Die griechische Welt im Zeitalter des Aristoteles


Hausarbeit, 2008

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Der Niedergang der griechischen Poliswelt
1. Der Attisch-Delische Seebund
2. Der Peloponnesischen Krieg
3. Von der Hegemonie Spartas zur Hegemonie Makedoniens
4. Alexander derGroße

III. Aristoteles' Leben und Werk(384-322v.Chr.)
1. Biographischer Lebensweg
2. Überblick überdieLehren desAristoteles

IV. Literaturangaben & Quellen

I. Einführung

In dieser Hausarbeit, welche im Rahmen eines einführenden Basisseminar geschrieben wurde, wird versucht das Leben des großen Philosophen Aristoteles etwas näher zu beleuchten und die Umstände der Gesellschaft und der Geschichte, in der er lebte einzufangen und wiederzugeben.

Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit dem reinen chronologisch-historischem Kontext, beginnend mehrere Jahrzehnte vor der Geburt des Aristoteles' bis zum Tod des Alexander, damit ein gewisser historischer Rahmen gegeben ist. Dabei wird auf die damalige Staatenwelt eingegangen und wichtige geschichtliche Begebenheiten erwähnt und erläutert, die die damalige griechische Welt prägten. Eine komplette Darstellung und eine lückenlose Bearbeitung ist auf Grund der Kürze der Arbeit leider nicht möglich. Deswegen werden ausgewählte Schwerpunkte den historischen Kontext darstellen.

Im zweiten Teil wird versucht näher auf die Begebenheiten im Leben und die Philosophie des Aristoteles einzugehen, wobei seine Hauptthesen nur angeschnitten und in kompakter Form wiedergegeben werden. Die für diese Zeit gebräuchliche Begriffe, Abkürzungen und Bezeichnungen werden in den Fußnoten erläutert

II. Der Niedergang der Poliswelt

Das 4. Jahrhundert, die Zeit von 404v. Chr., dem Ende des Peloponnesischen Krieges bis zum Tode Alexanders 323v. Chr. gilt unter anderem als eine Periode des Niedergangs der klassischen Poliswelt und dem Aufkommen des Zeitalters des Hellenismus.

Die damalige griechische Welt war geprägt von sich bekämpfenden Stadtstaaten, daraus resultierenden Hegemonien einzelner Poleis[1] und den Einfällen der Perser. In dieser Zeit wechselten sich die Hegemonien Athens, Spartas und Thebens ab, um dann einem Aufstieg einer makedonischen Hegemonie Platz zu machen.

Eingegangen wird nun auf die Strukturen des Attischen Seebundes, der exemplarisch für die damalige Zeit stehen soll, den Verlauf und die Folgen des Peloponnesischen Krieges, den geschlossenen Nikiasfrieden und der resultierenden Hegemonie Spartas. Darauf folgen Konflikte mit dem zweiten Attischen Seebund, wie z.B. dem Bundesgenossenkrieg in den Jahren 357v. Chr. bis 355v. Chr. Danach legt sich das Augenmerk verstärkt auf die makedonische Entwicklung unter Philipp II. und seinem berühmten Sohn Alexander.

1. Der Attisch-Delische Seebund

Die Vormachtstellung Athens war vor allem während der Zeit des ersten attischen Seebundes 478/477v. Chr. bis 412/404v. Chr. , in der Fachliteratur meist Attisch-Delischer Seebund genannt, am stärksten. Die damalige unanfechtbare Seemacht Athen rief den Bund ins Leben, zum einen als Schutz gegen die Perser, zum anderen gegen die damalige Konkurrenz Sparta. Anstatt den schon vorhanden Hellenenbund (481v. Chr. bis 478v. Chr.) neu aufleben zu lassen, wurde dieser vom neuem Seebund Athens abgelöst. Die Mitglieder wurden vertraglich an Athen gebunden, so dass der Seebund in seiner authentischen Bezeichnung auch „die Athener und ihre Verbündeten“ (wörtlich: „Mitkämpfer“) hieß. Dieser Bund, Symmachie[2] genannt, umfasste eine Vielzahl griechischer Städte auf dem Festland, in

Westkleinasien, Thrakien und den ägäischen Inseln. Innerhalb des Bündnisses hatte man die selben Feinde und Freunde. Anders jedoch als im Hellenenbund waren die Teilnehmer nur noch mit Athen direkt vertraglich verbunden, nichtjedoch zwingend untereinander.

Die Bundesversammlungen fanden zunächst auf der Insel Delos statt, wo auch eine gemeinsame Bundeskasse errichtet wurde. Die gemeinsamen Beiträge (phoroi) sollten ursprünglich nur von den Mitgliedern gestellt werden, die sich nicht an der gemeinsamen Flotte des Bundes beteiligten. Athen übte jedoch großen Druck auf seine Mitglieder aus, was die gemeinsamen Beitragszahlungen langsam in eine Tributpflicht gegenüber Athen wandelte. Schon vor dem Peloponnesischen Krieg wurde die Bundeskasse nach Athen überführt und für dortige Prachtbauten verwendet. Immer mehr wurde der Bund zu einem Machtmittel Athens, der die einzelnen Mitglieder entmachtet und abhängig machte. Stellenweise kann man schon von einem attischen Reich sprechen, was zu Spannungen mit Sparta und dem von Sparta geführten Peloponnesischen Bund führte. Diese Spannungen gipfelten letztendlich im Peloponnesischen Krieg.

2. Der Peloponnesische Krieg

Der Peloponnesische Krieg, zwischen dem von Athen geführten Attischen Seebund und dem Peloponnesischen Bund unter der Führungsmacht Sparta, wurde zwischen 431v.Chr. bis 404v. Chr. geführt. Unterbrochen wurde er von einigen Waffenruhen, die jedoch nie lange anhielten. Allgemein wird der Peloponnesische Krieg in drei Phasen unterteilt:

Der Archidamische Krieg, der von 431 bis 421v. Chr. andauerte, die Zeit des Nikiasfriedens, die von 421 bis etwa 413v. Chr. dauerte und die erneute Eskalation im Dekeleisch-ionischen Krieg von 414/413 bis zur Niederlage Athens 404v. Chr. Die Athener waren die Verlierer dieses Konflikts und mit ihrem Scheitern scheiterte auch eine der bemerkenswerten Großmachtbildungen des klassischen Griechenlands. Im starken Kontrast steht jedoch, dass die Kriegszeit gleichzeitig auch eine Blütezeit für die Kultur war, vor allem in Athen.[3] Bautätigkeiten, wie z.B an dem Nike-Tempel und dem Erechtheion wurden wieder aufgenommen und die Tragiker und Dramatiker schrieben ihre Glanzstücke. So wirkten in Athen Sophokles (496-406/05v. Chr.) und Euripides (480-406v. Chr.) als Dramatiker. Auch die älteste uns überlieferte attische Prosaschrift, die unter Xenophons' (426-355v. Chr.) Namen überlieferte antidemokratische Streitschrift vom Staat der Athener, wurde wohl in den Anfangsjahren des Krieges verfasst. Auch der große Philosoph Sokrates (469-399v. Chr.) wirkte die ganze Kriegszeit über in Athen, hinterließ jedoch keine schriftlichen Zeugnisse.

Die Ursachen des Krieges gehen mit den Differenzen zwischen Athen und dem wichtigen spartanischen Bündnispartner Korinth einher. Korinth war in mehrere kriegerische Aktionen verwickelt, die meistens einen Bündnispartner des Attischen Seebundes betrafen und sogar ein Einschreiten der athenischen Flotte zur Folge hatten. Problematisch war auch, dass ein Mitglied des Attischen Seebundes, Poteidaia, gute Beziehungen zu seiner Mutterstadt Korinth pflegte und auch regelmäßig Beamte von dort bezog. Athen forderte immer wieder den Abbruch dieser Beziehungen. Nach diesen und weiteren Provokationen Athens konnte Sparta, auch um seines Prestiges willen, die Beschwerden seiner Bündnispartner nicht länger unbeantwortet lassen, da einige auch schon mit einem Austritt aus dem Bund mit Sparta drohten. Schließlich forderte Sparta eine Autonomie für alle Griechen, was letztendlich auf eine Auflösung des Attischen Seebundes hinauslief.

Die ersten Kriegshandlung stellte ein Überfall Thebens auf die mit Athen verbündete Polis Plataiai im Frühjahr 431v. Chr. dar. Anschließend rückten Truppen unter König Archidamos[4] in Attika ein und belagerten Athen. Diese Einfälle wurden in den Folgejahren immer wiederholt und man hoffte das diese Taktik Athen zermürben konnte. Durch seine starke Seeflotte konnte sich Athen jedoch immer wieder behaupten und Gegenschläge führen, so dass sich die Kriegshandlungen in die Länge zogen.

Im Jahre 421v. Chr. konnten sich die beiden Seiten auf einen länger dauernden Frieden einigen, den Frieden des Nikias, welcher auf 50 Jahre ausgelegt wurde. Die eroberten Plätze wurden herausgegeben und die Gefangenen ausgetauscht. Eventuelle weitere Streitigkeiten sollten durch ein Schiedsgericht entschieden werden. Jedoch traten mehrere wichtige Staaten des Peloponnesischen Bundes nicht dem Frieden bei, unter anderem Korinth und Megara. Dies führte zu weiteren Spannungen zwischen den Kriegsparteien. Da es immer noch unterschwellige Konflikte gab, wurde dieser Frieden auch „Fauler Frieden“ genannt. Der Wendepunkt im attischen Expansionsdrang wurde die sog. Sizilischen Expedition Athens, in

[...]


[1] Griechischer Stadtstaat, mit dazugehörigem Umland z.B Athen oder Sparta.

[2] Bündnisvertrag mit einem bilateralem Vertrag einer Polis mit einem Hegemon inkl. Verpflichtung zur Heerfolge

[3] Loetze, Detlef: Griechische Geschichte, S. 70f.

[4] Von 469-427v. Chr.war er einer der beiden Könige Spartas

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die griechische Welt im Zeitalter des Aristoteles
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Aristoteles' Metaphysik
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V140279
ISBN (eBook)
9783640484096
ISBN (Buch)
9783640484218
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit über die geschichtlichen Zusammenhänge im Zeitalter des Aristotels, sowie ein Einblick und eine Einführung in dessen Philosphisches Gesamtwerk
Schlagworte
Aristoteles, Griechische Geschichte, Philosophie, Antike, Pelleponesischer Krieg
Arbeit zitieren
Rafael Malaczynski (Autor), 2008, Die griechische Welt im Zeitalter des Aristoteles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140279

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