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Joachim von Ortenburg – Die Frage nach der Reichsunmittelbarkeit

Title: Joachim von Ortenburg – Die Frage nach der Reichsunmittelbarkeit

Seminar Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Alexander Christian Pape (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Meine vorliegende Seminararbeit befasst sich mit den Ereignissen einer Zeitperiode, die innerhalb der bayerischen, als auch der Konfessionsgeschichte für den gesamten süddeutschen Raum eine einschneidende Rolle spielen. Innerhalb der aufgekommenen Reformation und den daraus entstandenen Reformationsbewegungen in allen Teilen des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen“ ist der Fokus hierbei auf die Grafschaft Ortenburg gerichtet, die bis heute ihre konfessionelle Zugehörigkeit, die sich in diesen Jahren entwickelt hatte, behalten konnte. Leider ist die Quellenlage für die Bearbeitung der Arbeit als dürftig zu bezeichnen, was mich zu der Schlussfolgerung kommen lässt, dass der Thematik bislang zu wenig Bedeutung beigemessen wurde. Das elementare Werk im Hinblick auf die Reformationsgeschichte von Ortenburg ist das Buch „400 Jahre evang.-luth. Kirchengemeinde Ortenburg“ aus dem Jahre 1963. Im ersten Text von Schlossverwalter Hans Schellnhuber wird die Zeit der Grafschaft unter Graf Joachim sehr genau und chronologisch geschildert. Da die Frage der Reichsunmittelbarkeit über das Verhältnis Graf-Herzog und damit verbunden über die Durchsetzung und den Erhalt des Glaubens innerhalb der Grafschaft definiert war, habe ich in der Seminararbeit auf den religiösen Aspekt wert gelegt. Dreh- und Angelpunkt stellt mein Abschnitt die „Ortenburger Adelsverschwörung“ dar, weil hierin erstens die eigentlichen Konfliktpunkte der Parteien zum Vorschein traten, zweitens die Reformationsbewegung fast aller Landesstände in Bayern ein rasches Ende fand und damit einhergehend der Rückhalt für Ortenburg wegbrach und drittens, spätestens ab diesem Zeitpunkt, der wirtschaftliche Niedergang des angesehenen und einflussreichen Adelsgeschlechts der Ortenburger seinen Lauf nahm. Im anschließenden Kapitel schildere ich den weiteren Verlauf des Konflikts, der sich chronologisch immer weiter zuspitzte, eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Grafschaft mit seinen Bevölkerungsteilen darstellte und erst ein vorübergehendes Ende kurz nach dem Tode Joachims fand.
Die weitere verwendete Literatur diente mir eher als Ergänzung um das historische Bild Joachim von Ortenburgs und die Veränderungen innerhalb der Grafschaft besser zu verstehen und unter verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, außerdem dies in den Gesamtzusammenhang der europäischen und deutschen Reformationsgeschichte einordnen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Stellung Joachim von Ortenburgs anhand von Machtkonstellationen

Die „Ortenburger Adelsverschwörung“

Fortsetzung des Konflikts und Folgen für Ortenburg

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Grafen Joachim von Ortenburg im Kontext der bayerischen Reformationsgeschichte sowie seinen hartnäckigen Kampf um die Anerkennung der Reichsunmittelbarkeit seiner Grafschaft gegen das Herzogtum Bayern.

  • Die Machtstellung des Grafen Joachim von Ortenburg in Bayern
  • Die Auswirkungen der Reformation in der Grafschaft Ortenburg
  • Der Konfliktverlauf um die „Ortenburger Adelsverschwörung“
  • Die Bedeutung der Reichsunmittelbarkeit im Territorialstreit
  • Konfessionelle Identitätsbildung im katholischen Bayern

Auszug aus dem Buch

Die „Ortenburger Adelsverschwörung“

Die Jahre 1963 bis 1964 bildeten einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen den evangelischen Ständen und dem Landesfürsten. Auf dem Landtag zu Ingolstadt kam es zu einem offenen Konflikt zwischen den Adligen unter Führung von Joachim von Ortenburg und Wolf Dietrich von Maxlrain und Herzog Albrechts V. von Bayern. Forderung war zum einen die freie Ausübung der lutherischen Form des Gottesdienstes und eine Gleichstellung des Abendmahls, im größeren Rahmen aber vielmehr die förmliche Freigabe der „Confessio Augustana“, mit dem angestrebten Ziel zweier anerkannter nebeneinander bestehender Konfessionen in Bayern. Besonders Ortenburg war hierbei die treibende Kraft und gehörte zu der radikaleren Gruppe der evangelischen Adligen. Er begnügte sich nicht mit dem bloßen Artikulieren, sondern berief sich auf die Vorgänge in Österreich, denen er auch für Bayern eine Legitimationsgrundlage zusprach.

Daraufhin erklärten insgesamt 43 Landsstände die Gültigkeit und den Durchsetzungswillen des Augsburger Bekenntnisses und die gemeinsame Grundlage, Untertanen nicht aufgrund der Konfession aus dem Land zu vertreiben. Der Herzog wollte diese Zugeständnisse nicht machen, beabsichtigte keine anderen Konfessionen in seinem Reich zu dulden oder sogar anzuerkennen. Aufgrund nicht zustande gekommener Mehrheiten entschied sich das Landtagsplenum für einen Mittelweg, nämlich die Umsetzung der Deklaration von 1556, welche sich für die katholische Messe aussprach, gleichzeitig aber eine abgeschwächte Billigung des Laienkelchs. Auch dieses Votum erschien Albrecht V. als unangemessen, Kompromissversuche scheiterten, die Fronten waren extrem verhärtet, keine Seite bewegte sich auf die andere zu.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Reformationsgeschichte der Grafschaft Ortenburg und die damit verbundene zentrale Frage der Reichsunmittelbarkeit.

Die Stellung Joachim von Ortenburgs anhand von Machtkonstellationen: Dieses Kapitel beschreibt die Herkunft, Ausbildung und die politische Ausgangslage Joachims, die durch ein komplexes Spannungsfeld zwischen kaiserlicher Loyalität und herzoglicher Oberhoheit geprägt war.

Die „Ortenburger Adelsverschwörung“: Hier wird der eskalierende Konflikt zwischen den protestantischen Landständen unter Führung Joachims und dem katholischen Herzogtum Bayern analysiert, der zu einem grundlegenden juristischen und politischen Machtkampf führte.

Fortsetzung des Konflikts und Folgen für Ortenburg: Der Abschnitt erläutert die langfristigen rechtlichen Auseinandersetzungen nach 1573, die wirtschaftliche Bedrängnis der Grafschaft durch bayerische Maßnahmen und das Ringen um die Anerkennung der Reichsfreiheit.

Schlusswort: Die Zusammenfassung unterstreicht Joachim von Ortenburgs historische Bedeutung als Protagonist, der trotz erheblicher persönlicher und finanzieller Opfer die konfessionelle Identität Ortenburgs als „evangelische Insel“ im katholischen Bayern bewahrte.

Schlüsselwörter

Joachim von Ortenburg, Reichsunmittelbarkeit, Reformation, Grafschaft Ortenburg, Herzog Albrecht V., Confessio Augustana, Adelsverschwörung, Bayern, Protestantismus, Gegenreformation, Augsburger Religionsfrieden, Landstände, Reichsgeschichte, Konfessionsgeschichte, Territorialpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Wirken von Graf Joachim von Ortenburg und seinem Widerstand gegen die bayerische Landesherrschaft im Zuge der Reformation.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Einführung der Reformation in Ortenburg, die juristischen Kämpfe um den Status der Reichsunmittelbarkeit sowie die politischen Spannungen zwischen Ständen und dem bayerischen Herzog.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Joachim von Ortenburgs Rolle innerhalb der süddeutschen Reformationsgeschichte zu würdigen und die Auswirkungen seiner konfessionellen Entscheidung auf die Stellung der Grafschaft zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Seminararbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Quellen zur Reformationsgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der machtpolitischen Ausgangslage, den Konflikt der „Adelsverschwörung“ und die darauffolgenden jahrzehntelangen juristischen Auseinandersetzungen um die Reichsgrafschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Reichsunmittelbarkeit, Ortenburg, Reformation, Konfessionswechsel und der Konflikt mit dem Herzogtum Bayern.

Warum war die Reichsunmittelbarkeit für Ortenburg so essenziell?

Sie stellte die rechtliche Unabhängigkeit der Grafschaft vom bayerischen Herzog sicher und war die Voraussetzung dafür, dass der Graf sein Herrschaftsgebiet selbstbestimmt reformieren konnte.

Welche Rolle spielte der "Kalte Krieg" in der Grafschaft?

Der Begriff beschreibt die wirtschaftlichen und sozialen Druckmittel des Herzogs, wie Grenzsperren und Besatzungen, mit denen die Bevölkerung zur Abkehr vom protestantischen Glauben gezwungen werden sollte.

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Details

Title
Joachim von Ortenburg – Die Frage nach der Reichsunmittelbarkeit
College
University of the Federal Armed Forces München  (Historisches Institut )
Course
Das Werden des modernen Staates und der Staatenwelt
Grade
2,7
Author
Alexander Christian Pape (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V140276
ISBN (eBook)
9783640473274
ISBN (Book)
9783640473113
Language
German
Tags
Joachim Ortenburg Frage Reichsunmittelbarkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Christian Pape (Author), 2009, Joachim von Ortenburg – Die Frage nach der Reichsunmittelbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140276
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