Was ist Demenz, welche Erkrankungsformen gibt es und wie sieht es mit der Versorgung und Pflege aus? Wie wird Demenz entsprechend der beiden vorrangigen Diagnoseklassifikationssysteme definiert? Welche Handlungskompetenzen und methodischen Ansätze bietet die Soziale Arbeit, um auf diese Herausforderungen in der Gesellschaft und im Gesundheitswesen zu reagieren? Die vorliegende Schrift soll einen Beitrag dazu leisten, Antworten auf diese Fragen zu geben und um Zusammenhänge zwischen der Sozialen Arbeit und des Gesundheitswesens besser zu verstehen. Schließlich soll diese Arbeit einen Einblick über die Handlungskompetenzen der Sozialen Arbeit geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klassifizierungen von Demenzen
2.1. Klassifizierungen nach ICD-10-GM, Version 2023
2.2. Klassifizierung nach DSM-5
3. Formen der Demenzerkrankung
3.1 Primäre Formen der Demenz
3.1.1. Alzheimer Demenz
3.1.2. Frontotemporale Demenz
3.1.3. Vaskuläre Demenz
3.1.4. Lewy-Körperchen Demenz
3.2. Sekundäre Formen der Demenz
4. Der Demenz Patient als Herausforderung für die Soziale Arbeit
4.1. Handlungskompetenzen der Sozialen Arbeit
4.1.1. Das Care-Management
4.1.2. Das Case-Management
4.1.3. Die rechtliche Betreuung
4.1.4. Wesentliche Rechtliche Bestimmungen
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen der Sozialen Arbeit und dem Gesundheitswesen im Kontext von Demenzerkrankungen zu beleuchten. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welche spezifischen medizinischen Klassifikationssysteme existieren und welche methodischen Handlungskompetenzen die Soziale Arbeit besitzt, um auf die vielfältigen Herausforderungen von Demenzpatienten und deren Angehörigen zu reagieren.
- Grundlagen der Demenz und deren medizinische Klassifizierung (ICD-10-GM und DSM-5).
- Differenzierung der primären und sekundären Formen der Demenz.
- Die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Betreuung demenziell erkrankter Menschen.
- Methodische Ansätze wie Care- und Case-Management.
- Rechtliche Grundlagen der Betreuung und die Rolle des Betreuers.
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Alzheimer Demenz
Bei Menschen die an der Alzheimer-Demenz leiden, werden die Ausläufer der Nervenzellen zerstört und die für die Kommunikation zwischen den Zellen notwendigen chemischen Prozesse beeinträchtigt. Buijssen schreibt, dass die genaue Ursache dieses Vorganges noch immer nicht bekannt ist. Unbestritten ist jedoch, dass die Krankheit mit einer außergewöhnlich hohen Anzahl von Eiweißablagerungen im Gehirn einhergeht. Hier werden zwei Arten beschrieben, die Amyloid-Ansammlungen*, den sogenannten Plaques, und neurofibrillären Knäueln oder Tangles genannt. Das Absterben der Nervenzellen beginnt im Hippocampus, jenem Teil des Gehirns, mit dem neue Informationen aufgenommen werden und in dem eine Selektion dessen stattfindet, was ins Langzeitgedächtnis aufgenommen wird. So lässt sich erklären, warum der Gedächtnisverlust zu den ersten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit gehört.xv
Es handelt sich hierbei um eine maligne [lat. malignus, zu: malus = schlecht, böse] verlaufende Demenz des höheren Lebensalters und ist häufigste Ursache degenerativ bedingter Demenzen. Unterschieden wird bei der Demenz Typ Alzheimer zwischen einer sporadischen und einer familiären Form, Letztere tritt seltener auf, allerdings dann mit einem früheren Krankheitsbeginn. Der Verlauf der Erkrankung dieses hirnatrophischen Prozesses beginnt zumeist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Eine drastische Zunahme der Inzidenz wird zwischen dem 6. und 8. Lebensjahrzehnt festgestellt.xvi Eine Demenz vom Typ Alzheimer beginnt schleichend und ist durch eine stetige Verschlechterung kognitiver Funktionen gekennzeichnet. Aufgrund der bestehenden Schwierigkeit, die Alzheimersche Krankheit konkret pathologisch nachweisen zu können, kann die Diagnose erst nach Ausschluss anderer Demenzursachen gestellt werden. Konkret heißt das, dass die vorhandenen kognitiven Defizite nicht durch eine andere Erkrankung des Zentralnervensystems erklärbar sein dürfen.xvii
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Prävalenz von Demenzerkrankungen in Deutschland und betont die Notwendigkeit, Patienten und Angehörige durch die Soziale Arbeit zu unterstützen.
2. Klassifizierungen von Demenzen: Erläutert die medizinischen Standards zur Diagnose nach ICD-10-GM und DSM-5 sowie die Bedeutung der regelmäßigen Revisionen dieser Systeme.
3. Formen der Demenzerkrankung: Differenziert zwischen primären, irreversiblen Demenzformen wie Alzheimer und vaskulärer Demenz sowie den sekundären, oft behandelbaren Formen.
4. Der Demenz Patient als Herausforderung für die Soziale Arbeit: Untersucht die sozialen und ethischen Herausforderungen bei der Betreuung und stellt Interventionsmethoden wie Care- und Case-Management sowie die rechtliche Betreuung vor.
5. Schlussbemerkung: Reflektiert die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit und fordert eine stärkere Positionierung der Sozialen Arbeit im gesundheitlichen Versorgungssystem.
Schlüsselwörter
Demenz, Soziale Arbeit, Alzheimer, Vaskuläre Demenz, Case-Management, Care-Management, Rechtliche Betreuung, Patientenverfügung, ICD-10-GM, DSM-5, Neurokognitive Störung, Angehörigenberatung, Lebensqualität, Diagnostik, Pflegemanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Sozialen Arbeit im Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten im Gesundheitswesen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Publikation umfasst die medizinische Definition und Klassifizierung von Demenzen, die verschiedenen Krankheitsformen sowie die methodischen Ansätze der Sozialen Arbeit, insbesondere rechtliche Betreuung und Versorgungsmanagement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welchen Beitrag die Soziale Arbeit zur Verbesserung der Lebensqualität von Demenzpatienten leistet und wie Zusammenhänge zwischen Sozialarbeit und Gesundheitswesen besser verstanden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Kenntnisstand anhand von Fachliteratur und offiziellen medizinischen Klassifikationssystemen (ICD-10-GM, DSM-5) sowie rechtlichen Rahmendokumenten (BGB) analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Klassifizierungen von Demenzen, die Einteilung in primäre und sekundäre Formen sowie die konkreten methodischen Handlungskompetenzen wie das Care- und Case-Management und die rechtliche Betreuung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Demenz, Soziale Arbeit, Case-Management, Rechtliche Betreuung und Diagnoseklassifikation.
Wie unterscheidet sich Care-Management von Case-Management in dieser Arbeit?
Care-Management wird als allgemeines Versorgungsmanagement verstanden, während Case-Management als spezifisches Konzept zur Koordination individueller medizinischer und sozialer Versorgung von Fall zu Fall beschrieben wird.
Welcher Stellenwert wird der rechtlichen Betreuung beigemessen?
Die rechtliche Betreuung gilt als zentrales Instrument der Sozialen Arbeit, um das Selbstbestimmungsrecht (nach Patientenverfügungen und Wünschen des Betreuten) auch bei fortgeschrittener Erkrankung zu wahren.
- Quote paper
- André Douglas (Author), 2023, Demenzpatienten und die Handlungskompetenzen der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1403559