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"Polenaktion" 1938

Die erste Ausweiseaktion der nationalsozialistischen Regierung an polnischen Juden

Title: "Polenaktion" 1938

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Katharina Krabbe (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Im Verlauf dieser Seminararbeit werde ich auf die Ereignisse im Bezug auf die sogenannte „Polenaktion“ eingehen. Dabei möchte ich der Fragestellung nachgehen: Wie konnte es dazu kommen, dass 17 000 Menschen abgeschoben und größtenteils für ein halbes Jahr im Niemandsland leben mussten.“ Meine These „Beide Staaten, Polen und Deutschland, wollten sich durch ihre Gesetzgebung und Aktionen der polnischen Juden, die in Deutschland lebten, entledigen.“ soll im Laufe dieser Arbeit bewiesen werden und zur Beantwortung der Fragestellung beitragen.
Vorab gibt es einen kleinen Überblick über die Situation der polnischen Juden in Polen und Deutschland in den vorangegangenen Jahrzehnten. Im Anschluss wird noch explizit auf den Umgang mit Ostjuden in den dreißiger Jahren des Dritten Reichs eingegangen. Im vierten Kapitel wird sich mit dem März-Gesetz der polnischen Regierung befasst. Daran anschließend wird im fünften Kapitel auf die Ereignisse zwischen Polen und Deutschland im Frühjahr, Sommer und Herbst 1938 eingegangen. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit der eigentlichen Abschiebungsaktion. Dabei werden besonders die Ereignisse an der deutsch-polnischen Grenze bei Bentschen und Zbaszyn geschildert. Anschließend werden die Verhandlungen zwischen der polnischen und deutschen Regierung und deren Unterbrechung durch die Reichspogromnacht behandelt. Im achten Kapitel wird der weitere Verbleib der Juden im Niemandsland beschrieben und wie sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen entwickelten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

2.1 Deutschland

2.2 Polen

3. osteuropäische Juden im Dritten Reich

4. Das polnische Märzgesetz

5. Ereignisse und Verhandlungen im Verlauf des Jahres 1938

6. Die Ausweisung der polnischen Juden aus Deutschland im Oktober 1938

6.1 Beginn der Polenaktion

6.2 Ankunft an der Grenze Neu-Bentschen – Zbaszyn

7. Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen

8. Folgen der Ausweisungsaktion

9. Schlussbetrachtung

10. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte „Polenaktion“ vom Oktober 1938, bei der circa 17.000 polnische Juden aus Deutschland abgeschoben wurden. Ziel der Untersuchung ist es, die These zu belegen, dass beide Staaten – Deutschland und Polen – durch ihre jeweilige Gesetzgebung und politisches Handeln darauf abzielten, sich der in Deutschland lebenden polnischen Juden zu entledigen, was die Betroffenen in eine katastrophale Lage im Niemandsland brachte.

  • Die Situation der polnischen Juden in Deutschland und Polen vor 1938.
  • Die Auswirkungen des polnischen Märzgesetzes von 1938 auf den Status der polnischen Juden.
  • Die Eskalation der administrativen Maßnahmen und der Ablauf der Ausweisungsaktion.
  • Die diplomatischen Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen in der Krisenzeit.
  • Die Rolle der Vertreibung als Ausgangspunkt für die Reichspogromnacht.

Auszug aus dem Buch

6.1 Beginn der Polenaktion

Am 27. und 28. Oktober 1938 wurden ungefähr 17 000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit im Dritten Reich in „Abschiebehaft genommen, um sie buchstäblich in letzter Minute in jenes Land zu überstellen, dessen Staatsbürgerschaft sie noch besaßen, das ihnen aber keine Heimat war und gerade seinerseits versuchte sie für immer auszuschließen.“

Traude Maurer schreibt, dass die „Polenaktion“ die polnischen Juden in Deutschland völlig überraschend und unvorbereitet traf. Helmut Heiber dagegen schreibt in seinem Aufsatz über Herschel Grünspan, dass die Abschiebung für die Betroffenen „nicht sehr überraschend“ kam. Er bezieht sich dabei auf den neuen Erlass der Ausländerpolizeiverordnung vom 22. August 1938. Es ist anzunehmen, dass einige die kommenden Ereignisse vorausgesehen haben, aber wahrscheinlich nicht in diesem Ausmaß. Andere wiederum traf die Aktion unvorbereitet, da sie es sich vermutlich nicht vorstellen konnten. Aber nicht nur die betroffenen Juden waren überrascht, sondern auch die Polizeibeamten, die teilweise in zivil unterwegs waren, da sie selbst überraschend alarmiert worden waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Fragestellung und der zentralen These zur gegenseitigen Bestrebung beider Staaten, sich der polnischen Juden zu entledigen.

2. Vorgeschichte: Analyse der Situation der Juden in Deutschland und Polen vor 1938 sowie der zunehmenden antisemitischen Tendenzen.

2.1 Deutschland: Untersuchung der Einwanderungssituation und der rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Juden seit 1881.

2.2 Polen: Darstellung der Diskriminierung jüdischer Bevölkerungsteile in Polen und der staatlichen Bestrebungen zur Förderung der Emigration.

3. osteuropäische Juden im Dritten Reich: Überblick über die administrativen Maßnahmen und die rechtliche Entrechtung der Ostjuden durch das NS-Regime.

4. Das polnische Märzgesetz: Analyse des Gesetzes über den Entzug der Staatsbürgerschaft und dessen Ziel, polnische Juden im Ausland staatenlos zu machen.

5. Ereignisse und Verhandlungen im Verlauf des Jahres 1938: Betrachtung der diplomatischen Reaktionen zwischen Berlin und Warschau auf die jeweiligen Gesetzesverschärfungen.

6. Die Ausweisung der polnischen Juden aus Deutschland im Oktober 1938: Beschreibung des Höhepunkts der Vertreibungspolitik durch die sogenannte „Polenaktion“.

6.1 Beginn der Polenaktion: Detaillierte Darstellung der Durchführung der Abschiebehaft und der regional unterschiedlichen Umsetzung.

6.2 Ankunft an der Grenze Neu-Bentschen – Zbaszyn: Schilderung der katastrophalen Bedingungen der Internierung im Niemandsland.

7. Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen: Analyse der diplomatischen Gespräche und deren Unterbrechung durch das Attentat von Herschel Grünspan.

8. Folgen der Ausweisungsaktion: Aufarbeitung der langfristigen Auswirkungen, einschließlich der Verbindung zur Reichspogromnacht und der weiteren Schicksale der Betroffenen.

9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung der These zur gemeinsamen Verantwortung der Staaten für die entstandene humanitäre Krise.

10. Bibliographie: Auflistung der für die Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Polenaktion, Antisemitismus, Zbaszyn, Abschiebung, Niemandsland, Drittes Reich, Staatsangehörigkeit, Märzgesetz, Vertreibung, Reichspogromnacht, Herschel Grünspan, jüdische Geschichte, Diplomatie, Ausbürgerung, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Ereignissen um die sogenannte „Polenaktion“ im Oktober 1938, bei der tausende polnische Juden aus Deutschland ausgewiesen wurden.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die antisemitische Gesetzgebung in Deutschland und Polen, die rechtliche Statusänderung der betroffenen Juden sowie die diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage untersucht, wie es zu der massenhaften Abschiebung kommen konnte, und belegt die These, dass beide Staaten aktiv an der Ausgrenzung ihrer jüdischen Bürger mitgewirkt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und historischen Berichten basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die rechtlichen Vorstufen in Deutschland und Polen, den Ablauf der Abschiebeaktion im Oktober 1938, die Internierung im Grenzort Zbaszyn und die diplomatischen Verhandlungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Polenaktion, Ausweisung, Niemandsland, Antisemitismus und den rechtlichen Entzug der Staatsangehörigkeit charakterisiert.

Welche Bedeutung hatte das polnische Märzgesetz für die betroffenen Juden?

Das Märzgesetz schuf die rechtliche Grundlage für die Ausbürgerung polnischer Juden im Ausland, was viele von ihnen in die Staatenlosigkeit trieb und ihre Rückkehr nach Polen verhinderte.

Inwiefern beeinflusste das Attentat von Herschel Grünspan den Fortgang der Ereignisse?

Das Attentat führte zur Suspendierung der Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen und wurde vom NS-Regime als propagandistischer Vorwand für die Reichspogromnacht genutzt.

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Details

Title
"Polenaktion" 1938
Subtitle
Die erste Ausweiseaktion der nationalsozialistischen Regierung an polnischen Juden
College
University of Bremen
Grade
2
Author
Katharina Krabbe (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V140311
ISBN (eBook)
9783640484409
ISBN (Book)
9783640484225
Language
German
Tags
Polenaktion Ausweiseaktion Regierung Juden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Krabbe (Author), 2009, "Polenaktion" 1938, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140311
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