Unternehmen jeder Art und Größe benötigen in ihren individuellen Lebenszyklen dauerhaft oder sequentiell Kapital, um ihrer originären Aktivität jederzeit nachgehen zu können. Hierbei kann es sich sowohl um den Kauf neuer Maschinen, einer geplanten Expansion, der Einstellung neuen Personals o.ä. handeln. Steigt der Kapitalbedarf über die eigenen Finanzierungsfähigkeiten hinaus, indem beispielsweise keine ausreichenden Innenfinanzierungsmöglichkeiten vorhanden sind oder stille Reserven nicht ausreichen, stellt sich der Unternehmensführung die Frage nach Alternativen.
Es gilt, ein passendes Modell zu konstruieren. Die ausschließliche Fremdkapitalaufnahme, wie sie noch vor Jahren genutzt wurde, gilt heutzutage nicht mehr als einzige und optimale Alternative. Gründe kann es viele geben. So ist Banken die Besicherung bei Unternehmen in Gründung z.B. häufig zu gering, die Unternehmensführung fürchtet durch Kontrollen bzw. Vorgaben von Banken eine Einschränkung der unternehmerischen Tätigkeit, etc.
Eine Wahlmöglichkeit besteht durch den Einsatz weiteren Eigenkapitals. Dieses kann z.B. durch Private Equity gestellt werden. Diese Seminararbeit stellt diese Form der Beteiligungsfinanzierung aus Sicht des Geldgebers, der Private Equity-Gesellschaft, detailliert vor und setzt dabei den Schwerpunkt auf die Wertschöpfungskette im Verlauf einer Beteiligung.
Hierzu werden in Kapitel zwei ausführlich Begriffe, Hintergründe und unterschiedliche Phasen von Private Equity vorgestellt. Das dritte Kapitel widmet sich den gegensätzlichen Profilen, die bei der Konstellation von Geldgeber und Geldnehmer zwangsläufig entstehen. Das anschließende vierte Kapitel stellt den Hauptteil dieser Seminararbeit. Es werden die einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette in Private Equity detailliert vorgestellt und zusammengefasst, bevor sich die Schlussbetrachtung in Kapitel fünf einer Analyse aller zusammengetragenen Fakten widmet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagenwissen zu Private Equity
2.1 Historie von Private Equity
2.2 Definition von Private Equity
2.3 Hintergrund von Private Equity-Beteiligungen
2.4 Grundmodell einer Private Equity-Gesellschaft
2.4.1 Early Stage
2.4.2 Expansion Stage
2.4.3 Later Stage
2.5 Direkte und indirekte Investitionen
2.6 Abgrenzung zweier Märkte
2.7 Private Equity im In- und Ausland
3. Argumente für Private Equity als Beteiligungskapital
3.1 Private Equity als Investition
3.2 Private Equity als Finanzierung
4. Private Equity – Die Wertschöpfungskette
4.1 Fund Raising
4.2 Deal Flow
4.3 Due Diligence/Valuation
4.4 Deal Structuring
4.5 Monitoring
4.6 Exit
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Modell der Private Equity-Finanzierung aus der Perspektive des Geldgebers, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der Wertschöpfungskette während einer Beteiligung liegt. Es wird analysiert, wie Private Equity-Gesellschaften als Finanzintermediäre zwischen Investoren und Unternehmen agieren und durch welche Prozessschritte sie versuchen, den Unternehmenswert zu steigern.
- Grundlagen und Definition von Private Equity sowie deren historische Entwicklung.
- Die verschiedenen Akteure und das Grundmodell der Private Equity-Finanzierung.
- Die ökonomische Begründung von Private Equity aus Sicht von Investoren und Unternehmen.
- Detaillierte Analyse der Wertschöpfungskette, vom Fund Raising bis zum Exit.
- Methoden der Unternehmensbewertung und Risikomanagement in der Beteiligungsphase.
Auszug aus dem Buch
4.5 Monitoring
Neben dem reinen Investment bietet eine Private Equity-Gesellschaft auch die Unterstützung erfahrener Manager an. Vor dem Hintergrund asymmetrischer Informationsverteilung wird an dieser Stelle einem erheblichen Risiko, insbesondere bezogen auf die Private Equity-Gesellschaft, vorgebeugt. Zudem sorgt diese Managementunterstützung für eine Erhöhung des gewünschten Wertbeitrags.
Das Prinzip des Monitorings kann auf unterschiedliche Weisen gehandhabt werden. Eine aktive Begleitung bedeutet, dass sich der Finanzinvestor in das operative Geschäft des Unternehmens einschaltet. Eine intensive Kontrolle, häufig verbunden mit einer Vertretung im Unternehmen, unternimmt den Versuch, Mitspracherechte im Zweifelsfall auch nutzen zu können. Bei passiver Unterstützung erhält die Private Equity-Gesellschaft in regelmäßigen Abständen Informationen, überlässt das Tagesgeschäft ansonsten allerdings dem finanzierten Unternehmen.
Das Monitorings ist ein Prozess, der sich über die gesamte Beteiligungsdauer erstreckt und somit das mit Abstand längste Glied in der Kette der Wertschöpfung einnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Finanzierungsbedarf von Unternehmen im Lebenszyklus und stellt Private Equity als eine alternative Form der Eigenkapitalfinanzierung vor.
2. Grundlagenwissen zu Private Equity: Dieses Kapitel definiert den Begriff, beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Akteure und Funktionsweisen von Private Equity-Gesellschaften.
3. Argumente für Private Equity als Beteiligungskapital: Hier werden die Motive für Investoren (Diversifikation und Rendite) sowie für Unternehmen (alternative Kapitalquelle) gegenübergestellt.
4. Private Equity – Die Wertschöpfungskette: Das Hauptkapitel beschreibt die sechs Phasen des Beteiligungsprozesses von der Kapitalakquisition bis zur Desinvestition.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Analyse der verschiedenen Rollen und Interessen bei Private Equity-Beteiligungen ab.
Schlüsselwörter
Private Equity, Beteiligungskapital, Finanzintermediär, Wertschöpfungskette, Venture Capital, Buy-out, Due Diligence, Monitoring, Exit, Rendite, Risikokapital, Unternehmensfinanzierung, Limited Partnership, Kapitalmarkt, Diversifikation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Funktionsweise von Private Equity-Gesellschaften und deren spezifischen Wertschöpfungsprozess bei der Beteiligung an Unternehmen.
Welche Akteure spielen bei einer Private Equity-Finanzierung die Hauptrolle?
Die zentralen Akteure sind die Investoren (Geldgeber), die Private Equity-Gesellschaft (als Finanzintermediär und General Partner) sowie die Portfoliounternehmen (Geldnehmer).
Was ist das primäre Ziel einer Private Equity-Gesellschaft?
Das primäre Ziel ist die Erwirtschaftung eines Kapitalgewinns durch die Steigerung des Unternehmenswertes und den späteren Verkauf der Anteile nach einer gewissen Haltedauer.
Wie unterscheidet sich die methodische Vorgehensweise?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Analyse der Wertschöpfungskette und stellt die theoretischen Grundlagen des Beteiligungsgeschäfts anhand relevanter Fachliteratur dar.
Welche Phasen werden im Hauptteil der Arbeit detailliert beschrieben?
Der Hauptteil behandelt die sechs Stufen der Wertschöpfungskette: Fund Raising, Deal Flow, Due Diligence/Valuation, Deal Structuring, Monitoring und den Exit.
Welche Begriffe sind für das Verständnis der Arbeit essenziell?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Venture Capital, Leverageeffekt, Buy-out, Limited Partner, Mezzanine-Kapital und die verschiedenen Exit-Strategien.
Warum spielt die Due Diligence eine so entscheidende Rolle?
Sie dient als unabhängige, faktenbasierte Einschätzung der wirtschaftlichen Lage eines Zielunternehmens, um fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können.
Was unterscheidet einen Trade Sale von einem Going Public?
Beim Trade Sale wird das Unternehmen an einen strategischen Investor verkauft, während beim Going Public (IPO) ein Börsengang zur Platzierung der Anteile erfolgt.
Welche Bedeutung hat das Monitoring für die Wertschöpfung?
Durch aktives oder passives Monitoring soll dem Risiko asymmetrischer Informationsverteilung vorgebeugt und durch Managementunterstützung der Wertbeitrag der Beteiligung erhöht werden.
Warum ist Deutschland im internationalen Vergleich noch unterrepräsentiert?
Die Arbeit verweist auf die historische Dominanz angelsächsischer Märkte (USA/UK), stellt jedoch fest, dass Kapitalbeteiligungen auch in anderen Ländern zunehmend als sinnvolle Finanzierungsalternative anerkannt werden.
- Quote paper
- Danny Kruse (Author), 2009, Die Wertschöpfungskette einer Private Equity-Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140382