Pädagogische Interventionen und Gewaltprävention am Beispiel Faustlos


Hausarbeit, 2008

11 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einteilungsmöglichkeiten von Maßnahmen zur Gewaltprävention

3. Trainingsprogramme zur Verhaltensmodifikation
3.1. Faustlos – was ist das und warum ist es wichtig?
3.2. Fortbildung und Materialien
3.3. Ziele von Faustlos
3.4. Praktische Umsetzung

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gewalt unter Jugendlichen ist nicht nur in den letzten Jahren ein immer wieder diskutiertes Phänomen, gegen das vorgegangen werden will und muss. Oft treten gewalttätige Handlungen vor allem in den Schulen auf und daher ist es auch sehr wichtig, dass sich (angehende) Lehrer und Lehrerinnen mit dem Thema befassen. In dieser Ausarbeitung soll es nicht darum gehen, die Häufigkeit des Auftretens diverser Formen der Gewalt aufzuzeigen oder gar Erklärungen für Gewaltanwendung zu geben, sondern es geht vielmehr darum, wie man (als Lehrer/in) gegen Gewalt vorgehen kann. Wie kann ich intervenieren und/oder präventiv arbeiten?

Der Bereich der Gewaltprävention und –intervention beschäftigt sich größtenteils mit Maßnahmen, die (beispielsweise von Schulen) angewendet werden können um einerseits der Entstehung von Gewalt vorzubeugen und andererseits bei bereits aufgetretener Gewalt einzugreifen. Betrachtet man jedoch die Fülle an möglichen Programmen zur Intervention und Prävention, fragt man schnell nach einer Einteilung dieser Maßnahmen, um eine bessere Übersichtlichkeit und Klassifizierung zu erhalten.

2. Einteilungsmöglichkeiten von Maßnahmen zur Gewaltprävention

Im Folgenden möchte ich nun zwei denkbare Einteilungsmöglichkeiten vorstellen, welche unterschiedlichen Literaturen entnommen werden können.

Klewin et al. unterteilt Maßnahmen zur Gewaltprävention und –intervenion in zwei Bereiche, die je an unterschiedlichen Punkten ansetzen: Präventionsprogramme können entweder am individuellen Verhalten der Schüler und Schülerinnen angreifen oder aber sich auf die „einzelne Schule als soziales Gebilde“ (Klewin et al. 2002: 1099) beziehen.

a) Programme bezogen auf das Individuum

„Viele Schulen arbeiten mit Konzepten, die beim individuellen Schülerverhalten ansetzen.“ (Ebd.) Zentral hierbei ist also die Annahme, dass das Verhalten eines jeden Schülers/einer jeden Schülerin (positiv) verändert werden muss damit eine Abnahme des Gewaltauftretens möglich wird. Solche Programme beschäftigen sich demnach hauptsächlich mit dem Aufstellen friedlicher Verhaltensnormen und der Entwicklung von prosozialen Fertigkeiten und Fähigkeiten, welche durch Verhaltenstrainings eingeübt und geschult werden sollen, z.T. durch Rollenspiele (vgl. Ebd.). Wichtige Aspekte dieser auf das individuelle Verhalten bezogenen Maßnahmen, sind auch die Beherrschung von Wut und Impulsivität sowie die Stärkung der Empathiefähigkeit. Klewin et al. führen an, dass einige erste Evaluationsergebnisse, die vor allem aus den USA stammen, darauf hinweisen, dass diese Programme bei den Heranwachsenden zu einer günstigen Entwicklung des Sozialverhaltens beitragen, was die Lehrkräfte selbstverständlich als überwiegend positiv bewerten.

b) Programme bezogen auf die Schule

Gegenüber dem am Individuum ausgerichteten Konzept verfolgt der zweite Ansatz eine Orientierung an äußeren Umständen, genauer gesagt an der Institution Schule. Hierbei wird das Hauptaugenmerk auf schulinterne Variablen gelegt, die es zu beeinflussen bzw. verändern gilt, so dass die Gewalthäufigkeit verringert wird. Als beispielhafte, zu verbessernder Ansatzpunkte nennen Klewin et al. Aspekte wie das Lehrerverhalten, die Motivation der Schüler(innen), das Schulklima, aber auch die baulichen Merkmale der Schulanlage. Wie sich den Punkten entnehmen lässt erkennt man, dass diese „Konzepte der Gewaltprävention fließend in generelle Ansätze zur Verbesserung der Schulqualität“ (Klewin et al. 2002: 1100) übergehen.

Diese erste Einteilungsmöglichkeit ist eine noch sehr grobe und gibt keinen Aufschluss über die Absicht und das Ziel der Präventionsmaßnahmen, sie gibt lediglich Auskunft über die Ausgangspunkte, an denen angeknüpft werden kann (Individuum und Schule). Eine weitere Einteilungsmöglichkeit, die ich nun vorstellen möchte, unterscheidet zwischen drei Arten von Maßnahmen: primäre, sekundäre und tertiäre Maßnahmen der Gewaltprävention (vgl. Gugel 2006: 193) Hier wird auch Auskunft über Zielsetzungen und Absichten gegeben.

a) Primäre Präventionsmaßnahmen

Hier wird von Präventionsprogrammen „im Sinne langfristiger vorbeugender Arbeit (mit allen Jugendlichen)“ (Ebd.) gesprochen. Die Absicht solcher Konzepte liegt also darin, längerfristige Effekte zu erzielen damit Gewalt und gewalttätiges Verhalten verhindert werden. Als Beispiele für solche Programme nennt Gugel unter anderem das soziale Kompetenztraining, die Verbesserung der Kommunikation, Mentorenprogramme, Klassenverträge sowie eine attraktive Pausengestaltung. Auf dem Hintergrund der vorherigen Einteilungsmöglichkeit erkennt man, dass hierzu also Programme gehören, die sowohl am Individuum wie auch an der Institution Schule angreifen und sich als Ziel eine langfristige Vorbeugung gesetzt haben.

b) Sekundäre Präventionsmaßnahmen

Hierunter klassifiziert Gugel Interventionsstrategien, die sich mit dem Verhalten in aktuellen Gewalt- und Konfliktsituationen befassen. Außerdem wird auch die Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen diesen sekundären Präventionsmaßnahmen untergeordnet. Die Absicht liegt demnach darin begründet, gerade auftretende gewalttätige Handlungen und Verhaltensweisen (von Tätern und möglichen Tätern) zu unterbinden. Dies kann beispielsweise realisiert werden durch Streitschlichter-Programme und Coolness-Trainings.

c) Tertiäre Präventionsmaßnahmen

Die dritte Kategorie bezieht sich auf „Maßnahmen zur Konfliktregelung und Nachbearbeitung, auch um die Rückfälligkeit bereits aufgefallener gewalttätiger Jugendlicher“ (Gugel 2006: 193). Diese Dimension setzt sich demnach zum Ziel durch nachbereitende Programme (z.B. Täter-Opfer-Ausgleich, Opferschutz etc.) frühere Konflikte zwischen Individuen aufzubrechen und bereits auffällig gewordene Täter vor Wiederholungstaten zu bewahren.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es verschiedene Einteilungsmöglichkeiten für Gewaltpräventionsprogramme gibt, die jeweils an unterschiedlichen Ansatzpunkten ansetzen. Eine Einteilung vorzunehmen ist sinnvoll, um die Vielzahl an bestehenden Konzepten zu sortieren, dennoch sollte man aber, um eine effektive Prävention zu erreichen, nie nur mit einer Maßnahme arbeiten sondern vielmehr einige miteinander kombinieren.

3. Trainingsprogramme zur Verhaltensmodifikation

Sowohl in der Einteilung nach Klewin et al. wie auch in jener vorgenommen von Gugel kommen Programme zum Verhaltenstraining zur Sprache. Diese am Individuum ansetzenden Trainingsmöglichkeiten „sind weit verbreitet und gehören zum Standardrepertoire von Gewaltprävention in Schulen“ (Gugel 2006: 203). Auch hier gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Programmen, die in der Regel immer einen etwas anderen Schwerpunkt setzen, jedoch alle das Hauptziel einer positiven Veränderung des Verhaltens der Individuen beabsichtigen um eine Reduktion des aggressiven Verhaltens zu erreichen. Dies soll insbesondere dadurch geschehen, indem die sozialen Kompetenzen gefördert werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Pädagogische Interventionen und Gewaltprävention am Beispiel Faustlos
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Gewalt und Schule
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V140351
ISBN (eBook)
9783640474189
ISBN (Buch)
9783640473823
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogische, Interventionen, Gewaltprävention, Beispiel, Faustlos
Arbeit zitieren
Anja Kopf (Autor), 2008, Pädagogische Interventionen und Gewaltprävention am Beispiel Faustlos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140351

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