in Bezug auf die Durchsetzungsfähigkeit?
Die zweite Hypothese konnte nicht bestätigt werden; statistisch ließ sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Achtsamkeitslevel und der Durchsetzungsfähigkeit bei der Ablehnung einer Aufforderung nachweisen.
Welchen Einfluss haben Alter und Geschlecht auf die Ergebnisse?
Während das Geschlecht in der Regressionsanalyse keine signifikante Rolle spielte, zeigte sich, dass das Alter einen signifikanten, wenn auch geringeren, prädiktiven Effekt auf die soziale Kompetenz hat als die Achtsamkeit.
- Arbeit zitieren
- Jeremy Moeller (Autor:in), 2023, Achtsamkeit und soziale Kompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1402595