Da ich selber mit einer Borderline-Persönlichkeit zusammengelebt habe, weckte es in mir das Interesse eine Arbeit über die Borderline-Persönlichkeitsstörung zu schreiben.
Nach vorsichtigen Schätzungen sind bereits 5 % der Gesamtbevölkerung vom Borderline-Syndrom betroffen. Das ist die drittgrößte Gruppe offiziell psychisch Kranker, nach den Süchtigen und den Depressiven. Dies ist zusätzlich ein Punkt der mich veranlasst hat, die Borderline-Persönlichkeitsstörung genauer zu betrachten.
Bevor ich auf das Borderline-Syndrom zu sprechen komme, werde ich den Krankheitsbegriff erläutern, bzw. nahe legen, was unter dem Begriff „Krank“ verstanden wird. Da es sich beim Borderline-Syndrom um eine psychische Krankheit, genauer, um eine Persönlichkeitsstörung handelt, die zwischen Psychose und Neurose liegt, werde ich diesen Bereich auch noch anschneiden, um damit eine Grundlage für ein besseres Verständnis zu schaffen.
Im wesentlichen Kern meiner Arbeit geht es um die Darstellung des Borderline-Syndroms, von der Definition, was unter dieser Störung verstanden wird, welche Kriterien für eine Diagnose vorhanden sein müssen, über die Ursache, wie es zu dieser Krankheit kommt, bis hin zur Behandlungsmethode. Unter anderem werde ich die ICD-10 und DSM-III-R Klassifikation vergleichen um herauszufinden, ob beide Systeme für die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung die gleichen Kriterien aufweisen. Wichtiger als der Vergleich ist mir aber das Aufzeigen der Symptome und das Verhalten, das Borderline-Menschen an den Tag legen. Außerdem werde ich noch der Frage auf den Grund gehen, warum überwiegend bei Frauen die Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung gestellt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Das allgemeine Verständnis von Krankheit
3. Die psychische Krankheit
3.2 Die kranke Seele
4. Das Borderline-Syndrom
4.1 Was ist ein Borderline-Syndrom?
4.2 Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung
5. Strukturelle Analyse des Borderline-Syndroms
6. Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit
7. Wie entsteht ein Borderline-Syndrom
8. Die Therapie
9. Heilungschance und Prognose
10. Schluss
11. Anhang
11.1 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung zu vermitteln, indem sie das klinische Störungsbild definiert, diagnostische Kriterien vergleicht und die zugrundeliegenden strukturellen sowie psychodynamischen Ursachen untersucht.
- Darstellung des Borderline-Syndroms und Abgrenzung zu Neurosen und Psychosen
- Kritischer Vergleich der Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-III-R
- Strukturelle Analyse der Borderline-Persönlichkeit und deren Abwehrmechanismen
- Erforschung der ätiologischen Faktoren (Kindheitstraumata, Objektbeziehungstheorie)
- Darstellung therapeutischer Ansätze und prognostischer Faktoren
Auszug aus dem Buch
Die Beziehungsstörung bei Borderline-Persönlichkeiten
Borderline-Persönlichkeiten können auf der einen Seite den Partner als etwas Ganzes nicht begreifen und beenden die Beziehung. Auf der anderen Seite können sie das Alleinsein nicht ertragen. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen klammern und loslassen. Die Betroffenen sind ständig auf der Suche nach einem Partner der sie beschützt und dem sie Vertrauen können. Da sie den Partner nicht als etwas Ganzes wahrnehmen können, wird die Suche endlos sein.
Die Borderline-Persönlichkeit bemüht sich jeden Tag verzweifelt um einen Mann (oder eine Frau), um ihn/sie dann am nächsten Tag abzuservieren. Längere Romanzen – sind meistens turbulent und von Zorn, Verwunderung und Erregung erfüllt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl und gibt einen Überblick über die in der Arbeit behandelten Aspekte der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
2. Das allgemeine Verständnis von Krankheit: Es werden verschiedene medizinische und soziologische Krankheitsbegriffe sowie der Kontext des Erkrankungsrisikos diskutiert.
3. Die psychische Krankheit: Dieses Kapitel definiert den Begriff "psychisch krank" und beleuchtet die Situation seelisch leidender Menschen sowie spezifische neurotische Störungen.
3.2 Die kranke Seele: Vertiefung der Betrachtung von Neurosen und der psychischen Lage von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen.
4. Das Borderline-Syndrom: Einführung in das Störungsbild als Grenzphänomen zwischen Neurose und Psychose.
4.1 Was ist ein Borderline-Syndrom?: Detaillierte deskriptive Darstellung der Störung und der daraus resultierenden Verhaltensmuster.
4.2 Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung: Gegenüberstellung der diagnostischen Kriterien gemäß ICD-10 und DSM-III-R.
5. Strukturelle Analyse des Borderline-Syndroms: Wissenschaftliche Untersuchung des Borderline-Syndroms als Strukturproblem, insbesondere unter Einbezug psychoanalytischer Ansätze.
6. Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit: Analyse des instabilen Selbstbildes, der Beziehungsdramatik und der emotionalen Dynamiken.
7. Wie entsteht ein Borderline-Syndrom: Erörterung ätiologischer Faktoren, wie frühkindliche Störungen der Objektbeziehung und traumatische Erfahrungen.
8. Die Therapie: Darstellung der psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich des SET-Systems und der psychodynamischen Ansätze nach Kernberg.
9. Heilungschance und Prognose: Bewertung der Heilungsaussichten und Darlegung prognostischer Kriterien für den Verlauf der Therapie.
10. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der gesellschaftlichen Bedeutung und des Umgangs mit dem Borderline-Syndrom.
11. Anhang: Verzeichnis der verwendeten Quellen.
11.1 Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text referenzierten Literatur.
Schlüsselwörter
Borderline-Syndrom, Persönlichkeitsstörung, Psychodynamik, ICD-10, DSM-III-R, Spaltung, Identitätsstörung, Objektbeziehung, Ich-Schwäche, Trauma, Psychotherapie, SET-System, Emotionale Instabilität, Selbstschädigung, Prognose
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Borderline-Syndrom, eine komplexe psychische Persönlichkeitsstörung, die durch eine instabile Identität, extreme Gefühle und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet ist.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Störung, der Analyse der psychodynamischen Ursachen, dem Vergleich diagnostischer Klassifikationen sowie der Darstellung von Therapiemöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Borderline-Syndrom zu schaffen, die Symptome und Verhaltensweisen der Betroffenen aufzuzeigen und die Herausforderungen in der Diagnose und Therapie zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird ein tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Ansatz gewählt, wobei insbesondere die Theorien von Otto Kernberg und die Objektbeziehungstheorie herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil befasst sich intensiv mit der strukturellen Analyse der Störung, dem Abwehrmechanismus der "Spaltung" und dem Erleben von Borderline-Patienten in ihren sozialen Interaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, Identitätskrise, Spaltung, Objektbeziehung, psychodynamische Therapie und emotionale Instabilität.
Wie unterscheiden sich ICD-10 und DSM-III-R in Bezug auf das Borderline-Syndrom?
Laut dem Autor ist die ICD-10-Klassifikation strukturierter und bietet eine bessere Übersicht, während die DSM-III-R-Kriterien ausführlicher beschrieben, jedoch weniger stark in Untergruppen aufgeteilt sind.
Welche Bedeutung hat das SET-System bei der Borderline-Therapie?
Das SET-System dient als Kommunikationsmethode, um in Krisensituationen stabilisierend einzuwirken, indem Support (Unterstützung), Empathy (Mitgefühl) und Truth (Wahrheit) gezielt eingesetzt werden.
- Quote paper
- Dipl. Sozialarbeiter Michael Rapp (Author), 2005, Das Borderline-Syndrom. Ein Kampf gegen das Leben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140372