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Mit Jura Soyfer über Guantánamo denken

„Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang…“

Titel: Mit Jura Soyfer über Guantánamo denken

Essay , 2009 , 10 Seiten , Note: 1

Autor:in: Thomas Ochs (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einen Denkversuch skizzieren:

Ich nehme ein literarisches Werk zur Hand. Ich schlage es auf und beginne mit dem Lesen. Ich denke. Ich lese. Wieder denken und weiter lesen; immer wieder dasselbe wiederholen; ständiges Denken und ständiges Lesen; neu Denken und neu Lesen. Ich lese etwas und lerne daraus. Ich lese ein literarisches Produkt und entwickle eine neue Ansicht zu einer völlig anderen Sache. Ich denke also über etwas nach und habe stets das bisher Gelesene in meinem Kopf, um das zu Bedenkende besser zu verstehen und zu begreifen. Ich lese etwas und denke völlig anders nach, da Ich mit und nicht ohne das Gelesene denke. Ein willkürlich gewähltes Beispiel: Ich habe ein Stück von Jura Soyfer gelesen. Das Stück Weltuntergang habe Ich gelesen. Ich mache das nicht einfach nur aus Spaß, zwar willkürlich, aber nicht nur so aus Spaß. Ich lese ein Stück von Jura Soyfer und möchte danach über Guantánamo denken, damit Ich die aktuelle politische Situation besser begreifen, sie besser fassen, besser darüber nachdenken kann. Ich habe das Stück Weltuntergang nicht ausgewählt um über Guantánamo zu denken, sondern habe das Stück einfach gelesen und möchte jetzt über Guantánamo nachdenken. Ich habe etwas gelesen und möchte jetzt mit dem Gelesenen denken. Ich könnte auch ein anderes literarisches Werk lesen und dann über Guantánamo denken, um dann anders über Guantánamo zu denken, aber gerade habe Ich das Stück Weltuntergang von Jura Soyfer gelesen und gerade möchte Ich auch über Guantánamo nachdenken. Ich lese also nicht nur dieses Stück um mit diesem Stück anders über Guantánamo nachzudenken, sondern Ich lese dieses Stück auch um damit ein Stück weit mit den Worten des Autors auf Guantánamo zu blicken. Ich lese Weltuntergang von Jura Soyfer und blicke dann auf Guantánamo. Der Blick verändert sich nicht nur dadurch, dass Ich Weltuntergang einmal gelesen habe und dann über Guantánamo nachdenke, sondern fächert sich aufgrund des weiter und noch einmal Lesens sowie wiederholt Denkens immer weiter auf. Kurz skizziert sieht der Denkprozess also folgendermaßen aus: Ich lese zunächst willkürlich ein literarisches Produkt und entscheide danach über was Ich denken möchte, um dann Beides gemeinsam und nicht um in Parallelen, sondern um an sich genauer und differenzierter, zu denken. Das Denken als ersten Schritt zum Handeln.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einen Denkversuch skizzieren

Weltuntergang von Jura Soyfer

Guantánamo Bay Naval Base

Mit Weltuntergang über Guantánamo denken

Über das Gedachte nochmals nachdenken

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, durch eine literaturwissenschaftliche Analyse des Stücks „Weltuntergang“ von Jura Soyfer neue Perspektiven auf das Internierungslager Guantánamo Bay zu gewinnen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die Erzählmuster und das Menschenbild bei Soyfer dazu dienen können, aktuelle politische Machtstrukturen und Menschenrechtsverletzungen kritisch zu reflektieren und den Appell zum eigenverantwortlichen Handeln zu unterstreichen.

  • Interdisziplinäre Verknüpfung von Literatur und zeitgenössischer Politik
  • Analyse des Menschen- und Weltbildes in Jura Soyfers „Weltuntergang“
  • Kritische Untersuchung der Historie und Praxis des Lagers Guantánamo
  • Diskussion der Rolle des Einzelnen gegenüber staatlicher Macht und Willkür
  • Reflexion über die Aktualität literarischer Texte in globalen Krisenzeiten

Auszug aus dem Buch

Weltuntergang von Jura Soyfer

Als Ich das Stück Weltuntergang von Jura Soyfer gelesen habe, ist mir nicht nur aufgefallen, dass das skizzierte Welt- und Menschenbild Jura Soyfers größtenteils im Widerspruch zu dem vehementen Einspruch des Kometen Konrad am Ende seines Stückes steht. Nicht nur das ist kennzeichnend für das Stück. Ich habe nicht nur das an seinen Worten bemerkt. Es ist offensichtlich, dass das vernichtende Urteil des allmächtigen Kosmos die Menschheit zu vernichten, nur weil die „Sphärenharmonie“ durcheinander gekommen ist, deshalb nicht funktioniert, weil der Mensch die Möglichkeit haben sollte selbst über sein Glück oder Unglück zu entscheiden. Das ist das Entscheidende am Menschenbild von Jura Soyfer. Der Mensch darf selbst entscheiden wie seine Zukunft aussehen wird. Der Mensch kann selber entscheiden, was mit ihm passiert. Entweder lernt er zunehmend aus seinen Fehlern und handelt demnach für eine Zukunft, die „herrlich und groß“ ist oder er vernichtet sich selbst. Dafür braucht es keine andere Allmacht. Aus diesem Grund enden die Stücke von Jura Soyfer stets offen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einen Denkversuch skizzieren: Einführung in den methodischen Ansatz, literarische Texte nicht nur zu lesen, sondern als Werkzeug für ein differenziertes Denken über aktuelle politische Sachverhalte wie Guantánamo zu nutzen.

Weltuntergang von Jura Soyfer: Analyse des Menschenbildes bei Soyfer, das durch die Autonomie des Individuums und die Absage an eine vorbestimmte Schicksalsmacht geprägt ist.

Guantánamo Bay Naval Base: Historischer Abriss zur Entstehung des Lagers und kritische Auseinandersetzung mit der Praxis der Internierung sowie dem moralischen Scheitern der Bush-Regierung.

Mit Weltuntergang über Guantánamo denken: Anwendung der Erkenntnisse aus dem literarischen Werk auf die aktuelle Situation, wobei besonders die Warnung vor dem Missbrauch der Macht und der Verantwortungslosigkeit des Establishments im Vordergrund steht.

Über das Gedachte nochmals nachdenken: Synthese der Gedanken, in der die Aktualität Soyfers darin begründet wird, dass seine Texte zur kritischen Auseinandersetzung auffordern und das Handeln des Einzelnen einfordern.

Schlüsselwörter

Jura Soyfer, Weltuntergang, Guantánamo Bay, Menschenrechte, Literarische Analyse, Politisches Denken, Barack Obama, Machtpolitik, Ethik, Weltbild, Individuelle Verantwortung, Globalisierung, Widerstand, Zeitgeschichte, Internierungslager.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit verknüpft die Lektüre des Theaterstücks „Weltuntergang“ von Jura Soyfer mit einer Reflexion über die politische Realität des Internierungslagers Guantánamo Bay.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die literarische Interpretation, die Geschichte der Menschenrechte, die Kritik an staatlicher Willkür sowie die Verantwortung des Individuums in Zeiten politischer Krisen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie literarische Erzählmuster dazu beitragen können, aktuelle Machtverhältnisse und das Leid in Guantánamo differenzierter zu begreifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische und literaturwissenschaftliche Herangehensweise gewählt, die durch den persönlichen „Denkversuch“ des Autors und den Rückgriff auf zeitgenössische Quellen ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Menschenbild bei Soyfer, die historische Genese von Guantánamo und die Verbindung zwischen der literarischen Satire und den realen politischen Machtstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Jura Soyfer, Guantánamo, Menschenrechte, Machtkritik, individuelle Autonomie und politische Verantwortung.

Welche Rolle spielt Barack Obama in den Überlegungen des Autors?

Der Autor diskutiert die Hoffnungen, die mit Obamas Präsidentschaft bezüglich der Schließung des Lagers verbunden waren, warnt jedoch gleichzeitig vor blindem Vertrauen in politische Repräsentanten.

Warum hält der Autor die Werke von Jura Soyfer für nach wie vor aktuell?

Weil Soyfers Texte laut Autor kein starres Dogma vermitteln, sondern dazu auffordern, die Verantwortung für die Zukunft der Erde selbst zu übernehmen und bestehende Verhältnisse kritisch zu hinterfragen.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mit Jura Soyfer über Guantánamo denken
Untertitel
„Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang…“
Hochschule
Universität Wien  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Jura Soyfer
Note
1
Autor
Thomas Ochs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V140405
ISBN (eBook)
9783640487394
ISBN (Buch)
9783640487530
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jura Soyfer Guantánamo Welt Fall
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Ochs (Autor:in), 2009, Mit Jura Soyfer über Guantánamo denken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140405
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  10  Seiten
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