Diese Arbeit erfasst die Darstellung der Phönikier in ihrem Kontext und ordnet sie in ihr jeweiliges Narrativ, beginnend mit dem Topos der kunstgeübten Sidonier, über den der Phöniker als verschlagene Händler hin, bis zu dem der hilfsbereiten Transporteure ein.
Die Darstellung der Phönikier in den homerischen Epen erscheint auf den ersten Blick sehr stereotyp und ist zweigeteilt. In der Ilias werden sie als geschickte Kunsthandwerker und in der Odyssee als verschlagene Händler porträtiert. Diese Auffassung wurde in der Forschung wiederholt rezipiert. Zudem wird ein Unterschied hinsichtlich der Bezeichnung konstatiert: Bei positiven Schilderungen, im Kontext des Kunsthandwerks, werden sie Σιδόνες genannt, bei negativen, im Zusammenhang mit Handelsaktivitäten, Фοινίκιαι.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Phöniker als Σιδόνες πολυδαίδαλοι
- Opfer für Athene
- Siegesprämie bei den Leichenspielen für Patroklos
- Gastgeschenk für Telemachos
- Zwischenfazit
- Phöniker als tpõktai
- Φοινίκιαι ἀγανοί
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Phönikier in den homerischen Epen und analysiert, ob diese stereotyp geprägt ist oder Teil einer komplexen Erzählstrategie. Die Analyse fokussiert auf die Verwendung spezifischer Bezeichnungen, den Kontext der jeweiligen Passagen und die zugrundeliegenden Intentionen.
- Analyse der unterschiedlichen Bezeichnungen für Phöniker (Σdóvɛç vs. otvíкiai)
- Untersuchung der Rolle der Phöniker als Kunsthandwerker und Händler in den Epen
- Beurteilung der historischen Realität und literarischen Konstruktion der Phönikerdarstellung
- Interpretation der Intentionen der Homerischen Epen hinsichtlich der Darstellung der Phöniker
- Bewertung des Einflusses von Phönikien auf die griechische Kultur und Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Phönikerdarstellung in den homerischen Epen ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis von Stereotypen und Erzählstrategie. Kapitel zwei analysiert den Topos der kunstgeübten Phöniker, dargestellt als Σιδόνες πολυδαίδαλοι, anhand verschiedener Beispiele aus der Ilias. Kapitel drei beleuchtet die Rolle der Phöniker als tpõktai, während Kapitel vier die Bezeichnung Φοινίκιαι ἀγανοί im Kontext der homerischen Epen untersucht. Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und zieht Schlussfolgerungen über die Darstellung der Phöniker in den homerischen Epen.
Schlüsselwörter
Phöniker, Homerische Epen, Ilias, Odyssee, Stereotype, Erzählstrategie, Kunsthandwerk, Handel, Σιδόνες πολυδαίδαλοι, tpõktai, Φοινίκιαι ἀγανοί, Kulturkontakt, griechische Literatur, antisemitische Stereotype.
Häufig gestellte Fragen
Wie werden die Phönikier in der Ilias dargestellt?
In der Ilias erscheinen die Phönikier primär als hochgeschätzte Kunsthandwerker (Sidones), die kostbare Objekte wie silberne Mischkrüge oder prachtvolle Gewänder herstellen.
Welches Bild der Phönikier vermittelt die Odyssee?
In der Odyssee verschiebt sich die Darstellung hin zu "verschlagenen Händlern" (troktai), die oft mit List, Betrug oder gar Menschenraub in Verbindung gebracht werden.
Was bedeutet die Bezeichnung "Sidones" im Kontext Homers?
Der Begriff "Sidones" (Sidonier) wird in den Epen meist in einem positiven Kontext verwendet, insbesondere wenn es um technisches Geschick und exzellentes Kunsthandwerk geht.
Gibt es einen Unterschied zwischen den Begriffen Sidones und Phoinikes?
Die Forschung stellt oft fest, dass Sidones eher für die positiven Aspekte (Handwerk) und Phoinikes eher für die negativen Aspekte (Handel, List) verwendet werden, was auf eine literarische Stereotypisierung hindeutet.
Sind die Darstellungen in den homerischen Epen historisch korrekt?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen literarischer Konstruktion (Stereotypen) und der historischen Realität des Kulturkontakts zwischen Griechen und Phönikiern in der Antike.
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- Anonym (Author), 2022, Die Darstellung der Phönikier in den homerischen Epen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1403029