Die Wertschöpfungskette einer Private Equity-Gesellschaft


Seminararbeit, 2009

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagenwissen zu Private Equity
2.1 Historie von Private Equity
2.2 Definition von Private Equity
2.3 Hintergrund von Private Equity-Beteiligungen
2.4 Grundmodell einer Private Equity-Gesellschaft
2.4.1 Early Stage
2.4.2 Expansion Stage
2.4.3 Later Stage
2.5 Direkte und indirekte Investitionen
2.6 Abgrenzung zweier Märkte
2.7 Private Equity im In- und Ausland

3. Argumente für Private Equity als Beteiligungskapital
3.1 Private Equity als Investition
3.2 Private Equity als Finanzierung

4. Private Equity – Die Wertschöpfungskette
4.1 Fund Raising
4.2 Deal Flow
4.3 Due Diligence/Valuation
4.4 Deal Structuring
4.5 Monitoring
4.6 Exit

5. Schlussbetrachtung

Anlagen

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau einer Private Equity-Gesellschaft und zwei Fonds

Abbildung 2: Finanzierungsphasen eines Unternehmens

Abbildung 3: Finanzierungsrelevante Segmente des Kapitalmarktes

Abbildung 4: Wertschöpfungskette einer Private Equity-Beteiligung

1. Einleitung

Unternehmen jeder Art und Größe benötigen in ihren individuellen Lebenszyklen dauerhaft oder sequentiell Kapital, um ihrer originären Aktivität jederzeit nachgehen zu können. Hierbei kann es sich sowohl um den Kauf neuer Maschinen, einer geplanten Expansion, der Einstellung neuen Personals o.ä. handeln. Steigt der Kapitalbedarf über die eigenen Finanzierungsfähigkeiten hinaus, indem beispielsweise keine ausreichenden Innenfinanzierungsmöglichkeiten vorhanden sind oder stille Reserven nicht ausreichen, stellt sich der Unternehmensführung die Frage nach Alternativen.

Es gilt, ein passendes Modell zu konstruieren. Die ausschließliche Fremdkapitalaufnahme, wie sie noch vor Jahren genutzt wurde, gilt heutzutage nicht mehr als einzige und optimale Alternative. Gründe kann es viele geben. So ist Banken die Besicherung bei Unternehmen in Gründung z.B. häufig zu gering, die Unternehmensführung fürchtet durch Kontrollen bzw. Vorgaben von Banken eine Einschränkung der unternehmerischen Tätigkeit, etc.

Eine Wahlmöglichkeit besteht durch den Einsatz weiteren Eigenkapitals. Dieses kann z.B. durch Private Equity gestellt werden. Diese Seminararbeit stellt diese Form der Beteiligungsfinanzierung aus Sicht des Geldgebers, der Private Equity-Gesellschaft, detailliert vor und setzt dabei den Schwerpunkt auf die Wertschöpfungskette im Verlauf einer Beteiligung.

Hierzu werden in Kapitel zwei ausführlich Begriffe, Hintergründe und unterschiedliche Phasen von Private Equity vorgestellt. Das dritte Kapitel widmet sich den gegensätzlichen Profilen, die bei der Konstellation von Geldgeber und Geldnehmer zwangsläufig entstehen. Das anschließende vierte Kapitel stellt den Hauptteil dieser Seminararbeit. Es werden die einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette in Private Equity detailliert vorgestellt und zusammengefasst, bevor sich die Schlussbetrachtung in Kapitel fünf einer Analyse aller zusammengetragenen Fakten widmet.

2. Grundlagenwissen zu Private Equity

Im folgenden Kapitel erfährt der Begriff Private Equity eine Definition und wird in einen historischen Kontext gebracht. Zudem erfolgt eine Vorstellung der mit Private Equity in Zusammenhang bringenden Akteure.

2.1 Historie von Private Equity

Ihren Ursprung fanden Private Equity Unternehmen in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA. Damals entstand der Wortgebrauch für Gesellschaften, deren Geschäftsgrundlage die Einwerbung finanzieller Mittel vermögender Privatpersonen oder Unternehmen war, um dieses zukunftsträchtigen jungen Unternehmen als Eigenkapital zur Verfügung zu stellen.[1] Damals ausschließlich Venture Capital, werden heute beide Namen häufig synonym verwandt, obwohl Venture Capital mit seinem Investitionsansatz (Frühphasenfinanzierung junger Unternehmen, also die Gründung, Entwicklung und Expansion) ausschließlich als Teilsegment von Private Equity gilt.[2] Das gesamte Spektrum von Private Equity umfasst weit mehr Einsatzmöglichkeiten.

2.2 Definition von Private Equity

Es gibt viele unterschiedliche, jedoch keine einheitliche Definition des Begriffs Private Equity. Ein Versuch lautet: „Private Equity ist eine Art der Unternehmensfinanzierung, bei der zumeist nicht börsennotierten Unternehmen von spezialisierten Finanzintermediären mittel- bis langfristig Risikokapital zur Verfügung gestellt wird. Private Equity-Gesellschaften nehmen eine aktive Rolle bei der Betreuung und Kontrolle ihrer Portfoliounternehmen ein und leisten bei Bedarf Managementunterstützung. Zur Realisierung eines Kapitalgewinns besteht von vornherein die Absicht, die Beteiligung wieder zu veräußern.“[3]

2.3 Hintergrund von Private Equity-Beteiligungen

Private Equity-Gesellschaften sind als Finanzintermediäre Kapitalbeteiligungsgesellschaften (KBG) und legen Investorengelder von Banken, Versicherungen, vermögenden Privatkunden etc. in unterschiedliche ausgewählte Unternehmen an (s. Anlage 1). Wirtschaftlich bedeutet eine Investition in Private Equity der „Erwerb von Eigenkapitalanteilen bzw. eigenkapitalähnlichen Titeln (Mezzanine)[4] an nicht börsennotierten Unternehmen“[5]. Sie haben kein strategisches Interesse am finanzierten Unternehmen und sind ausschließlich aus finanziellen Gründen und somit an der Erzielung einer Rendite interessiert. Ausnahmen bilden nur förderorientierte Beteiligungsgesellschaften, meist von Bund und Ländern. Der Exit, also die Realisierung der Rendite, ist durch die Steigerung des Unternehmenswertes und dem abschließenden Verkauf der jeweiligen Beteiligung nach einem Zeitraum von üblicherweise 3-7 Jahren vorgesehen.[6]

2.4 Grundmodell einer Private Equity-Gesellschaft

Private Equity-Gesellschaften haben viele unterschiedliche Ansätze, ihr Kapital zu investieren. Sie spezialisieren sich z.B. auf Unternehmen besonderer Entwicklungsphasen, Eigentümerstrukturen oder Unternehmensziele. Venture Capital-Gesellschaften konzentrieren sich auf junge Unternehmen, Buy-out Gesellschaften investieren in Unternehmen in der Reifephase.[7]

Es existieren drei Hauptakteure im Grundmodell aller Private Equity-Finanzierungen (s. Anlage 1). Private Equity-Gesellschaften werden international in der Regel als Limited Partnerships aufgelegt, welche aus General Partners, den unbeschränkt haftenden Gesellschaftern, und den Limited Partners, den beschränkt haftenden Gesellschaftern, bestehen. In Deutschland wird analog nach dem Modell der GmbH Co. KG vorgegangen.[8] Sie sind Finanzintermediär und vermitteln zwischen den Investoren (Geldgeber) und den Portfoliounternehmen (Geldnehmer). Zu diesem Zweck wird eine Fondsgesellschaft gegründet. Die Private Equity-Gesellschaft fungiert als General Partner. Er ist meist mit 1% beteiligt, trägt das volle Risiko und zeigt sich für das Management des Fonds verantwortlich.[9] Zudem erhält er eine fixe Vergütung in einer Größenordnung von 2% des zugesagten Kapitals. Hinzu kommt eine variable Vergütung (carried interest) von durchschnittlich 20%, wenn eine vorgegebene Rendite erreicht bzw. überschritten wird.[10] Deutlich wird ein solches Konstrukt durch Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau einer Privat Equity-Gesellschaft und zwei Fonds [Quelle: SEWING (2008).]

Der individuelle Fokus der einzelnen Fonds kann sich allerdings massiv in der Investitionsphilosophie unterscheiden, wie die folgenden Ausführungen aufzeigen und wie in Abbildung 2 zu erkennen ist.

2.4.1 Early Stage

In dieser Phase wird das Kapital in Venture Capital investiert, welches hohes Wachstumspotential verspricht. In der Regel findet in dieser sehr frühen Phase des Lebenszyklus eines Unternehmens neben reiner Kapitalbeteiligung auch intensive unternehmerische Beratung seitens der Private Equity-Gesellschaft statt. Eine Investition in Risikokapital dieser Art bedarf einer sehr genauer Abwägung von Gewinnaussichten und potentiellen Verlusten bzw. Ausfällen.

2.4.2 Expansion Stage

Beteiligen sich in der Early Stage eher die kleineren, investieren in der Expansion Stage eher die größeren Private Equity-Gesellschaften. Größere Anlagevolumen sind notwendig, denn die Unternehmen sind bereits am Markt, etabliert und vertreiben ausgereifte Produkte.[11] Es handelt sich um expandierende Unternehmen. In einem solchen R]ahmen wird das Kapital für ganz unterschiedliche Konzepte genutzt. Die Bridge-Finanzierung beispielsweise dient der Vorlaufphase eines bevorstehenden Börsengangs. Kapitalbereitstellung in Expansionsphasen unterstützt Unternehmen bei der Eroberung neuer Märkte oder dem Ausbau von Marktpositionen. Das sogenannte Replacement Capital, bei dem Gesellschafter aus dem Unternehmen ausscheiden und eine Fonds-Gesellschaft die Unternehmensanteile übernimmt, wird ebenso in diese Phase eingeordnet.[12]

2.4.3 Later Stage

In der Later Stage existiert eine Vielzahl von Möglichkeiten, Kapital renditeorientiert einzusetzen. Auch diese Phase wird durch die großen Private Equity-Gesellschaften bestimmt. Typische Konzepte sind das MBO (Management Buy-out), bei dem das eigene Management das Unternehmen übernimmt oder das MBI (Management Buy-in), bei dem Gleiches durch ein unternehmensfremdes Management geschieht. Kommt es bei einer Übernahme zu einem verhältnismäßig hohen Fremdkapitaleinsatz, ist von einem sogenannten LBO (Leveraged Buy-out) die Rede.

[...]


[1] Vgl. KOLLMANN (2008), S. 41.

[2] Gemäß der EVCA (Dachverband der Venture-Capital- und Private-Equity-Gesellschaften) wird Venture Capital als „subset of private equity that refers to equity investments made in companies at an early stage of their development“.

[3] Vgl. KRAFT (2001), S. 34.

[4] Vgl. PLANKENSTEINER/REHBOCK (2005), S. 790; Zu Mezzanine: „In der betriebswirtschaftlichen Finanzierungstheorie findet sich keine einheitliche Definition. Es handelt sich vielmehr um einen Sammelbegriff für hybride Finanzierungsinstrumente, die zwischen dem reinen Eigenkapital und dem reinen Fremdkapital einzuordnen sind“.

[5] Vgl. KASERER et al. (2007), S. 14.

[6] Vgl. KASERER et al. (2007), S. 14.

[7] Vgl. BVCA (2005), S. 49.

[8] Vgl. KASERER et al. (2007), S. 11.

[9] Vgl. LERNER/HARDYMON (2002), S. 63.

[10] Vgl. LERNER/HARDYMON (2002), S. 67-71.

[11] Vgl. HEIMBURGER (2007), S. 7.

[12] Vgl. http://www.finanzstandort.de .

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Wertschöpfungskette einer Private Equity-Gesellschaft
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule  (Veranstaltungsort: Hamburg)
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V140382
ISBN (eBook)
9783640475025
ISBN (Buch)
9783640474752
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Private Equity, Wertschöpfungskette, Beteiligungskapital
Arbeit zitieren
Danny Kruse (Autor), 2009, Die Wertschöpfungskette einer Private Equity-Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140382

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