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Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug

Title: Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Torsten Scholz (Author)

Sociology - Children and Youth
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In der vorliegenden Hausarbeit versuche ich, mich mit der sozialpädagogischen Methode der Erlebnispädagogik am Beispiel der Erlebnispädagogik mit straffälligen Jugendlichen im Jugendstrafvollzug kritisch auseinanderzusetzen.
Erlebnispädagogik. Diese Methode ist in der sozialpädagogischen Fachdiskussion sicherlich eine der faszinierendesten, aber zugleich auch umstrittensten. Die Idee, Lernen nicht mehr durch formelhaften Unterricht, sondern durch außergewöhnliche Erlebnisse und Erfahrungen zu vermitteln, hat eine eigene Faszination. Selbst mit sozialpädagogischen Methoden nicht unbedingt vertraute Laien haben, wenn sie den Begriff hören, automatisch Assoziationen im Kopf: Steilwandklettern, Kanufahrten, Segeltörns.
Man mag zur Erlebnispädagogik stehen, wie man möchte, unbestritten ist, dass erlebnis- pädagogische Angebote immer weiter zunehmen - die Methode der Erlebnispädagogik „boomt seit spätestens seit Mitte der 80er Jahre“ (Galuske 2008: 241) und „hat in den späten 80-ern und 90-ern eine Renaissance erfahren, die bis heute wirksam ist.“
(Kühn 2007: 3) Manche gehen sogar so weit zu sagen: „Erlebnispädagogik ist am Ende des 20. Jahrhunderts zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.“ (Michl 2006)
Auch beim Stellenwert innerhalb der sozialen Arbeit besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass „Erlebnispädagogik einen erheblichen Anteil in der sozialen Arbeit [einnimmt].“ (Kunze 2003: 21)
Die Diskussion um Erlebnispädagogik ist also sehr aktuell, wahrscheinlich sogar aktueller denn je.
Bei der Eingrenzung meiner Fragestellung fiel die Wahl auf erlebnispädagogische Maßnahmen im Rahmen des Jugendstrafvollzug, da mich die pädagogische Arbeit bei der Resozialisierung Straffälliger besonders interessiert und Erlebnispädagogik nach wie vor allem mit Jugendlichen durchgeführt wird, deshalb beschränke ich mich auf die Arbeit mit delinquenten Jugendlichen.
Die Fragestellung meiner Arbeit lautet also: Was ist Erlebnispädagogik, wie wird sie im Jugendstrafvollzug angewendet und wie erfolgreich ist sie dort?
Ziel meiner Arbeit ist es demzufolge, mir ein Bild von der erlebnispädagogischen Arbeit mit Insassen des Jugendstrafvollzuges zu machen.

Excerpt


Gliederung

1 Einleitung

2 Erlebnispädagogik – Versuch einer Begriffsdefinition

2.1 Allgemein

2.1.1 Merkmale

2.1.2 Ziele

2.1.3 Arbeitsfelder und Anwendungsbereiche der Erlebnispädagogik

2.2 Ursprünge und Geschichte

2.2.1 Frühe Vorreiter der Erlebnispädagogik: Rousseau und Thoreau

2.2.2 Die Entwicklung der heutigen Erlebnispädagogik infolge von Kurt Hahn

2.3 Kritik an der Erlebnispädagogik

2.4 Fazit

3 Der Jugendstrafvollzug

3.1 Jugendstrafvollzug allgemein

3.2 Sozialpädagogische Arbeit in Strafvollzug allgemein

3.3 Fazit

4 Erlebnispädagogische Arbeit im Jugendstrafvollzug

4.1 Allgemein

4.2 Auswirkungen von und Kritik an erlebnispädagogischer Arbeit im Jugendstrafvollzug

4.3 Fazit

5 Abschlussfazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialpädagogische Methode der Erlebnispädagogik, insbesondere im Kontext des Jugendstrafvollzugs. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die Anwendung und Wirksamkeit dieser Methode bei der Resozialisierung straffälliger Jugendlicher zu entwickeln und die Möglichkeiten sowie Grenzen dieses erzieherischen Ansatzes unter den spezifischen Bedingungen der Haft zu beleuchten.

  • Grundlagen und Definitionsversuche der Erlebnispädagogik
  • Historische Entwicklung und wesentliche Vordenker
  • Strukturen und pädagogische Herausforderungen des Jugendstrafvollzugs
  • Integration erlebnispädagogischer Maßnahmen in den Justizvollzug
  • Kritische Reflexion von Transferproblemen und Qualitätssicherung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Merkmale

Wenn wir uns mit Erlebnispädagogik auseinandersetzen wollen, müssen wir zunächst einmal versuchen zu klären, was mit diesem Begriff eigentlich gemeint ist und wie er in der Fachdiskussion definiert wird.

Dabei stellt man schnell fest: „Der Begriff der Erlebnispädagogik ist nicht eindeutig definiert.“ (Klawe/Bräuner 2001: 11) Er ist „recht heterogen, da er in ganz unterschiedlichen theoretischen Zusammenhängen gesehen und verwendet wird.“ (Raithel/Dollinger/Hörmann 2008: 209)

Die Uneinheitlichkeit und Unübersichtlichkeit wird bereits bei der Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen für erlebnispädagogische Angebote und Programme deutlich, die alle unter dem Oberbegriff Erlebnispädagogik geführt werden, aber doch recht verschiedene Konzepte und Inhalte meinen.

Unter dem Begriff „Erlebnispädagogik“ firmiert eine große Anzahl verschiedener Namen, etwa „Abenteuerpädagogik, Aktionspädagogik, Wanderpädagogik, Erfahrungspädagogik, Outdoor-Pädagogik, Outward-Bound-Pädagogik, Experimental Learning, Wilderness Experience, Outdoor Development, Challenge Programmes, Adventure Programmierung, u.a.m.“ (Raithel/Dollinger/Hörmann 2008; wie zuvor).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Erlebnispädagogik als umstrittene, aber boomende Methode in der Sozialarbeit und definiert die Fragestellung bezüglich der Arbeit mit delinquenten Jugendlichen.

2 Erlebnispädagogik – Versuch einer Begriffsdefinition: Dieses Kapitel nähert sich der schwierigen Definition der Erlebnispädagogik an, beleuchtet ihre Merkmale, ihre historische Genese durch Vordenker wie Rousseau, Thoreau und Kurt Hahn sowie die damit verbundene Kritik.

3 Der Jugendstrafvollzug: Hier werden die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen des Jugendstrafvollzugs in Deutschland beschrieben und die Problematik des erzieherischen Auftrags im Kontext von Freiheitsentzug erörtert.

4 Erlebnispädagogische Arbeit im Jugendstrafvollzug: Dieses Kapitel analysiert den Einsatz erlebnispädagogischer Konzepte bei straffälligen Jugendlichen, fokussiert auf Empowerment und Ganzheitlichkeit, und hinterfragt deren Auswirkungen sowie spezifische Kritikpunkte.

5 Abschlussfazit: Das Fazit bewertet die Erlebnispädagogik als reizvolle, aber nicht als alleiniges Allheilmittel im Strafvollzug und betont die Notwendigkeit, sie in ein pädagogisches Gesamtkonzept einzubetten.

Schlüsselwörter

Erlebnispädagogik, Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Sozialpädagogik, Reformpädagogik, Kurt Hahn, Empowerment, Ganzheitlichkeit, Transferproblem, Outdoor-Pädagogik, Delinquente Jugendliche, Soziale Arbeit, Erlebnistherapie, Sicherheitsstandards, Pädagogisches Arrangement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit der sozialpädagogischen Methode der Erlebnispädagogik am Beispiel straffälliger Jugendlicher im Jugendstrafvollzug auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Definition und Geschichte der Erlebnispädagogik, die rechtlichen und pädagogischen Strukturen des Jugendstrafvollzugs sowie die Integration und Wirkung erlebnispädagogischer Maßnahmen in Haftanstalten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, ein Bild von der erlebnispädagogischen Arbeit mit Insassen des Jugendstrafvollzugs zu zeichnen und zu klären, wie erfolgreich diese Methode in diesem speziellen Kontext ist.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene erziehungswissenschaftliche Theorien und aktuelle Fachdiskurse zur Erlebnispädagogik und zum Strafvollzug analysiert und in Beziehung setzt.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und Historie der Erlebnispädagogik, der Rolle des Jugendstrafvollzugs als Erziehungsanstalt sowie den spezifischen Methoden wie Empowerment und der kritischen Debatte um das Transferproblem.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Erlebnispädagogik, Jugendstrafvollzug, Empowerment, Resozialisierung, Reformpädagogik und Sozialpädagogik beschreiben.

Welche Bedeutung kommt dem Empowerment-Konzept im Jugendstrafvollzug zu?

Empowerment dient dazu, die Jugendlichen in ihren Fähigkeiten zu bestärken, ihre Autonomie und Selbstbestimmung zu fördern und den Fokus von der bloßen Defizitzuschreibung hin zur Stärkung vorhandener Potenziale zu verschieben.

Warum ist das Transferproblem für die Erlebnispädagogik im Vollzug besonders relevant?

Da erlebnispädagogische Aktivitäten oft an Orten fernab des Gefängnisalltags stattfinden, ist es äußerst schwierig sicherzustellen, dass die erlernten sozialen Kompetenzen in den von Hierarchie und Ordnung geprägten Haftalltag übertragen werden können.

Wie bewertet der Autor den Einsatz von exotischen Orten bei erlebnispädagogischen Projekten?

Der Autor sieht zwar den pädagogischen Wert exotischer Orte für Grenzerfahrungen, mahnt jedoch kritisch an, dass der hohe finanzielle und logistische Aufwand in Frage gestellt werden muss, insbesondere da sich mit City-Bound- oder Indoor-Konzepten auch wohnortnähere Alternativen etablieren.

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Details

Title
Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug
College
University of Kassel
Course
Methoden der Sozialen Arbeit (Vorlesung)
Grade
1,0
Author
Torsten Scholz (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V140376
ISBN (eBook)
9783640474615
ISBN (Book)
9783640474745
Language
German
Tags
Erlebnispädagogik Jugendstrafvollzug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Scholz (Author), 2009, Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140376
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