In der vorliegenden Hausarbeit versuche ich, mich mit der sozialpädagogischen Methode der Erlebnispädagogik am Beispiel der Erlebnispädagogik mit straffälligen Jugendlichen im Jugendstrafvollzug kritisch auseinanderzusetzen.
Erlebnispädagogik. Diese Methode ist in der sozialpädagogischen Fachdiskussion sicherlich eine der faszinierendesten, aber zugleich auch umstrittensten. Die Idee, Lernen nicht mehr durch formelhaften Unterricht, sondern durch außergewöhnliche Erlebnisse und Erfahrungen zu vermitteln, hat eine eigene Faszination. Selbst mit sozialpädagogischen Methoden nicht unbedingt vertraute Laien haben, wenn sie den Begriff hören, automatisch Assoziationen im Kopf: Steilwandklettern, Kanufahrten, Segeltörns.
Man mag zur Erlebnispädagogik stehen, wie man möchte, unbestritten ist, dass erlebnis- pädagogische Angebote immer weiter zunehmen - die Methode der Erlebnispädagogik „boomt seit spätestens seit Mitte der 80er Jahre“ (Galuske 2008: 241) und „hat in den späten 80-ern und 90-ern eine Renaissance erfahren, die bis heute wirksam ist.“
(Kühn 2007: 3) Manche gehen sogar so weit zu sagen: „Erlebnispädagogik ist am Ende des 20. Jahrhunderts zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.“ (Michl 2006)
Auch beim Stellenwert innerhalb der sozialen Arbeit besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass „Erlebnispädagogik einen erheblichen Anteil in der sozialen Arbeit [einnimmt].“ (Kunze 2003: 21)
Die Diskussion um Erlebnispädagogik ist also sehr aktuell, wahrscheinlich sogar aktueller denn je.
Bei der Eingrenzung meiner Fragestellung fiel die Wahl auf erlebnispädagogische Maßnahmen im Rahmen des Jugendstrafvollzug, da mich die pädagogische Arbeit bei der Resozialisierung Straffälliger besonders interessiert und Erlebnispädagogik nach wie vor allem mit Jugendlichen durchgeführt wird, deshalb beschränke ich mich auf die Arbeit mit delinquenten Jugendlichen.
Die Fragestellung meiner Arbeit lautet also: Was ist Erlebnispädagogik, wie wird sie im Jugendstrafvollzug angewendet und wie erfolgreich ist sie dort?
Ziel meiner Arbeit ist es demzufolge, mir ein Bild von der erlebnispädagogischen Arbeit mit Insassen des Jugendstrafvollzuges zu machen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erlebnispädagogik
- Allgemein
- Merkmale
- Ziele
- Ursprünge und Geschichte
- Kritik an der Erlebnispädagogik
- Fazit
- Allgemein
- Der Jugendstrafvollzug
- Jugendstrafvollzug allgemein
- Sozialpädagogische Arbeit in Strafvollzug allgemein
- Fazit
- Erlebnispädagogische Arbeit im Jugendstrafvollzug
- Allgemein
- Auswirkungen von und Kritik an erlebnispädagogischer Arbeit im Jugendstrafvollzug
- Fazit
- Abschlussfazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich kritisch mit der sozialpädagogischen Methode der Erlebnispädagogik am Beispiel des Jugendstrafvollzugs. Sie untersucht die Anwendung dieser Methode bei straffälligen Jugendlichen und analysiert deren Wirksamkeit.
- Definition und Merkmale der Erlebnispädagogik
- Die Geschichte und Entwicklung der Erlebnispädagogik
- Die Anwendung der Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug
- Die Wirksamkeit und Kritik an der Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug
- Die Bedeutung der Erlebnispädagogik für die Resozialisierung von straffälligen Jugendlichen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel erläutert den Begriff der Erlebnispädagogik und definiert ihre zentralen Merkmale. Es werden verschiedene Bezeichnungen für erlebnispädagogische Angebote und Programme vorgestellt, die sich in ihren Konzepten und Inhalten unterscheiden. Das Kapitel beleuchtet zudem die Uneinheitlichkeit in der Definition der Erlebnispädagogik und ihre Tendenz zur Entgrenzung.
Das zweite Kapitel befasst sich mit den Ursprüngen und der Geschichte der Erlebnispädagogik. Es zeichnet die Entwicklung des erlebnispädagogischen Ansatzes nach und beleuchtet die frühen Vorreiter wie Rousseau und Thoreau.
Das dritte Kapitel gibt eine allgemeine Beschreibung des Jugendstrafvollzugs aus rechtlicher Sicht und beleuchtet die dort geleistete pädagogische Arbeit. Es werden die Rahmenbedingungen und Zielsetzungen des Jugendstrafvollzugs sowie die Bedeutung der Sozialpädagogik im Strafvollzug erläutert.
Das vierte Kapitel beschreibt die erlebnispädagogischen Aktivitäten im Jugendstrafvollzug. Es untersucht die Anwendung der Erlebnispädagogik bei straffälligen Jugendlichen und beleuchtet die Auswirkungen und Kritik an dieser Methode im Kontext des Jugendstrafvollzugs.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, straffällige Jugendliche, pädagogische Methoden, Handlungsorientierung, Erfahrungslernen, Gruppenarbeit, Wirksamkeit, Kritik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug?
Das Hauptziel ist die Resozialisierung straffälliger Jugendlicher durch außergewöhnliche Erfahrungen, die soziales Lernen, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit fördern sollen.
Welche historischen Ursprünge hat die Erlebnispädagogik?
Die Wurzeln liegen bei Denkern wie Rousseau und Thoreau, die das Lernen in und durch die Natur betonten, was später in moderne handlungsorientierte Konzepte mündete.
Warum ist die Erlebnispädagogik umstritten?
Kritiker bemängeln oft eine mangelnde theoretische Fundierung, die Gefahr der "Eventisierung" und stellen die langfristige Wirksamkeit der Maßnahmen in Frage.
Welche Aktivitäten sind typisch für diesen Ansatz?
Typische Beispiele sind Klettern, Kanufahrten oder Segeltörns, bei denen Jugendliche an ihre Grenzen stoßen und neue Verhaltensweisen in der Gruppe erproben können.
Wie erfolgreich ist die Methode im Strafvollzug?
Die Wirksamkeit wird differenziert betrachtet; während sie positive Impulse für die Gruppenarbeit geben kann, ist sie kein Allheilmittel und muss in ein Gesamtkonzept eingebettet sein.
- Citation du texte
- Torsten Scholz (Auteur), 2009, Erlebnispädagogik im Jugendstrafvollzug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140376